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Peter Potz (pp)27.11.05

"Die Erste Direktive"

Judith & Garfield Reeves-Stevens

Inhalt

Die Erste Direktive - Starfleets heiligstes Prinzip der Nichteinmischung in die Entwicklung fremder Welten - wurde verletzt. Leben und Zivilisation des Planeten Talin IV sind in einem nuklearen Inferno verbrannt. Und die Enterprise wurde fast vollständig zerstört. Verantwortlich für diese Katastrophe ist ein legendärer Held der Föderation: James T. Kirk, ehemals Captain der Enterprise.

Zusammen mit seinen vier Brückenoffizieren wird Kirk aus den Diensten der Flotte entlassen. Der frühere Raumschiffkommandant muss sich als Gelegenheitsarbeiter durchschlagen. Dabei treibt ihn nur ein Wunsch: ins Talin-System zurückzukehren und den wahren Ursachen der Katastrophe auf die Spur zu kommen.

Chefingenieur Scott ist der Einzige der alten Crew, der auf dem Wrack, das einmal die Enterprise gewesen ist, ausharrt. Er soll die Instandsetzungsarbeiten leiten. Doch dabei macht er eine Entdeckung, die alle bisherigen Schuldzuweisungen über den Haufen wirft.

Soweit die Zusammenfassung des Buches von der Rückseite - nun zur Ergänzung: Dieses Buch setzt sich aus drei Teilen zusammen: Es fängt mit Sam Jameson bei der Asteroidenmontage an. Durch einen Unfall geraten zwei tellaritische Kinder in extreme Gefahr und werden in einer äußerst riskanten Aktion von Jameson gerettet. Aber anstatt ihm zu danken, wird er als James T. Kirk, der Weltenmörder, erkannt und muss das Weite suchen. Chefingenieur Scott versucht, seinen Dienst auf der Enterprise zu quittieren, um nach seinen Freunden zu suchen. Dr. McCoy und Lieutenant Uhura treffen sich auf dem irdischen Mond und wollen losziehen und ein Raumschiff kaufen. Und Sulu und Chekov lassen sich von einem orionischen Piratenkapitän shanghaien. James Kirk findet schließlich in Anne Gauvreau, einer Frachterkommandantin und ehemaligen Angehörigen der Sternenflotte eine Person, die ihn nicht von vornherein verurteilt. Sie nimmt ihn an Bord ihres Frachters, und Captain Kirk erzählt ihr, wie es zur Zerstörung des Planeten Talin IV gekommen ist.

Und damit wären wir beim zweiten Teil des Buches: Die Enterprise nähert sich dem Planeten Talin IV, der unter dem Schutz der Ersten Direktive steht. Deshalb darf das Schiff nur mit geringer Impulsgeschwindigkeit fliegen, da die Talin sonst die Wechselwirkung der Navigationsschilde mit der interstellaren Materie registrieren könnten. Captain Kirk und sein Schiff sollen einem Stützpunkt des Erstkontaktamtes (EKA) auf dem Mond des Planeten helfen. Die Talin stehen auf dem technologischen Niveau der Erde zwischen 1975 und 2000 und sind in zwei große Machtblöcke aufgespalten. Es droht ein weltweiter Nuklearkrieg, und das EKA benötigt zusätzliche Informationen, die nur durch ein Sternenflottenschiff zu beschaffen sind. Spock findet heraus, dass Beobachtungsshuttles von den Talin fotografiert worden sind und das EKA möglicherweise dazu beigetragen hat, die Spannungen zwischen den Machtblöcken des Planeten zu verschärfen. Kirk beschließt, dem EKA-Stützpunkt zu helfen und setzt ein Landeteam auf dem Planeten ab. Während das Außenteam sich in einem militärischen Stutzpunkt auf dem Planeten aufhält, eskaliert der Konflikt, aber die Talin schaffen es doch, sich zum Frieden durchzuringen. Beim Abbauen der Atomwaffen explodiert jedoch eine Bombe, und automatische Systeme starten den thermonuklearen Weltkrieg. Kirk will den Planeten nicht verloren geben und greift mit der Enterprise ein. Es gelingt ihm, den Atomkrieg zu verhindern, ohne die Erste Direktive zu verletzen. Kurze Zeit später werden jedoch die restlichen Atomwaffen gestartet, und einige von ihnen greifen die Enterprise an. Talin IV wird zur nuklearen Hölle, und James T. Kirk wird wegen Verletzung der Ersten Direktive verhaftet.

Teil drei des Buches: Spock, ebenfalls einer der Weltenmörder von der Enterprise, ist auf der Erde in San Fransisco und will den Föderationsrat verklagen, um Hilfe für die überlebenden Talin zu bekommen. Scotty ist weiterhin mit der Instandsetzung der Enterprise beschäftigt und findet ein Schadensmuster, das auf einen Angriff mit einer Technologie hinweist, die weit über den Möglichkeiten der Talin, und auch über die Möglichkeiten der Föderation hinausgeht. Kirk, McCoy, Uhura, Sulu und Chekov haben mittlerweile wieder zusammengefunden und sind auf dem Weg nach Talin. Dort treffen sie mit Spock zusammen, der sich nach seiner Anklagerede vor dem Förderationsrat zum EKA-Stützpunkt im Talin-System begeben hat. Hier finden sie schließlich heraus, wer wirklich hinter dem Angriff auf die Talin und auf die Enterprise steckt.

Kritik

Es geht um die höchste Regel von Starfleet.
Das Buch beginnt mit einem Klischee, das man sonst eher in irgendwelchen Comics findet. Ein ganzes Leben voller Heldentaten ist zum Teufel, wenn man einen schwerwiegenden Fehler begeht. Sicher, wenn alle Nachrichten besagen, dass durch Kirks Schuld ein Planet vernichtet wurde, ist das eine Sache. Und Nachrichten werden wohl auch im 23. Jahrhundert Meinungen bilden. Aber, wenn eben dieser Kirk sein Leben riskiert, um zwei Kinder (welcher Rasse auch immer) zu retten und danach niemand von den Hunderten von Zuschauern - nicht einmal die Eltern - auch nur Danke sagt und seine Meinung überdenkt, ist das ein Klischee der allerheftigsten Sorte. Die Rettungsaktion war sehr spannend und dramatisch beschrieben, und für den weiteren Verlauf der Handlung durfte natürlich niemand für Kirk sprechen, aber für die Glaubwürdigkeit haben die Autoren - für meinen Geschmack jedenfalls - an dieser Stelle ein wenig übertrieben. Eine weniger dramatische Situation, in der Kirk erkannt wird, wäre besser gewesen.

Der zweite Kritikpunkt betrifft den Handlungsstrang um Chekov und Sulu. Diese beiden lassen sich von orionischen Piraten shanghaien, um schließlich deren Schiff zu übernehmen. Laut Buch leben Orioner unter einer Standardschwerkraft von 2 g. Das sollten Starfleet-Offiziere eigentlich wissen. Weshalb sind die beiden dann so überrascht, als sie auf dem orionischen Raumschiff das Doppelte wiegen und kaum agieren können? Natürlich kriegen Sulu und Chekov das Schiff, aber eigentlich nur durch Zufall. Offiziere aus Kirks Crew sollten bessere Pläne machen.

Ansonsten gibt es allerdings kaum etwas zu meckern. Die Charakterdarstellungen sind gut getroffen. Hierfür ein kleines Beispiel: Kirk, McCoy und Spock unterhalten sich über die so genannte Richter-Skala (eine Skala, um Kulturen zivilisatorisch einzuschätzen).

"Eigentlich ist die kulturelle Richter-Skala nicht so schwer zu verstehen, Captain", sagte Spock. Kirk nickte. "Mag sein." Ein guter Bibliothekscomputer konnte genaue Definitionen einer vollständigen Richter-Bewertung liefern. "Ich glaube, Pille bezog sich auf eine andere Problematik: Es ist ziemlich schwierig, eine entsprechende Einstufung zu erstellen." "Da haben sie Recht, Captain", entgegnete Spock. Kirk wusste: Selbst, wenn McCoy die gleichen Worte formuliert hätte - ihm hätte der Vulkanier sicher nicht so ohne Weiteres zugestimmt.

Dialog über die Richter-Skala

Es gibt in vielen "Star Trek"-Romanen ein weiteres Klischee, dem sich die Autoren in diesem Buch nicht angeschlossen haben. Ich rede (ähm…schreibe) vom obligatorischen unfähigen, arroganten und die Mission gefährdenden Admiral. In einer Nebenrolle taucht Vizeadmiral Hammersmith auf, der ein aufmerksamer und fähiger Offizier ist, und bereit seine Meinung aufgrund neuer Erkenntnisse zu überprüfen. Hammersmith gestattet Scotty weitere Nachforschungen, als dieser ein seltsames Schadensmuster findet. Ich hätte von diesem Admiral gerne in anderen Büchern mehr gelesen, aber er hat nur in diesem Buch einen kleinen Auftritt. Es taucht aber ein anderer Offizier auf, der ziemlich arrogant ist: Während der Instandsetzungsarbeiten erhält ein gewisser Lieutenant Styles das Kommando über die Enterprise. Dieser wird im Laufe der Geschichte von Kirk ziemlich blamiert. Das könnte der Grund sein, warum ein gewisser Captain Styles von der Excelsior es einige Jahre später so genießt, die Verfolgung der von Captain Kirk gestohlenen Enterprise aufzunehmen (siehe "Star Trek: Die Suche nach Mister Spock"). Und natürlich wird der wahre Schuldige an der Katastrophe von Talin gefunden. Ein Gegner, den ich beim ersten Lesen in keinster Weise für möglich gehalten hätte (hat mir aber sehr gut gefallen, mehr wird hier nicht verraten).

Eine Kleinigkeit zum Schluss: Ich weiß nicht, wer für die Gestaltung von Titelbildern für Bücher zuständig ist. Derjenige scheint sich nicht so ganz genau mit "Star Trek" auszukennen. In dem Buch ist von gelben, blauen und roten Unformpullis die Rede. Und das Schiff vom Titelbild ist die Kinoversion. Aber das stört den Lesegenuss nicht sonderlich.

Fazit: Ein gutes, spannendes Buch mit einigen Längen im Sulu-Chekov-Handlungsbogen.

Bewertung

Weitere Infos


Titel "Die Erste Direktive"

Originaltitel "Prime Directive"

Buchreihe Classic

Autor Judith & Garfield Reeves-Stevens

Übersetzer Andreas Brandhorst

Preis Ursprüngl. Ladenpreis:
14,90 DM

Antiquarisch:
ca. 1 bis 3 Euro

Dieser Roman ist nur noch antiquarisch erhältlich.

Umfang 507 Seiten

Verlag Heyne

Bestellnummer 06/5051

ISBN 3-453-06623-5

(pp - 31.08.06)


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