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Jörn Podehl (jp), Manrico Tenner (te)17.11.05

"Eine Flagge voller Sterne"

Brad Ferguson

Inhalt

Dr. G'dath ist einer der wenigen Klingonen, die auf der Erde leben. Jedoch als exzellenter Physiker muss er eine normale Schulklasse unterrichten, da ihm die Menschen nicht vertrauen und ihm keine höheren Posten anbieten. Heimlich forscht er zu Hause an einem neuen Projekt, das Energie quasi aus dem Nichts erzeugen kann. Leider wird ihm nach einem erfolgreichen Test bewusst, dass man dieses Gerät auch als Waffe einsetzten kann. Ständig wird er von zwei klingonischen Geheimagenten bewacht, die versuchen, dieses Objekt und das Wissen darüber in ihre Hände zu bekommen.

Der jetzige Schreibtischhengst Admiral James T. Kirk ist maßgeblich am Umbau der U.S.S. Enterprise beteiligt und trauert seinem Schiff nach, als es für eine weitere Fünf-Jahres-Mission umgerüstet wird. Als ob seine Trauer über den Verlust seines Schiffes nicht schon schlimm genug wäre, trennt sich seine Ehefrau vorübergehend von ihm. Sein Stabschef Lt. Commander Kevin Riley findet heraus, dass Kirk sein Retter auf dem Planeten Tarsus IV gewesen ist (der Kodos-"Der Henker"-Vorfall) und wird extrem unsicher.

G'dath ahnt, dass er und seine Erfindung überwacht werden und wendet sich an Admiral Kirk, der ihm nach leichtem Zögern seine Hilfe anbietet. Riley bekommt den Auftrag, für die Sicherheit des Klingonen zu sorgen, aber durch seine eigenen Probleme abgelenkt, macht er bei der Planung einen Fehler, und G'dath sowie einige Geiseln werden verschleppt.

Nun liegt es an Kirk, die Situation zu klären und das Leben der Geiseln und das des Wissenschaftlers G'dath zu retten.

Kritik

Wie der Vorgänger "Die verlorenen Jahre" zwischen Serie und Film angesiedelt: Kirk und Riley gegen eine gefährliche Technologie.
1. Jörn Podehl

"Eine Flagge voller Sterne" ist der zweite Teil des "Die verlorenen Jahre"-Zyklus und baut an einigen Stellen leicht auf dem gleichnamigen ersten Teil auf. Nach den oben genannten Bänden folgen "Ein Sumpf von Intrigen" und "Sabotage". Für die Planung und Koordinierung ist J. M. Dillard verantwortlich gewesen.

Als ich an das Buch herangegangen bin, war ich etwas skeptisch, da ich immer wieder gehört habe, dass die restlichen Bücher des "Verlorene Jahre"-Zyklus dem ersten Teil nicht das Wasser reichen konnten. Aber nach den ersten Seiten bin ich eines Besseren belehrt worden: Mit einer genialen - aber der "Star Trek"-Welt widersprüchlichen - Idee beginnt das Buch. Eine Live-TV-Sendung überträgt den Start der überarbeiteten Enterprise-Untertassensektion mit mehreren TV-Gästen. Unter ihnen ist Captain Robert April, der erste Captain der Enterprise. Diese Idee finde ich so etwas von klasse! Obwohl es in dieser Zeit kein Fernsehen mehr geben dürfte, ist es herrlich gewesen zu lesen, wie sich die Moderatorin verzweifelt Fragen aus den Fingern saugt, als eine staubtrockene Admiralin etwas über die Enterprise erzählt.

Solche "Running Gags" durchziehen das gesamte Buch, und es ist wirklich toll, die Beschreibungen des Autors zu lesen, wie er den Medienrummel schildert. Anspielungen von Admiral Kirk wie traurig er ständig ist und so weiter, wirken keineswegs übertrieben oder nervig wie es in anderen "Star Trek"-Romanen leider sehr häufig der Fall ist.

Ebenfalls sehr interessant ist die Geschichte von Commander Riley, der als selbstzweifelnder Offizier Stabschef von Kirk ist. Es stellt sich heraus, dass er vor vielen Jahren vom kleinen Jimmy Kirk auf Tarsus IV gerettet worden ist; Kevin ist zu klein gewesen, um sich daran zu erinnern. Als Riley dies erfährt, hat er das Gefühl, er könnte es Kirk niemals Recht machen und er hätte keine Möglichkeit ihm für die Rettung zu danken. Sehr gut schafft es Brad Ferguson, die Gefühle des jungen Riley auszudrücken, ohne kitschig zu wirken. Eine tolle Textpassage, nachdem Kirk Riley in sein Büro gerufen hat, ist folgende: Kirk will ihm für die sehr unkonventionelle Rettung der Geiseln danken, aber auf der anderen Seite auch für seine schlechte Sicherheitsarbeit eine Standpauke erteilen:

"Riley verzog verlegen das Gesicht. 'Nun, Sir, während der ganzen Zeit, in der die Klingonen mich als Geisel festhielten, habe ich mir eingeredet, ich wäre Sie. Ich habe mich laufend gefragt, was Sie wohl in dieser oder jener Lage tun würden. Und wie Sie sehen, hat es prima geklappt.'"

Seite 262

Neben der Kirk-rettet-Riley-Geschichte erzählt Riley, dass sich seine Frau von ihm getrennt hat. Im Verlauf der Geschichte fühlt man wirklich mit Riley, zumal er aufgrund der Trennung und des inneren Schmerzes einen sehr großen Fehler bei der Sicherheit von G'dath macht.

Aber der wichtigste Punkt, der das Buch auszeichnet, ist das Auseinandersetzen mit dem Rassismus. Die meisten Menschen fürchten die Klingonen, selbst G'daths Schüler, die ihrem Lehrer oft heimlich fiese Namen geben (zum Beispiel "Schildkröte") oder Witze über ihn machen. G'dath lässt sich seine Trauer darüber äußerlich nicht anmerken. Hier kann man als Leser auch klar merken, dass Brad Ferguson ein Katzenfreund ist, denn G'dath findet auf der Straße eine verschüchterte, ängstliche Katze, die er liebevoll Hüpfer nennt und großzieht. G'dath wünscht sich einfach nur eine gute Position an einer Hochschule und eine nette Umgebung. Nur Tiere scheinen in der Lage zu sein, Lebewesen so zu nehmen wie sie sind. Erschütternd finde ich, dass nach G'daths Entführung und der Bekanntmachung in den Medien ihm die Universitäten die Türen einrennen.

Was mich jedoch am nachdenklichsten gemacht hat, ist die folgende Textpassage:

"Doch kein Journalist schien sehr interessiert an diesem Aspekt der Geschichte zu sein [hier: G'dath hat die Geiseln gerettet und sich für den Frieden eingesetzt]: Sie wollten lieber von den grässlichen Klingonen und ihren Messern hören, und wie Joey Angst um sein Leben gehabt hatte."

Seite 252

Joey ist einer von G'daths Schülern, der anfangs eine unglaubliche Furcht vor seinem Lehrer verspürt hat, bevor er von ihm gerettet worden ist. Ebenso gut gefallen hat mir die Idee, dass die Schüler Dr. G'dath eine Gute-Besserung-Karte geschenkt haben, die wie ein Friedensvertrag zwischen der Föderation und dem Klingonischen Imperium aussieht.

Fazit: Für mich ist dieses Classic-Buch eins der besten, das ich gelesen habe. Es spricht viele Themen der heutigen Zeit an, die selbst in der Zukunft noch existieren. Eine ideale Fortsetzung des ersten Teils und ein Lesemuss für jeden Klingonen- und Kirk-Fan.

2. Manrico Tenner

Bei aller Toleranz der Föderation gegenüber anderen Lebensformen zeichnet der Autor doch ein sehr naives Bild der Föderation und speziell der Erde. Schon aufgrund der reichhaltigen Erfahrungen Starfleets mit den Klingonen wäre eine verdeckte Überwachung des Lehrers durch den Geheimdienst nur logisch. Abgesehen von der Gefahr, die von dem Besucher der Erde ausgehen könnte, besteht ja auch noch die berechtigte Gefahr für den Klingonen. Peinlich für die Erdsicherheit ist der Zwischenfall mit den Pendanten der Rechtsradikalen im 23. Jahrhundert. Dies ist mit Sicherheit nicht die Menschheit, die Gene Roddenberry vorschwebte.

Dass zudem zwei klingonische Agenten auf der Erde verweilen und sogar unbehelligt operieren können, wirft ein extrem schlechtes Licht auf die Sicherheit der Erde. Zusammen mit der Erfindung G'daths hätten die Klingonen einen weitreichenden Terroranschlag verüben können. Peinlich - und unglaubwürdig. Die Vorgehensweise der beiden klingonischen Agenten kann nur als dilettantisch bezeichnet werden. Das bewaffnete Eindringen vor laufenden Kameras in deutlich kriegerischer Absicht würde mit Sicherheit einen ebensolchen Krieg auslösen. Wie eingangs erwähnt, schlief auch hier die Sicherheit, wenn auch diesmal begründet, was umso schlimmer wirkt.

Die B-Story um die Schüler G'daths ermöglicht einen kleinen Einblick in die private Welt der Föderationsbürger, ist trotz Klischees nett erzählt, bietet aber ansonsten nichts Erwähnenswertes.

Kirk lässt wieder seinen bekannten Charme spielen, welcher wie gewohnt gut bei den Frauen ankommt. In kurzen Nebenrollen erscheinen Uhura, Sulu, Scotty und Will Decker.

Trotz obiger Kritikpunkte besticht der vorliegende Roman vor allem durch einige überraschende Ideen: ein Klingone als Highschool-Lehrer, die öffentliche Presse immer am Brennpunkt des Geschehens, die aufgemotzte "alte" Enterprise, Kirk und Riley beiderseits im Trennungskummer und so weiter. Der flüssige Schreibstil tut sein Übriges, um beim Leser keine Langeweile aufkommen zu lassen. Und gerade das kann man leider nicht von allen "Star Trek"-Büchern behaupten.

Fazit: Einige überraschende Ideen in einer sonst eher konventionellen Geschichte mit einem leider allzu arg konstruierten Konflikt bieten kurzweilige und spannende Unterhaltung.

"Die verlorenen Jahre" - Miniserie:

Bewertung

1. Jörn Podehl
2. Manrico Tenner

Weitere Infos


Titel "Eine Flagge voller Sterne"

Originaltitel "A Flag full of Stars"

Buchreihe Classic

Autor Brad Ferguson

Übersetzer Ronald M. Hahn

Preis Ursprüngl. Ladenpreis:
12,90 DM

Antiquarisch:
ca. 3 bis 8 Euro

Dieser Roman ist nur noch antiquarisch erhältlich.

Umfang 266 Seiten

Verlag Heyne

Bestellnummer 06/5349

ISBN 3-453-08595-7

(jp, te - 31.08.06)


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