Peter Schipfmann (ps)
11.12.01
"Die Romulaner"
Diane Duane & Peter Morwood
Inhalt
Der Geheimdienst der Sternenflotte schleust die Agentin
Terise Haleakala-LoBrutto bei den Romulanern ein. Sie soll aber keine
militärischen Geheimnisse ausspionieren, als Soziologin wird sie Erkenntnisse
über die Gesellschaft der Romulaner, die sich selber Rishannu nennen, sammeln
und an Starfleet übermitteln, denn "die Föderation möchte jenes Volk endlich
verstehen".
Acht Jahre später: Seit zwei Jahren übermittelt die Spionin keine Berichte mehr. Da
entschließt sich Starfleet zu einem riskanten Plan. Der von den Romulanern immer
noch wegen der aus der Originalserie bekannten Geschehnissen gesuchte Leonard McCoy
lässt sich zum Schein festnehmen. Ihm gelingt es tatsächlich zu der Agentin
Verbindung aufzunehmen. Nur Terise LoBrutto hat sich vollkommen in die
Romulanerin Arrhae ir-Mnaeha verwandelt und reagiert nicht, als McCoy versucht,
mit ihr Kontakt aufzunehmen. McCoys Zeit ist begrenzt: Die Romulaner wollen ihren
Gefangenen hinrichten und ohne die Hilfe von Terise/Arrhae wird eine Flucht so
gut wie unmöglich sein. Wird die Agentin sich wieder ihrer eigentlichen
Identität bewusst werden?
Kritik
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 Einzig McCoy ist dabei: Es gilt, eine Agentin vor den Romulanern zu retten. Inklusive der Historie der Rihsanna. |
"Die
Romulaner" ist zunächst mal eine spannend erzählte Agentengeschichte. Gefallen
hat mir dabei McCoy einmal solo, ohne seine beiden allseits bekannten Kumpanen
Kirk und Spock, agieren zu sehen. Sein Charakter taugt hier zu mehr, als nur
ständig den gefühlsbetonten Gegenpart zum angeblich kalten Logiker Spock zu
spielen. Ich muss bekennen, er ist nicht gerade mein Lieblingscharakter, seine
emotionalen Ausbrüche gegenüber dem ach so kaltblütigem Vulkanier haben mich
eher genervt als begeistert. In diesem Roman, ganz auf sich alleingestellt im
Feindesland, kann er natürlich nicht nur impulsiv handeln, sondern muss auch
seinen Verstand gebrauchen und ruhig abwägen. Seine schwierige Situation
erfordert das einfach. So lernt man einen anderen McCoy kennen, der aber nicht
im Widerspruch zu dem aus der Serie und den Spielfilmen steht. Seine Person erhält mehr
Facetten, größere Tiefe, wird interessanter. Noch um einiges faszinierender und
besser ist die Figur der Spionin: Hin- und hergerissen zwischen ihrer
ursprünglichen Heimat und den Romulanern weiß sie nicht, was sie tun soll. Bis
zum Schluss bleibt offen, wie sie sich entscheidet. Ich will nicht verraten wie es
ausgeht, nur so viel: Mir hat das das Ende sehr gut gefallen.
Auch wenn die Heldin keine Ich-Erzählerin ist, so lernt der Leser doch mit ihr
den "romulanischen Weg" (so der Originaltitel des Romans) kennen und zu
verstehen. Parallel zu der zentralen Geschichte bekommt man noch die gesamte Historie der Romulaner serviert. Es fängt an mit dem Chisma auf Vulkan, es folgt ihre lange
Suche nach einem neuen Planeten, dann die Kämpfe auf beiden Planeten in der
Anfangsphase der Besiedlung, welche zur Herausbildung der romulanischen
Gesellschaft führen, wie wir sie kennen. Das Ganze ist beileibe kein
langweiliges Geschichtsbuch. Ich finde es genauso unterhaltsam und faszinierend
wie die Haupthandlung. Auf der Grundlage der eher mageren Fakten aus der
Originalserie entsteht hier ein ausführliches und lebendiges Portrait einer Spezies. (Im
Anhang gibt es noch ein Glossar mit den wichtigsten romulanischen Begriffen.)
Alles ist für den Leser nachvollziehbar und folgerichtig. Der erste Krieg mit
der Föderation ebenso wie ihre Xenophobie. Man lernt die Rishannu verstehen,
aber nicht unbedingt schätzen. Ich würde, vor die Wahl gestellt, lieber in der
(fiktiven) Föderation leben, als im (gleichfalls erdachtem) romulanischen
Imperium. Der Roman wurde 1987 veröffentlicht, "The Next Generation" war gerade in der ersten
Staffel, aber auch zu dem späteren Auftreten der Rishannu in "The Next
Generation" und "Deep Space Nine" sind
mir keine groben Widersprüche aufgefallen. Im Gegenteil: Wie in der "The Next
Generation"-Folge
mit Botschafter Spock ("Wiedervereinigung" aus der 5. Staffel) gibt es auch
friedliche Romulaner, die auf Ausgleich bedacht sind. Leider haben sie in Roman
und Serie nicht sehr viel Einfluss auf die offizielle Politik.
Aber nicht nur der Inhalt macht diesen Roman zu einem Highlight unter den "Star
Trek"-Classic-Büchern. Diane Dune beherrscht ihr literarisches Handwerk perfekt
und ist eine für "Star Trek"-Verhältnisse überragende Stilistin. (Nun ja, einen
dramaturgischen Fehler hat die Geschichte doch, über den ich wegen der anderen
Qualitäten mal hinweg sehe.) Wer jetzt aber meint, ich würde viel lieber mehr
über die Vulkanier erfahren, als über diese fiesen und hinterlistigen Gesellen,
dem kann auch geholfen werden. Ohne ihren Ehemann, Peter Morwood, hat die Autorin
den Roman "Spocks Welt" geschrieben, der fast noch besser ist.
Bewertung
Weitere Infos
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| Titel |
"Die Romulaner" |
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| Originaltitel |
"The Romulan Way" |
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| Buchreihe |
Classic |
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| Autor |
Diane Duane & Peter Morwood |
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| Übersetzer |
Andreas Brandhorst |
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| Preis |
Ursprüngl. Ladenpreis:
10,80 DM

Antiquarisch: ca. 5 bis 8 Euro
 Dieser Roman ist nur noch antiquarisch erhältlich.
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| Umfang |
299 Seiten |
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| Verlag |
Heyne |
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| Bestellnummer |
06/4907 |
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| ISBN |
3-453-05831-3 |
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Anmerkungen
Neben der Erstausgabe ist der Roman noch im Sammelband "Die Abenteuer des Raumschiffs Enterprise". Auch diese Ausgabe ist nur noch antiquarisch erhältlich.
(ps - 01.12.06)