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Peter Schipfmann (ps), Manrico Tenner (te)03.01.03

"Zeit für Gestern"

A. C. Crispin

Inhalt

Vorbemerkung: Der Roman ist die Fortsetzung von "Sohn der Vergangenheit", der seinerseits die Original-Folge "Portal in die Vergangenheit" weiterspinnt. Im Alpha-Quadranten kommt es zu partiellen Verwerfungen des Raum-Zeit-Kontinuums. Als Folge altern die Sterne schneller. Im Alpha Centauri System wird ein Stern gar vorzeitig zum roten Riesen. Es droht nach 90 Tagen das vorzeitige Ende unserer Galaxie. Gott sei Dank kennt man den Ursprung der Zeitverschiebungswellen: Es ist der Wächter der Ewigkeit auf dem Planeten Gateway. (aus der Folge "Griff in die Geschichte").

Kirk erhält den Auftrag auf dem Planeten nach dem Rechten zu sehen. Er trommelt fast die gesamte alte Mannschaft der Enterprise zusammen (McCoy muss sogar erst noch aus einer brenzligen Situation gerettet werden) und macht sich mit dem Schiff auf den Weg. Eine Telepathin soll Kontakt mit dem Wächter aufnehmen. Als sie die Verbindung aufnimmt, fällt sie in einen katalytischen Schock und stirbt fast. Spock schafft zu mindestens einen partiellen Kontakt. Die Störungen kann er nicht beseitigen, aber man kann den Wächter wieder für eine Zeitreise benutzen. Es gibt eine Person, die in der Lage wäre, den fehlerhaften Wächter durch einen telepathischen Kontakt zu heilen: Spocks Sohn Zar der auf dem Planeten Sarpeidon lebte, denn er ist mit Hilfe des Wächters in die Vergangenheit seines Heimatplaneten gereist.

Kirk, McCoy und Spock reisen nun zurück durch die Zeit um ihn zu holen. Auf Sarpaidon angekommen stellen sie fest, dass auch Zar vor größeren Problemen steht. Er gebietet als "Sovren" über das Lakreo-Tal, ist aber von Feinden umzingelt, die sein kleines Reich zu vernichten drohen. Durch eine Heirat kann er einen Gegner für sich gewinnen, trotzdem bleibt die Lage schwierig. Er willigt ein, nach Gateway mitzukommen um die Galaxie zu retten, will anschließend in jedem Falle in seine Welt zurückkehren um sein Tal zu verteidigen, obwohl er weiß, dass ihm dabei der sichere Tod droht. Schon die Kontaktaufnahme mit dem Wächter ist sehr gefährlich. Wird Zar beide Herausforderungen meistern?

Kritik

Fortsetzung zu Band 12: der Wächter der Ewigkeit hat eine Fehlfunktion...
1. Peter Schipfmann

Wie, Spock hat einen Sohn, ich dachte das wäre Kirk gewesen, oder habe ich da was verpasst?, wird sich da so mancher denken. Nein, denn das Ganze passiert in dem in der Vorbemerkung schon erwähnten Roman. Man muss aber weder dessen Handlung noch die TV-Folge kennen, um dieses Buch zu verstehen. Einem Admiral der Sternenflotte, der gleichfalls unwissend ist wird die Geschichte erzählt, so dass der Admiral und der Leser ab Seite 60 im Bilde sind.

"Zeit für gestern" steht seinem Vorgänger in nichts nach. Die Charaktere werden sehr plastisch und eindringlich geschildert, man lernt Zar und seinen Vater Spock besser kennen. Vor allem die Figur des Zar erhält hier noch mehr Tiefgang. Nur den alten Nörgler McCoy finde ich ein wenig flach mit seinen üblichen Mäkeleien. Und an ein einigen Stellen zeigt die Autorin eine Neigung zu billiger Sentimentalität, die mich doch stört. Der Kitsch hält sich aber in Grenzen. Schön, dass hier endlich das Geheimnis des Wächters der Ewigkeit enthüllt wird. Ich wollte schon immer wissen, was es mit dem Tor in die Zeiten auf sich hat. Bei der Auflösung (die wird nicht verraten!) musste ich an Q denken, nicht so sehr an den Q der "The Next Generation"-Folgen, eher an den im dritten Teil der "Q-Kontinuum"-Trilogie. Es besteht eine nicht zu verleugnende Verwandtschaft der Motive. Nur, was Greg Cox zu 700 Seiten auswalzt, handelt A. C. Crispin souveräner auf nicht mal 100 ab.

Am besten sind aber die Teile des Romans, welche auf Zars Heimatplaneten Sarpeidon spielen. Mit dem Wissen des 23. Jahrhunderts kehrt er in die Bronzezeit zurück. Damit erschafft er aber nicht einfach ein Paradies auf Erden/Sarpeidon, so einfach macht es es sich die Schriftstellerin nicht. Zar ist kein Übermensch oder gottähnliche Gestalt. Das Tal in dem er lebt entwickelt sich nur besser als seine Umgebung, was nicht verhindern kann, dass die zurückgebliebenen, aber zahlenmäßig überlegenen neidischen Nachbarn eine tödliche Bedrohung werden. Kirk rückt auch nicht ein paar Phaser raus, Zar muss seine Schwierigkeiten mit den konventionellen Methoden seiner Zeit lösen. Alles andere könnte gefährliche Auswirkungen auf den Zeitstrom haben. A. C. Crispin schildert hier eine brutale, archische Welt, deren Grausamkeit nicht beschönigt wird. Zum Beispiel: Spock erlebt den Krieg:

"Doch die Geräusche waren nicht annähernd so schlimm wie der Geruch: Blut, Exkremente, Erbrochenes und ... Tod. Der Vulkanier würgte als er an einem Felsen vorbei trat und fast über den zerfetzten Leichnam eines Soldaten stolperte. Käfer krabbelten über das blutige Fleisch, und hungrige Fliegen bildeten eine dichte Wolke darüber."

So ist es das Eingreifen von Spock ohne einen Phaser oder Ähnliches, das die entscheidende Wende im Krieg auf Sarpeidon bringt. Wer wissen will, was er macht, und wie die Geschichte ihren Abschluss findet, muss es schon selber nachlesen. Es ist Redakteuren von TZN Literatur verboten den Schluss zu verraten.
Für mich ist "Zeit für gestern" der wunderbare Abschluss einer sehens- und lesenswerten Trilogie.

2. Manrico Tenner

Im Gegensatz zum Vorgängerroman "Sohn der Vergangenheit" ist diese Geschichte spannend und hintergründig. Da stören weder die schnell entbrannte Liebe zwischen Zar und Wynn, noch eine klischeehafte Groschenheft-Prophezeiung.

Die Charaktere sind größtenteils gelungen, Spock gibt sich nicht mehr so stark emotional wie im Vorgängerroman. Erst beim Showdown, wenn er seinen Sohn rettet und dann dessen Rolle übernimmt, wird die Figur unglaubwürdig. Bis hierhin könnte man die Verstöße gegen die Oberste Direktive eventuell herunterspielen und hinnehmen, doch nun bahnt sich ein Eingriff in die Geschichte Sarpeidons an, der meiner Meinung nach nicht nur kurzfristige Auswirkungen hat. Das scheint auch die Autorin bemerkt zu haben und hat zwei gute Ausreden parat: Erstens lässt er den Ausgang der Schlacht als nur geringfügige Abweichung von der Geschichte Sarpeidons erscheinen und zweitens sind die Bewohner Sarpeidons vulkanischen Ursprungs. Doch gilt die Erste Direktive nicht für alle Prä-Warp-Kulturen, egal welchen Ursprungs?

Neben dem Historienepos gibt es in diesem Roman noch eine zweite Geschichte, deretwegen Spock seinen Sohn ursprünglich aufsucht: Der Wächter ist auf der Suche nach seinen Erbauern, die ihn aus einer anderen Dimension gerufen haben und wieder in unser Universum zurückkehren wollen. Leider ist der Nachteil der Fast-Unsterblichkeit dieser Wesen, dass einige von ihnen psychisch labil sind. Aber mit Zars Hilfe gelingt es dem Wächter und der Enterprise-Crew, die Eindringlinge zu vertreiben. Wem die Ausgangssituation entfernt bekannt vorkommt: Ähnlich gelangen zerstörerische Überwesen im Roman-Dreiteiler "Das Q-Kontinuum" von Greg Cox in unsere Galaxie.

Ebenso wie in "Sohn der Vergangenheit" ist auch hier die B-Story überflüssig. Die Abenteuer in Sarpeidons Vergangenheit reichen aus, um den Roman zu füllen. Die fremden Entitäten bräuchte dieses Buch nicht.

Merkwürdig finde ich allerdings, dass Captain Kirk zu diesem Zeitpunkt von seinem Sohn wusste, obwohl die Geschichte wahrscheinlich vor "Star Trek II: Der Zorn des Khan" spielt.

Fazit: Eine gut durchdachte Kultur auf der Schwelle in ein neues Zeitalter und gelungene Charaktere wiegen eine unnötige B-Handlung, sowie einige Unlogiken auf. Wem "Sohn der Vergangenheit" gefiel, wird von diesem Roman begeistert sein, alle anderen Leser werden zumindest kurzweilig und gut unterhalten.

Bewertung

1. Peter Schipfmann
2. Manrico Tenner

Weitere Infos


Titel "Zeit für Gestern"

Originaltitel "Time for Yesterday"

Buchreihe Classic

Autor A.(nne) C. Crispin

Übersetzer Andreas Brandhorst

Preis Ursprüngl. Ladenpreis:
12,80 DM

Antiquarisch:
ca. 2 bis 6 Euro

Dieser Roman ist nur noch antiquarisch erhältlich.

Umfang 377 Seiten

Verlag Heyne

Bestellnummer 06/4969

ISBN 3-453-06207-8

(ps, te - 31.08.06)


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