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Stephan Mark (sm), Manrico Tenner (te)01.12.01

"Die Sonde"

Margret Wander Bonnano

Inhalt

Der romulanische Prätor ist tot, im Reich kommt es zu Chaos, und der Machtwechsel steht auf wackligen Beinen. Der Kleinbürokrat Tiam und seine vor Jahren in Ungnade gefallene Frau Jandra werden plötzlich in ein diplomatisches Korps gerufen und sollen auf einem Planeten in der Neutralen Zone mit den Friedensverhandlungen mit der Föderation beginnen. Mit dabei ist eine Delegation aus Musikern, zu denen auch Jandra gehört, und Archäologen, unter ihnen Jandras Bruder Dajan.

Auf der Erde beordert man - wie könnte es anders sein - die Enterprise zum Treffen. Als Botschafter ist Kevin Riley an Bord - Sarek wurde von den Romulanern abgelehnt. Auch in Bezug auf die föderierte Delegation aus Musikern und Archäologen haben die Romulaner nach bestimmten Personen verlangt - darunter Audrea Benar, die vor Jahren von Romulanern missbraucht worden war.

Kirk und seine Crew vermuten ein Komplott der Romulaner. Tatsächlich gehen die Verbindungen der einzelnen Personen noch tiefer, eine riesige Verschwörung gefährdet die Friedenspläne. In der archäologischen Ausgrabungsstätte, die von beiden Teams zwecks Zusammenarbeit benutzt wird, lassen sich weitere Spuren der spurlos verschwundenen Rasse der Erisianer finden. Hatte das Volk eine Verbindung zu jener Sonde, die fast die Erde vernichtet hätte?

Die Sonde hat unterdessen eine romulanische Welt vernichtet und nähert sich den beiden Schiffen. Die diplomatische Situation eskaliert, als die Romulaner die Föderation der Kooperation mit der Sonde beschuldigen und als Jandra und Dajan zur Föderation überlaufen wollen...

Kritik

Stephan Mark

Die Sonde aus dem vierten Kinofilm kehrt zurück...

Nach einer mehrmonatigen Trek-Roman-Pause ist dies eine Art "Neuanfang" für mich, und ich bin froh, dass ich dieses Buch als Premiere erwischt habe. Ich kann mich erinnern, dass ein paar miese Bücher Grund für die Pause waren...

"Die Sonde" ist nach dem brillanten "Fremde vom Himmel" und dem mäßigen "Geiseln für den Frieden" der dritte Roman der Autorin Bonnano. "Die Sonde" erschien bereits 1992 in den USA, war dann Mitte der 90er als Vorabdruck als Hardcover beim VGS-Verlag erschienen und ist erst im September 2000 als Taschenbuch bei Heyne veröffentlicht worden.

Wie auch Bonnanos vorherige Werke zeigt auch dieses Buch, welches das favorisierte Volk der Autorin ist: die Romulaner. "Die Sonde" schließt an "Star Trek IV" an, spielt kurz vor vor "Star Trek VI" und ist auch storymäßig mit ihnen verbunden, ebenso in gewisser Weise mit "Star Trek I". Die Elemente Sonde und Wale sind dem vierten Film entnommen, die Art des Films (Zeitreise, Humor) wurden zum Glück außen vorgelassen. Zudem gibt es ein Wiedersehen mit Admiral Cartwright und dem namenlosen Präsidenten. Ein Wiedersehen mit Gillian gibt es leider nicht. Aus "Star Trek VI" wiederholt sich dieses Muster: Ein unvorhergesehenes Ereignis wirft das Reich in Umbruchstimmung, es strebt eine Verhandlung zum Frieden an, und es gibt eine Verschwörung. Aus "Star Trek I" kommt das Element der Kommunikation mit der Sonde; ihre "Monologe" und die Art ihrer Bedrohung erinnern mehr an V'Ger als an die Sonde aus dem vierten Film. Diese Übereinstimmungen fallen dem Leser schnell auf, stören jedoch nicht im Geringsten.

Namentlich nicht erwähnt, aber doch eindeutig, finden auch die Borg als winziges Detail den Weg ins Buch. Es gibt mitunter auch Verweise auf Folgen der Serie - für den Kenner eine Freude. Ähnlich liebevoll und detailliert werden die neuen Figuren beschrieben, Romulaner wie Menschen.

Gegen Ende scheint es aber so, als wären einige der Personen fast vergessen worden. So fällt zum Beispiel Riley (aus "Tödliche Spirale" und "Kodos, der Henker") schon relativ früh aus. Faszinierend in die Story eingebettet sind Elemente aus Musik und Archäologie, doch verlieren auch sie an Bedeutung. Während des Verlaufs der Handlung wird die Atmosphäre, die aufgebaut wurde, wieder etwas abgeschwächt; dafür erfährt sie an Geschwindigkeit und Lesefluss eine Steigerung. Bonnanos Qualitäten als Autor fließen auch in das etwas schnelle, aber passende Ende, das zwar bemerkenswert zielstrebig und gewaltlos erreicht wird, und doch nicht dem typischen Happy-End anderer Romane verfällt. Unter der großen Anzahl der Figuren leidet etwas die eigentliche Crew der Enterprise. Chekov, Sulu, Uhura und Scotty haben mal wieder nicht sehr viel zu tun.

Das Gesamtbild, das nach der Lektüre entsteht, ist positiv: "Die Sonde" erzählt eine in sich selbst stimmige Story, all die oben erwähnte Elemente geben dem Buch Tiefe und Vielschichtigkeit. Unter den wenigen neuen Classic-Romanen dieses Jahres ist "Die Sonde" der Höhepunkt. Für alle Classic-Fans interessant - natürlich auch als Ergänzung zu "Star Trek IV".

Manrico Tenner

Im vorliegenden Roman setzt die Autorin die Geschichte um die Sonde aus "Star Trek IV: Zurück in die Gegenwart" fort und ergänzt sie um Herkunft und eine detaillierte Funktionsweise.

Die Romulaner werden sehr schlüssig und den TV-Serien gerecht charakterisiert, ohne dabei arg vermenschlicht zu werden. Unter der Zivilbevölkerung finden sich größtenteils friedliebende Bürger, die von einigen wenigen Herrschenden durch gezielte Propaganda sehr einseitig informiert sind beziehungsweise durch andere unlautere und vielleicht sogar illegale Methoden unterdrückt werden. Aktueller denn je ist hier eine Parallele auf einen derzeit existierenden, weltweit äußerst mächtigen Staat zu sehen, der seine Bürger ebenso durch die Medien manipuliert und Feindbilder malt, wo auch nur arbeitende, steuerzahlende, lachende und auch weinende Menschen zu finden sind. Obwohl sich dieser Staat wahrscheinlich gern mit der Föderation verglichen sehen möchte, ist er weltpolitisch gesehen eher im Lager der Romulaner einzuordnen.

Bonnano kennt ihre Figuren recht gut, und wenn auch einige Crewmitglieder der Enterprise eher eine Nebenrolle spielen, gelingt ihr doch eine sehr gute Umsetzung der Charaktere. Zum Ende hin verlieren sich einige Handlungsfäden. Warum die Romulaner ausdrücklich auf die Abwesenheit Sareks bestehen, bleibt letztlich ungeklärt. Dass sie ein falsches Spiel spielen, war auch Riley und allen anderen von vornherein bewusst.

Fazit: Die geheimnisvolle Sonde aus "Star Trek IV" bietet den Rahmen für einen spannenden Romulaner-Roman und findet ein logisches Ende. Sehr empfehlenswert.

Bewertung

1. Stephan Mark
2. Manrico Tenner

Weitere Infos


Titel "Die Sonde"

Originaltitel "Probe"

Buchreihe Classic

Autor Margret Wander Bonnano

Übersetzer Harald Pusch

Preis Ursprüngl. Ladenpreis:
12,90 DM

Antiquarisch:
ca. 3 bis 6 Euro

Dieser Roman ist nur noch antiquarisch erhältlich.

Umfang 393 Seiten

Verlag Heyne

Bestellnummer 06/5475

ISBN 3-453-17109-8

(sm, te - 19.08.07)


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