Daily Trek Cast & Crew Focus & Background Franchise & Fandom
Star Trek Into Darkness Star Trek XI Enterprise Universum
SF-Zone Raumfahrer.net
GameZone Literatur
Trek BBS Quark's Bar Star Trek Rollenspiel

Seitenoptionen



News & StoriesSerien & FilmeScience & FictionMediaCommunity

Portal Facebook Twitter YouTube Flickr Chat Trek BBS

 
Daily Trek News
SF-Zone News

Peter Tigmann (pt), Peter Schipfmann (ps)30.08.06

"Die Bewahrer"

William Shatner

Inhalt

"Die Bewahrer" ist der Abschlussband der zweiten "Star Trek"-Romantrilogie namens "Das Spiegeluniversum" von William Shatner. In den beiden vorherigen Bänden ("Das Gespenst" und "Dunkler Sieg") geschah Folgendes:

James T. Kirk hat seinem Abenteuerleben abgeschworen und will seinen Lebensabend mit seiner Frau Teilani auf dem Planeten Chal verbringen. Doch es soll anders kommen. Bei einem Besuch auf der Erde wird er entführt. Seine Entführer sind Intendant Spock, Kate Janeway und die Vulkanierin T'Val. Intendant Spock? - Ja, es handelt sich um den Spock aus dem Paralleluniversum (siehe die TOS-Folge "Ein Paralleluniversum" und die darauf aufbauenden fünf "Deep Space Nine"-Folgen). Zeitgleich wird die Enterprise-E unter Picard bei einer Routinemission von der ebenfalls aus dem Spiegeluniversum stammenden zweiten Voyager geentert und übernommen. Während Kirks Kidnapper zum Widerstand gegen die brutale Allianz gehören, haben die Diebe der Enterprise Böses im Sinne. Die Besatzung wird zur Sklavenarbeit auf einem Planetoiden gezwungen und das Schiff soll offensichtlich ins Paralleluniversum transferiert werden. Als sich am Schluss von "Das Gespenst" alles zum Guten zu wenden scheint, taucht unvermutet Tiberius auf, Kirks totgeglaubtes Äquivalent aus dem Spiegeluniversum auf.

Am Anfang vom zweiten Roman steht der Kampf Tiberius versus Föderation. Der Kirk aus unserer Realität schafft es offenbar Tiberius zu besiegen und zu töten. Eine geheimnisvolle Organisation der Föderation namens "Projekt Zeichen" taucht auf und verbietet Kirk jede weitere Einmischung. Als jedoch während der Hochzeit von Kirk und der inzwischen schwangeren Teilani letztere vergiftet wird, tritt der Captain wieder in Aktion: Er will, koste es was es wolle, Tiberius (klar, er ist gar nicht gestorben!) zur Strecke bringen und das Leben seiner Frau und seines Kindes retten. Er ist sogar bereit dafür einen Pakt mit dem Teufel einzugehen: Wenn Tiberius ihm ein Gegengift für seine geliebte Teilani verschafft, ist er bereit ihm eine für seine Pläne entscheidenden Information zu geben. Hier schließt der zweite Band. Im jetzt endlich vorliegenden letzten geht die Saga nun zu Ende.

Die Bewahrer

Captain Kirk gelingt es, dass Gegenmittel für Teilani von Tiberius zu bekommen. Den Preis den er dafür zahlen muss ist allerdings sehr hoch: Er muss Tiberius versprechen ihn zu dem Stützpunkt der ersten Föderation zu führen. Wieder zurück in Kirks Universum, gelingt es in letzter Sekunde Teilani zu retten, die bald darauf ihr Kind zur Welt bringt. Das Kind ist allerdings entstellt; es ist eine Mischung aus vielen Spezies geworden. McCoy versetzt es in ein künstliches Koma, um zusammen mit anderen Ärzten eine Lösung zu finden. Kirk wird unterdessen zu Tiberius aufs Schiff gebeamt um ihm den Standpunkt der ersten Föderation zu zeigen, wo Tiberius eine riesige Streitmacht vermutet, mir der er das Universum an sich reißen will. Bevor Kirk weggebeamt wird, kann er Picard noch einen Tipp geben, wohin es geht.

Picard nimmt umgehend die Verfolgung auf. Im Stützpunkt der ersten Föderation kommt es zu einem dramatischen Showdown, bei dem sich herausstellt, dass die gesamte Flotte der ersten Föderation zerstört wurde. Man findet aber noch einen Obelisken der Bewahrer. Tiberius wird gefangen genommen und zusammen mit Kirk wieder zum klingonischen Heimatplaneten gebracht, wo McCoy noch keine Hilfe für Kirks Kind entwickeln konnte. Picard will herausfinden, was es mit dem Obelisken auf sich hat und begibt sich deshalb zu den so genannten Psychohistorikern. Diese untersuchen die Geschichte nach bestimmten Punkten und Personen, die wichtig sind. Sie eröffnen Picard bald ein schlimmes Geheimnis: Scheinbar wird Kirk für die Zerstörung des Universums verantwortlich sein. Im Orbit des Planeten auf dem die ganze Geschichte ursprünglich für Kirk begann, findet sie dann auch ihr Ende...

Kritik

Der Abschluss der zweiten Shatner-Trilogie.
1. Peter Tigmann

Da ist er also, der Abschluss der zweiten Shatner-Trilogie.

Auch bei diesem Roman, werden sich die Fans wohl in zwei Lager spalten, die einen werden das Buch für Trash halten, die anderen für eine absolut spannende und auch atmosphärische Geschichte. Ich zähle zur der zweiten Hälfte.

Shatner und seine Co-Autoren nehmen sich sehr viel Zeit für die Geschichte: Ganze 472 Seiten stark ist der Band. Wenn man die ersten beiden Teile der Trilogie ("Das Gespenst" und "Dunkler Sieg") mitzählt, kommt so auf über 1200 Seiten Lesevergnügen, das sich wirklich lohnt. "Die Bewahrer" schließt direkt an die Geschehnisse von "Dunkler Sieg" an und setzt diese fort. Dabei rückt aber diesmal das Paralleluniversum etwas in den Hintergrund. Die Geschichte dreht sich fast ausschließlich um die Suche nach den Bewahrern. Auf Kirks Gegenstück Tiberius aus den Paralleluniversum braucht man aber dennoch nicht zu verzichten.

Kommen wir zur eigentlichen Story: Hier werden die so genannten Psychohistoriker eingeführt. Diese untersuchen das Universum, vereinfacht gesagt, nach Ereignissen, die für den weiteren Verlauf der Geschichte eine Rolle gespielt haben und auch noch spielen.

In den uns bekannten Serien haben wir von diesen Historikern noch nichts gehört, dass Konzept hört sich auch sehr phantastisch an. Da dies aber für den restlichen Roman gilt und es bei "Star Trek" ja auch irgendwo so sein soll, kann man das Konzept noch akzeptieren. Wie auch immer: Diese Psychohistoriker finden heraus, dass das Universum in kürze zerstört werden soll. Natürlich gibt es nur zwei Personen, die das wirklich verhindern können: Kirk und Picard. Hier auch schon gleich ein Punkt der mir diesmal sehr positiv aufgefallen ist. Die vergangenen Bände waren sehr, sehr "Kirklastig". Das ist zweifellos auch bei diesem Roman der Fall, aber diesmal die anderen Charaktere bedeutend mehr Raum um sich zu entfalten, dies gilt speziell für Picard. Auch die restlichen Charaktere haben ihre guten Momente, wobei vor allem noch McCoy hervorragt. Aber auch die restlichen Charaktere werden gut behandelt, auch die, die speziell in dieser Romanserie eingeführt wurden, wie etwa M´Benga und Tiberius. Letztgenannter ist storybedingt übrigens etwas "zahmer" als in den beiden anderen Romanen. Hier auch gleich mal ein negativer Punkt: Gegen Ende hin, wird Tiberius schon fast als gutherzig beschrieben. Was immer ihm auch Widerfahren sein mag, dieser Stimmungswandel kam mir etwas viel zu plötzlich, aber wer weiß, vielleicht hat er uns allen ja etwas vorgespielt.

Kommen wir zum Hauptcharakter des Romans: Kirk. Der Mann wird wohl niemals Ruhe und Frieden finden dürfen. Das merkt man dem Charakter während des gesamten Romans über an: Er sehnt sich danach, endlich mit seiner Frau und seinem Kind auf Chal in Frieden leben zu können und ist natürlich sehr deprimiert, dass dies scheinbar einfach nicht geschehen soll. Sein Kind ist durch genetische Fehler entstellt und seine Frau kraftlos, ob er es schaffen wird, sich noch irgendwie seinen Traum zu erfüllen? Das verrate ich nicht, lesen Sie selbst! Auch der Handlungsbogenbogen um "Projekt: Zeichen" wird fortgeführt, hier bleiben wir aber noch mit einigen offenen Fragen zurück (vielleicht das Hintertürchen zu einer neuen Trilogie...). Viele Romane sind auf ihr Finale hin aufgebaut, dass ist sicherlich auch bei "Die Bewahrer" der Fall, allerdings wird hier schon vor dem Finale, sehr viel Action, Spannung und auch Abwechselung geboten, so dass es das Finale an sich schon etwas schwerer haben muss, um überhaupt mitzuhalten. Aber keine Angst, das Finale verspricht was der vorherigen Seiten versprechen; es geht hoch dramatisch zu und für die Rettung "unseres" Universums muss ein sehr hoher Preis bezahlt werden.

Fazit: Diesen Roman liebt man oder man hasst ihn. Ich mag ihn sehr, da er es schafft, eine sehr spannende Story zu erzählen, dabei aber auch viel Action und Charakterentwicklung zu bieten hat.

2. Peter Schipfmann

Offiziell ist die Figur des James Tiberius Kirk im Serien übergreifenden Spielfilm "Treffen der Generationen" gestorben. Patrick Steward berichtete, dass William Shatner während der Dreharbeiten vom Tod der Figur, der er alleine seinen Ruhm und sein Vermögen verdankt, betrübt war. Er hätte sie wohl gerne noch weiter verkörpert. Aber dass Paramount ihm, sei es im Fernsehen, sei es im Kino, die Rolle des Captain Kirk noch spielen lassen würde, war sicher ausgeschlossen. Da Shatner schon mit Hilfe von Ghostwritern als Autor von Unterhaltungsromanen einigen Erfolg hatte, lag es nahe, dass auch mal im "Star Trek" Bereich zu versuchen. Mit Hilfe von Judith und Garfield Reeves-Stevens entstand eine erfolgreiche, aber auch umstrittene (zum Beispiel "ein ehemaliger Captain sollten keine 'Star Trek'-Romane schreiben", so Ralph Sander) "Die Odyssee" betitelte erste Trilogie, in der Captain Kirk mittels Nanosonden seine Wiedergeburt erlebte.

Hier in der zweiten (letzten?) gleichfalls sehr umfangreichen Trilogie muss er sich mit den Geistern aus seiner Vergangenheit auseinandersetzen. "Das Spiegeluniversum" greift wieder in sein Leben ein. Der erste Roman, "Das Gespenst", hat mir wider erwarten sehr gut gefallen. Ein spannender Abenteuerschmöker mit einigen überraschenden, interessanten Wendungen, die einen förmlich zwingen die Lektüre nicht zu unterbrechen und immer weiter zu lesen. Kirk steht zwar im Mittelpunkt, aber die Figur des Captains wird nicht immer allzu ernst genommen. So lästert Kirk auch selber über sein Verhalten als junger Captain: "Wenn Spock kein Vulkanier gewesen wäre, hätte er sicher oft über mich gelacht." Und wie zum Teil schon in der ersten Trilogie ist er kein kraftstrotzender Held mehr, sondern hat auch mit den Schwächen zu kämpfen, die das Alter so mit sich bringt. Schön auch, dass die Ideale der Originalserie wieder beschworen werden. Das Trio Kirk-Spock-McCoy tritt auf. Und agiert in einigen Szenen wie in der guten alten Zeit. Die Freundschaft, die Loyalität untereinander, das ist fast wie in der Classic-Serie. Beim mittlerweile 146 Jahre alten Admiral McCoy scheint das Gehirn das einzige Organ zu sein, das noch nicht ausgetauscht wurde. Das überraschende Auftauchen des "bösen" Tiberius am Schluss ist ein cleverer Schachzug der drei Autoren.

Der "Dunkle Sieg" ist eine interessante Fortsetzung. Mit dem "Projekt: Zeichen" (eine zweite Sektion 31) taucht ein neuer Verbündeter (oder doch ein Gegenspieler?) auf dessen Motive nicht eindeutig sind und der so für weitere Spannung und weiteres Rätselraten sorgt. Gefallen haben mir hier besonders die Szenen mit Garak, der einen Teil des Geheimnisses des "Projekt: Zeichen" auf seine typische Art enthüllt. Nicht gefallen hat mir, wie sich Kirks Charakter entwickelt: Er wird zunehmend zu einem großen, tragischen, jähzornigen, klassischen Helden. Das führt dann zu einigen Auftritten von Kirk, die leider nur noch unfreiwillig komisch sind. Im abschließenden dritten Teil, "Die Bewahrer" setzt sich das leider fort. Nichts kann Kirk stoppen. Die Situation mag noch so aussichtslos erscheinen, er schafft es immer wieder sich durchzusetzen. Kirk schwebt im Raumanzug durch das Spiegeluniversum, ohne eine Möglichkeit sich fortzubewegen, der mobile Transporter außer Reichweite. Geht die Trilogie nun ohne ihren Helden weiter? Natürlich nicht, denn Kirk der Unbezwingbare findet immer einen Weg. Das ist dann nicht mehr spannend, sondern nur noch langweilig und öde. Gut spiegelt sich das in den Gedanken von Pille/Bones am Ende des 14. Kapitels wieder:

"Kirk war zurück. (...) Wenn sich dort draußen tatsächlich irgendwo
Bewahrer verbargen, und wenn Kirk mit der Jagd nach ihnen begann... Dann taten sie McCoy fast leid."

Ja, die Bewahrer, um die geht es ausschließlich im Roman, nachdem Tiberius matt gesetzt wurde. Ich habe den Eindruck, dass den Autoren beim Schreiben die Inspiration verloren gegangen ist. Der abschließende Handlungsfaden um die Bewahrer beinhaltet nur eine unbefriedigende, üble und reaktionäre Verschwörungstheorie, wie in der Pulp-SF der 40er und 50er Jahre. Es gibt zunächst viel Gestochere im Nebel, jede Menge Mutmaßungen, keiner traut dem anderen. Die Auflösung am Schluss ist zwar nicht völlig unlogisch und an den Haaren herbei gezogen, aber wenig befriedigend. Das ist alles was dahinter steckt? War mein erster Gedanke. Vielleicht planen die Drei ja eine Fortsetzung. Schade auch, dass im "großen Finale" eben nicht Kirk, sondern eine andere Figur stirbt, nur um damit die Hauptfigur umso besser als tragischen Helden glänzen zu lassen. Billig. Das Ende des Abschlusskapitels und der Epilog sind dann noch reiner purer Kitsch. Schade.

Der Roman eines selbstverliebten Mannes, der nichts zu erzählen hat.

Bewertung

1. Peter Tigmann
2. Peter Schipfmann

Weitere Infos


Titel "Die Bewahrer"

Originaltitel "Preserver"

Buchreihe Shatnerverse

Autor William Shatner in Zusammenarbeit mit Judith & Garfield Reeves-Stevens

Übersetzer Andreas Brandhorst

Preis 7,95 Euro

Umfang 472 Seiten

Verlag Heyne

Bestellnummer 06/5705

ISBN 3-453-19655-4

(pt, ps - 13.03.07)


Nach oben

Alle Berichte sind das geistige Eigentum der Autorinnen und Autoren. Jede unautorisierte Übernahme ist ein Verstoß gegen das Urheberrecht. Für Anfragen betreffend Artikel- oder Newsübernahme wenden Sie sich bitte an den Redaktionsleiter.

"Star Trek", "Star Trek: The Next Generation", "Star Trek: Deep Space Nine", "Star Trek: Voyager", "Star Trek: Enterprise" und alle verwandten Markennamen sind eingetragene Handelsmarken von Paramount Pictures. Kopierrechtlich geschütztes Material wurde ausschließlich für nichtkommerzielle Zwecke genutzt. Dies gilt auch für alle Materialien, die aus anderen Franchises stammen und im Rahmen der TZN SF-Zone genutzt wurden.

Mitarbeit Kontakt Impressum

© TrekZone Network, 1999-2017