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Manrico Tenner (te)01.12.05

"Ein Sumpf von Intrigen"

L.A.Graf

Inhalt

Wie aus den beiden Vorgängerromanen der "Verlorene Jahre"-Miniserie bekannt, liegt die Enterprise zur Überholung im Raumdock, den Besatzungsmitgliedern werden vorübergehend neue Aufgaben zugewiesen. Beispielsweise lehrt Uhura an der Sternenflottenakademie, Chekov beginnt seine Ausbildung an der Starfleet-Sicherheitsakademie und Sulu ist Testpilot für ein Shuttle, welches mit der von Kirk erbeuteten Tarnvorrichtung ausgestattet ist. Bei einem gemeinsamen Abendessen begegnen sie zufällig Dr. McCoy und seinem Freund Dr. Piper, welcher Chekov einlädt, ihm bei streng geheimen Waffentests als Berater zur Seite zu stehen. Chekov akzeptiert, obwohl er dadurch ins Visier eines missgünstigen Akademiekameraden gerät.

Fast zeitgleich geschehen merkwürdige Dinge: Sulu wird auf einen Einbruch in der Shuttlebasis hin verhört, und Dr. Piper erklärt sein wirkliches Motiv für Chekovs Teilnahme an den Waffentests: Er vermutet einen Spion unter seinen Assistenten. Trotz Chekovs Unterstützung wird die geheime Waffe gestohlen, Dr. Piper stirbt, und Chekov ist der Hauptmordverdächtige. Hilfe erhält er von einer seiner Ausbilderinnen, die jedoch von den Industriespionen getötet wird. Chekov entkommt nur knapp und wendet sich an McCoy, der auf medizinischen Kanälen Uhura und Kirk informiert. Letzterer bringt den Diebstahl der geheimen Waffe mit dem Einbruch in die Shuttlebasis in Verbindung, und während er offiziell bei seiner jährlichen medizinischen Untersuchung weilt, unternimmt er zur Klärung einen geheimen Ausflug. Unterdessen darf Sulu einen weiteren Testflug mit dem Tarnshuttle unternehmen, da ihm keine Beteiligung am Einbruch nachgewiesen werden kann. Bei der Initiierung der Tarnvorrichtung kommt es zu einer Fehlfunktion, und das Shuttle stürzt ab.

Chekov ist auf der Flucht, Sulus Verbleiben ungewiss und Kirk nicht auffindbar: Uhura beschleicht der Verdacht, jemand hat es auf die alte Brückencrew der Enterprise abgesehen. Und somit wäre sie ja die nächste...

Kritik

Der dritte Teil der verlorenen Jahre: Sulu und Chekov werden des Mordes verdächtigt.
So spannend sich die Geschichte in der Inhaltsangabe anhören mag - sie ist es aus vielerlei Gründen leider nicht. Das Autorenteam L.A. Graf übertreibt bei der Charakterdarstellung und entlockt ihren Lieblingsfiguren Chekov, Sulu und Uhura zu jedem Grashalm eine emotionale Reaktion, die detailliert nachgelesen werden kann. Hauptsächlich in den ersten circa. 80 bis 100 Seiten kämpft sich der Leser eher schwerfällig durch ausufernde Wetter-, Orts- und Personenbeschreibungen. So kommt das bisschen Handlung nur träge in Fahrt, wird aber später recht temporeich vorangetrieben. Zu behaupten, die Ereignisse würden sich im letzten Drittel gar überschlagen, ist schamlos übertrieben, im Vergleich zu anderen Büchern von L.A. Graf jedoch nicht gelogen. Es kann fast schon die These aufgestellt werden, der vorliegende Band (abzüglich des ersten Viertels) sei stilistisch - nicht inhaltlich! - die beste Leistung der beiden Autorinnen, und wer den Schreib- beziehungsweise Erzählstil der beiden Damen kennt, wird vielleicht sogar etwas überrascht sein. Etwas, wohlgemerkt!

Wie aus bisherigen Werken von L.A. Graf gewöhnt, kämpfen die Protagonisten auch hier trotz schwersten Verletzungen gegen überlegene Gegner. Und wieder einmal ist Chekov der Leidtragende: mehrfach verprügelt, fast erfroren, beinahe erschossen, gewürgt, ausgehungert, dehydriert.... alles aufzuzählen würde bedeuten, das halbe Buch abzuschreiben. Aber auch die anderen Figuren kommen nicht zu kurz: McCoy explodiert, Sulu stürzt ab, Scotty wird niedergeschlagen und Uhura - wie grausam - erhält einen neuen Haarschnitt. Vor allem Chekovs Rolle leidet unter den übertriebenen Verletzungen: Statt die Situation zuzuspitzen, kippt sie eher ins Absurde, wenn der scheintote Sicherheitskadett mit letzten Kräften seinen Hauptgegner überwältigt.

Erfolgreich hingegen wurden verschiedene Nebenfiguren aus der Fernsehserie in die Handlung integriert, wodurch dem Leser auch die Vernetzung der Enterprise-Crew bewusst wird: Janice Rand arbeitet beim Geheimdienst, Dr. M'Benga und Schwester Chapel bilden sich medizinisch fort, McCoys Enterprise-Vorgänger Dr. Piper leitet eine Forschungsgruppe.

Das Hauptproblem des Buches ist der Grundkonflikt an sich: Die Verschwörer wollen den Romulanern einen klingonischen Disruptor aushändigen und den Klingonen die gestohlene Tarnvorrichtung. Da beide Rassen bereits öfter als Verbündete und als Gegner miteinander zu tun hatten, sind sie wohl nicht auf eine Gruppe terranischer Wirtschaftsspione angewiesen, um sich Technologie zu verschaffen. Ebenso wenig kann dieser Technologieaustausch die Grundlage für einen Krieg zwischen den beiden Hauptgegnern der Föderation bilden. Die Autorinnen konstruieren angestrengt einen Disput, der jeder Grundlage entbehrt.

Während die übrigen "Verlorenen Jahre"-Bände vor allem Kirk fokussieren, ist die Entwicklung weiterer Charakter der Enterprise-Crew auf jeden Fall interessant, leider gelingt es den Autorinnen nicht einmal ansatzweise, an die Qualität der anderen Romane anzuknüpfen. Dies ist - ganz klar - der schlechteste Beitrag zur Miniserie, doch glücklicherweise erzählen die Romane abgeschlossene Geschichten, so dass sich der Leser vorliegendes Buch durchaus sparen kann, um gleich den letzten Band zu lesen.

Fazit: Der Titel gebende Sumpf erweist sich letztlich als kleiner Tümpel: L.A. Graf bauschen eine belanglose Spionageepisode zu einer riesigen Verschwörungsgeschichte auf, die jedoch mit geschickt eingesetzten Nebenfiguren und für Fans interessanten Andeutungen auf die Fernsehserie aufwarten kann.

"Die verlorenen Jahre" - Miniserie:

Bewertung

Weitere Infos


Titel "Ein Sumpf von Intrigen"

Originaltitel "Traitors Winds"

Buchreihe Classic

Autor L.A.Graf

Übersetzer Ronald M. Hahn

Preis Ursprüngl. Ladenpreis:
12,90 DM

Antiquarisch:
ca. 2 bis 4 Euro

Dieser Roman ist nur noch antiquarisch erhältlich.

Umfang 328 Seiten

Verlag Heyne

Bestellnummer 06/5682

ISBN 3-453-14002-8

(te - 31.08.06)


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