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Stefan Menz (mz)10.11.04

"Das Schlachtschiff"

Diane Carey

Inhalt

Unmittelbar nach dem Abschluss der Sternenflottenakademie wird Lieutenant Piper auf die U.S.S. Enterprise versetzt, wo sie den Vulkanier Sarda wiedertrifft, zu dem sie vor einiger Zeit eine mehr als nur freundschaftliche Beziehung hatte. Und schon bald erfährt sie den Grund dafür, warum Captain Kirk ausgerechnet sie angefordert hat: Ein neues Raumschiff der Flotte, das Schlachtschiff Star Empire, wurde von Terroristen entführt, darunter ihr ehemaliger Freund Brian Silayna, der ihre Anwesenheit bei den Verhandlungen verlangt hat.

Kurz nach einer ersten militärischen Auseinandersetzung der Enterprise mit der Star Empire hält Kirk Lieutenant Piper für eine Kollaborateurin mit den Terroristen und stellt sie unter Arrest, doch gemeinsam mit Sarda gelingt ihr die Flucht von der Enterprise. Während die beiden auf eigene Faust versuchen wollen, Brians Unschuld zu beweisen, treffen sie auf das Schiff von Admiral Rittenhouse, dem Leiter des Projekts Star Empire. Von ihm erfahren sie, dass sein Assistent Commander Burch die Star Empire gemeinsam mit einigen Kadetten gekapert haben soll. Doch schon bald hält Piper Rittenhouse für den wahren Verantwortlichen für diese Angelegenheit und gerät in seine Gefangenschaft.

Gemeinsam mit zwei Freunden von der Enterprise, der Ärztin Dr. Merete AndrusTaurus und dem Ingenieur "Scanner" Sandage gelingt ihnen die Flucht und sie kommen hinter Rittenhouses wahre Absichten: Er wollte die Star Empire benutzen, um einen Krieg gegen die Klingonen und andere feindlichen Großmächte zu provozieren, um so den Weg für eine Machtübernahme des Militär in der Föderation zu ebnen.

Nach ihrer Flucht von Rittenhouses Schiff gelangen die vier endlich zur Star Empire, die von Commander Burch nur aus dem Grund gekapert wurde, um Rittenhouses Pläne zu verhindern. Letztendlich kommt es zum Kampf zwischen Rittenhouses Flotte abtrünniger Sternenflottenschiffe und der Star Empire, die dabei tatkräftige Unterstützung der Enterprise erhält.

Kritik

Aus der Ich-Perspektive erzählt: das neue Starfleet-Schiff Star Empire...
Ein außergewöhnliches Buch, und dies in mehrfacher Hinsicht. Natürlich ist die Autorin Diane Carey keine Unbekannte; von ihr stammen Werke wie "Star Trek: Classic - Die letzte Grenze" und "Kirks Bestimmung", aber vor allem die Romane zu diversen Serien-Folgen wie "Abstieg" ("The Next Generation"), "Die Suche", "Der Weg des Kriegers", "Neuer Ärger mit den Tribbles", "Der Dominion-Krieg Band 2 und 4" (alle DS9), "Endspiel" ("Voyager") und "Aufbruch ins Unbekannte" ("Enterprise"). Mit "Das Schlachtschiff" (und der Fortsetzung "Der Verräter") hat sie jedoch als einzige Autorin einen "Star Trek"-Roman aus der Ich-Perspektive erzählt. Die gesamte Geschichte wird aus der Sicht Lieutenant Pipers erzählt, was den Leser in die Situation versetzt, eben nur das zu wissen, was auch Piper selbst erlebt.

Dieses Experiment lässt jedoch einen sehr gemischten Eindruck zurück.

Zunächst stellt sich schon einmal die Frage, warum Piper? (Die Figur heißt übrigens einfach nur Piper, obwohl sie ein ganz normaler Mensch ist, in ihrer kleinen Kolonie waren umfangreichere Namen aber nicht erforderlich.) Warum nicht Kirk oder eine andere zentrale "Star Trek"-Figur? Mit Chekov beispielsweise hätte man auch einen jungen Fähnrich, dem eine ähnliche Geschichte zum Einstand auf der Enterprise hätte passieren können. Andererseits sind diese Figuren nach über 100 Classic-Romanen (allerdings waren es damals gerade einmal 30) schon ziemlich ausgeforscht, so dass eine neue Figur natürlich neues Leben in die Geschichten bringen kann. Und damit hat die Autorin natürlich einen großen Vorteil: Mit einer Gruppe selbst erdachter Protagonisten kann sie ganz nach Belieben verfahren. Von Captain Kirk wüsste jeder Leser sofort, dass für ihn nicht die geringste ernsthafte Lebensgefahr besteht; diesen Charakteren kann alles passieren - ein weiteres Plus für die Sicht des Lesers.

Aber um die eingangs gestellte Frage zu wiederholen: Warum ausgerechnet Piper? Und warum Sarda, Merete und "Scanner"? Was anfangs als eine gute Idee, da eben völlig neu, beginnt, wird mit dem Lauf der Geschichte einfach immer nervender. Die vier Personen sind exakte Kopien von Kirk, Spock, McCoy und Scotty. Fast könnte man sich fragen, warum hat die Autorin nicht einfach eine Geschichte aus der Anfangszeit der Originale erzählt, wie etwa in ihrem Roman "Kirks Bestimmung"? Ganz einfach: weil die Hauptpersonen nur schlechte Kopien sind. Insbesondere Piper präsentiert sich die ganze Zeit über als eine unsichere, von Selbstzweifeln geplagte Nervensäge, die eigentlich keiner Situation wirklich gewachsen ist, und trotzdem geht am Ende immer alles gut aus. Leichte Unsicherheiten mögen ja zeitweise ganz amüsant sein, immerhin hat die Serie dies des Öfteren mit Chekov gemacht, aber wenn sich Piper schon fast in die Hose macht, nur weil sie ihr großes Idol Kirk sieht, ist das einfach nur lächerlich. Insbesondere fragt man sich, als sie auf der Brücke wegen ihrer Unfähigkeit, die Steuerkontrollen auch nur halbwegs zu kontrollieren, von einem Fähnrich abgelöst werden muss, wie diese Person die Akademie mit dem Rang eines Lieutenants abschließen konnte - offiziell wegen ihrer herausragenden Kommandofähigkeiten.

Als Leser ereilt einen schnell das Gefühl, die Autorin identifiziert sich zu sehr mit ihrer Figur, einem unsicheren Kirk-Groupie, das am Ende plötzlich zum großen Held wird, als sie das Schlachtschiff in den Kampf gegen Rittenhouse führen muss und sich dabei letztendlich doch als große Heldin erweist. Wie es scheint, hat sich die Autorin damit den Wunsch erfüllt, selbst einmal - und sei es nur als Romanfigur - die Heldin einer "Star Trek"-Geschichte zu sein. Immerhin beweist sie hierbei soviel Selbstironie, dass Pipers Versuch, Kirk nach dessen Verhaftung auf Rittenhouses Schiff zu befreien, damit endet, dass sie in eine Zelle eindringt, in der Kirk die Wachen längst überwältigt hat und für ihr Bemühen lediglich ein müdes Lächeln übrig hat.

Die anderen Figuren sind dagegen etwas interessanter, insbesondere der Vulkanier Sarda, der als Waffentechniker, der zusätzlich maßgeblich für die Konstruktion der Star Empire verantwortlich war, aus der pazifistischen vulkanischen Gesellschaft ausgestoßen wurde. Seine Beziehung zu Piper war dann die Ursache dafür, dass die Sternenflotte seine letzte Zuflucht blieb, doch dafür hasste er sie seitdem - soweit dies einem Vulkanier überhaupt möglich ist. Was als interessanter Konflikt beginnt, da er sie anfangs völlig ignoriert, entwickelt sich aber viel zu schnell zu einer guten Freundschaft, als Sarda ihr bei der Flucht von der Enterprise ohne wirklich ersichtlichen Grund für jemanden in seiner Situation hilft.

Scanner ist lediglich eine jüngere Scotty-Kopie, seine lockere Art kommt in diesem Personenkreis aber positiv herüber. Merete kann an einer Stelle sogar überraschen, als sie sich von Rittenhouse kurzzeitig überzeugen lässt, und ihre Gefährten verrät und sie ihm so fast ausliefert. Doch, wie könnte es anders sein, wird sie am Ende natürlich geläutert und verhindert schlimmeres.

Die Geschichte selbst, ein Putschversuch des Militärs in der Sternenflotte war zur Zeit der Entstehung des Romans (1986), also lange vor "Star Trek VI - Das unentdeckte Land", oder den DS9-Folgen "Die Front" und "Das verlorene Paradies", sicher etwas neues, auch die Umsetzung dieser Idee ist nicht schlecht gelungen, wenngleich Admiral Rittenhouse sich letztendlich nur als ein weiterer klischeeartiger Größenwahnsinniger herausstellt, der an seiner eigenen Selbstüberschätzung gegen einige kleine Kadetten scheitert. Und was hätte wohl Gene Roddenberry zu einer solchen Entwicklung in seiner Sternenflotte gesagt?

Positiv sticht dabei sein enger Verbündeter heraus: Lieutenant (jetzt Doktor) Boma aus der Classic-Folge "Notlandung auf Galileo 7". Damals war er einer der wenigen Überlebenden von Spocks erstem Kommando, wobei er sich diesem mehrfach widersetzte. Wie man hier erfährt, wurde er dafür vor ein Kriegsgericht gestellt und aus der Flotte entlassen. In der Folgezeit war er wissenschaftlich tätig und machte den Bau der Star Empire möglich. Im Verlauf der Handlung wird deutlich, wie ablehnend er mittlerweile auf die Crew der Enterprise reagiert, wodurch sein Bündnis mit Rittenhouse überzeugender wird, zudem ist er einer der wenigen Überlebenden unter Rittenhouses Leuten. Die Boma-Handlung bot aufgrund des beschriebenen Hintergrunds eine Menge interessanter Ansätze, doch auch diese Möglichkeit wurde von der Autorin völlig verschenkt.

Den absoluten Minuspunkt bringt jedoch das Ende. Wie schon gesagt, durfte sich Piper am Ende natürlich als große Heldin präsentieren und ebenso natürlich war dies alles ein großer Plan Captain Kirks, der - trotz all ihrer gezeigten Unzulänglichkeiten an Bord der Enterprise - darauf vertraute, dass Piper diese Angelegenheit schon lösen würde. Klingt nicht gerade nach dem Mann, der immer selbst mit seinen wichtigsten Leuten auf jeden noch so gefährlichen Planeten herunter beamt, um die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Und zur Krönung all dessen endet das Buch damit, dass Piper (irgendwo wird erwähnt, dass sie etwa 24 Jahre alt ist) zum Lieutenant Commander befördert wird. Wow, nicht nur, dass die Autorin ihre Heldin wirklich zum übermächtigen Superhelden macht, jetzt stellt diese sogar noch die Karrieren eines Kirks oder Picards in den Schatten. Und wofür das alles? Für eine unglaublicherweise erfolgreiche Chaos-Mission, in der eigentlich auch diesmal am Ende Kirk den Tag retten musste.

Die Geschichte Pipers (und das ist wohl auch der Grund für ihre Beförderung) wird fortgesetzt in dem Roman "Star Trek: Classic - Der Verräter".

Bewertung

Weitere Infos


Titel "Das Schlachtschiff"

Originaltitel "Dreadnought!"

Buchreihe Classic

Autor Diane Carey

Übersetzer Andreas Brandhorst

Preis Ursprüngl. Ladenpreis:
9,80 Euro

Antiquarisch:
ca. 1 bis 4 Euro

Dieser Roman ist nur noch antiquarisch erhältlich.

Umfang 265 Seiten

Verlag Heyne

Bestellnummer 06/4804

ISBN 3-453-04997-7

(mz - 30.08.06)


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