Daily Trek Cast & Crew Focus & Background Franchise & Fandom
Star Trek Into Darkness Star Trek XI Enterprise Universum
SF-Zone Raumfahrer.net
GameZone Literatur
Trek BBS Quark's Bar Star Trek Rollenspiel

Seitenoptionen



News & StoriesSerien & FilmeScience & FictionMediaCommunity

Portal Facebook Twitter YouTube Flickr Chat Trek BBS

 
Daily Trek News
SF-Zone News

Christian Freitag (cf), Thomas Götz (tg)23.07.09

"Der Aufstieg und Fall des Khan Noonien Singh 2"

Greg Cox

Inhalt

In den 90ern hat Khan bereits ein Viertel der Erde unterminiert. Er muss sich fürs erste damit begnügen, im Hintergrund die Fäden zu ziehen, um keine Panik oder Aufstände zu verursachen. Seine Anhänger sind ihm treu ergeben, aber es gelingt ihm kaum, die Staatsmänner durch seine Reden, sondern vielmehr durch die Ermordung eines aufsässigen Botschafters zu überzeugen.

Ferner droht er damit, das Ozonloch der Erde zu vergrößern. Die Daten für den nötigen Satelliten, der trotz Robertas Versuch ihn zu sabotieren starten konnte, hat Khan aus dem Beta-5-Computer (vgl. letzter Band). Ständig versuchen auch Seven und Roberta seine Pläne zu durchkreuzen. Diverse geheime Stützpunkte konnte er bereits aufspüren. Er kann sich ebenfalls deren Transportern entziehen, die Technik aber nicht nachmachen.

In London spürt er die beiden auf und versucht sie durch eines seiner Rollkommandos zu überwältigen. Dieses hat aber nicht mit einer Selbstzerstörungssequenz gerechnet. Seven kann durch sein Transportsystem entkommen nachdem er einige wichtige Sachen sowie ein Porträt seiner Katze Isis eingesteckt hat, Roberta kann ebenfalls durch ein Fenster entkommen.

Khan hat derweil einen weiteren Fehlschlag zu verzeichnen: Seine Brüder und Schwestern aus Chrysalis sind zwar ebenfalls Despoten. Sie verzetteln sich aber in kleinen Scharmützeln und erkennen ihn als Weltführer nicht an. Khan muss sich also auch gegen sie richten.

Unterdessen wendet sich Prof. Carlson an Dr. Walter Nichols, dem "Erfinder" des transparenten Aluminiums und Erfinder in spe der Kryogenik. Die NASA wendet sich an ihn, weil sie ein Schiff nachbauen möchte, das denen der Technik der Ferengi ähnelt, die 1947 in Roswell notgelandet sind. Die DY-100 soll mit Kryo-Technologie ausgestattet werden, aber auch mit transparenten Aluminium.

Khan wird derweil von einem seiner "Übermenschen"-Kollegen ausgetrickst: Der Despot Hunyadi, der mit eiserner Faust auf dem Balkan regiert, lockt Khan durch einen älteren Mann in die Falle. Er und Joaquin werden verletzt, als Hunyadi ein Erdbeben durch eine Detonation auslöst. Mehrere Tausend Unbeteiligte sterben dabei. Khan - obwohl er nicht nur überlegen ist, sondern sich auch so fühlt - ist schockiert über den Verlust von Menschenleben. Ungeachtet seiner Welteroberungspläne kann er durchaus Mitgefühl für die notleidende Bevölkerung empfinden. Sein Leibwächter wird dabei so schwer verletzt, dass er nicht an der Racheaktion Khans teilnehmen kann. Mit dem Unterseeboot Kaur fährt Khan höchstpersönlich in die Gewässer des Balkans, um dem Übermenschen den Garaus zu machen. Allerdings hat Gary Seven im Hintergrund die Fäden gezogen. Die Augments sollen sich gegenseitig bekämpfen. Der Plan geht auf: Khans Anschlagsversuch ergibt für ihn ein Desaster. Er muss das Boot verlassen und alle seine Leute zurücklassen. Seiner ansonsten so treuen Mitstreiterin Amend vertraut er nun nicht mehr. Sie war bislang immer sein Gewissen.

Seine Wut kennt keine Grenzen, als der alternde Wissenschaftler und ehemalige Mitarbeiter seiner Mutter Williams ihm erklärt, dass Seven und Roberta Schuld am Tode seiner Mutter tragen. Darüber hinaus wütet der Mob vor seinem Palast, da er sich weniger um die ökonomischen Belange kümmert. Dafür war immer Amend zuständig. Williams will ihm die Formel für die fleischfressende Bakterie verkaufen. Khan ist ganz Ohr...

Kritik

1. Christian Freitag

Die folgende Rezension bezieht sich auf das amerikanische Original.

Die genmanipulierten Kinder sind erwachsen geworden. Gary Seven und Roberta Lincoln konnten sie nicht aufhalten. Khans Einfluss wächst, und er will mehr...
Und erneut ist Cox ein genialer Wurf gelungen. Es sind auch wieder diverse bekannte Charaktere dabei. Erneut ist Prof. Jeff Carlson aus der DS9-Episode "Kleine grüne Männchen" dabei, aber auch Shaun Geoffrey Christopher, der die erste Saturn-Mission bemannte (Classic-Folge "Morgen ist gestern"). Auch Shannon O'Donnell, eine der Vorfahren von Kathryn Janeway, spielt eine Rolle.

Eine Nebenrolle spielt auch Jackson Roykirk, der die Nomad-Sonde entwickelt hat (Classic-Folge "Ich heiße Nomad"). Toll ist auch die Rückkehr von Dr. Walter Nichols ("Star Trek IV - Zurück in die Gegenwart"). Clare Raymond (sie ist eine der Schläferinnen aus der TNG-Folge "Die neutrale Zone") wird ebenfalls wie der letzte der drei Schläfer aus "The Next Generation" erwähnt.

Cox hat damit nahezu sämtliche bekannte Gesichter aus dem 20. Jahrhundert in die Geschichte einfließen lassen. Genial ist der Seitenhieb auf den Coverzeichner Birdsong, der 1-A-Porträts zeichnen kann, sodass die Charaktere auch so aussehen wie die Darsteller. Ein Deutscher namens Vogellieder(!), der normalerweise für 08/15-Romane Cover zeichnet, malt ein Porträt Khans. Er habe ihn sehr gut getroffen.

Sehr gelungen ist die Charakterisierung Khans, der zunächst von einem - obwohl von einem überheblichen Weltherrschaftsgedanken geprägt - durchaus für seine Mitmenschen mitfühlenden Menschen zu einem grausamen Despoten wird.

Traurig, aber wohl nicht allzu fiktiv ist überhaupt die Wandlung, die die Augments durchleben. Obwohl genetisch überlegen, zeigt sich, dass sie es sind, die einen genetischen Defekt aufweisen. Es fehlt ihnen nicht nur an Mitgefühl, sondern sie haben einen Anflug von Größenwahn, einen fehlenden Sinn über die Realität und einen selbstzerstörerischen Lebenswandel. Achtung, Spoiler Das Ende finde ich etwas überstürzt, und die Ermordung Isis durch Joaquin unnötig. Hier hätte man Khans Überlegenheit zeigen können, dass er weiß, wann er verloren hat. Aber man hat ja bereits in "Der Zorn des Khan" gesehen, dass er dies nicht kann. Spoiler Ende

Die Rahmenhandlung ist eigentlich unnötig, aber ein Grund für die ungewöhnliche Erzählweise im 20. Jahrhundert. Schön ist auch eine Referenz auf Jonathan Archer durch Kirk! Ein Must-Read und ein Edelstein unter den "Star Trek"-Romanen.

2. Thomas Götz

Die folgende Rezension bezieht sich auf die deutsche Ausgabe des CrossCult-Verlages.

Der zweite Band der Eugenischen Kriege-Reihe setzt die Story um Khan fort und ist erneut von Greg Cox geschrieben, der ja bereits den ersten Teil verfasst hat. Leider treten die Mängel im zweiten Band der Geschichte noch etwas deutlicher zutage, als im großartigeren ersten Teil.

An dieser Stelle muss dann auch etwas Kritik am deutschen Cover geübt. Nicht an der Umsetzung, die ist - keine Frage - wieder allererste Sahne. Das Covermotiv selber will jedoch nicht so recht zur Geschichte passen. Die beiden Buchcover der deutschen Ausgabe ergeben ein Werbeplakat für Khan, in dem Khan selbst in der Mitte prangt, umgeben von seinen Soldaten und der DY-100, der Botany Bay. Leider gibt es diesen Truppenaufmarsch aber nicht in diesem Buch zu beobachten und auch die Botany Bay wird, laut Story, im Geheimen gebaut. Es ist schwer vorstellbar, das Khan ein streng geheimes Projekt mitten auf ein Werbeplakat drucken lässt. Aber das ist natürlich Kritik auf hohem Niveau, denn wie erwähnt ist das Cover gut umgesetzt.

Doch davon abgesehen weist der Rest der Geschichte einige Mängel auf. Dies beginnt erneut mit der Rahmenhandlung auf Sycorax, welche in gewohnten Bahnen verläuft und die bösen TOS-Klingonen präsentiert, deren Verschwörung man vereiteln muss (bzw. eigentlich schon hat). Soweit so gut und so Standard, erweist sich dieses komplette Konstrukt als überflüssig. Zudem bleibt erneut die Frage im Raum, woher Kirk die Informationen in dieser Deutlichkeit über Khan hat, wenn in der zugehörigen TOS-Folge proklamiert wird, das über die Epoche kaum etwas bekannt ist. Ein Missionsbericht von Gary Seven? Aber wie kam Kirk da ran? Und nein, das Zusammentreffen der beiden am Ende erklärt dies nicht, da die ganze Zeit von historischen Dokumenten die Rede ist und ist eher ein Zubrot für die Fans.

Dann ist da natürlich die Fortsetzung von Khans Geschichte. Zuletzt hatte Khan Sevens Einrichtung zerstört und sich auf Rekrutierungsmission zu seinen Anhängern gemacht. Zu Beginn des Buches springen wir einige Jahre in die Zukunft und im Großen und Ganzen deckt das Buch den Zeitraum von 1992 bis 1996 ab, den Zeitraum also, in dem der titelgebende Krieg stattfindet und Khan über Asien herrscht. Leider aber bekommt man gerade davon kaum etwas mit und es drängt sich eher der Eindruck eines gütigen Vaters auf, der wie Khan in seinem Palast sitzt, über alles wacht aber keinen wirklichen Einfluss hat.

Zugutehalten muss man Cox immerhin, das er versucht, die Eugenischen Kriege in den Gesamtkontext des damaligen Weltgeschehens einzubauen (etwa die Giftgasangriffe auf U-Bahnen). Das funktioniert unter diesem Gesichtspunkt zwar recht gut, führt aber dazu, das Khan eigentlich eher im Verborgenen regiert und versucht, die Regierungen Asiens mit der Drohung eines Killersatelliten im Orbit unter Kontrolle zu halten. Nach dieser kurzen Szene (und einer kleinen weiteren über den rachsüchtigen Khan) ist das alles aber wieder vergessen und man geht zu den Scharmützeln mit anderen Augments über.

Auch das ist ja laut den TOS-Folgen so geschehen und auch hier ist zumindest die Szenerie glaubhaft, das die Scharmützel untereinander die Supermenschen vom Angriff auf die weiteren Erdnationen abhalten. Natürlich müssen die Supermenschen nach und nach ausgeschaltet werden, so gibt es ja die TOS-Geschichte vor, Das Ganze beschränkt sich aber auf ein paar kleinere Szenen der Rivalität und gipfelt in einer recht unspektakulären U-Boot-Schlacht, die mit einem Patt endet. Vom Einsatz eines Kommandoteams gegen Ende des Bandes abgesehen ist dieses U-Boot-Scharmützel die einzige Schlacht im gesamten Eugenischen Krieg (zumindest, wenn man nach diesem Buch geht!). Da die Supermenschen quasi bis zum Ende des Buches geheim bleiben und die breite Öffentlichkeit nichts von ihnen erfährt, ist es höchst fragwürdig, wie dieser "Krieg" die Angst vor Supermenschen (oder vor Khan selbst) hat schüren können. Und nein, auch hier reichen die Erklärungen im Anhang, in denen die Weltgeschichte mit den Eugenischen Kriegen verglichen wird, nicht aus, eine derart rigorose Abneigung gegen Supermenschen zu entwickeln.

Diese und ähnliche Szenen ziehen sich leider durch das ganze Buch und charakterlich darf Khan nur glänzen, wenn er zwischen Rache und Vernunft wankt, denn leider bleiben fast alle Figuren in diesem Buch recht blass. Schön ist immerhin, das erneut viele Nebenfiguren, die in Star Trek nur in einer Folge als Nebencharakter auftauchten, in die Handlung eingeflochten wurden (etwa Clare Raymond oder Shannon O'Donnell). Hier werden einige schöne und vor allem für Fans witzige Querverweise geschaffen, doch leider reichen auch diese Szenen nicht, das Buch an diesen Stellen groß besser zu machen.

Auch wirkt selbst Khans Niedergang etwas lieblos dahin geschrieben. Sicher, er ist eine Bedrohung und ein UN-Einsatzteam soll ihn ausschalten, soweit so gut. Dass sich das Volk unter seiner tyrannischen Herrschaft auflehnt kann man auch noch verstehen - oder könnte man, wenn man von besagter Herrschaft eben etwas mitbekommen hätte.

Der ganz große Clou erfolgt dann gegen Ende, denn Khans Diebstahl der Botany Bay ist gar keiner. Seven selbst lässt Khan, im Gegenzug für Freiheit für die Erde, mit dem Schläferschiff ziehen - eine mehr als fragwürdige Entscheidung, sowohl von Sevens Seite als auch von Khan, der das alles einfach so hinnimmt. Hier hätten beide Seiten noch versuchen können, den anderen zu übervorteilen. Auch der Tod von Isis (Sorry, der Spoiler muss sein) wirkt mehr als konstruiert, denn eigentlich ist die Lage bereits entschärft. Scheinbar hat man aber noch einen tragischen Kniff gebraucht, der aber leider ebenso wenig zündet, wie große Teile des restlichen Buches. Zu groß ist die Distanz zu den Charakteren inzwischen geworden.

So wird leider eine gute Story mit viel Potential vergeudet und verliert sich in recht belanglosen Scharmützeln. Schade, hier wäre mehr drin gewesen.

Fazit: Die Eugenischen Kriege erweisen sich in diesem Buch eher als laues Kriegslüftchen, denn außer einigen Terroranschlägen und kleineren Kämpfen untereinander haben sie nichts weiter zu bieten. Selbst Khan und die anderen Charaktere verblassen ob der etwas lieblos präsentierten Ereignisse. Ob das realistisch ist oder nicht, muss jeder für sich selber beurteilen, dennoch fällt der zweite Band nach einem guten Start leider stark ab.

Bewertung

1. Christian Freitag
2. Thomas Götz

Weitere Infos


Titel "Die Eugenischen Kriege: Der Aufstieg und Fall des Khan Noonien Singh 2"

Originaltitel "The Rise and Fall of Khan Noonien Singh 2"

Buchreihe Classic

Autor Greg Cox

Übersetzer Sandra Kentopf & Susanne Picard

Preis 14,80 Euro

Umfang 507 Seiten

Verlag CrossCult

ISBN 978-3-86425-440-6

(cf, tg - 29.09.15)


Nach oben

Alle Berichte sind das geistige Eigentum der Autorinnen und Autoren. Jede unautorisierte Übernahme ist ein Verstoß gegen das Urheberrecht. Für Anfragen betreffend Artikel- oder Newsübernahme wenden Sie sich bitte an den Redaktionsleiter.

"Star Trek", "Star Trek: The Next Generation", "Star Trek: Deep Space Nine", "Star Trek: Voyager", "Star Trek: Enterprise" und alle verwandten Markennamen sind eingetragene Handelsmarken von Paramount Pictures. Kopierrechtlich geschütztes Material wurde ausschließlich für nichtkommerzielle Zwecke genutzt. Dies gilt auch für alle Materialien, die aus anderen Franchises stammen und im Rahmen der TZN SF-Zone genutzt wurden.

Mitarbeit Kontakt Impressum

© TrekZone Network, 1999-2017