Daily Trek Cast & Crew Focus & Background Franchise & Fandom
Star Trek Into Darkness Star Trek XI Enterprise Universum
SF-Zone Raumfahrer.net
GameZone Literatur
Trek BBS Quark's Bar Star Trek Rollenspiel

Seitenoptionen



News & StoriesSerien & FilmeScience & FictionMediaCommunity

Portal Facebook Twitter YouTube Flickr Chat Trek BBS

 
Daily Trek News
SF-Zone News

Stefan Menz (mz)02.07.05

"Der Rächer"

William Shatner

Inhalt

Die Föderation wird von einem Virus heimgesucht, das jede Art von Vegetation vernichtet und so zu Hungersnöten auf zahlreichen Welten führt. Nach und nach weist immer mehr darauf hin, dass eine vulkanische Gruppe namens Symmetriker hinter alledem steckt und ihr Führer soll der verstorbene Botschafter Sarek sein.

Dessen Sohn Spock, die Crew der Enterprise-E und der todgeglaubte Captain Kirk machen sich aus unterschiedlichen Motiven auf den Weg, um die Wahrheit herauszufinden beziehungsweise die Föderation vor ihrem Untergang zu retten.

Kritik

Der Abschluss der ersten Kirk Trilogie: Ein Virus und eine Verschwörung suchen die Föderation heim...
Hier ist nun also der dritte Band von William Shatners erster Trilogie über Kirks Leben nach seinem Tod. Und wie es sich für das Ende einer Trilogie gehört, werden hier alle offenen Handlungsfäden verknüpft und die Geschichte zu einem Ende geführt.

Am Ende von "Die Rückkehr" hatte Kirk gerade das halbe Borg-Kollektiv ausgelöscht und war bei der Vernichtung ihrer Heimatwelt mit in die Luft geflogen. Oder auch nicht... Dass Kirk zurückkommen würde, war klar. Nur wie? Ehrlich gesagt ist die Lösung gar nicht mal so schlecht und zumindest nicht so absurd wie seine letzte Wiedererweckung. Diesmal war er einfach in einen Evakuierungsstrahl gesprungen (nachvollziehbar, bei der Vernichtung eines Borgkomplexes, da sich Picard in "Star Trek: Der erste Kontakt" auch daran erinnerte, die Borg-Königin schon auf dem vernichteten Borgwürfel gesehen zu haben, auf dem er sich als Locutus befand) und in einer Borg-Wiederaufbereitungsanlage gelandet. Dort reinigten abtrünnige Borg (die als
Folge der Individualisierung Hughs entstanden waren) seinen Körper von der Borgtechnik, die ihn zuvor am Leben erhalten hatte, und heilten seine Wunden.

Etwas schwerer nachvollziehbar war, dass der Mann, für den es nur sein Schiff gab, nun nichts anderes will, als in Ruhe mit seiner großen Liebe Teilani aus "Die Asche von Eden" zu leben. Für ihn gibt es nur noch die Anonymität und ein Leben ohne Technik - bis er gezwungen ist, wieder das Kommando zu übernehmen, um ein weiteres Mal die Föderation zu retten - und wenn es nur ist, um endlich seine Ruhe zu haben. Nein, das ist nicht ganz richtig. Denn irgendwo in seinem Kopf verlangt Sarek, dass er sich dieser Sache annimmt.

Und damit beginnt das Beste an dieser Geschichte: die Verschwörung einer vulkanischen Untergrundbewegung, die bis in Kirks Kindheit zurückreicht. Geschickt wird hier die Idee aus der Episode "Kodos, der Henker" wieder aufgegriffen. Denn schon damals hatten die Symmetriker für die Nahrungsmittelknappheit gesorgt, um den Menschen eine Lektion zu erteilen. Und damals war Kirk zum ersten Mal Sarek begegnet, der hinter alledem steckte. Aber nicht nur diese Sache wird aufgegriffen, es wird auch erklärt, warum Sarek und Spock nie eine Gedankenverschmelzung durchgeführt hatten (denn sonst hätte Spock ja von Sareks Geheimnis erfahren). Sogar Sareks Tod durch das Bendii-Syndrom war eigentlich ein Mord an ihm, denn natürlich muss Sareks Name letztendlich wieder reingewaschen werden, hier indem er sich von den Symmetrikern abwandte und dann von diesen getötet wurde.

Ebenfalls aufgegriffen wird die Folge "Weltraumfieber" und Spocks Verlobte T'Pring, die nun eine hohe Position bei den Symmetrikern innehat. Hier wurde allerdings eine logische Erklärung versäumt, denn abgesehen von ihrem bekannten Namen hätte sie ebenso gut irgendeine x-beliebige andere Person sein können. Sinnvoller wäre hier gewesen zu sagen, dass Sarek Spock eben mit einer anderen Symmetrikerin verheiraten wollte; dies hätte auch seine Abwesenheit bei Spocks Hochzeit erklärt, da er zu diesem Zeitpunkt der Bewegung eben nicht mehr angehörte. Und dass ausgerechnet eine Nachkommin von Dr. M'Benga Teil der Handlung sein musste, hat keinen tieferen Sinn.

Auch die Darstellung Kirks und Spocks gelingt Shatner gut, allerdings kommen Picard und seine Crew erneut etwas schwach weg. Und wieder einmal ist Kirk natürlich in jeder Hinsicht allen anderen überlegen. Mit einem veralteten Wissenschaftsschiff der Oberth-Klasse besiegt er mal so nebenbei ein orionisches Kampfgeschwader und später sogar noch die Enterprise-E, er überlistet ein vulkanisches Gefängnis und so weiter...

Aber wirklich störend ist die absolute Dummheit aller anderen um ihn herum. Warum sollten die Vulkanier so naiv sein anzunehmen, dass ein Gefangener in seiner Zelle nur meditieren würde, so dass sie die Zelle nicht einmal verschließen, sondern man nur einen Öffnen-Knopf drücken muss, und dass sie nicht einmal Wachen aufstellen, ja nicht einmal die Zelle auf die Anwesenheit der Insassen überprüfen? Und als sie in einer ausweglosen Sackgasse sitzen, bemerken sie dann ganz plötzlich, dass direkt vor ihrer Nase ja ein Frachttransporter steht, der sie mal schnell an Bord ihres Schiffes beamen kann.

Und natürlich ist Kirk auch Picard, wie schon im letzten Buch, überlegen. Erst besiegt er dessen übermächtiges Schiff, dann wird ein künstlicher und unglaubwürdiger Konflikt zwischen den beiden heraufbeschworen, der Shatner nur dazu dienen kann, Kirk als den einzig wahren Captain zu profilieren.

Ach ja: Es muss ja nichts zu bedeuten haben, dass William Shatner bereits zum vierten Mal verheiratet ist, aber irgendwie scheint er ein gestörtes Verhältnis zu Treue und Sexualität zu haben. Einerseits soll Teilani seine große Liebe sein (die natürlich seit 80 Jahren auf den Traummann aller Frauen im Universum wartet), mit der er sogar im Krankenbett ständig Sex hat, andererseits hat die ehemalige Borg Miko, die ihn behandelt hat, laut seiner Formulierung "ihr Bett mit ihm geteilt", kaum ist er mal kurz von Teilani weg, fühlt er sich zumindest sehr angezogen von Christine MacDonald, seiner Begleiterin auf dieser Mission.

Am Ende hat Kirk natürlich mal wieder fast im Alleingang die Föderation gerettet (natürlich, denn für etwas Geringeres steigt er nicht mal aus dem Bett), er ist glücklich mit seiner Teilani, die Trilogie ist abgeschlossen ... und doch ist man gespannt, wie es denn nun weitergeht. Wie gut, dass es noch zwei weitere Trilogien gibt.

Fazit: Würdiger Abschluss der ersten Kirk-Trilogie, der in seiner Glorifizierung Kirks teilweise in angemahnte Absurditäten vorstößt.

Bewertung

Weitere Infos


Titel "Der Rächer"

Originaltitel "Avenger"

Buchreihe Shatnerverse

Autor William Shatner mit Judith & Garfield Reeves-Stevens

Übersetzer Ronald M. Hahn

Preis Ursprüngl. Ladenpreis:
14,90 DM

Antiquarisch:
ca. 3 bis 5 Euro

Umfang 424 Seiten

Verlag Heyne

Bestellnummer 06/5690

ISBN 3-453-16184-X

(mz - 13.03.07)


Nach oben

Alle Berichte sind das geistige Eigentum der Autorinnen und Autoren. Jede unautorisierte Übernahme ist ein Verstoß gegen das Urheberrecht. Für Anfragen betreffend Artikel- oder Newsübernahme wenden Sie sich bitte an den Redaktionsleiter.

"Star Trek", "Star Trek: The Next Generation", "Star Trek: Deep Space Nine", "Star Trek: Voyager", "Star Trek: Enterprise" und alle verwandten Markennamen sind eingetragene Handelsmarken von Paramount Pictures. Kopierrechtlich geschütztes Material wurde ausschließlich für nichtkommerzielle Zwecke genutzt. Dies gilt auch für alle Materialien, die aus anderen Franchises stammen und im Rahmen der TZN SF-Zone genutzt wurden.

Mitarbeit Kontakt Impressum

© TrekZone Network, 1999-2017