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Manrico Tenner (te)19.12.04

"Der Saboteur"

L. A. Graf

Inhalt

Während einer Effizienzprüfung durch den Föderations-Rechnungshof dockt die Enterprise auf der Space-Station Sigma Eins an und erlaubt den gerade nicht geprüften Abteilungen einen kleinen Landurlaub. Störend erweist sich die Präsenz orionischer Polizisten, die mit Chekov, Sulu und Uhura beim Einkaufsbummel zusammengeraten.

Obwohl im Recht, wird Chekov verhaftet und beinahe zu spät auf die Enterprise entlassen, die verfrüht aufbrechen muss: Muav Haslev, ein genialer andorianischer Wissenschaftler, ist verschwunden. Captain Kirk soll im benachbarten Sektor Präsenz zeigen, da die Andorianer die Orionier im Verdacht haben, den Wissenschaftler entführt zu haben und einen Krieg beginnen zu können. Sehr zum Bedauern der gesamten Crew wird das Schiff von dem Prüfteam der Föderation begleitet.

Als Sulus Quartier durchsucht wird und mehrere Menschen bei einem Transporterunfall sterben, leidet auch Chekovs Reputation als Sicherheitschef bei den Föderationsbuchhaltern. Nach einer weiteren Detonation, die fast die Enterprise zerstört, taucht Haslev auf, der vor den Orioniern auf der Flucht ist. Sein Versprechen, ihnen eine neuartige Waffe zu verkaufen, hat er nicht einhalten können, da er doch kein allzu genialer Wissenschaftler ist.

Als gäbe es noch nicht genug Chaos, verlangen orionische Polizeischiffe eine Durchsuchung der Enterprise, obwohl sie im Föderationsraum keinerlei Rechte dazu haben. Und dann ist da noch ein andorianischer Frachter, der immer knapp außerhalb der Sensorenreichweite zu bleiben versucht...

Kritik

Hinter dem Pseudonym L. A. Graf: Karen Rose Cercone und Julie Ecklar. Ein Krieg zwischen Andor und Orion droht.
Eines der beliebtesten "Star Trek"-Classic-Klischees ist, neben zerrissenen Uniformoberteilen und vom Aussterben bedrohten Rothemden, der Konflikt zwischen der Enterprise-Crew und Vertretern der Verwaltung, der Spezies "Bürohengst". Das (stereo-)typische Verhalten dieser Rasse beginnt mit Rechthaberei und Drohungen (wie oft Kirk mit einer Beschwerde beim Oberkommando gedroht wurde, könnte die Untergattung "Statistiker" lange beschäftigen). Im Verlauf jeglicher Handlung ist zudem mit Kommandoübernahme und/oder Sabotage zu rechnen, woraufhin die Situation meist eskaliert, der Bürohengst im Galopp strauchelt (ich bitte, dieses Wortspiel zu verzeihen) und nur Captain Kirk den Tag (einschließlich Enterprise, Besatzung, Verwaltung und Handlung) retten kann. Da in vorliegendem Roman weitere Klischees auftauchen, seien die wichtigsten hier aufgezählt.

Fehlen dürfen auf keinen Fall:

  • eingangs erwähnte Verwalter - hierbei eine Abordnung von Kommissaren, die dem Rechnungshof der Föderation unterstellt sind. Ihre Funktion ist es, die Effizienz von Chekovs Sicherheitsabteilung zu checken. Wie effizient eine Sicherheitsabteilung sein kann, wenn beinahe alle Kommissare ums Leben kommen, kann der Leser selbst beurteilen.
  • der Leiter der Sicherheitsabteilung im Konflikt mit sich und der Welt (beziehungsweise dem Weltraum), der am Ende jedoch der Held ist - Chekov. Leider nicht mehr der fröhliche Sohn von Mütterchen Russland. Erst legt er sich mit einem orionischen Sicherheitsmann an, wird verhaftet und nach seiner Rückkehr auf die Enterprise wird seine Abteilung von den Vertretern des Rechnungshofes als "Sauhaufen" beurteilt. Dass er im Verlauf der Handlung einige seiner Mitarbeiter, dicht gefolgt von erwähnten Kommissaren, verliert, macht die Sache nicht unbedingt besser.
    Aber: Trotz starker Verletzungen ab Mitte des Buches gelingt es ihm immer wieder, die Enterprise, den verrückten Wissenschaftler, seine Freunde und sich selbst zu retten. Mit den letzten Kraftreserven kann er sogar noch den Saboteur unschädlich machen. Die Beurteilung des Rechnungshofes über die Effizienz der Sicherheitsabteilung kann nur lauten: Diese Abteilung wird aufgelöst und das Personal kommt anderen Abteilungen zu Gute, schließlich macht Chekov alles selbst.
  • die guten Freunde, die dem Leiter der Sicherheitsabteilung mit Rat und Tat zur Seite stehen, denn der ist ja wie wir wissen, im Konflikt mit sich und der Welt ... - Sulu und Uhura. Unser Lieblingssteuermann zeigt wieder einmal Manöver, die jeder CGI-Abteilung graue Haare bescheren würde, sollte so etwas visualisiert werden. Nebenbei übernimmt er das Kommando auf einem andorianischen Personentransporter und trickst damit zwei orionische Polizeikreuzer aus. Nur das Umtopfen hat er noch nicht geschafft. Uhura steht Sulu zur Seite und beamt den schwer verletzten Chekov aus dem beschädigten Shuttle, durch die Schilde auf die Enterprise, damit der mit dem Saboteur kämpfen und noch mal Shuttle fliegen kann. Und sie muss den verrückten Wissenschaftler bewachen.
  • der verrückte Wissenschaftler, an den niemand glaubt, so dass er seine neu entwickelten Waffen an den Feind verkauft, nun aber vor diesem fliehen muss, weil die neu entwickelten Waffen eben doch Schrott sind - Muav Haslev. Der Kerl hat Angst, ist frech und leider doch nicht das Genie, das er glaubt zu sein. Da die Orionier jedoch bereits viel Geld an ihn bezahlt haben, ist dies eine hervorragende Grundlage für einen Konflikt.
  • der übermächtige Gegner, der eine ungerechte Sache vertritt - die Orionier, von denen man in den Fernsehserien und anderen Bücher sehr wenig erfährt. Unklar bleibt, ob die Polizisten nun wirklich so etwas wie eine Polizei darstellen, wie wir sie kennen oder ob es eine Schutzgruppe mächtiger Piraten gegen andere Piraten sein soll.
  • die Spinne im Hintergrund, die ihr Netz spinnt und im entscheidenden Augenblick zuschlägt - der Saboteur. Die Sensoren der Enterprise können ihn weder als Orionier enttarnen, als er in menschlicher Gestalt an Bord kommt, noch können sie ihn an Bord aufspüren. Des weiteren hält er die Besatzung, allen voran den Leiter der Sicherheitsabteilung, mit diversen Bomben, Phasern und Anschlägen in Atem. Leider geht er hierbei ziemlich planlos vor, so dass er sein Ziel nicht erreichen kann.

Nebenbei wird noch die Enterprise in die Handlung einbezogen, wenn auch nur, um hin und wieder abwechselnd von Chekov und Sulu/Uhura gerettet zu werden. So spielen Kirk und die weiteren Besatzungsmitglieder vor allem ab Mitte des Romans eine untergeordnete Rolle. Ungefähr dort scheinen die Autoren den Überblick verloren zu haben: Anfangs öfter in die Handlung integriert werden Kirk, Spock und McCoy später zu Stichwortgebern reduziert. Auch die Inspektoren stiften zu Beginn viel Verwirrung, sterben dann zwar größtenteils, aber einer ist noch übrig. Hatte der Leser ihn anfänglich im Verdacht, der Saboteur zu sein, so wird diese Figur jedoch erst kurz vor Ende wieder erwähnt. Eingangs wird von einem drohenden Krieg zwischen Orion und Andor gesprochen, in den auch die Föderation hineingezogen worden wäre. Doch dieser Handlungsstrang wird auch nicht weiterverfolgt.

Das Autorenteam scheint eine Hassliebe mit Chekov zu verbinden, denn er spielt zwar die Hauptrolle, muss sich jedoch ab der Mitte des Romans mit zunehmenden Verletzungen und Schmerzen quälen.

Fazit: Eine leidlich spannend erzählte, jedoch belanglose Handlung und ein unerträgliches Übermaß von Klischees legen den Schluss nahe, dass einer der Autoren der eigentliche Saboteur ist.

Bewertung

Weitere Infos


Titel "Der Saboteur"

Originaltitel "Death Count"

Buchreihe Classic

Autor L. A. Graf

Übersetzer Harald Pusch

Preis Ursprüngl. Ladenpreis:
12,90 DM

Antiquarisch:
ca. 2 bis 3 Euro

Umfang 282 Seiten

Verlag Heyne

Bestellnummer 06/5469

ISBN 3-453-11890-1

(te - 31.08.06)


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