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Peter Tigmann (pt), Manrico Tenner (te)30.08.02

"Die Föderation"

Judith & Garfield Reeves-Stevens

Inhalt

Zefram Cochrane, Erfinder des Warpantriebs, ist nach einjährigem Aufenthalt auf einem Planeten wieder zu Erde zurückkehrt. Bald bemerkt er, dass sich dort einiges getan hat: Eine Gruppierung, die sich "Das Optimum" nennt, ist dabei, die Macht an sich zu reißen. Das Optimum wird von einem Mann namens Adrik Thorsen geführt, für den jeder Mensch der nicht seinen Vorstellungen entspricht, nicht optimal ist und somit kein Recht auf Leben hat. Thorsen wird außerdem von dem Gedanken an eine Warpbombe getrieben. Er ist der festen Überzeugung, dass diese gebaut werden kann. Aus diesem Grund beschließt Thorsen Cochrane zu entführen um so an die Warpbombe zu kommen.

Zu einer viel viel späteren Zeit, nämlich im 23. Jahrhundert, empfängt die U.S.S. Enterprise NCC-1701 einen Notruf vom einem Planetoiden im System Gamma Canaris. Es ist das System, in welchem Kirk vor sechs Monaten Cochrane zusammen mit dem so genannten Companion gefunden hatte. Im 24. Jahrhundert, entdeckt die U.S.S. Enterprise NCC-1701-D ein Schiff der Romulaner, das aber mit Ferengi bemannt ist. Sie machen Picard einen Vorschlag, den er nicht ablehnen kann: Sie bieten ihm Teile eines Borgschiffes an, womit sich bisher ungeahnte Möglichkeiten zur Verteidigung gegen die Borg auftäten. Picard glaubt den Ferengi zwar nicht, kommt aber trotzdem mit.

Im 21. Jahrhundert schafft Cochrane es Thorsen zu entfliehen. Er zieht sich mit einem Schiff vollständig zurück um niemanden zu gefährden, da Thorsen immer noch Jagd auf ihn macht und dabei keine Skrupel hat, auch Unschuldige kaltblütig zu töten. Sein letztes Opfer: Cochranes Frau.

Auf dieser Reise trifft Cochrane auf das Wesen, das wir als Companion kennen, und geht mit ihm zusammen auf einen Planeten, wo er viele Jahre unentdeckt von Thorsen Leben sollte.

Wieder im 23. Jahrhundert: Kirk und seine Mannen erreichen den Planetoiden, auf dem sie Cochrane einst entdeckt hatten. Das Haus Cochranes ist zerstört, Cochrane entführt und der Companion scheint ebenfalls dem Tode nahe zu sein. Kirk nimmt ihn mit auf die Enterprise und begibt sich auf die gefährliche Suche nach Cochrane.

Nach einigen Rangeleien (ich gehe hier extra nicht näher darauf ein, um nicht die Spannung komplett zu nehmen) bekommt Picard die Trümmer des Borgschiffes. Darin findet die Crew aber noch etwas viel Interessanteres: Ein Artefakt der so genannten Urrasse, die einmal alles erschaffen haben soll. Als sie das Artefakt mit dem Computer der Enterprise verbinden, reißt ein Programm die Kontrolle über das Schiff und auch bald Data an sich. Es ist die Persönlichkeitsmatrix von Adrik Thorsen, der auch im 24. Jahrhundert nur ein Ziel hat: Zefram Cochrane...

Kritik

Cochrane, Kirk und Picard kämpfen in drei verschiedenen Zeitabschnitten gegen das absolute Böse...
1. Peter Tigmann

Vielen mag die Inhaltsangabe sehr lang vorkommen, sie erläutert aber gerade mal die grobe Handlung des Buches. Das liegt vor allem daran, dass das Buch an die 600 Seiten hat und somit der dickste "Star Trek"-Roman von Heyne ist, den ich kenne.

Allerdings ist nicht gerade jede Seite so fesselnd, wie man es gerne hätte. Einige Male kommt es doch zu ein paar Längen, die das Buch an den Stellen etwas träge machen, was aber insgesamt nicht so schlimm ist, da die eigentliche Handlung, die sich über drei Generationen (Cochrane, Kirk, Picard) erstreckt, sehr interessant und vielseitig ist. Keiner der drei Handlungsfäden bekommt in dem Buch zu wenig Platz und alle werden spannend aufgebaut. Vor allem die Zeit vor dem dritten Weltkrieg, als vom "Optimum" erzählt wird, ist sehr interessant und bietet ein bisher noch nicht da gewesen Einblick in das "Star Trek"-Universum, der sich allerdings nur auf dieses Buch beschränken dürfte aber dazu später.

In dieser Zeitperiode herrscht also "Das Optimum" mit seinem grausamen Führer namens Adrik Thorsen, den man getrost als den Hitler des 21. Jahrhunderts sehen kann. Nur selten ist mir ein abstoßenderer Charakter als der von Thorsen in einem "Star Trek"-Buch begegnet, was ihn zu seinem idealen Bösewicht in diesem Buch macht. Sein Charakter, überlebt alle Zeitperioden bis ins 24. Jahrhundert, dort allerdings nur noch als Computerprogramm, das Data übernimmt.

Das Finale des Buches, auf welches ich nicht vom Inhalt her näher eingehen möchte, war zwar nicht so spannend, wie ich es mir erhofft hatte, aber immer noch lesenswert.

Dies ist meiner Auffassung nach auch einer der größten Probleme dieses Buches: Einige Momente sind sehr spannend und charakterintensiv geschrieben, andere wiederum schaffen es einfach nicht, genug Spannung aufzubauen, was natürlich zu den oben schon erwähnten Längen führt.

Ein weiters großes Problem ist, dass das Buch erst jetzt in Deutschland veröffentlicht wurde. Es spielt zu "The Next Generation"-Zeiten, kurz nach der Folge "Sarek", und später, nach dem siebten Kinofilm, nach dem auch dieses Buch in den USA veröffentlicht wurde, und somit dort auch noch besser verstanden werden konnte. Hier liegt nämlich ein großes Problem des Romans, die Autoren wussten nicht, was "Star Trek VIII" bringen würde. In ihm lernen wir nämlich Cochrane kennen und auch einen anderen zeitlichen Ablauf der Ereignisse um die Erfindung des Warpantriebes.

Wer allerdings über diese Unstimmigkeiten hinwegsehen kann, wird alles in allem mit einem guten "Star Trek"-Roman, der einige Längen und Fehlerchen aufweist (Phaser können mal wieder während des Warpfluges abgefeuert werden, und so weiter) bekommen. Die Story um Cochrane ist es alle mal wert, das Buch zu lesen.
Ein eigenartiger Zufall ist mir aufgefallen: Einmal wird kurz im Buch ein Charakter als Cromwell (Oliver Cromwell, der republikanische Diktator Englands im 17. Jahrhundert) bezeichnet, James Cromwell war in "Star Trek VIII" der Darsteller von Zefram Cochrane, ein seltsamer Zufall finde ich...

Auch führt Heyne mit diesem Buch wie es scheint eine neue Preisregelung ein. Ganze 16,90 DM dürften sie bis Ende 2001 für den zugegeben, sehr dicken Roman, hinblättern, danach erfolgte die mir einzig bekannte Preissenkung: Er kostet nur noch 7,95 Euro.

2. Manrico Tenner

Es gibt leider (zu) viele "Star Trek"-Bücher, deren circa 300 Seiten - inzwischen wohl Standard - gefühlte 600 Seiten lang und aufregend wie das Telefonbuch sind. Es gibt allerdings auch ein Buch, dessen 600 Seiten sind so ausgefüllt mit Action, Humor, stimmigen Charakteren und Handlung, dass die Seiten nur so vorbeirauschen: das vorliegende.

Schuld daran ist neben dem flüssigen Schreibstil und den ständigen neuen Wendungen der Story vor allem der permanente Spannungsaufbau, der über drei Zeitebenen hinweg funktioniert. Der Leser erhält in jeder Zeitebene Informationen, die in der Zukunft wichtig sind: Während die Handlung im 21. Jahrhundert voranschreitet, sind im 23. und 24. Jahrhundert die Folgen zu spüren.

Das Autorenteam kennt sich bestens aus im "Star Trek"-Universum seiner Zeit und erzählt im Vergleich zu "Der erste Kontakt" die bessere Cochrane-Geschichte. Abgesehen davon, dass sich diese Handlung mit der Classic-Episode "Metamorphose" deckt, erscheint Cochrane hier bodenständiger, menschlicher und wesentlich nüchterner als die von James Cromwell verkörperte Figur. Keine Kritik an Cromwell, aber gegen das Drehbuch kam er nicht an.

as diesen Roman besonders auszeichnet, sind die Details, die sich stimmig ins "Star Trek"-Universum einfügen: So begegnet Kirk im 23. Jahrhundert Sarek auf der "Reise nach Babel" und darf sich von seiner Logik anstecken lassen - 100 Jahre später hat Picard gerade seine Gedankenverschmelzung mit Spocks Vater beendet, so dass er von dessen Logik nachhaltig beeinflusst wird. Cochranes Freund, Micah Brack, ist wahrscheinlich Flint, bekannt aus der Classic-Fernsehepisode "Planet der Unsterblichen". Die These der Urrasse wird aufgegriffen, aber nicht vertieft. Die Liste lässt sich fortsetzen, aber wir haben hier keine 600 Seiten Platz. Trotz ihrer Vielzahl wirken diese "Zufälle" nicht gekünstelt, sondern passen sich perfekt in die Handlung ein.

Erwähnenswert ist der kurze Dialog zwischen Chochrane und Brack zu Beginn des Buches, bei dem es um die menschliche Natur und ihre Entwicklung geht. Jede revolutionäre neue Technologie bringe der Menschheit zwar nicht den erhofften Frieden, sichere aber ihr Fortbestehen. Behauptet jedenfalls Brack, der in der Erfindung des Warp-Antriebes die Chance sieht, dass Menschen der drohenden Vernichtung entgehen können, weil sie sich weit von der Erde entfernt ansiedeln. Geschichtlich betrachtet hat der Mensch tatsächlich viele sehr bedeutende Erfindungen und Entdeckungen gemacht. Leider fehlt noch immer der Frieden.

Ein paar kleine Wermutstropfen lässt uns dieses Buch trotzdem vergießen: So kommen auch Judith und Garfield Reeves-Stevens nicht ohne einige Seiten schwerfälliger Theorien und schwierigem Technobabble aus, dessen Anteil jedoch aufgrund der hohen Seitenzahl unter einem Prozent liegt. Zudem verlieren die Autoren Adrik Thorsen, den Irren vom Dienst, auf den letzten Seiten aus den Augen. Sein unspektakulärer Abgang wird den zuvor aufgebauten Erwartungen nicht gerecht. Allerdings ist die Figur bei weitem nicht so klischeebehaftet wie andere Gegenspieler in "Star Trek"-Romanen.

Fazit: Eines der besten "Star Trek"-Bücher, unbedingt lesen!

Bewertung

1. Peter Tigmann
2. Manrico Tenner

Weitere Infos


Titel "Die Föderation"

Originaltitel "Federation"

Buchreihe Classic

Autor Judith & Garfield Reeves-Stevens

Übersetzer Ronald M. Hahn

Preis Ursprüngl. Ladenpreis:
16,90 DM

Antiquarisch:
ca. 2 bis 10 Euro

Dieser Roman ist nur noch antiquarisch erhältlich.

Umfang 599 Seiten

Verlag Heyne

Bestellnummer 06/5684

ISBN 3-453-15664-1

(pt, te - 12.05.07)


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