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Manrico Tenner (te)27.11.04

"McCoys Tochter"

Howard Weinstein

Inhalt

Den Anfang macht ein übel gelaunter McCoy, dessen bester Freund aus alten Tagen, Mark Rousseau, an Bord der Enterprise kommt, um eine diplomatische Aufgabe zu erfüllen. Der Doktor ist eifersüchtig auf seinen Freund, der schon früher immer stärker, attraktiver und klüger als er selbst war. Rousseaus diplomatische Talente werden auf Empyrea benötigt, einer Kolonie von genetisch perfektionierten Menschen, die alle anderen Vertreter ihrer Spezies für minderwertig halten. Aus Gründen der Separierung vor außerweltlichen Einflüssen soll die zwanzig Jahre alte Forschungsstation der Föderation auf dem Planeten demontiert werden. Die Enterprise erhält den Auftrag, diese Demontage vorzunehmen, während sich Rousseau parallel um eine weitere Duldung der Föderationsstation bemühen soll.

Der Empfang der Föderationsdelegation bei Präsidentin Elizabeth March erweist sich für Captain Kirk als sehr verwirrend: Rousseau, McCoy und March scheinen sich bereits zu kennen. Nach der Verfügung, dass nur zwei Diplomaten, sowie ein Zwei-Personen-Demontageteam auf Empyrea verbleiben dürfen, beamt Kirk zurück an Bord der Enterprise. Im folgendenden Gespräch in privater Runde eröffnet Präsidentin March den wirklichen Grund für den Besuch der Enterprise auf ihrem Planeten. Wenn Empyreaner ihren achtzehnten Geburtstag erreichen, werden sie genetisch geprüft, um eventuelle Defekte vor einer Fortpflanzung auszuschließen. Marchs Tochter Anna kann diesen Test nicht bestehen - McCoy ist ihr Vater. Bei der Errichtung der Forschungsstation vor knapp zwanzig Jahren kamen sich der Doktor und die Empyreanerin näher. Wird Annas "Herkunft" aufgedeckt, erfolgt mit hoher Wahrscheinlichkeit ihre Hinrichtung. McCoy und Rousseau sollen sie von der Kolonie fortbringen, die Verhandlungen wegen der Station sind nur ein Vorwand.

Während dieser schweren privaten "Verhandlungen" darf Rousseau den Föderationsstandpunkt dem Parlament darlegen, welches jedoch nicht an Debatten interessiert ist. Daraufhin werden Scotty und Spock zur Vorbereitung der Demontage in die Station gebeamt. Die Zusammenarbeit mit Ortega, einem empyreanischen Techniker, fällt vor allem Scotty sehr schwer, da er die Anspielungen auf seine minderwertigen Gene nicht besonders gut findet. Die empyreanische Technik erweist sich als hoffnungslos veraltet, wenn auch noch gut erhalten. Bei verschiedenen Zwischenfällen kann sich Ortega überzeugen, dass Gleichwertigkeit und Entwicklung nichts mit Genen zu tun hat. Einen tiefen Riss in seinem Weltbild hinterlässt die Erkenntnis, dass die Zwischenfälle auf der Beobachtungsstation nur zwei Ursachen haben können: fehlerhafte empyreanische Technik - für ihn als Wissenschaftler unmöglich - oder Sabotage - in einer Gesellschaft mit perfekten Menschen eigentlich auch unmöglich.

Anna erfährt von McCoy und ihrer Mutter von ihrer wahren Herkunft, jedoch kommt eine Flucht von Empyrea für sie nicht in Frage. Diskussionen schließen sich an und schließlich will McCoy einen Weg finden, den Test zu manipulieren. In einer äußerst schwierigen Operation, werden genetische Merkmale bei Anna simuliert, die eine Aufdeckung ihrer Abstammung verhindern sollen.

Als McCoy von Annas Freund entführt wird und weitere Sabotageakte die Station beinahe zerstören, ist die Stimmung am Sieden. Aber es gibt noch ein weiteres Geheimnis um Annas Abstammung...

Kritik

Pilles Tochter auf einer Welt mit genetisch angepassten Menschen...
Nach einem etwas zähen Start entwickelt sich die Dreiecksgeschichte um McCoy, seinen Jugendfreund Rousseau und beider Geliebter Elizabeth March auf ihrer Mission auf Empyrea zu einem temporeichen, streckenweise dramatischen Roman. Die Handlung spielt auf drei Ebenen: McCoys Kindheit und Jugend mit seinem Freund Mark, später die erste Mission auf Empyrea und schließlich der aktuelle Besuch der Enterprise.

Gerade in erster Storyline finden sich jede Menge Klischees: McCoy, als Bub ein schwächlicher Außenseiter, wird durch Rousseau, den Star der Schule, vor einigen unhöflichen Schulkameraden gerettet und blickt von nun an auf zu seinem viel stärkeren, klügeren, attraktiveren Freund. Selbstverständlich erweist sich McCoy im Verlauf der Geschichte als der wirklich, nämlich charakterlich, Stärkere.

Der erste Besuch des Planeten wirft ernsthafte Konflikte in der Freundschaft hervor, wobei die Lovestory funktioniert und auch Elizabeths Entscheidung für beide Männer plausibel ist. Arg konstruiert erscheint der Hilferuf, auf den Captain Rousseau nicht reagiert, woraufhin ihm McCoy die Freundschaft kündigt. In der Rahmenhandlung ist es schließlich McCoy, der Anna nicht nur rettet, sondern ihr auch auf die üblich dramatische Art und Weise ein Weiterleben auf ihrem Heimatplaneten ermöglicht. Dass Anna nicht wirklich McCoys Tochter ist, ergibt zwar eine unerwartete Wendung, finde ich jedoch schade. Sicherlich ließe sich ein unbekanntes, heimliches Kind mit der "Star Trek"-Geschichte vereinbaren.

Spock und Scotty dürfen den Empyreanern selbstverständlich beweisen, dass letztlich die unperfekten Wesen den genetisch-verbesserten nicht nachstehen, sondern sogar besser sind: Aufgrund der Isolation einer homogenen Gesellschaft werden technische Errungenschaften von außerhalb nie bekannt, und mangels Notwendigkeit wird Altbewährtes nicht weiterentwickelt. Vor allem Scottys sehr emotionale Reaktionen auf die Sticheleien Ortegas und Spocks stoische Emotionslosigkeit bieten einen starken Kontrast, den der Autor humorvoll ausreizt.

Spock darf sich mal wieder bis zum Rande der Selbstvernichtung um die Rettung der Empyreaner bemühen, und letztlich gelingt es Scotty und seinem neuen Freund Ortega die Regierung von der Wichtig- und Richtigkeit einer Vertragsverlängerung zu überzeugen.

Auf einige Handlungselemente, wie zum Beispiel McCoys Entführung, hätte der Autor verzichten können, dennoch scheint der Autor nicht krampfhaft zu versuchen, Seiten zu füllen. Trotz Vorhersehbarkeit der Story und oben genannter "Star Trek"-üblicher Schwächen besticht der Roman vor allem durch seine gelungenen Charakter, allen voran McCoy, Spock und Scotty. Auch die Nebenfiguren sind hintergründig charakterisiert und wirken auf den Leser sympathisch.

Fazit: Eine actionarme, durchschnittliche Story voller Klischees und dennoch gut bewertet? Überdurchschnittliche Charakterzeichnungen und das richtige Maß an Humor und Dramatik werten enorm auf.

Bewertung

Weitere Infos


Titel "McCoys Tochter"

Originaltitel "The Better Man"

Buchreihe Classic

Autor Howard Weinstein

Übersetzer Ronald H. Hahn

Preis Ursprüngl. Ladenpreis:
12,90 DM

Antiquarisch:
ca. 2 bis 3 Euro

Dieser Roman ist nur noch antiquarisch erhältlich.

Umfang 299 Seiten

Verlag Heyne

Bestellnummer 06/5683

ISBN 3-453-13971-2

(te - 31.08.06)


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