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Christian Freitag (cf), Thomas Götz (tg)23.07.09

"Der Aufstieg und Fall des Khan Noonien Singh 1"

Greg Cox

Inhalt

Die Enterprise fliegt zu einem Planeten, der den Antrag auf Aufnahme in die UFP gestellt hat. Das einzige Manko: Der Planet hat ein äußerst positives Verhältnis zur Eugenik. Die Herumpfuscherei in dem Erbgut bringt McCoys Blut in Wallung. Erinnerungen an Khan Noonien Singh werden in ihm wach. Kirk nutzt die 72 Stunden bis zur Ankunft, um sich erneut die Daten über die Eugenischen Kriege anzusehen...

Autor Greg Cox entführt dann die Leser in ein lebhaftes, spannendes Universum des späten 20. Jahrhunderts. Der Roman hat mit Kirk und Co. nur in einer kurzen Rahmenhandlung etwas zu tun. Man erfährt vielmehr aus erster Hand, was sich ab 1974 zugetragen hat: Gary Seven, Roberta und Isis versuchen herauszufinden, weshalb namhafte Genforscher von der Bildfläche verschwunden sind. Ihre Spur führt zunächst in die sowjetische Botschaft in der DDR, wo Roberta beinahe einem brutalen Schlitzer zum Opfer gefallen wäre.

Da Seven jedoch nicht sehr weit kommt, soll Roberta eine bekannte und intelligente Genforscherin spielen. Der nötige Hintergrund kann leicht mit Sevens Einfluss fingiert werden. So erhält Roberta nicht nur einen Lehrstuhl, sondern auch eine entsprechende Adresse und einen gefälschten Lebenslauf. Auf einer Tagung in Rom während einer Fragestunde gelingt es tatsächlich durch die richtige Bemerkung Robertas die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Der junge japanische Wissenschaftler Dr. Takagi spricht sie nach einer gründlichen Observation mit seinem King-Kong-Bodyguard Carlos an und versucht sie auszuhorchen. Carlos hingegen versucht - dank Isis vergeblich - in ihrem Hotelzimmer zu schnüffeln. Seven muss sich derweil mit einem gewissen Geschäftsmann namens Ralph Offenhouse (genial! Aus der TNG-Folge "Die neutrale Zone") herumplagen, der Material für Genforschung bestellt, ohne Fragen zu erwarten und selbst auch keine stellt.

Weder Roberta noch Gary wissen, dass sich in Indien die verschollenen Forscher zusammengefunden haben und ihre neue Welt planen. Dr. Sarina Kaur, selbst schwanger mit einem aufgewerteten Embryo, und ihre Kollegen wollen die Herrenmenschen züchten. Gesund, langlebig, hochintelligent und kräftig. Natürlich würden diejenigen Menschen, die nicht in dieses Bild passen, stören. Es gibt aber nichts, was ein gezüchtetes, tödliches Virus und gegebenenfalls einige nukleare Stoffe nicht lösen könnten. So muss ein junger amerikanischer Wissenschaftler dran glauben, der in Gänze in Erfahrung bringt, was die Gruppe um die sogenannte "Chrysalis" vor hat...

Kritik

1. Christian Freitag

Die folgende Rezension bezieht sich auf das amerikanische Original.

Das geheime Chrysalis-Projekt schafft genetisch verbesserte Supermenschen. Gary Seven und Roberta Lincoln versuchen es zu stoppen...
Dass Kirk und Co. nur in der eher als Beiwerk laufenden Nebenhandlung vorkommen, stört nicht weiter. Hier liegt tatsächlich brisantes Material vor, das genug fesselt, um den Band nicht aus der Hand zu legen.

Seven, Roberta und Isis können den Leser in den Bann schlagen, und endlich kann man Einsicht in die - geheim geführten - Eugenischen Kriege erhalten. "Star Trek" goes "Akte X". Wunderbar, wenn auch arg zufällig, sind die (Kurz-)Auftritte der bekannten Nebendarsteller Taylor und Offenhouse. Sogar Guinan als Informantin Sevens wird erwähnt.

Flint aus TOS hat einen Kurzauftritt. Außerdem wird auf den Zwischenfall nach "Star Trek IV" angespielt, als Roberta aus Area 51 sowohl Phaser als auch Komgerät von Chekov wieder an sich nimmt. Und dort arbeitete ein alter Bekannter aus der DS9-Folge "Kleine grüne Männchen".

Alles im Allen viel Wiedererkennungswert. Allerdings hat der Roman einige Unschlüssigkeiten in sich. Vor allem kann man sich die Frage stellen, ob es sinnvoll ist, Kirk nicht nur die bloßen Daten lesen zu lassen, sondern fast genau zu wissen, was der Leser weiß. Als wenn in der Datenbank so penibel stehen würde, was Seven und Roberta gesagt, gedacht etc. haben. Es stellt sich die Frage, wie viel Seven tatsächlich von der Zukunft weiß. Bei einigen Dingen scheint er schier unerschöpfliches Wissen zu haben, beispielsweise Kirks Lebenslauf bis zu dessen Ende. Bei Khan scheint er vollkommen unbedarft. Vor allem bedient er sich trotzdem weiter dessen Diensten als er bemerkt, dass er eine tickende Zeitbombe ist.

2. Thomas Götz

Die folgende Rezension bezieht sich auf die deutsche Ausgabe des CrossCult-Verlages.

Über 10 Jahre hat es gedauert, bis die "Eugenische Kriege"-Reihe es endlich auf Deutsch geschafft hat. Nun liegt der erste Band vor und behandelt Khans Kindheit bis 1989. Greg Cox ist dabei in Star Trek ein alter Hase (oder war es zur damaligen Zeit) und ebenso routiniert und sicher erzählt er seine Geschichte.

Diese beginnt aber nicht mit Khan sondern Kirk und der Enterprise auf dem Weg nach Sycorax (nein, nicht die Spezies aus Doctor Who - allerdings stand hier wie da Shakespeare wohl als Namensgeber Pate). Auf dieser genetisch entwickelten Kolonie steht ein möglicher Föderationsbeitritt an, Grund genug also für einen Besuch. Das dabei nicht alles glatt läuft und die Klingonen als Übeltäter auftreten, ist schon fast gängiges Klischee. Die ganze Story dient auch nur als Aufhänger für Kirks historische Recherchen, die er nebenher betreibt und die eben Khans Geschichte erzählen.

Das Ganze ist aber nicht nur unlogisch sondern leider auch völlig überflüssig. Statt einfach die titelgebende Story zu erzählen, wird hier besagte Rahmenhandlung eingeführt, die Kirks Nachforschungen über Khan rechtfertigt. Fast so, als wolle man unbedingt die Enterprise und Kirk in der Geschichte haben - im Fernsehen würde man wohl sagen "wegen der Quote". Zudem machen die Infos, die Kirk erhält, überhaupt keinen Sinn. Laut "Der schlafende Tiger", der TOS-Folge mit Khan, sind die Aufzeichnungen über jenen nur fragmentarisch, deswegen war man sich ja seiner Gefährlichkeit anfangs gar nicht bewusst. Hier liest Kirk aber nicht nur alles über Khan nach sondern auch über Gary Seven und Roberta, welche in der Geschichte eine wesentliche Rolle spielen. Dies mag zwar so gewesen sein, es ist aber mehr als unwahrscheinlich, das Seven und Roberta ihre Infos mit Kirk geteilt haben - vor allem auch in dieser Ausführlichkeit - oder das Kirk 200 Jahre später einfach so darauf zugreifen kann. Unter anderem deswegen zieht die Hintergrundhandlung auch nicht so und bleibt eher blass.

Dabei hat der Roman diese Hintergrundgeschichte gar nicht nötig, denn er funktioniert auch ohne sie ganz gut. Cox versteht es auch, Nebencharaktere und Fanlieblinge mal eben so "im Vorbeigehen" einzubauen. Da sind Guinan, Flint, der Unsterbliche, Gillian Taylor, Ralph Offenhouse und einige andere zu nennen. Personen also, die nur einmal kurz auftauchten und wieder in Vergessenheit gerieten, die aber hier so geschickt in den Gesamtkontext eingefügt wurden, das es als Fan eine wahre Freude ist, diese kleinen Details zu lesen und es als normaler Leser (oder nicht ganz so fest im Trek-Sattel sitzender Genießer) auch nicht störend ist, wenn man die feinen Nuancen nicht so mitbekommt.

Wie erwähnt tauchen auch Gary Seven (der im deutschen Fernsehen Felix Sevenrock hieß) und Roberta auf, welche die Hauptlast der Geschichte tragen, immerhin geht es um Khans Kindheit. Dabei wird eine Agentenstory geschickt mit Science Fiction-Elementen verwoben - James Bond in Space also (fast). Es ist einfach herrlich, den Protagonisten beim Erfüllen ihrer Missionen zuzusehen und dabei den kühlen Seven und die etwas aufbrausendere Roberta aufeinandertreffen zu lassen. Achja, und die Katze ist da ja auch noch. Die kleinen Anspielungen auf vergangene Missionen zeigen deutlich, welch gute Serie man aus diesem Gespann hätte machen können. Man sehnt sich richtig danach, mehr von den beiden zu lesen - und immerhin ein Roman ("Assignment: Eternity") wird wohl noch in absehbarer Zeit erscheinen.

Dabei versteht es Cox erneut, trotz des Erhaltens des Status Quo, richtig gehende Spannung zu erzeugen. Denn ob sich nun zwischen Roberta und Seven eine Liebesgeschichte entwickelt (oder sie jemand anderen hat) bleibt ebenso unbeantwortet wie die Frage, wer Isis nun eigentlich ist. Somit gelingt es, das mysteriöse dieses Dreiergespanns aus der TOS-Folge zu behalten, ohne Änderungen vorzunehmen, die einem etwaigen Auftauchen in einer künftigen Serie zuwiderlaufen würden. Das ganze spricht also für Cox' Schreibstil, auch wenn es eher wenig Charakterentwicklung bei unserem Agententeam gibt. Aber auch oder gerade mit dem Einbinden des Gespanns in welthistorische Ereignisse, die einige von uns wohl auch erlebt haben, funktioniert die Geschichte so gut. Immerhin eine Erklärung zu Seven aus einer anderen Publikation taucht auf, denn in den 80er-Jahre Comics wurden seine Auftraggeber, die Aegis, erstmals erwähnt und finden auch hier ihren Einzug. Damit wurde eine, zur damaligen Zeit seltene, Konsistenz in der Trek-Roman- und Comicwelt geschaffen, die erneut einen Pluspunkt einbringt.

Agenten, zeitgenössische Geschichte etwas anders aufbereitet mit liebgewonnen Charakteren und eine schwache Rahmenhandlung... doch was ist mit der Person, um die es eigentlich geht? Ja, natürlich taucht auch Khan auf und zwar zuerst im zarten Alter von vier Jahren als Teil eines Experimentes, das Seven und Roberta verhindern wollen. Danach wird seine Story konsequent weiterentwickelt und man sieht gut, wie auch er selbst sich entwickelt. Hat Seven anfangs noch Hoffnung, das aus ihm ein Gutmensch wird, so zeigt sich schnell, das sich die Methoden der beiden unterscheiden. Khan schreckt alsbald vor Mord nicht zurück und Seven muss seine Gedanken, den Jungen zu rekrutieren, fallen lassen.

Dennoch hat der Junge schon zuviel gesehen und bricht alsbald bei Seven ein. Zum Glück beschafft er sich nur einige Infos, denn der Storykniff, das Khan die Erde mit Sevens überlegener Technologie erobert, hätte nicht so recht zu dem Feldherren gepasst, der er später mal werden wird. So nutzt er nur sein Wissen und der zweite Teil wird zeigen, wie seine Geschichte weitergeht. So bleibt zwar vielleicht etwas wenig Khan übrig, die restliche gute Story entschädigt dafür aber locker.

Fazit: Ein gut geschriebenes Buch, gespickt mit kleinen Details für das Fanherz und einer Agentstory, die James Bond mit Star Trek verbindet. Lediglich die Rahmenhandlung stört etwas in diesem ansonsten guten Roman und auch wenn es im Gesamtkontext wohl etwas wenig Khan gibt, so gibt es keinen Zweifel daran, das die Story einfach gut erzählt ist und das Agenteam um Seven einfach sehr viel Potential hat.

Bewertung

1. Christian Freitag
2. Thomas Götz

Weitere Infos


Titel "Die Eugenischen Kriege: Der Aufstieg und Fall des Khan Noonien Singh 1"

Originaltitel "The Rise and Fall of Khan Noonien Singh 1"

Buchreihe Classic

Autor Greg Cox

Übersetzer Stephanie Pannen, Susanne Picard

Preis 16,80 Euro

Umfang 602 Seiten

Verlag CrossCult

ISBN 978-3-86425-439-0

(cf, tg - 06.08.15)


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