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Manrico Tenner (te)30.08.02

"Geiseln für den Frieden"

Margaret Wander Bonanno

Inhalt

In der vulkanischen Stadt T'lingShar leben die "Bürgen des Friedens": Kinder hochrangiger Föderationspolitiker, die die Bürgschaft für den Frieden und die Rechtschaffenheit ihres Heimatplaneten übernehmen. Dort lernen sich Cleante alFaisal, Tochter einer Hochkommissarin des Rats der geeinten Erde, und T'Shael, verwaiste Tochter eines vulkanischen Künstlers und einer vulkanischen Wissenschaftlerin kennen. Beide verbindet ihr Interesse an Archäologie, und Cleante bittet T'Shael, ihr die vulkanische Kultur näher zu bringen.

Zusammen mit einem Andorianer und drei Deltanern werden die zwei Frauen von Romulanern aus der Siedlung entführt und auf einen entlegenen Planeten gebracht. Der Andorianer wird bei einem Fluchtversuch von den Romulanern getötet. Eine unmotivierte und schlecht gelaunte klingonische Wachmannschaft löst die Romulaner ab. Während die Föderation auf offiziellen Kanälen mit den Romulanern verhandelt, beginnen die Klingonen mit den Entführten tödliche Experimente. Die Deltaner, auf Körperkontakt mit ihren Artgenossen angewiesen, werden von den Klingonen in Einzelhaft untergebracht und sterben somit einer nach dem anderen. Bevor die Klingonen über Cleante und T'Shael herfallen können, statten die Romulaner dem Planeten einen Blitzbesuch ab. Die romulanische Kommandantin (bekannt aus der TOS-Folge "Die unsichtbare Falle") gibt den Klingonen zu verstehen, dass es besser zu keinen weiteren "Unfällen" mit den Gefangenen kommen sollte. Nur durch die Hilfe der Romulaner kann T'Shael überleben, als bei ihrem Verlobten auf Vulkan, an den sie als Kind gebunden wurde, das Pon Farr ausbricht und bei ihm schließlich tödlich endet. Leider reisen die Romulaner wieder ab und die Gefangenen bleiben mit dem sadistischsten der Klingonen zurück. Beide Frauen bieten sich ihm an, um die jeweils andere zu schützen.

Auch die Enterprise darf kurz agieren, um die Delegierten der Föderation zu den Verhandlungen zu bringen. Nebenbei wird Sulu bei den Romulanern eingeschleust und so erfährt die Föderation von den getöteten Geiseln.

Das romulanische Reich stimmt letztlich der Freilassung der Geiseln zu und Captain Kirk darf in einem Shuttle die neutrale Zone durchqueren, um die beiden Gefangenen zu befreien. Cleante hat inzwischen jede Menge über Vulkan gelernt und kehrt zusammen mit T'Shael erst nach Vulkan und später zur Erde zurück. Das Konzept "Bürgen des Friedens" wird von der Föderation aufgelöst.

Kritik

Die Romulaner entführen Föderationsmitglieder.
Die Ausgangssituation klingt interessanter als sie wirklich ist. Das Konzept der "Bürgen des Friedens" wirkt veraltet, besonders nachdem geklärt wird, woher es stammt und wie es funktioniert: Es ist eine alte Tradition, bei der die Formel zur Weltenvernichtung einschließlich einer Sprengladung in einer Kapsel ins Herz der Bürgen implementiert wird. Um nun einen Planeten vernichten zu können, muss der Aggressor den von ihm gestellten Bürgen töten, was ihm schwerfallen sollte, da es sich ja um eine ihm nahestehende Person handelt. Meiner Ansicht nach entspricht ein solches Konzept nicht einem freiwilligen Zusammenschluss mehrerer Planeten. Außerdem existieren fast unzählige Möglichkeiten eine Welt zu vernichten. Wird ein regelmäßiges Update der Kapsel vorgenommen?

Leider ist der ganze romulanische Plan stark an den Haaren herbeigezogen, worunter nicht nur die Geiseln, sondern auch das Buch leidet. Die Entführung geht eindeutig nach hinten los und die Romulaner wirken eher wie Strauchdiebe und Wegelagerer. Wozu sie sich bei ihrem Vorhaben mit den Klingonen verbünden, bleibt leider unschlüssig. Im weiteren Verlauf wirkt der Handlungsbogen um die Romulaner uninspiriert und schlecht durchdacht.

Überfrachtet wird die Story durch die Tatsache, dass T'Shael an Spocks Stelle Bürgin und so eine Art Adoptivtochter von Sarek ist. Später erfährt T'Shael von der romulanischen Kommandantin ein Geheimnis über Spock, womit sich die Romulanerin an dem Vulkanier rächen will. Leider geht diese "Rache" irgendwie unter. Spock wird zwar in seiner Ehre verletzt, allerdings erfährt nur T'Shael davon und die gehört ja praktisch zur Familie. Vielleicht grämt sich Spock heimlich in seinem Quartier, oder er muss bis ans Ende seiner Tage die Logik hinter der ganzen Sache suchen.

Der Tod der Deltaner wird eindringlich geschildert, aber soll diese Rasse wirklich so voneinander abhängig sein? Mit wem hat dann Ilia auf der Enterprise ("Star Trek: Der Film") gekuschelt?

Über Sulu wird behauptet, dass er immer mal wieder von Starfleet abgestellt wird, um Sonderaufträge zu übernehmen. Hat denn Starfleet keine Spezialeinheit für solche Fälle?

Trotz all dieser negativen Punkte in der A-Story hat mir dieses Buch aufgrund der B-Story sehr gut gefallen. Der Hintergrund der beiden Hauptpersonen wurde eindrucksvoll und stimmig ausgearbeitet, die Rückblenden fließen ausgezeichnet ins Hauptgeschehen ein. Das Aufeinanderprallen von menschlicher und vulkanischer Gesellschaftsform ist hier einfühlsam und sensibel beschrieben. Die Hauptpersonen gehen aufeinander ein, wollen die jeweils andere verstehen. Es erfolgt kein verbaler Schlagabtausch wie zwischen McCoy und Spock. Charakterstorys mit vielen Dialogen und Sprüngen zwischen A- und B-Story sind wahrscheinlich nicht jedermanns Sache, aber das Buch wird nie langatmig und übertrieben dramatisch.

Faszinierend finde ich das Konzept "Was ist, ist". Die Emotionslosigkeit der Vulkanier ist sehr gut geschildert und verhilft T'Shael zu einer Stärke, gegen die selbst die Klingonen machtlos sind. Emotionale Wesen fürchten sich, grübeln, spekulieren: "Was wäre, wenn ...". Die Vulkanier verbrauchen hierfür keine Energie. Dadurch wirken sie zwar manchmal wie Maschinen, aber gerade in dieser Situation ist eine solche Philosophie äußerst hilfreich.

An einem anderen Punkt passt dieses Konzept allerdings nicht ganz: Erst wird das Leben an sich zum höchsten Gut erklärt und dann muss T'Shaels Verlobter qualvoll sterben, ohne, dass ihm medizinische oder andere Hilfe geboten werden kann. Das hat nichts mit Emotionslosigkeit, sondern mit Gleichgültigkeit zu tun und wirft ein falsches Licht auf die vulkanische Kultur.

Fazit: Wir müssen hier größtenteils auf die Enterprise und Weltraum-Action verzichten und ein Vulkanier würde hier wahrscheinlich mehr als eine Unlogik finden, wer aber gern mehr über die vulkanische Kultur erfahren möchte und wem gut ausgearbeitete Charakterstorys gefallen, dem kann ich dieses Buch sehr empfehlen.

Bewertung

Weitere Infos


Titel "Geiseln für den Frieden"

Originaltitel "Dwellers in the Crucible"

Buchreihe Classic

Autor Margaret Wander Bonanno

Übersetzer Andreas Brandhorst

Preis Ursprüngl. Ladenpreis:
12,90 DM

Antiquarisch:
ca. 2 bis 3 Euro

Dieser Roman ist nur noch antiquarisch erhältlich.

Umfang 400 Seiten

Verlag Heyne

Bestellnummer 06/4724

ISBN 3-453-04309-X

(te - 30.08.06)


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