Manrico Tenner (te)
18.08.02
"Das Faustpfand der Klingonen"
Majliess Larson
Inhalt
Ein Erdbeben auf Shermans Planet (bekannt aus Folge "Kennen Sie Tribbles?") zerstört die Forschungsstation der Föderation, in der mit verschiedenen Getreidesorten experimentiert wurde. Statt durch die erwartete Enterprise wird Jean Czerny, die einzige Überlebende der Katastrophe, durch ein klingonisches Schiff gerettet. Befehlshaber dieses Schiffes ist Kang (man kennt ihn aus "Das Gleichgewicht der Kräfte"), welcher unbedingt die von Jean entwickelte neue Getreidesorte bekommen möchte. Später offenbart er ihr, dass mehrere klingonische Welten von Hungersnot bedroht sind. Um die menschliche Frau besser schützen zu können, heiratet er sie und stellt ihr den Wissenschaftler Aernath, sowie seinen Stellvertreter Tirax zur Seite. Letzterer verkörpert durch seinen Hass auf die menschliche Frau eher eine Gefahr als eine Hilfe.
Im Verlauf der Handlung arbeitet Jean auf einigen der von den Missernten betroffenen Welten. Auf dem Planeten Tahrn wird sie durch eine Widerstandsbewegung entführt, deren Führerin Kangs Ex-Frau Mara ist. Diese benötigt Jeans Hilfe, um Maras und Kangs Sohn in die Föderation zu schmuggeln. Dadurch soll der klingonische Kommandant gezwungen werden, Friedensverhandlungen mit der Föderation zu führen. Bei Durchführung dieses riskanten Plans deckt ein Zufall Jeans menschliche Herkunft auf und sie wird verhaftet. Aernath gelingt es jedoch mit Spocks Hilfe, Kangs Sohn auf ein Händlerschiff zu bringen und mit diesem die Enterprise zu erreichen. Wie erwartet stimmt Kang Verhandlungen mit der Föderation zu und trifft sich mit Kirk auf Shermans Planet. Dort wird auch Jeans wahre Identität aufgedeckt, die ihr selbst unbekannt war. Kang gibt Jean sowohl als klingonische Gefangene, wie auch als Ehefrau frei und sie kann mit Aernath ein neues Leben anfangen.
Die Enterprise spielt in diesem Roman nur eine Nebenrolle. Sie kommt natürlich zu spät zu Shermans Planet, um Jean zu retten. Erste Verhandlungen zur Freilassung der Gefangenen scheitern und Kirk setzt sich selbstverständlich nicht über den organianischen Friedensvertrag hinweg. Auf Shermans Planet kommt es kurzzeitig zu Auseinandersetzungen zwischen der klingonischen Forschungsstation und der im Wiederaufbau begriffenen Föderationsstation. Später rettet die Enterprise eine romulanische Schiffbrüchige und sorgt zu deren Erstaunen dafür, dass sie unbeschadet nach Hause zurückkehren kann.
Kritik
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 Getreidespezialistin als Geisel der Klingonen. |
Wer die Klingonen aus "The Next Generation" kennt, wird diese hier wahrscheinlich kaum wiedererkennen. Es gibt starke Widersprüche, vor allem, was die Ehre, als auch den Umgang mit Frauen betrifft. Auch hat man noch nie von so vielen klingonischen Wissenschaftlern und Bauern gehört. Die klingonische Thronfolge ist etwas ungewöhnlich, aber es handelt sich ja um eine fremde Kultur. Den Klingonen den Frieden mit der Föderation näher zu bringen, lässt sich mit der Handlung in "Das unbekannte Land" gut vereinbaren.
Die wenigen Passagen auf der Enterprise sind sehr durchwachsen. Leider ist unklar, wozu die so genannten Ablenkungsmanöver für die Enterprise veranstaltet wurden, da Kirk sowieso nicht ins Territorium der Klingonen eingedrungen wäre, um die Wissenschaftlerin zu befreien. Die Szenen bei der Absturzstelle der romulanischen Rettungskapsel sind flüssig geschrieben und die Wandlung der verletzten Romulanerin in ihrer Einstellung der Föderation gegenüber nachvollziehbar. Nicht nachvollziehbar ist leider ihre letzte Nacht an Bord der Enterprise. Die Mentalverschmelzung Spocks mit der Romulanerin ist eine gute Idee, allerdings wird diese Option später im Buch noch einmal eingesetzt, wodurch Mentalverschmelzungen fast wie ein Hobby von Spock erscheinen. Gerade dieser Prozess ist für Vulkanier eigentlich sehr anstrengend und unangenehm, aber hier funktioniert das sogar über Lichtjahre hinweg. Ein kurzes Wiedersehen mit Cyrano Jones sorgt für etwas Humor.
Die Erzählweise ist teilweise fließend und mitunter auch spannend, nur die Kapitel, in denen sich Jean auf den klingonischen Planeten befindet, geraten meist etwas langatmig. Leider wurde am Ende für meine Begriffe viel zu dick aufgetragen: Jean ist plötzlich eine Agentin der Föderation, welche die Aufgabe hatte, sich gefangen nehmen zu lassen, um den Klingonen bei der Bekämpfung der Hungersnot zu helfen. Und dann gestehen sich Jean und Aernath ihre Liebe. Und die letzte Nacht der Romulanerin an Bord der Enterprise verwandeln diese ins "Love-Boat".
Fazit: Wer viel Action und Spannung erwartet, wird wohl eher enttäuscht sein, aber Klingonen-Fans haben garantiert ihre Freude mit diesem Buch, sollten jedoch, wie bereits angedeutet, diese Klingonen nicht mit denen aus "The Next Generation" vergleichen.
Bewertung
Weitere Infos
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| Titel |
"Das Faustpfand der Klingonen" |
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| Originaltitel |
"Pawns and Symbols" |
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| Buchreihe |
Classic |
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| Autor |
Majliess Larson |
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| Übersetzer |
Andreas Brandhorst |
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| Preis |
Ursprüngl. Ladenpreis:
12,90 DM

Antiquarisch: ca. 2 bis 3 Euro
 Dieser Roman ist nur noch antiquarisch erhältlich.
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| Umfang |
364 Seiten |
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| Verlag |
Heyne |
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| Bestellnummer |
06/4741 |
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| ISBN |
3-453-04464-9 |
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Anmerkungen
Neben der Erstausgabe ist der Roman noch im Sammelband "Die Abenteuer des Raumschiffs Enterprise" mit der Bestellnummer 01/8863 und der ISBN 3-453-07162-X enthalten. Auch diese Ausgabe ist nur noch antiquarisch erhältlich.
(te - 29.10.06)