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Stefan Menz (mz), Manrico Tenner (te)12.07.04

"Kreuzwege"

Barbara Hambly

Inhalt

Bei der Erkundung des Kreuzwege-Nebels, einer unerforschten Raumanomalie, trifft die Enterprise auf ein unbekanntes Schiff der Constitution-Klasse, auf dem sich nur dessen Captain Dylan Arios sowie fünf weitere ungewöhnliche Besatzungsmitglieder befinden. Nach einer kurzen Zeit an Bord der Enterprise gelingt es ihnen, Kirks Schiff unter ihre Kontrolle zu bringen.

Nach und nach erobern Kirk und seine Leute die Enterprise zurück und müssen dabei langsam erkennen, dass die Gäste aus einer rund 300 Jahre entfernten Zukunft stammen, in der die Föderation von einem Virus heimgesucht worden ist, das es einer Gruppe namens "Konzil" ermöglicht hat, die Kontrolle über die Föderation und deren mittlerweile unterworfenen Feinde zu gewinnen. Nachdem Kirk sein Schiff wieder unter Kontrolle hat, entschließt man sich zur Zusammenarbeit mit den Besuchern, die sich als Widerstandskämpfer gegen das Konzil entpuppen, und die den Planeten Tau Lyra III in Kirks Zeit suchen, um dessen telepathisch begabte Bevölkerung für ihren Kampf gewinnen wollen.

Plötzlich wird die Sonne des Planeten zur Supernova und vernichtet die gesamte Bevölkerung. Als dann auch noch McKennon, die Führerin des Konzils, aus der Zukunft auftaucht, die Arios’ Leute als die "Bösen" darstellt, und sich immer mehr andeutet, dass einer von Kirks Leuten für die Gründung des Konzils verantwortlich sein wird, wird dieser vor Entscheidungen gestellt, die die ganze Zukunft verändern könnten.

Kritik

Stefan Menz
Zwei Splittergruppen aus der Zukunft warnen vor dem Ende der Föderation.

Auch auf die Gefahr hin, jetzt frauenfeindlich zu klingen, aber Frauen können einfach keine "Star Trek"-Bücher schreiben. Okay, es gibt natürlich Ausnahmen, aber immer, wenn ich ein Buch so richtig schlecht fand, war dieses von einer Frau geschrieben. Und eines der deutlichsten Beispiele dafür ist Barbara Hambly, die Autorin dieses Buchs.

Während ihr erstes Werk "Ishmael" Spock in die Vergangenheit der Erde und gleichzeitig in eine offensichtlich ziemlich hirnrissige Westernserie versetzt (heiratswillige Frauen wurden in ein Holzfällerdorf verfrachtet), in der Sarek-Darsteller Mark Lennard zufällig eine Hauptrolle spielte, und die in Deutschland gänzlich unbekannt ist, fand ich ihr Buch "Der Kampf ums nackte Überleben", in dem Kirk als durch den Transporter erschaffenes Geisterwesen durch die Enterprise spukt, während ein außerirdischer Medizinmann seinen Körper besetzt hat, einfach unerträglich schlecht. Um so überraschter war ich von "Kreuzwege". Zwar hatte auch dieses Buch eine Menge Schwächen (dazu später), die Story an sich stellte aber eine wirklich gute Idee dar.

Natürlich sind Besucher aus der Zukunft nichts neues und in "Enterprise" bekommen wir fast Woche für Woche Repräsentanten aus der Zukunft vorgesetzt, die irgendeinen seltsamen Krieg führen, doch 1994, als das Buch in den USA heraus kam, war das Zeitreisenthema noch relativ originell. Insbesondere die Vorstellung, dass die Föderation sich in der Zukunft zur einer diktatorischen Organisation entwickelt hat, die alle feindlichen Mächte unterworfen hat und ihre gesamte Bevölkerung durch Gehirnimplantate unter Kontrolle hält, hat zumindest als Roman-Idee etwas für sich. Auch kam die Geschichte sehr mysteriös in Fahrt, da die Geschichte erst langsam Informationen über die Besucher aus der Zukunft preisgegeben hat und sich das Puzzle erst langsam zusammensetzte.

Ein besonderer Höhepunkt war dabei die Idee, dass einer von Kirks Leuten für diesen Horror verantwortlich sein soll. Zwar ist das nicht sehr glaubhaft, insbesondere da die betreffende Person zur Zeit der "The Next Generation" sicher längst nicht mehr lebt und es in dieser Zeitperiode nicht die geringsten Anzeichen für die Entwicklung gibt, die hier aufgezeigt wird. Aber akzeptiert man es einfach als eine mögliche Zukunftsvariante, ähnlich einem Parallel-Universum, kann diese Idee überzeugen.

Auch hat mir die Kontinuität innerhalb Barbara Hamblys eigenen Bücher wie auch zur Originalserie sehr gut gefallen. Nicht nur, dass die Autorin ungewöhnlicherweise mal Christine Chapel in den Mittelpunkt stellt und "reale" Nebencharaktere wie Lieutenant DeSalle (Star Trek: Classic - "Tödliche Spiele auf Gothos" und "Das Spukschloss im Weltall") sowie Tonia Barrows ("Landeurlaub") in die Handlung einbindet, sie lässt auch mehrere der Charaktere (Lieutenant Organa, Emiko Adams, Danny Miller und andere), die sie schon für ihre früheren Romane erschaffen hat, wieder auftauchen, was für eine größere Einheit ihrer Geschichten führt, da man solche Figuren weiterentwickeln kann, ohne die Grenzen der Serie beachten zu müssen. Dazu hatten auch Scotty (nahm am Einsatz auf McKennons Schiff teil) und Sulu (übernahm während dieser Zeit das Kommando über die Enterprise) entscheidende Anteile an der Handlung, während allerdings Chekov und Uhura zu Statisten degradiert wurden.

Am überzeugendsten stellt sich natürlich das moralische Dilemma dar, das immer wieder angedeutet wird. Wäre es nicht einfach am sinnvollsten, die Person zu eliminieren, die in der Zukunft für die Gründung des Konzils verantwortlich sein wird? Aber würde man damit nicht auch die positiven Errungenschaften dieser Person, die Bekämpfung des Virus, das die Föderation heimgesucht hat, vernichten, und damit eventuell eine noch schlimmere Zukunft schaffen? Eine Antwort auf die Frage, ob es richtig wäre, eine Person zu töten, um damit viele andere zu retten, muss die Geschichte natürlich schuldig bleiben.

Doch all diese Stärken können nicht vertuschen, dass Barbara Hambly einfach nicht die schriftstellerische Klasse vieler anderer Autoren hat. Am gravierendsten fällt dabei in die Waage, dass sich die Geschichte an den uninteressantesten Stellen endlos in die Länge zieht. Allein die Rückeroberung der Enterprise, die eigentlich nur dazu dient, die Enterprise-Crew zum ersten Mal mit den überlegenen Besuchern aus der Zukunft zu konfrontieren, zieht sich über mehr als 100 Seiten, obwohl das Ergebnis natürlich fest steht. Zwar macht es die Sache glaubhafter, wenn nicht nur Kirk im Alleingang das Schiff zurückerobert, aber ist es denn nötig, die Bemühungen jedes Statisten an Bord ausführlich zu beschreiben? Insbesondere, wenn am Ende alles darauf hinausläuft, dass das wichtigste Utensil an Bord der Enterprise ein Entmagnetisierer ist, der sich natürlich in jedem Raum befindet - außer auf der Toilette, in der Scotty eben etwas improvisieren muss.

Zudem bleibt trotz der gewagten Story, die einige sehr interessante Einblicke in eine mögliche Zukunft bietet, am Ende ein seltsamer Beigeschmack. Denn bevor die Besucher aus der Zukunft in ihre Zeit zurückkehren, löscht man bei jedem das Gedächtnis, wodurch für Kirk und seine Leute die ganzen Ereignisse eigentlich gar nicht (bewusst) stattgefunden haben. Außerdem beeinflusst Kirk einige der Feinde so nachhaltig, dass diese sich in der Zukunft gegen das Konzil wenden und am Ende in Aussicht gestellt wird, dass sich auch in dieser Zukunft am Ende alles zum Guten wenden wird. Happy-End, alle sind glücklich, und die Chance, eine wirklich düstere Zukunft in Aussicht zu stellen, die durch einen (Haupt-)Charakter der Originalserie verursacht wurde, vertan.

Fazit: Eine interessante Idee mit einer "Star Trek"-untypisch gewagten düsteren Zukunftsprognose, der es jedoch an Glaubwürdigkeit mangelt und die sehr unter dem Erzählstil der Autorin leidet.

Manrico Tenner

"Star Trek" und Zeitreisen verhießen lange Zeit Spannung, Paradoxen und unsere Helden in ungewohnter Umgebung. Dann wurde dieses Element in den TV-Serien, Kinofilmen und auch in vielen Büchern immer häufiger und nicht immer glaubhaft eingesetzt, so dass sich mehr und mehr Schemata bildeten. Auch im vorliegenden Roman werden wieder die gängigsten Klischees bedient, allerdings setzt die Autorin ihre Idee spannend um und weiß auch einige moralische Fragen aufzuwerfen, die natürlich keine Antwort finden. Die Enthüllung der Person, welche die Zukunft so nachhaltig beeinflussen soll, überrascht ausnahmsweise wirklich. Diverse Hinweise hätten jeden in Frage kommen lassen, nicht jedoch… (wird hier nicht verraten).

Detailliert schildert die Autorin den Verfall der Nautilus bis hin zu allerlei Kriechgetier und dem mysteriösen Yaggerhort, einer Kreatur, die ab und an ein Raumschiff besucht, um die Besatzung niederzumetzeln. Leider haben weder die raumerfahrene Besatzung der Enterprise, noch der Leser jemals zuvor von einem solchen Wesen im "Star Trek"-Universum gehört, was seine Glaubwürdigkeit stark einschränkt. Für den Handlungsverlauf ist es obendrein völlig überflüssig, und spannender werden die wenigen Szenen an Bord der Nautilus auch nicht.

Mit den Yoons stellt Hambly eine sehr interessante Rasse vor, die Kriege nur aus theoretischen Überlegungen kennt, was ihr gewaltsames Ableben umso tragischer gestaltet. Gerne würde man mehr über sie erfahren, und so hoffen wir auf die erfolgreiche Ansiedlung auf dem im Kreuzwege-Nebel versteckten Planeten Brigadoon, benannt nach dem sagenumwobenen Dorf, das nur alle 100 Jahre in den schottischen Highlands auftaucht.

Die Charaktere weisen den nötigen Tiefgang und Hintergründigkeit auf. Adios kümmert sich um seine Gruppe genauso verantwortungsvoll wie Kirk um seine Mannschaft. McKennon hingegen sieht in jeder sie umgebenden Person nur ein Mittel zum Zweck, was ihr wahrscheinlich eines Tages zum Verhängnis wird. Die Crew der Enterprise wird bis hin zu den Nebenrollen schlüssig dargestellt.

Fazit: Überraschende Wendungen, gelungene Charaktere und gefährliche Gegner erzeugen Spannung von der ersten bis zur letzten Seite. Dass nebenbei noch ein wenig Zivilisationskritik geübt wird, wertet das Buch zu einem empfehlenswerten "Star Trek"-Roman auf.

Bewertung

1. Stefan Menz
2. Manrico Tenner

Weitere Infos


Titel "Kreuzwege"

Originaltitel "Crossroad"

Buchreihe Classic

Autor Barbara Hambly

Übersetzer Bernhard Kempen

Preis Ursprüngl. Ladenpreis:
12,90 DM

Antiquarisch:
ca. 2 bis 8 Euro

Umfang 361 Seiten

Verlag Heyne

Bestellnummer 06/5861

ISBN 3-453-13340-4

(mz, te - 01.09.07)


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