Peter Schipfmann (ps)
03.02.03
"Die Geisterstation"
Melissa Crandall
e
Inhalt
Die U.S.S. Enterprise befindet sich in der Nähe der neutralen Zone
zum Romulanischen Imperium. Sie soll eine uralte wissenschaftliche Drohne bergen.
Kurz nach der erfolgreichen Bergungsaktion erfassen die Sensoren ein erheblich
größeres Objekt. Es stellt sich als eine bizarr aussehende romulanische
Raumstation heraus, die ziellos durch das Weltall treibt. An Bord der Station
sind keine Lebenszeichen mehr festzustellen und die Systeme stehen auf
Minimalleistung.
Ein Sondierungsteam, bestehend aus Dr. McCoy, Spock, Chekov und
drei Sicherheitsoffizieren, wird an Bord der Station gebeamt. Schon bald nach dem
Transfer bricht der Kontakt zur Enterprise ab. Das Außenteam entdeckt, dass die
gesamte Besatzung der Station tot ist. Außerdem entzieht irgend etwas der
Raumstation und den Lebewesen auf ihr die Energie. Auch auf der Enterprise kommt
es zu unerklärlichen Energieverlusten, die ein immer bedrohlicheres Ausmaß
annehmen. Nach einer langen und gefährlichen Odyssee durch die Raumstation
entdeckt das Außenteam die Ursache für die Energieverluste im Maschinenraum. Der
Kontakt zur Enterprise lässt sich wieder herstellen, und Spock entwickelt einen
Rettungsplan. Doch da taucht ein romulanisches Schiff auf und greift die
mittlerweile fast hilflos im All treibende Enterprise an.
Kritik
 |
 Mysteriöse Vorgänge auf einer verlassenen romulanischen Station... |
Die Geisterstation ist wirklich ein treffender Titel für diesen Roman. Im ersten Kapitel erzählt Scotty den Führungsoffizieren des Schiffes alte
Schauergeschichten von verschwundenen Schiffbesatzungen und für das
Sondierungsteam auf der Raumstation geht es wahrhaft gespenstisch zu:
Urplötzlich fällt auf der gesamten Station das Licht aus, die Instrumente
funktionieren zeitweise nicht mehr, der Kontakt zur Enterprise bricht ab,
Turbolifte setzten sich wie von Geisterhand beeinflusst in Bewegung und stoppen
wieder abrupt, es gibt einen Saal voller toter Romulaner, ein undefinierbares
Wesen scheint durch die Gänge zu huschen, und die Körpertemperatur aller sinkt
langsam ab.
Da dies aber ein "Star Trek"-Roman und nicht eine "Akte-X"-Folge ist, gibt es für
alle diese Vorgänge eine rationale Erklärung. Gut gefallen hat mir die Idee, dass Captain Kirk nicht an der Außenmission teilnimmt, sondern an Bord der Enterprise
bleibt. Kirk, zusätzlich durch eine Verletzung gehandikapt, steht den meisten
Ereignissen ohnmächtig und passiv gegenüber. Erst als das romulanische
Raumschiff auftaucht, rückt er mehr in den Mittelpunkt des Geschehens. Nicht
gefallen hat mir, dass die typische Gestik und Mimik der Schauspieler, wie man
sie aus der TOS-Serie her kennt, hier in reichlich platitüdenhafter Sprache
wiedergegeben wird. Als Regieanweisung in einem Drehbuch ist so etwas okay, aber in
einem Roman langweilt es mich nur.
Einige Metaphern und Vergleiche sind manchmal
sogar ein bisschen unfreiwillig komisch. Ein wenig zu penetrant sind anfangs die
üblichen Sticheleien McCoys Spock gegenüber. Trotzdem hat mir die Lektüre Spaß
gemacht. Der Roman liefert gute und spannende Unterhaltung. Ein Buch für alle,
die wie ich immer noch die x-te Wiederholung von "Raumschiff Enterprise", sei es
auf SAT.1 oder auf Premiere World, schauen.
Bewertung
Weitere Infos
|
| Titel |
"Die Geisterstation" |
|
| Originaltitel |
"Shell Game" |
|
| Buchreihe |
Classic |
|
| Autor |
Melissa Crandall |
|
| Übersetzer |
Ronald M. Hahn |
|
| Preis |
Ursprüngl. Ladenpreis:
12,90 DM

Antiquarisch: ca. 2 bis 4 Euro
 Dieser Roman ist nur noch antiquarisch erhältlich.
|
|
| Umfang |
282 Seiten |
|
| Verlag |
Heyne |
|
| Bestellnummer |
06/5470 |
|
| ISBN |
3-453-11907-X |
|
|
(ps - 31.08.06)