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Peter Schipfmann (ps), Jörn Podehl (jp)23.02.03

"Der Riss im Kontinuum"

Peter David

Inhalt

Teil 1

Die Enterprise unter Captain Christopher Pike trifft auf ein seltsames Weltraumphänomen: ein Spalt im Weltraum. Die Enterprise fliegt mit Warpgeschwindigkeit hinein, landet im Gamma-Quadranten und trifft auf eine merkwürdige Spezies namens Calligarier. Diese Aliens ziehen, im Gegensatz zur Föderation, ein Leben in völliger Isolation der Kooperation mit anderen Welten vor. Sie verfügen über eine überlegene Technologie, wollen sich nun aber eventuell anderen Kulturen öffnen, haben ... aber halt, Stopp, der Spalt schließt sich vorzeitig und die Enterprise muss überstürzt in den Alpha Quadranten zurückkehren...

Teil 2

33,4 Jahre später: Glücklicherweise öffnet sich der Riss im Kontinuum alle 33,4 Jahre für 72 Stunden. Die Enterprise-A unter dem mittlerweile angegrauten James T. Kirk soll die zweite Kontaktaufnahme mit den seltsamen Fremden organisieren. Eine Gruppe von Föderationswissenschaftlern wird mit einem Shuttle nach Calligar geschickt. Im Gegenzug kommt die ranghöchste Calligarierin, die Baumeisterin Ecma, auf die Enterprise. Der Second Contact scheint wie geplant abzulaufen. Doch die Lage wird kompliziert als die Baumeisterin Asyl auf der Enterprise beantragt und Kirk es ihr gewährt. Im Gegenzug werden die Wissenschaftler auf Calligar als Geiseln genommen um die Herausgabe von Ecma zu erzwingen. Ecma hat inzwischen einen Zusammenbruch erlitten, ist dem Tode nahe und liegt auf der Krankenstation. Auch auf Calligar kommt es zu Turbulenzen. Die Föderierten brechen aus ihrem Gefängnis aus. Bei den folgenden Ereignissen wird das Shuttle zerstört und ein Delegationsmitglied stirbt. Da hilft nur noch eins: Kirk selber schnappt sich ein Shuttle, fliegt durch den Riss um im Gamma Quadranten mal nach dem Rechten zu sehen...

Kritik

1. Peter Schipfmann

Pike und Kirk in einem Roman: Ein Riss im Raum führt zum Gamma-Quadranten. Dort wartet eine seltsame Welt.
Ein Roman, dessen Geschichte den ersten nicht so bekannten Captain der Enterprise, Christopher Pike, (Robert April zählt für mich nicht, der wird in keiner Folge, in keinem Film erwähnt.) mit dem allseits bekannten James Kirk verbindet, ist schon mal eine guter Idee. Leider kann Peter David dies nicht in eine spannende und faszinierende Handlung umsetzen. Im kürzeren ersten Teil gibt es für den Kenner, der auch den erst 1989 uraufgeführten Pilotfilm ("Der Käfig") gesehen hat, ein paar nette Anspielungen, aber das macht für mich noch keinen guten "Star Trek"-Roman aus. Die Story an sich ist ziemlich öde. Aliens mit einer so überlegenen Technologie, dass sie mit Hilfe der Daten der Enterprise innerhalb von fünf (!) Minuten ein neues, besseres Computersystem herstellen können, denen es möglich war, eine Art Perpetuum mobile zu erschaffen, etwas viel besseres als die lahme Holodecktechnologie der Föderation haben sie auch - das ist mir zu viel naturwissenschaftlicher Blödsinn auf 89 Seiten. Und dann gerät noch ein Besatzungsmitglied in die Fänge einer schamlosen Außerirdischen mit sehr freizügigen Ansichten. Ihr Verlobter, der gar nicht so liberal denkt wie sie, und das plötzliche Schließen des Risses verhindern, dass der Kontakt allzu intensiv wird. Ja, wegen dieser gefährlichen Planetengirls hat es Kirk wohl in den Weltraum gezogen.

Teil zwei ist auch nicht gerade originell. Für das Wissenschaftlerteam, das auszieht um mit den Calligariern Kontakt aufzunehmen, hat David alte Bekannte aus der Originalserie recycelt: Der Botschafter Robert Fox aus der Folge "Krieg der Computer" ist dabei und nervt Kirk wie in der TV-Episode. Dr. Richard Daystrom hat sich immer noch nicht von den Geschehnissen um das Disaster des "Computer M-5" erholt und wirkt folgerichtig reichlich derangiert. Ein Tellarit und ein Andorianer können sich, wie in "Reise nach Babel", nicht ausstehen und der Tellarit überlebt wie dort die Geschichte nicht. Man bekommt Charaktere serviert, die man schon sattsam kennt und über die man nichts neues erfährt. Die Story ist auch nicht gerade berauschend. Es geht um den Konflikt zwischen amerikanischer Individualität und Kollektivität, präsentiert durch ein Computersystem namens Weltgeist. Klar, was am Ende obsiegt. Ein Bösewicht wird entlarvt und die Baumeisterin bleibt im Föderationsraum. Schließlich ist im "Star Trek"-Universum das Borgkollektiv das Böse schlechthin und wenn in der Originalserie ein Computer die Geschicke auf einem Planeten lenkt, muss die Enterprise, erste Direktive hin, erste Direktive her, den richtigen, sprich amerikanischen Zustand herstellen. Am meisten hat mich die Figur des Calligarier Marco genervt. Ein stupider, eindimensionaler und aggressiver Charakter, dessen Verhalten überhaupt nicht zum Wesen seines Volkes passt.

Aber an manchen Stellen zeigt sich schon das Talent von Peter David. So ist ein innerer Monolog von Kirk nicht schlecht und der Epilog zeigt den typischen Humor des Autors auf gutem Niveau. Das Buch reicht trotzdem in keiner Weise an seine hervorragenden "The Next Generation"-Romane oder an die "Die Neue Grenze" Bücher heran. Leider enttäuschend.

Nachbemerkung:

In der Widmung am Anfang des Romans erwähnt David eine kommende "Star Trek"-Serie (das Buch wurde 1991 veröffentlicht). Zufälligerweise (?) gibt es hier wie in "Deep Space Nine" einen Weg in den weit entfernten Gamma-Quadranten.

2. Jörn Podehl

Mit "Der Riss im Kontinuum" hat Peter David seinen ersten von insgesamt drei "Classic"-Romanen geschrieben. Dieser Roman gehört auch zu Davids Erstlingswerken, was man an dem guten, aber dennoch nicht typisch zynischen Peter-David-Schreibstil deutlich merkt. An manchen Stellen ist der Schreibstil abgehackt und noch nicht flüssig genug, was das Hineinvertiefen in die Story nicht immer ganz einfach macht. Dazu kommen in der deutschen Übersetzung der eine oder andere Rechtschreibfehler, der mir beim Lesen förmlich ins Auge stach. Kein besonders gutes Lektorat...

Das hindert aber trotzdem nicht daran, dass die Story und das moralische Dilemma, dem Kirk und seine Crew gegenüberstehen, interessant und spannend sind. Wie soll man sich verhalten, wenn der Botschafter eines anderen Volkes plötzlich um Asyl bittet, um nicht auf der Heimatwelt "verringert", so nennt sich das Ableben dort, zu werden. Im Prinzip ähnelt das dem Zwiespalt der "The Next Generation"-Episode "Die Auflösung", in der Timicin nach Hause kommen muss, um zu sterben. Aber Ecmas Zeit ist - im Gegensatz zu Timicin - noch nicht gekommen: Es war, etwas klischeehaft, ein Trick von Ecmas Sohn Regger, um den Posten des Baumeisters von Ecma zu übernehmen. Alles war natürlich wieder von vorne bis hinten durchgeplant...

Peter David beschreibt das Volk der Calligarier lebendig als eine interessante Kultur voller Stärken (und später klar werdenden Schwächen). Die Calligarier passen gut in das Bild und erwecken den Eindruck einer friedlichen Zivilisation, die jeder Konfrontation aus dem Weg gehen möchte, dennoch mit dem Dilemma um Ecma einen neuen Höhepunkt ihrer internen Konfrontationsfähigkeit erreicht hat. Leider geht es am Ende doch wieder einmal recht schnell, dass der "Hohe Rat" von Calligar dem Wunsch Ecmas entspricht und sie ziehen lässt, nachdem Kirk, Spock und Daystrom Ecmas Wunsch dem Weltgeist - der große Hauptrechner des Planeten - vortragen. Das typische "Star Trek"-Syndrom: lange das Problem durchkauen, keine Lösung finden und auf den letzten 20 Seiten passiert überraschenderweise die Wende. Trotzdem sind Dialoge um Kirk und Commodore Tyler mit den Calligariern, insbesondere mit Macro, sehr gut zu lesen. Dazu kommen die bissigen Dialoge zwischen McCoy, Kirk und Spock, dem tellaritischen und dem andorianischen Botschafter, die wirklich schön an die alten Zeiten erinnern - und das Auftreten von Richard Daystrom und Botschafter Fox (beide bekannt aus der TV-Serie).

Mich hat aber das Verhalten von Commodore José Tyler gestört; der frühere Navigator unter Captain Pike wirkt für seinen Rang nicht abgeklärt und kalt genug und lässt sich zu oft von Kirk den Mund verbieten, wenn Tyler wie ein junger Teenanger um die attraktive (Jugend)-liebe Ecma herumtänzelt. Stattdessen ist es teilweise störend, wenn ein Mann, älter als Kirk, herumschwärmt und blind vor Liebe wird.

Als ob Tylers kindliches Verhalten nicht schon ein Manko genug wäre, hat mich Peter David alles andere als überzeugt vom alternden Kirk und dem Space-Spital. Es ist zwar hier und da von Gebrechen die Rede, doch war das so knapp und flach abgehandelt - nichts Besonderes also. Alters-Wehwehchen hin oder her, Kirk und seine Mannen, die älter und rüstiger geworden sind: So richtig rüber kam das nicht immer. Schade um das missglückte "Altersheimfeeling"...

Peter David wirft Sachen durcheinander was die Enterprise angeht. Es heißt zwar "NCC 1701-A", man liest über den Tod von Dr. Markus (Kirks Sohn) und Kirks Gekraxel aus "Star Trek V". Aber dann bekommt man vorgesetzt, dass Kirks Enterprise vor 33 Jahren schon einmal in dem Riss war. Das stimmt schon einmal gar nicht; das war das Vorgängerschiff unter Captain Pike, nicht das Nachfolgermodell, das im Orbit von Genesis in die Luft gejagt wurde... Ärgerlich.

Fazit: Ein schönes, moralisches Dilemma, dessen Lösung nachher in einem Happyend für Ecma und Tyler, aber nicht für Macro endet. Dazu kommen lustige und interessante Dialoge der Protagonisten, viele Anspielungen auf die TV-Serie und nette Argumente für das Für und Wider der "Verringerung" sowie der Kultur der Calligar. Doch sorgen viele kleine (und große) Schwächen nicht dafür, dass das Buch über den Durchschnitt hinauskommt.

Bewertung

1. Peter Schipfmann
2. Jörn Podehl

Weitere Infos


Titel "Der Riss im Kontinuum"

Originaltitel "The Rift"

Buchreihe Classic

Autor Peter David

Übersetzer Andreas Brandhorst

Preis Ursprüngl. Ladenpreis:
12,90 DM

Antiquarisch:
ca. 3 Euro

Dieser Roman ist nur noch antiquarisch erhältlich.

Umfang 284 Seiten

Verlag Heyne

Bestellnummer 06/5464

ISBN 3-453-10920-1

(ps, jp - 20.03.07)


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