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Manrico Tenner (te)29.08.06

"Keine Spur von Menschen"

Diane Carey & Dr. James I. Kirkland

Inhalt

Den überaus blutigen Beginn macht der Angriff intelligenter Sauroiden auf ein Forschungslager, welches sich auf dem Planeten des "Wächters der Ewigkeit" befindet. Alle Wissenschaftler werden grausam niedergemetzelt und anschließend gefressen. Die scheinbar einzige Angreiferin, die nicht nur nach Instinkt handelt, ist Oya, selbst Wissenschaftlerin, die ihr Team durch das Portal auf einen Planeten mit subtropischem Klima und vielfältiger Vegetation führt. Die Nahrungsbeschaffung vor Ort erweist sich als äußerst gefährlich: Ein Teil der Gruppe jagt eine Herde scheinbar schutzloser und nichtintelligenter Saurier, die jedoch die ihre mangelnde Intelligenz durch ihre Überzahl wettmachen und die Jäger überrennen. Selbst die Energiewaffen nutzen den Sauroiden nichts, so dass sie getötet und selbst gefressen werden. Der Rest der Gruppe greift zum eigenen Schutz nicht ein und zieht nach dem Gemetzel weiter ihrem mysteriösen Ziel entgegen.

Szenenwechsel. Die Enterprise befindet sich inmitten eines Manövers mit der U.S.S. Exeter und der U.S.S. Farragut, als sie von gravimetrischen Störungen erfasst und in einen Zeitwarp gedrängt wird. Nach der überstandenen Urgewalt findet sich die Enterprise allein wieder, die Suche nach den anderen Schiffen bleibt erfolglos. Allerdings greifen plötzlich romulanische Schiffe an. Nach geglückter Flucht gelingt es Uhura nicht, Kontakt auf irgendeiner Starfleet- oder Föderationsfrequenz zu bekommen, woraufhin Kirk die Rückkehr zur Erde anordnet. Vor Ort bemerkt die Crew trotz eingeschränkter Sensoren, dass etwas nicht stimmt: keine Orbitalstation, keine Mondkolonie, keine Städte, keine Abgase in der Luft, keine Infrastruktur, kurz - keine Spur von Menschen oder einer Kolonialisierung der Erde durch eine intelligente Spezies. Ein Außenteam beamt sich auf die Erde und findet statt San Francisco waldige Hügel und Dschungel, sowie einige unbekannte Tierspezies vor.

Für weitere Verwirrung sorgt Spocks Analyse, dass einige der vorgefundenen Spezies auf der Erde normalerweise mit den Dinosauriern ausgestorben sind. Bei der Erforschung der näheren Umgebung wird das Außenteam angegriffen und eine Zoologin grausam getötet. Spocks Untersuchung der Angreifer macht klar, dass es sich um Nachfahren der Dinosaurier handelt. Sensorscans der Enterprise zeigen zudem, dass sich in der Vergangenheit mehrfach intelligentes Leben bis zur Erfindung von Nuklearwaffen entwickelt hat, woraufhin es sich dann selbst zerstörte. Eine weitere Entdeckung lässt Spock nach der Rückkehr auf die Enterprise eine Theorie aufstellen: Der Meteoriteneinschlag, der für das Aussterben der Dinosaurier verantwortlich war, hat auf dieser Erde niemals stattgefunden, wodurch die Saurier eben nicht ausgestorben sind, Intelligenz entwickeln konnten und die Menschheit niemals eine Chance hatte.

Ein neuerlicher Angriff durch eine kleine romulanische Flotte erschüttert die Enterprise. Mitten im Gefecht erscheinen zwei Kamikaze-Flieger und zerstören ein Schiff der Romulaner, welche daraufhin fliehen. Die Piloten der Flieger können gerettet werden und lassen die Crew der Enterprise erneut staunen: Es sind Klingonen. Nach einem kurzen Verhör nimmt ein weiteres Schiff Kontakt mit der Enterprise auf, diesmal sind es die Vulkanier. Schnell stellt sich das Universum ohne Menschen dar: Die Klingonen führen einen erbitterten Krieg gegen die Romulaner. Dabei greifen beide Gruppen gnadenlos jedes Volk, das sich ihnen nicht anschließt. So sind auch mehrere Mitgliedswelten der Föderation entweder vernichtet oder versklavt. Da die Enterprise keine Neutralität wahren und erst recht keinen dauerhaften Widerstand gegen beide Gruppen leisten kann, beschließt Kirk, sein Universum wieder zu ordnen: Die Enterprise setzt Kurs zum Wächter der Ewigkeit.

Das Zeitportal bestätigt Spocks Theorien und beweist somit, dass die Enterprise bei ihrem Manöver in eine alternative Zeitlinie gelangt ist, in welcher der ausbleibende Meteoritenabsturz das Aussterben der Dinosaurier verhindert hat. Während die Enterprise wieder von romulanischen Schiffen angegriffen und diesmal vernichtet wird, geht ein Außenteam durch das Portal und gelangt somit in die Vergangenheit der Erde, genauer gesagt in den Zeitraum des Meteoritenabsturzes. Neben den natürlichen Gefahren jener Zeitepoche lauert ein weiterer, wesentlich intelligenterer Feind: die Sauroiden, welche das Außenteam bereits bemerkt haben und nun alles daran setzen, ihre mysteriöse Mission zu Ende zu bringen...

Kritik

"Star Trek" meets "Jurassic Park": Kirks Truppe in einer veränderten Vergangenheit.
Man kann bei Geschichten, die in einer alternativen Zeitlinie spielen eigentlich nicht viel falsch machen, aber "richtig" gemacht haben es Diane Carey und Dr. James I. Kirkland leider auch nicht. Wie sähe das Universum ohne Menschen aus? Chaotisch. Das wollen uns die Autoren zumindest weismachen. Von der rein wissenschaftlichen Seite ist dieses Buch wahrscheinlich eines der am besten recherchierten "Star Trek"-Bücher überhaupt. Und die Idee bildet eine hervorragende Grundlage. Aber es wurde an vielen Stellen sinn- und maßlos übertrieben, um die Spannung zu erhöhen:

Kirk ist von einer vorherigen Mission verletzt, beziehungsweise vergiftet und kämpft trotz sich verschlechternder Gesundheit gegen Klingonen, Romulaner, Saurier und Weltraumanomalien. Ab Mitte des Romans nervt dies und langweilt zum Ende des Roman, statt die Spannung zu erhöhen.

Dass es ohne Menschheit niemals zur Gründung der Föderation kommen könnte, mag vielleicht noch überzeugen, schließlich liegt es in der Natur des Menschen, ständig irgendwelche Bündnisse zu schließen. Aber das hier dargestellte Universum versinkt regelrecht in Chaos und Krieg. Das ist zu weit hergeholt und verpasst neben anderen Glorifizierungen der Menschheit der Story den Todesstoß.

Unfreiwillig komisch kommt die selbst gebastelte Rakete daher: Seifenkisten in der Atmosphäre. Wahrscheinlich haben sich die Saurier "tot" gelacht. Unnötig zu Erwähnen, dass Kirk, beinahe im Koma, die fliegende Mülltonne im Erdorbit steuert.

Andererseits sind die Sauroiden im Alternativuniversum sehr menschlich dargestellt: Jede neu auf der Erde entstandene Zivilisation erreicht das Nuklearzeitalter und vernichtet sich selbst. Stellt der Autor die These auf, auf der Erde könnte sich außer dem Menschen zwar Intelligenz entwickeln, aber keine Vernunft? (Vorausgesetzt, man unterstellt dem Menschen Vernunft, was aber nicht an dieser Stelle diskutiert werden soll.)

Zu guter letzt tilgt die schnelle und scheinbar unkomplizierte Bekehrung der Sauroiden im Normaluniversum den Rest der Charakterisierung dieser Nachfahren unserer Vorfahren: Plötzlich wird der Plan, die Menschheit und Föderation zu vernichten, aufgegeben, weil eine in ihrem eigenen Volk als minderwertig geltende Denkerin davon abrät.

Vulkanier, Romulaner und Klingonen des Alternativuniversums werden stimmig charakterisiert, die Sauroiden kann man bestenfalls als schlecht durchdacht bezeichnen, wenn auch, wie eingangs erwähnt, sehr gut recherchiert. Hier hätten die Autoren sehr viel mehr machen können.

Die Crew der Enterprise ist bis auf Kirk sehr treffend charakterisiert: Spock und McCoy tauschen Spitzfindigkeiten aus, Sulu steuert die Enterprise mehr als einmal aus Krisengebieten und Scotty repariert ständig, bis zur Vernichtung der Enterprise. Auch die Nebenfiguren sind durchdacht, und auf der Erde in der Vergangenheit kommt auffälligerweise kein Rothemd zu Tode.

Leider kann Kirk nur als Parodie bezeichnet werden: Verletzt, vergiftet, mit Schmerzmitteln voll gepumpt und ständig an vorderster Front. Hier schreiben die Autoren leider am Thema vorbei und präsentieren dem Leser nur die typischen Kirk-Klischees, ohne der Figur wirklich Leben und Glaubwürdigkeit einzuhauchen.

Fazit: Ein bisschen "Jurassic-Park", ein Alternativuniversum, Zeitreisen, der Wächter der Ewigkeit, die Auslöschung der Menschheit und der Föderation. Allesamt die besten Zutaten für einen "Star Trek"-Roman. Wieso ist bloß nichts draus geworden?

Bewertung

Weitere Infos


Titel "Keine Spur von Menschen"

Originaltitel "First Frontier"

Buchreihe Classic

Autor Diane Carey & Dr. James I. Kirkland

Übersetzer Harald Pusch

Preis Ursprüngl. Ladenpreis:
16,90 DM

Antiquarisch:
ca. 2 bis 3 Euro

Umfang 504 Seiten

Verlag Heyne

Bestellnummer 06/5687

ISBN 3-453-14872-X

(te - 31.08.06)


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