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Stefan Menz (mz)04.11.04

"Der Verräter"

Diane Carey

Inhalt

Vorbemerkung: Fortsetzung des Romans "Das Schlachtschiff"; es empfiehlt sich, diesen (oder die entsprechende Review) vorher gelesen zu haben.

Lieutenant Commander Piper befindet sich mit Captain Kirk auf einer Segeltour, als Kirk und seine Offiziere plötzlich von Sicherheitsleuten der Sternenflotte verhaftet werden. Piper, die gerade das Kommando über ein Frachtschiff der Sternenflotte erhalten soll, gelingt gemeinsam mit Dr. McCoy die Flucht, bis in den Raumhafen, in dem ihr Schiff wartet. Dort trifft sie auf zwei ihrer Freunde und Kollegen, Merete und Scanner, von denen sie erfährt, dass die Wissenschaftlerin Professor Mornay die Erfindung der Transwarp-Technik gestohlen hat, um sie an die meistbietende Großmacht zu verkaufen. Und an ihren Taten beteiligt sein soll Sarda, Pipers vulkanischer Freund.

Mit ihrem Schiff macht sich Piper auf den Weg zu Mornays Stützpunkt, wo sie bald in deren Gefangenschaft gerät. Gleichzeitig trifft dort auch die Enterprise ein, an Bord Dr. Boma (einer der Verräter aus "Das Schlachtschiff"), der offensichtlich wieder mit der Sternenflotte zusammenarbeitet. Und während Kirks Abwesenheit gelingt es diesem, die Enterprise in seine Gewalt zu bringen, um sie Mornays Experiment zur Verfügung zu stellen.

Mit Pipers Frachter macht sich Kirk daran, die Enterprise zurückzuerobern. Doch kaum ist das gelungen, tauchen auch schon Schiffe der verschiedensten Großmächte auf, und ein Kampf um die neuartige Technologie beginnt.

Kritik

Die Fortsetzung zu "Das Schlachtschiff" von der umstrittenen Diane Carey.
Hier ist sie also, die Fortsetzung zu "Das Schlachtschiff". Und wieder wird die Geschichte aus der Perspektive Pipers in der Ich-Form erzählt.

Der Roman "Der Verräter" knüpft genau da an, wo sein Vorgänger endete, zumindest soweit es die Charaktere betrifft. Die Staatsstreich-Handlung um Admiral Rittenhouse wird jedoch nicht wieder aufgegriffen, sondern es wird eine völlig andere Geschichte erzählt, die bereits von der Idee nicht an den Vorgänger anknüpfen kann - von der Handlung ganz zu schweigen. Einzig Dr. Boma taucht wieder auf, der sich nach seinem erneuten Scheitern jetzt erst recht an der Crew der Enterprise rächen will. Dabei ist es nicht wirklich überzeugend, dass er ganz plötzlich der vertrauenswürdige Verbündete ist, den man an dieser Mission mitarbeiten lässt, bis er letztendlich seine Maske fallen lässt und die Enterprise in seine Gewalt bringt. Schwer zu glauben, dass Kirk so unvorsichtig wäre.

Was die Hauptcharaktere betrifft, sind dies wieder Piper, Sarda, Scanner und Merete, die Ersatzfiguren für Kirk, Spock, Scotty und McCoy, und auch diesmal können sie nicht mehr überzeugen. Insbesondere Piper wird immer unerträglicher. Lediglich Sarda stellt den Leser vor die Frage, ob er wirklich mit der Wissenschaftlerin zusammenarbeitet. Dies erscheint zumindest nicht ausgeschlossen, da er für die Vulkanier ein Ausgestoßener ist, was ebenfalls für seinen Mentor Perren, der mit Mornay zusammenarbeitet, gilt. Aber natürlich entscheidet sich Sarda für die richtige Seite und letztendlich kommt sogar Perren zur Einsicht. Ein weiteres Mal wurden damit die Möglichkeiten selbst erfundener Charaktere vertan.

Besonders unerträglich sind auch die verwendeten Namen und Begriffe. So heißt Pipers Schiff etwa "Bananenrepublik". Was soll man dazu noch sagen? Zudem läuft in der Geschichte einfach alles zu glatt ab. Zwar kommt es gelegentlich mal zu Rückschlägen, aber selbst nach einer Gefangennahme durch die Feinde, töten diese die Helden nicht etwa, sondern lassen sie einfach auf dem Planeten zurück. Nicht gerade sehr überzeugende skrupellose Verbrecher! Zudem sollte es wohl etwas schwieriger sein, mit einem veralteten Frachter die Enterprise außer Gefecht zu setzen und zu erobern.

Auch die Erzählweise überzeugt nicht wirklich. Spannung kommt nur selten auf und etwa das letzte Viertel besteht nur aus einer Raumschlacht, die so vor sich hin plätschert, da eigentlich nur die einzelnen Fraktionen gegeneinander kämpfen, um auszumachen, wer die Enterprise erobern darf, während deren Crew sich das alles ansieht.

Ein Pluspunkt sind die diversen Verweise auf "reale" "Star Trek"-Ereignisse. Einerseits taucht wieder Lieutenant Boma aus der Episode "Notlandung auf Galileo 7" auf, dessen Auftritt allerdings noch geringer ausfällt, zudem befindet sich Mornays Stützpunkt auf dem Planeten Argelius aus der Folge "Der Wolf im Schafspelz". Hier wird insbesondere eine überzeugende Erklärung dafür geboten, warum sich dort Verwalter von der Erde befinden, nämlich weil die Bevölkerung ziemlich träge und unselbständig ist. Hmm, da fragt man sich doch, wie sie sich überhaupt weiterentwickeln konnte. Außerdem gibt es mal wieder einen Versuch, die unterschiedlichen Klingonen zu erklären, es handelt sich dabei nämlich um unterschiedliche Völker des Imperiums, nämlich die Klinzhai (so wurde in früheren Romanen die klingonische Heimatwelt genannt), die Rumaiym und so weiter.

Und wieder einmal war alles ein genialer Plan Kirks, der seine Verhaftung nur vorgetäuscht hatte, um Mornay in Sicherheit zu wiegen. Aber warum machte man dies dann so dramatisch? Warum musste Piper sich gegen Sicherheitsoffiziere zur Wehr setzen? Warum konnte Kirk sie nicht einweihen, wenn sie doch Teil seines genialen Plans war? Ist es nicht sinnvoller, wenn ein Sternenflottenoffizier weiß, was er tut? Nun, zur Verwirrung des Lesers wirkt es anfangs zwar, der Geschichte nimmt es jedoch viel Glaubwürdigkeit.

Die Erwähnung, dass Piper am Ende sogar zum Commander befördert wird, muss wohl nicht weiter kommentiert werden. Wow, zwei Beförderungen für zwei erfolgreiche Missionen, an deren Gelingen Kirk ja nicht gerade unbeteiligt war. Da fragt man sich doch, warum nicht gleich jedes Redshirt befördert wird, wenn es mal eine Außenmission überlebt. Damit ist Piper nun also zum Beispiel Scottys Vorgesetzte, der seine Kommandofähigkeiten auch schon zu genüge bewiesen hat, geschweige denn seine anderen Heldentaten, die die Enterprise mehr als einmal gerettet haben.

Glücklicherweise endet damit die Geschichte um Piper, bevor wir ertragen müssen, wie sie nach ihrer fünften erfolgreichen Mission mit 26 Jahren zum Oberbefehlshaber der Sternenflotte ernannt wird.

Bewertung

Weitere Infos


Titel "Der Verräter"

Originaltitel "Battlestations!"

Buchreihe Classic

Autor Diane Carey

Übersetzer Andreas Brandhorst

Preis Ursprüngl. Ladenpreis:
12,90 DM

Antiquarisch:
ca. 2 bis 3 Euro

Umfang 311 Seiten

Verlag Heyne

Bestellnummer 06/4848

ISBN 3-453-05372-9

(mz - 30.08.06)


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