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Manrico Tenner (te)05.10.05

"Die verlorenen Jahre"

J.M. Dillard

Inhalt

Nach Beendigung der ersten Fünf-Jahres-Mission unter James T. Kirk ist die Enterprise zur Überholung und Modernisierung auf dem Weg zur Erde. Beinahe alle Crewmitglieder haben ihre Versetzungsbefehle erhalten, nur der Captain macht sich noch Hoffnung auf ein vorübergehendes Kommando auf der U.S.S. Victorious. Vorübergehend - weil er fest daran glaubt, die Enterprise nach der Erneuerung inklusive seiner alten Stammcrew wieder als Captain zu befehligen. Auf direkte Anfrage nach seiner Versetzung, erhält er beunruhigende Neuigkeiten: Die Entscheidung über seine weitere Karriere liegt in Großadmiral Noguras Händen, der ihn mit seinem größten Albtraum konfrontiert - eine Position in der Admiralität.

Während auf der Enterprise in ausgelassen-melancholischer Stimmung Abschiedspartys gefeiert werden, sucht Nogura Kirk persönlich auf. Kirk droht mit seinem Rücktritt, woraufhin der Großadmiral eine Entscheidung bis zum Ende von Kirks sechsmonatigem Urlaub verschiebt. Anschließend verabschieden sich Kirk, Spock, der aus der Sternenflotte austritt, um das Kolinahr zu studieren und McCoy, der eine Forschungsmission auf Yonada antritt.

Sechs Monate später: Seine Drohung, Starfleet zu verlassen, hat Kirk nicht wahr gemacht, nachdem Nogura ihn von der Brisanz seiner neuen Aufgabe überzeugt hat. Das Vorstellungsgespräch bei seiner neuen Vorgesetzten Vizeadmiral Ciana verläuft ehrlich und eindeutig: Ciana hat Kirk zu ihrer persönlichen Unterstützung bei diplomatischen Missionen angefordert. Sollten beide erfolgreich sein, bekäme Ciana den Job als Verbindungsoffizier zwischen Starfleet und der Föderation und würde Kirk zu einem neuen Kommando verhelfen. Nicht ganz nebensächlich für Kirks Entscheidung ist die Attraktivität der Vizeadmiralin. Eher zufällig überrascht er an seinem ersten Arbeitstag McCoy in Noguras Büro, welcher den Großadmiral überzeugen will, Kirk sofort wieder ein Schiff zu geben. Kirk ist von der Eigenmächtigkeit des Doktors wenig angetan, es kommt zum Streit, der jedoch bei einem anschließenden Barbesuch wieder geschlichtet werden kann. McCoys Mission auf Yonada ist leider nicht so erfolgreich wie erhofft gewesen, er befindet sich jetzt auf einer Vortragsreise durch die Föderation, um von der medizinischen Technologie der Fabrini zu berichten. Noch am selben Abend bricht sein Shuttle nach Vulkan auf.

Spock verweilt als Gast der Kolinahr-Schule in den Bergen von Gol auf Vulkan, als er von Kirks Entscheidung hört. Ein Besuch in der Hauptstadt lässt ihn auf McCoy treffen, der mit Kollegen auf erwähnter Vortragsreise ist. Eine Einladung in die Schule nehmen McCoy und eine weitere Forscherin gerne an, so dass sie sich als Gäste in der alten Kultstätte der Vulkanier wiederfinden.

Noch ahnt niemand, dass einer der Schüler das tief unter der Kolinahr-Schule verborgene, streng bewachte Katra des gefürchtetsten Gedankenlords der vulkanischen Vergangenheit wiedererwecken will. Ein Bombenanschlag im Hauptquartier der Sternenflotte, Sareks und Uhuras Entführung, sowie Kirks aktuelle diplomatische Mission auf Djana, einem Planeten, der auch von den Romulanern heftig umworben wird, stehen scheinbar in keinem Zusammenhang mit den Geschehnissen auf Vulkan. Als auch noch McCoy entführt wird, spitzen sich die Ereignisse zu. Welche Rolle spielen Spocks Verlobte und McCoys Begleiterin, die zwar keine emphatischen, dafür aber hellseherische Fähigkeiten besitzt?

Kritik

Der Vulkanier Sekar bringt eine mächtige Katra in seinen Besitz ... und Dr. McCoy.
Die im Inhalt angedeuteten Geschehnisse sind nur ein grober Umriss der ersten circa 200 Seiten. Neben der inhaltlichen Fülle beeindruckt Dillard vor allem mit der Vielfalt an Figuren, auszugsweise: Uhura, Sarek, Scotty, Riley, Sicherheitschefin Thomson, Vizeadmiral Ciana, Captain Decker, ... die zwar nicht zu den Hauptcharakteren gehören, aber vor allem in den weiteren Bänden der "Verlorenen Jahre"-Serie eine Rolle spielen. Diese vierbändige Classic-Mini-Serie will den Zeitraum schließen zwischen dem Ende der Fünf-Jahres-Mission und den Ereignissen in "Star Trek - Der Film". Hierein spielen unter anderem der Beginn von Spocks Ausbildung im Kolinahr, McCoys Verlassen der Sternenflotte, Kirks Beförderung in die Admiralität, Deckers Kommando über die Enterprise.

So markiert der erste Teil des Buches das Ende der Fünf-Jahres-Mission unter Kirk und reicht den Abschluss der Classic-Serie nach, der im Fernsehen nie richtig erfolgte. Die Autorin trifft hier den richtigen Ton in der Trauer über das Auseinanderbrechen der "Familie Enterprise": auseinanderdriftende Freundschaften und Beziehungen, Schlusspunkt in gemeinschaftlicher Zusammenarbeit und -leben. Demgegenüber stehen Ungewissheit, aber auch Freude und Unerwarten über das Bevorstehende. Hervorzuheben sind die Abschiedsgespräche zwischen Spock und Kirk, sowie Spock und McCoy: Von baldigem Wiedersehen ist die Rede, von Zusammenhalt, neuen Missionen auf einem neuen oder vielleicht dem alten Schiff. Die melancholische Stimmung überträgt sich auch auf den Leser, der ja genau weiß, dass die nächste wirklich gemeinsame Mission in ferner Zukunft liegt.

Im weiteren Verlauf der Geschichte konzentriert sich Dillard in einem Handlungsstrang auf Kirk. Seine Wandlung vom Beförderungsverweigerer zum begeisterten Admiral geschieht schleichend und sehr nachvollziehbar. Kirks Wunsch, wieder ein Schiff zu kommandieren, ist so stark, dass er dafür sogar eine vermeintlich vorübergehende Bürotätigkeit im Hauptquartier annimmt. Stratege Nogura weiß genau, dass Kirk seinen Dienst nicht quittiert. So kommt es von "auf keinen Fall" zum "erst mal sehen" und "vielleicht". Und von dort ist das "Ja" nur ein kleiner Schritt. Dillard zerstört mit dieser Inkonsequenz des Charakters jedoch nicht den Mythos Kirk, sondern macht ihn nur menschlicher. Dennoch fühlt sich gerade Spock verraten, was für ihn als Vulkanier eigentlich unmöglich sein sollte. Neben Kirks Tatendrang und seiner Loyalität gegenüber der Sternenflotte setzt Nogura einen weiteren Charakterzug des beurlaubten ehemaligen Kommandanten der Enterprise taktisch günstig ein: Eine attraktive Frau braucht Kirks Hilfe, um ein Volk vor einem Bürgerkrieg zu bewahren. Charmanter Held, wie er nun mal ist, kann Kirk weder die Frau, noch einen ganzen Planeten im Stich lassen. Letztlich erweist sich Nogura als überlegener Stratege: Kirks größter Albtraum zu Beginn des Buches bereitet ihm nun Freude. Eine ähnliche Wandlung beginnt Riley, bekannt aus der TV-Episode "Implosion in der Spirale", der Kirk als Adjutant zugeteilt ist.

Im zweiten Handlungsstrang finden Spock und McCoy zusammen, was dem Leser vergnügliche Zeilen verschafft. Beide sind von ihrem früheren Kommandanten und Freund enttäuscht. Während Spock sich den Lehren des Kolinahr zuwendet, weiß McCoy nicht so recht, wohin in seinem weiteren Leben. Die spätere Zusammenführung der einzelnen Handlungsstränge lässt auch die drei Freunde wieder zusammen kommen, doch die enge Freundschaft hat einen spürbaren Bruch erlitten. Untypisch ist, dass Spock und McCoy hier den Tag retten und Kirk durch sein typisch Heldenkomplex behaftetes Eingreifen beinahe alles vergeigt. Eines der sehr wenigen Mankos dieses Buches: Kirk stürzt einfach wild drauf los, lenkt Dwen/Sotek ab, so dass der Gedankenlord in dieser Konfrontation beinahe die Oberhand gewinnt.

Djana ist der übliche "Planet der Woche": Ein Volk im aufkeimenden Bürgerkrieg, hier Regierung, dort Rebellen, beide Seiten glauben sich im Recht und dass nur Gewalt den Konflikt lösen kann. Also keine wirkliche Herausforderung für Kirk. Pluspunkte sammeln die Djanai bei der kurzen und schmerzlosen Lösung ihres Streites mit dem romulanischen Kommandanten: Von diesem unerwartet, beweisen sie eine fast romulanische Kaltblütigkeit. Die andere Konfliktpartei, das uralte Katra des vulkanischen Gedankenlords, demonstriert schon mehr Hartnäckigkeit in seinem grausamen, brutalen Kampf gegen das Universum.

Die Charakterzeichnung ist, wie eingangs erwähnt, durchweg gelungen, reflektiert dabei nicht nur die Fernsehserie, was vielen Autoren schwer genug fällt, sondern entwickelt die Figuren glaubhaft weiter. Diese Entwicklung schließt auch die Nebenfiguren mit ein.

Fazit: Spannung, Action, eine 400 Seiten wirklich füllende Handlung und vor allem die stimmigen Charaktere machen vorliegenden Roman zu einem Lesevergnügen der Extraklasse und bilden den perfekten Start in die Miniserie.

Anmerkung: Der "Verlorene Jahre"-Zyklus umfasst insgesamt vier Bände:

Bewertung

Weitere Infos


Titel "Die verlorenen Jahre"

Originaltitel "The Lost Years"

Buchreihe Classic

Autor J.M. Dillard

Übersetzer Andreas Brandhorst

Preis Ursprüngl. Ladenpreis:
12,80 DM

Antiquarisch:
ca. 1 bis 3 Euro

Dieser Roman ist nur noch antiquarisch erhältlich.

Umfang 400 Seiten

Verlag Heyne

Bestellnummer 06/4869

ISBN 3-453-05389-3

(te - 30.08.06)


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