Manrico Tenner (te)
30.06.02
"Herr der Schatten"
Laurence Yep
Inhalt
Vikram, Sohn des Königs von Angira, kehrt zusammen mit seinem
Diener Bibil nach vielen Jahren des Studiums in der Föderation nach Hause
zurück. An Bord der Enterprise freundet sich der Thronfolger mit Sulu an, beide
sind sehr vom Fechtsport begeistert. Durch das Angebot der Föderation, den
Angiranern bei der Aktualisierung ihrer Sternkarten zu helfen, begleiten Spock
und Sulu den Prinzen auf den Planeten, während die Enterprise zu einem Einsatz
nach Beta Carinae weiterfliegt. Im prunkvollen Palast von Vikrams Vater lernen
die Starfleetoffiziere zunächst Rahu, einen Rivalen des Königs, und Lord Bhima,
den Schwertmeister kennen. Beide sind der festen Überzeugung, die Föderation
wolle den Planeten erobern. Später erscheint Urmi, Bibils Nichte und eine alte
Freundin des Prinzen. Die Freude über die Rückkehr des Prinzen dauert nicht
lange, denn Rahu und seine radikalen Anhänger überfallen den Palast und
schlachten sowohl die Königsfamilie, als auch Besucher und Dienerschaft grausam
ab. Nur der Gruppe um Vikram gelingt die Flucht durch einen Geheimtunnel. Dort
werden sie von krebsähnlichen Wesen angegriffen, welche im Verlauf der weiteren
Flucht Bibil töten. Ziel der Flucht ist die Provinz Kotah, Heimatprovinz der
Königsfamilie. Nach Durchquerung einer großen Wüste treffen die Flüchtlinge auf
eine Räuberbande. Eine Miliz aus Bauern nahe gelegener Dörfer kann die Gruppe
retten, Spock wird jedoch im Gefecht verwundet.
Urmi und Bibil stammen aus einer dieser Ortschaften und so werden die
Flüchtlinge vorerst willkommen geheißen. Als Vikrams Identität aufgedeckt wird,
nehmen die Bauern ihn und seine Begleiter unter Gewahrsam. Spock und Sulu
erfahren nun die Gründe der Unzufriedenheit der Bevölkerung: Der König führte
den technologischen Fortschritt sozusagen über Nacht auf Angira ein, so dass es
zwar eine stark ausgeprägte Industrie auf dem Planeten gibt, aber die Angiraner
von den Industriegesellschaften wie Sklaven behandelt werden. Die Bauern müssen
gigantische Steuern und Abgaben zahlen. Entsprechend groß ist der Argwohn Spock
und Sulu gegenüber, die als Außenweltler ein Synonym für noch mehr Fortschritt
darstellen. Mit Hilfe von Bibils Vater gelingt Vikram, Urmi und Sulu die Flucht.
Sie wollen ihren Weg nach Kotah fortsetzen.
Im königlichen Palast ist die Flucht des Prinzen natürlich nicht unbemerkt
geblieben. Rahu lässt die Flüchtlinge durch den Schwertmeister Bhima verfolgen.
Kurz vor der Provinz Kotah kommt es zur Konfrontation zwischen Vikrams Gruppe
und seinen Verfolgern. Durch ein riskantes Manöver gelingt eine neuerliche
Flucht. In Kotah angekommen, wird Vikram zum legitimen Thronfolger ernannt, und
er zieht mit einem Heer in Richtung Palast. Bhima entführt Spock und Bibils
Vater aus dem Bauerndorf und kehrt zum Palast zurück. Tage später trifft Vikrams
Heer auf Rahus Übermacht...
Kritik
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 Kampf um den Thron, Spock und Sulu geraten zwischen alle Fronten. |
Dieses Buch
ist ein reiner Abenteuerroman. Sulu romantisiert die Vergangenheit der Erde, als
die Kriege noch mit dem Schwert ausgetragen wurden, muss sich jedoch von seinen
falschen Vorstellungen trennen: Die Schlacht wird durch den Einsatz von Gewehren
entschieden. Die Szene auf der Hängebrücke vor der Provinz Kotah erinnert stark
an den Showdown im zweiten Indiana-Jones-Film "Der Tempel des Todes".
Auf dem Cover ist die Szene des Gefechts mit den krebsähnlichen Wesen
abgebildet, jedoch tauchen diese Wesen nur einmal im Buch auf und spielen nur
eine Nebenrolle. Die Folgen eines zu schnell eingeführten Fortschritts werden dem
Leser plausibel dargelegt: Die Stadtbevölkerung ist abhängig von den
Industriegesellschaften und die Bauern müssen nicht nur sich, sondern auch die
Arbeiter (hier schon fast Sklaven) versorgen. Adlige, die dem Fortschritt im
Wege stehen, werden enteignet und enden als Wegelagerer. Und letztlich wird die
gesamte Ökologie des Planeten durch Umweltverschmutzung geschädigt.
Die kurzen Szenen auf der Enterprise werden den Charakteren gerecht und auch die
Personen auf dem Planeten sind sehr gut ausgearbeitet. Vor allem Bhimas Wandel
ist nachvollziehbar: Seine Loyalität gilt dem Planeten. Als Rahu die
Königsfamilie niedermetzelt ist Bhima keinesfalls einverstanden damit, aber er
weiß genau, dass die stetige Industrialisierung seiner Heimat schadet.
Sulus Konflikt während der Schlacht ist leider stark übertrieben. Hatte der
Prinz keine Stellvertreter? Musste Sulu den Soldaten Befehle erteilen und damit
gegen die erste Direktive verstoßen? Es scheint vielmehr so, als musste die
oberste Direktive auf Krampf eingefügt werden, um nicht unerwähnt zu bleiben.
Die Geschichte ist flüssig und spannend geschrieben, das Massaker im Palast und
die Schlacht gerieten ein wenig zu ausführlich.
"Herr der Schatten" ist allen zu empfehlen, die Abenteuergeschichten mögen, wir
erfahren aber nichts neues über die Charaktere der Enterprise.
Bewertung
Weitere Infos
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| Titel |
"Herr der Schatten" |
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| Originaltitel |
"Shadow Lord" |
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| Buchreihe |
Classic |
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| Autor |
Laurence Yep |
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| Übersetzer |
Andreas Brandhorst |
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| Preis |
Ursprüngl. Ladenpreis:
8,80 DM

Antiquarisch: ca. 2 bis 3 Euro
 Dieser Roman ist nur noch antiquarisch erhältlich.
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| Umfang |
272 Seiten |
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| Verlag |
Heyne |
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| Bestellnummer |
06/4627 |
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| ISBN |
3-453-03888-6 |
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(te - 30.08.06)