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Manrico Tenner (te)04.07.02

"Der Boaco-Zwischenfall"

Judy Klass

Inhalt

Nach dem Sturz der Diktatur auf Boaco VI besucht die Enterprise den Planeten, um mit der neuen Regierung Kontakt aufzunehmen. Da die Föderation gute Beziehungen zum alten Regime unterhielt, ist der Empfang des Außenteams bei Tamara Engel, Ministerin für interplanetare Beziehungen, zwar höflich, aber nicht sehr herzlich. Leider kann der Rohstoff Argea, der zur Herstellung von Extrakten gegen Herz- und Milzleiden dient, nur von Boaco VI kostengünstig erworben werden. Die neue Regierung ist jedoch nicht ohne weiteres bereit, den Rohstoff weiterhin an die Föderation zu liefern. Auch Klingonen und Romulaner sind sehr daran interessiert: Sie wollen es teuer an die Föderation verkaufen. Überall auf dem Planeten kommt romulanische und klingonische Technik zum Einsatz, so dass Kirk nicht sicher sein kann, ob die neue Regierung bereits Verträge mit den Feinden der Föderation abgeschlossen hat.

Das Außenteam der Enterprise besichtigt mit einigen Ministern der neuen Regierung verschiedene Einrichtungen des Planeten. So besucht Doktor McCoy eine Klinik und ist natürlich empört über die dort herrschenden Zustände. Nach kurzem Ringen mit sich lässt er Medikamente und Starfleetpersonal auf den Planeten beamen, sowie einige besonders schwer Erkrankte in der medizinischen Abteilung der Enterprise behandeln. Ein weiteres Problem stellt der Konflikt zwischen Boaco VI und Bocao VIII dar, welcher von den Romulanern noch verschärft wird. Als dann auch noch die Schiffe der Botschafter beider Planeten von einem Starfleet-Schiff zerstört werden, muss das Außenteam den Planeten verlassen. Auch Doktor McCoy wird gezwungen seine medizinische Hilfe einzustellen.
Zur Überraschung der Enterprise-Crew kann sich das Starfleet-Schiff tarnen. Captain Kirk wird vom Flottenkommando angewiesen, das Schiff zu finden. Bei der folgenden Untersuchung erfährt Kirk, dass sich das Schiff im Orbit um Juram V (bekannt aus "Miri, ein Kleinling") befand, als es von drei Kindern geentert wurde. Nach der damaligen Mission der Enterprise wurde ein Erziehungsprogramm unter der Leitung von Dr. Voltmer auf Juram V gestartet, welches jedoch nicht besonders erfolgreich verlief: Zwar bekommen die Kinder Kleidung und Essen, müssen jedoch unter Voltmers autoritären Methoden und verschiedenen Experimenten leiden. Bei dem Fluchtversuch der drei Kinder wurden leider einige andere Kinder getötet.

Um den gut getarnten Prototyp aufzuspüren, arbeitet die Enterprise eng mit dem Erfinder der Tarnvorrichtung zusammen: Flint (bekannt aus "Planet der Unsterblichen"). Nur widerwillig hilft das alternde Wesen der Enterprise und es gelingt, das gekaperte Schiff aufzuspüren. Durch Bedienungsfehler der Kinder ist es in den klingonischen Raum abgedriftet und hat seine Tarnung verloren. Beim Rettungsversuch wird das Schiff zerstört und nur eines der Kinde kann gerettet werden.
Inzwischen hat die Regierung von Boaco VI einen Vertrag mit den Romulanern abgeschlossen: Argea-Rohstoff gegen eine Ladung Waffen und Shuttles. Bei der Lieferung der romulanischen Ware müssen die Minister leider feststellen, dass sie nur schlecht oder gar nicht funktionierende Technik erhielten. Nun steht einer Kooperation mit der Föderation nichts mehr im Wege.

Kritik

Die Folge "Miri, ein Kleinling" erfährt eine Fortsetzung.
Die Konflikte auf Boaco VI sind sehr eindringlich beschrieben, die Rolle der Föderation ist sehr kompliziert. Durch die Erste Direktive gezwungen, früher mit der alten Diktatur zusammen zu arbeiten, erlangt die Föderation nur sehr schwer das Vertrauen der neuen Regierung. Um so unlogischer ist es von den Romulanern, die Lieferung der Waffen und Shuttles zu verpfuschen. Boaco VI hätte ein dauerhafter Stützpunkt werden können. Der romulanische Händler scheint bei den Ferengis in der Lehre gewesen zu sein.

Überaus passend sind die Passagen mit den Touristen aus der Föderation, die sich wirklich einbilden, mit ihrer Sightseeing-Tour die Bevölkerung zu unterstützen. Dass Kirks Charme auf Tamara Engel anfangs nicht wirkt, scheint etwas Neues für ihn zu sein. Leider hat er später in einer Bar bei Mondlicht und Hintergrundmusik mehr Glück, so dass wieder ein Klischee dieser Figur bedient wird.

Fähnrich Michaels erweist sich anfangs als Störfaktor, vor allem wenn er Befehle des Captains in Frage stellt. Ähnliche Szenen kennen wir aus diversen "Star Trek"-Folgen. Wie er jedoch letztlich durch ein erneutes Zusammentreffen mit den Touristen zur Vernunft kommt, ist durchaus nachvollziehbar: keine Zeigefinger-Moral-Predigt Kirks, sondern eigenständiges Denken und Erkennen.

Flints Erscheinen im Buch überfrachtet die Story leider ein wenig, dennoch ist seine Charakterzeichnung gelungen. Nach seinem Gespräch mit dem Ratsmitglied wird dem Leser klar, dass Flint die Tarnvorrichtung gar nicht erst hätte bauen dürfen. Unklar ist jedoch, warum er seine Erfindung nach der Zerstörung des Prototyps weiterentwickeln will. Und wo ist diese Tarnvorrichtung im nächsten Jahrhundert?

Sehr heikel stellt sich die Frage dar, ob die Kleinlinge ein Serum erhalten sollen, um in einen normalen Wachstumsprozess einzutreten oder ob sie weiterhin mehrere Jahrhunderte Kinder bleiben, um anschließend eine sehr kurze Zeit des Erwachsenseins zu durchleben. Leider wird diese Thematik nur am Rande erwähnt und lässt die Chance ungenutzt, sich mit näher mit der Problematik zu beschäftigen. In der deutschen Version der TOS-Folge "Miri, ein Kleinling" wurden die Mitglieder des Außenteams "Wachsene" genannt, im Buch werden sie als "Große" bezeichnet.

Gelungene Charakterzeichnungen, fast immer nachvollziehbare Handlungsweisen und ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Verhandlung und Action mit einem Schuss Gesellschaftskritik zeichnen diesen Roman aus und ich kann ihn sehr empfehlen.

04.07.02)

Bewertung

Weitere Infos


Titel "Der Boaco-Zwischenfall"

Originaltitel "The Cry of the Onlies"

Buchreihe Classic

Autor Judy Klass

Übersetzer Andreas Brandhorst

Preis Ursprüngl. Ladenpreis:
10,90 DM

Antiquarisch:
ca. 2 bis 3 Euro

Dieser Roman ist nur noch antiquarisch erhältlich.

Umfang 266 Seiten

Verlag Heyne

Bestellnummer 06/5086

ISBN 3-453-07250-2

(te - 31.08.06)


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