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Christoph Hühn (ch), Thomas Götz (tg)22.01.12

"Die Herkunft der Schatten"

David R. George III

Klappentext

In einem kurzen Moment werden die Leben von drei Männern für immer geändert. In diesem Bruchteil einer Sekunde, ausgelöst durch die paradoxe Situation der Rettung und des gleichzeitigen Verlusts, wird die Welt zerstört und wieder neu aufgebaut. Vieles ist passiert, und vieles wird wieder passieren, aber nichts wird ihre Leben so beeinflussen wie die einsame Stadt am Rande der Ewigkeit.

In einem kurzen Moment rettet Leonard McCoy, in die Zeit zurückgesetzt, eine Frau vor dem tragischen Tod bei einem Autounfall und verändert die Geschichte der Erde. Er ist in der Vergangenheit gestrandet und auf der Suche nach einem Weg zurück in sein eigenes Jahrhundert. Er lebt eine Existenz, die nicht für ihn bestimmt ist. Schließlich bricht er auf und wird mit den Auswirkungen seines verlorenen Lebens konfrontiert ...

In einem kurzen Moment wird McCoy daran gehindert, eine Frau vor dem Verkehrstod zu retten und erlaubt der Geschichte wieder das zu werden, was sie eigentlich sein sollte. Als er zurück in seine Zeit gerät, wird er mit einem medizinischen Mysterium konfrontiert, das er lösen muss. Aber die Erinnerungen an eine Existenz, die er niemals führte, jagen ihm nach. Und der Gedanke eines frühzeitigen Todes treibt ihn in eine ungewöhnliche Situation ...

Inhalt

Die Episode "City on the Edge of Forever" ("Griff in die Geschichte") dürfte jedem "Star Trek"-Fan ein Begriff sein, gilt sie doch nicht nur als eine der besten Classic-Episoden, sondern von "Star Trek" allgemein. Kurz zur Erinnerung: Die Enterprise stößt auf eine Anomalie, es gibt Verletzte auf der Brücke. Während McCoy sie behandelt, wird das Schiff schwer erschüttert, und er injiziert sich versehentlich eine Überdosis einer Droge.

Von Halluzinationen und Paranoia-Attacken geplagt, flüchtet er vom Schiff und stürzt durch ein Zeitportal, den Wächter der Ewigkeit. Er erwacht im New York des Jahres 1930 in der Obhut von Edith Keeler, der Betreiberin einer Suppenküche in den Slums von New York. Später rettet er sie vor einem Verkehrsunfall, ohne zu bedenken, dass sein Eingreifen den Gang der Geschichte verändern könnte. Währenddessen stellt die Besatzung der Enterprise fest, dass sie sich plötzlich in einer anderen Zeitlinie befindet und nur die Nähe zum Wächter der Ewigkeit sie davor bewahrt hat, zusammen mit dem Rest der Föderation ausgelöscht zu werden. Daraufhin folgen Kirk und Spock McCoy in die Vergangenheit und treffen die furchtbare Entscheidung, Edith Keeler sterben zu lassen, damit die Geschichte ihren geplanten Verlauf nehmen kann.

"Die Herkunft der Schatten" hat zwei parallel laufende Handlungsstränge, die sich an dieses Ereignis anschließen, oder sagen wir, hätten anschließen können. Der eine knüpft an die TV-Episode an. Kirk und McCoy trauern nach dem traumatischen Erlebnis um die Frau, die sie beide geliebt und doch wissentlich in den Tod geschickt haben, ein Erlebnis das vor allem McCoy den Rest seines Lebens verfolgen wird. Im Folgenden erlebt man im Zeitraffer McCoys weiteres Leben, den Rest der Fünf-Jahres-Mission und ihr blutiges Ende in einer Schlacht gegen die Klingonen um die Kontrolle über den Wächter der Ewigkeit, der dabei komplett zerstört wird und die Enterprise schwer beschädigt (daher die großen Unterschiede zwischen der Classic-Enterprise und der aus "Star Trek: Der Film"). Wir erleben, wie die Freunde am Ende getrennte Wege gehen, um dann beim Angriff von V'ger wieder zusammenzufinden. Die große Lücke zwischen "Star Trek I" und II wird im folgenden Abschnitt beleuchtet, man erfährt, dass die Enterprise erneut eine mehrjährige Forschungsmission unternahm. Man erlebt die Ära der Kinofilme erneut, diesmal aus der Perspektive McCoys, und wird Zeuge seines Umgangs mit Spocks Tod und all den anderen traumatischen Erlebnissen. Doch während all der Jahre leidet sein Privatleben unter einem Ereignis, dem tragischen Tod Edith Keelers.

Die, man kann sie wohl so nennen, inoffizielle Biografie McCoys berichtet über die Jahrzehnte nach Kirks vermeintlichem Tod auf der Enterprise-B und schließt mit seinem Rundgang über die Enterprise-D in "Mission Farpoint", seiner letzten großen Reise. Zwei Jahre später, 2366, stirbt McCoy im Beisein seiner zweiten Ehefrau und Spocks im Alter von 140 Jahren.

Während eines Großteils dieser Zeit litt McCoy unter Alpträumen, die kurz nach seiner Rückkehr vom Wächter der Ewigkeit einsetzten und meistens mit seinem frühzeitigen Tod endeten. Sie sind Echos einer Existenz, die er hätte leben können, wenn seine Freunde ihn nicht aus der Vergangenheit gerettet hätten und stellen die Verknüpfung mit dem zweiten Teil dar. In diesem bleibt McCoy in der Vergangenheit gestrandet und muss sich auf einer ihm primitiv und fremd erscheinenden Erde zurechtfinden. Ausgehend von dem Punkt, an dem McCoy Keeler vor dem Unfall rettet, erzählt der Autor einerseits eine gut durchdachte Parallelweltgeschichte, andererseits zeichnet er ein faszinierendes und detailverliebtes Bild des Amerikas der 30er-Jahre. Wir erleben mit, wie McCoy sich versucht in New York einzuleben und gleichzeitig bemüht ist, seinen Freunden im 23. Jahrhundert Hinweise auf seinen Verbleib zu hinterlassen, ohne den Verlauf der Geschichte zu verändern.

Nach einigen Jahren vergeblichen Wartens verlässt er schließlich die Stadt und strandet schließlich nach einer Odyssee durch die halben USA in einer Kleinstadt in Georgia, in der er die folgenden fast 20 Jahre verleben wird. Er steigt vom Hilfsarbeiter zum Dorfarzt auf, er findet Freunde, muss zunächst lernen, noch ohne Elektrizität auszukommen, erlebt den primitiven, alltäglichen Rassismus der amerikanischen Südstaaten und muss ohnmächtig mit ansehen, wie am Horizont der Zweite Weltkrieg aufzieht, ohne dass er etwas unternehmen kann, da er immer noch befürchtet, jeder seiner Eingriffe könnte die Geschichte beeinflussen.

Dass dies längst der Fall ist, wird ihm erst klar, als er wieder auf Edith Keeler trifft. Sie ist mittlerweile Chefin einer einflussreichen Pazifismus-Bewegung, deren oberstes Ziel eine Neutralität der USA im Krieg ist und auf die sogar der US-Präsident hört. Als Folge dessen isolieren sich die USA vom Kriegsgeschehen, während die Achsenmächte ungehindert in Europa, Asien und Afrika wüten.

Erst 1943 kommt es zur unvermeidlichen Konfrontation - zwei Jahre zu spät. Eine Allianz amerikanischer Staaten unter Führung der USA muss einem immer weiter eskalierenden Krieg gegen einen ihnen ebenbürtigen Gegner vor dessen eigener Haustür kämpfen, ein Massaker für beide Seiten, das sich bis in die 50er-Jahre zieht. Es endet mit einem Überraschungsschlag der Deutschen gegen die Ostküste der USA und dem Einsatz von Atomwaffen. Der Krieg hält nun auch Einzug im ländlichen Georgia und eines seiner ersten Opfer ist McCoy, erschossen von einem Notgelandeten deutschen Bomberpiloten.

Kritik

1.Christoph Hühn

Diese Kritik bezieht sich auf die englischsprachige Originalausgabe.

"Feuertaufe: McCoy" - Nach "Griff in die Geschichte" entwickelt sich alles anders: einmal wie uns bekannt und einmal rettet McCoy Edith Keeler ...
Wie man anhand dieser recht langen Inhaltsangabe erkennen kann, ist es schwierig, den Inhalt dieses Buches in wenigen Sätzen zusammenzufassen. Dieser Roman (nebenbei bemerkt der mit Abstand längste "Star Trek"-Roman aller Zeiten) stellt eine absolute Zäsur im Bereich der "Star Trek"-Bücher dar. Hier verwischt die Grenze zwischen den sogenannten Media-Tie-ins (Bücher zu und über Serien und Filme) und den reinen Science-Fiction-Romanen. Zäsur in dem Sinne, als dass dieses Buch in allen inhaltlichen und qualitativen Punkten weit über dem üblichen Tie-in-Niveau liegt und durchaus auch ohne das Label "Star Trek" als eigenständiger Roman im Genre bestehen könnte; etwas, was kein "Star Trek"-Roman vorher geschafft hat.

Dies ist eine konsequente Weiterentwicklung und der bisherige Höhepunkt einer Entwicklung, die die "Star Trek"-Romane in den letzten Jahren durchgemacht haben und stellt in dem Sinne einen Wendepunkt dar, ab dem man sagen muss, dass es sich nicht um einen ungewöhnlichen "Star Trek"-Roman handelt, sondern dass es ab diesem Punkt keine gewöhnlichen (im Sinne von Nutzung althergebrachter Schemata) "Star Trek"-Romane mehr gibt. Was immer in dem kommenden Jahren an "Star Trek"-Büchern auf uns zu kommt, es wird sich an diesem Buch messen lassen müssen, und diese Messlatte liegt verflucht hoch.

Wer immer behauptet hat, "Star Trek" wäre mit der Absetzung von "Enterprise" der längst überfällige Todesstoß versetzt worden, sollte dieses Buch lesen, um sich eines Besseren belehren zu lassen. "Star Trek" ist so lebendig, wie die kreativen Köpfe, die dahinter stecken, und zumindest soweit es den Buchsektor angeht, sind sie kreativ wie nie zuvor in 40 Jahren "Star Trek"-Geschichte. Und nun genug von meiner Lobhudelei, ab in den Bücherladen Ihres Vertrauens, "Feuertaufe: McCoy" kaufen und sich verzaubern lassen.

Fazit: Höchstwertung, ein absoluter Pflichttermin für jeden "Star Trek"-Fan!

2.Thomas Götz

Die folgende Rezension bezieht sich auf die deutsche Ausgabe des CrossCult-Verlages.

„Der Backstein“ – so oder so ähnlich liest man in einschlägigen Fan-Foren, wenn es um dieses Buch geht. Und es ist richtig dick, denn es hat wirklich satte 810 Seiten und dürfte damit zurecht eines der dicksten Star Trek-Bücher sein.

David R. George III ist dabei kein Unbekannter und hat bereits einige Trek-Romane geschrieben. Oder, anders ausgedrückt: er kennt seine Charaktere und kann auch gut mit ihnen umgehen. Und vor allem kennt er die Classic-Serie, was auch im vorliegenden Buch deutlich wird. Denn im Großen und Ganzen wird hier McCoys Leben beschrieben, von fast dem Anfang bis zum Ende. Dabei stechen vor allem die Charakterszenen heraus, in denen natürlich vor allem McCoy glänzen darf, aber auch die anderen beiden der „großen Drei“, also Spock und Kirk, nicht zu kurz kommen. Vor allem werden so essentielle Fragen geklärt, warum McCoy nie eine Frau hatte oder was aus einigen der Nebencharaktere wurde, die man mal in der Serie sah. Das ist also nicht nur für Fans ein Highlight.

Allerdings folgt auch auf dem Fuße das Große Aber. Sicher, Charakterstories sind gut und schön und haben Star Trek groß gemacht. Auch hier sind sie schön geschrieben und sicherlich ein Highlight des Buches. Allerdings ist das Buch wie erwähnt 800 Seiten dick und so schön Charakterstories auch sind, sollten sie eine Handlung tragen und nicht 800 Seiten füllen.

Zu Anfang ist es noch ganz interessant, den Handlungssträngen zu folgen, die in die Classic-Episoden eingeflochten sind. So erweitert der Autor bekannte Folgen um einige nette Nebenstränge. Die sind kurz und knackig und ziehen sich bis zum sechsten (bzw. siebten) Kinofilm. Als Leser fragt man sich aber spätestens nach 200 Seiten, wann denn endlich mal etwas passiert. Und so wartet man und wartet… und wartet… und es passiert…

…Nichts!

Richtig gelesen. Das Buch ist eine 800 Seiten dicke Charakterstudie von McCoy. Die Erweiterungen der bekannten Classic-Folgen mit seinen Gedanken und Szenen sind zwar gut, aber versierte Fans langweilen sich schnell, bietet der Band doch absolut nichts Neues. Erst auf Seite 400, also zur Halbzeit des Buches, wird ein kurzes Kapitel eingeschoben (ein klingonischer Angriff), der so noch nicht zu sehen war. Leider ist der nach einigen Seiten schon wieder vorbei und hat, ausser einer kurzen Spannungsspitze, nichts weiter zu bieten. Auch 100 Seiten später, auf Seite 500, gibt es nochmal einen Ausbruch aus dem altbekannten Schema und eine neuerliche Spannungsspitze in Form einer Mission aus der zweiten 5-Jahres-Mission nach dem ersten Kinofilm. Aber auch diese ebbt viel zu schnell wieder ab und der Roman dümpelt im altbekannten Schema weiter.

Interessanterweise ist es ausgerechnet die zweite Handlungsebene, die, fast nochmal 100 Seiten später, also fast bei 600 Seiten, nochmal einen gehörigen Spannungsaufbau bietet, dann nämlich, wenn McCoy herausfindet, wie er durch Edith Keelers Rettung die Zukunft geändert hat. Ab diesem Zeitpunkt wird es in der zweiten Handlungsebene etwas interessanter, aber leider flacht auch diese dann wieder in das altbekannte Schema ab.

Wie? Zweite Handlungsebene? In der Tat, denn der zweite Handlungsstrang handelt von der alternativen Zeitlinie, in der McCoy Keeler gerettet hat und die USA nicht in den zweiten Weltkrieg eingreifen. Nun fragt sich natürlich nicht nur der Leser: Was soll das? Diese Zeitlinie ist doch nicht mehr existent und selbst McCoys Erforschung der Zeitteilchen ändert daran nichts. So ist es natürlich auch, weswegen vor allem dieser Handlungsstrang am Anfang auch mehr als langweilig ist. Wie bereits erwähnt zieht dieser erst gegen Ende an und die Auflösung des Ganzen ist dann auch etwas… enttäuschend. Vor allem wirft es auch Fragen auf: Wenn es so einfach ist, sich an alternative Zeitlinien zu erinnern, dann könnte man das ja ständig machen, vor allem, wenn es, wie hier, McCoy dabei hilft, zu sich selbst zu finden und zu Tonia zurückzukehren.

Am Ende folgt dann der Sprung in die TNG-Ära, der nochmal schöne Erinnerungen wachruft und auch nochmal punkten kann. Dies hievt den Roman noch ins Mittelmaß, aber wirklich noch gerade so.

Fazit: Eine Charakterstudie von McCoy, die zwar gut geschrieben, mit über 800 Seiten, in denen aber quasi nichts anderes passiert, etwas zu überbordend geraten ist. Mittelmaß, aber gerade noch so.

"Die Herkunft der Schatten" ist zum Beispiel bei Amazon.de zum Preis von 16,80 Euro erhältlich. Als E-Book kostet es dort 9,99 Euro.

Bewertung

1. Christoph Hühn
2. Thomas Götz

Weitere Infos


Titel "Feuertaufe: McCoy - Die Herkunft der Schatten"

Originaltitel "Provenance of Shadows"

Buchreihe Classic

Autor David R. George III

Übersetzer Anika Klüver

Preis 16,80 Euro

Umfang 813 Seiten

Verlag Cross Cult

ISBN 978-3942649513

(ch, tg - 01.04.12)


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