Verena Maus (vm), Florian Gallandt (fg)
30.12.03
"Sternennacht"
William Shatner
Inhalt
"Sternennacht" ist der Fortsetzungsroman zu "Star Trek: Classic - Sternendämmerung" und zweites Buch der dritten Shatner-Trilogie mit dem Namen
englischen Namen "Totality".
Nachdem Picard-Klon Shinzon die romulanische Regierungsspitze in "Star Trek
Nemesis" ausgelöscht, die militärische Macht im Imperium übernommen hat und bei
seinem persönlichen Rachefeldzug gegen Captain Picard kläglich gescheitert ist,
ist das Romulanische Imperium in Splittergruppen zerteilt. Ein Bürgerkrieg
scheint unausweichlich.
In diesen chaotischen Stunden inszeniert Botschafter Spock sein eigenes
Attentat, um mit der Macht der Dramatik die politische Aufmerksamkeit für seinen
friedlichen Kampf, um die Wiedervereinigung von Vulkaniern und Romulanern zu
sensibilisieren. Doch zu spät muss der Botschafter erfahren, dass die
politischen Kräfte auf Romulus ihre eigenen Ziele verfolgen und vor nichts
zurückschrecken, auch nicht davor, das inszenierte Attentat auf Spock
Wirklichkeit werden zu lassen...
Zur selben Zeit irgendwo im Föderationsraum: Captain James T. Kirk hat der
Sternenflotte abgeschworen und bemüht sich, seinem fünfjährigen Sohn Joseph ein
guter Vater zu sein. Seinem gefundenen Frieden wird durch das (angebliche)
Attentat auf Spock ein jähes Ende gesetzt. Kirks tiefe und Jahrzehnte alte
Freundschaft zu Spock überwiegt seine Vorbehalte gegenüber der Sternenflotte, so
dass er dem Wunsch des Oberkommandos entspricht und zusammen mit McCoy, Scotty,
den beurlaubten Enterprise-Offizieren Captain Picard, Beverly Crusher und Geordi
LaForge auf einem ominösen Forschungskreuzer nach Romulus fliegt. Als zivile
Ermittlungstruppe soll es ihnen im Lichte fortschreitender diplomatischer
Beziehungen zwischen dem Romulanischen Imperium und der Föderation gestattet
sein, persönliche Nachforschungen über das dramatische Attentat auf Botschafter
Spock anzustellen. Kirk traut weder den Romulanern noch dem wachsenden Frieden.
Doch vor allem traut er nicht der Sternenflotte.
Er verdächtigt das Oberkommando, ihn den Romulanern als Alibi-Zivilisten
vorzuschieben, um den wahren Zweck der Mission zu verschleiern. Kirk beginnt, an
Picards Versicherungen, dass der Grund für die Mission nach Romulus
ausschließlich die Aufklärung des Attentats sei, mehr und mehr zu zweifeln. Und
er spürt, dass sich sein Sohn in zunehmender Gefahr befindet. Kurz bevor die
Gruppe Romulus erreicht, werden sie von einem unerwarteten "Gastgeber" empfangen: Shinzons Schattenspieler, die Remaner, entern das Schiff.
Doch welche Motive verfolgen sie? Und wer führt sie an? Ein neuer Shinzon? Und
in welchem Zusammenhang stehen die Ereignisse um Romulus mit der dunklen und in
"Sternendämmerung" angekündigten Bedrohung aus einer fernen Galaxie - die
Totalität?
Kritik
 |
 Der achte Roman von William Shatner... Spock wird angeblich auf Romulus ermordet. |
1. Verena Maus
"Captain's Blood" ist sicherlich eine überdurchschnittlich
gut und spannend erzählte "Star Trek"-Story, aber es ist unter dem, was man von
einem Roman von William "Captain Kirk" Shatner und dem Co-Autorenpärchen
Reeves-Stevens erwartet.
Wie alle Romane der Shatner-Reihe ist auch dieses hier stark auf den Charakter
James T. Kirk fokussiert. Er erhält eine serientreue, tiefgründige und absolut
überzeugende Darstellung. Aber auch in punkto Charakterisierung der anderen
Classic-Figuren, insbesondere von Spock und McCoy, bieten die Shatner-Romane
sicherlich mitunter die serientreusten. Dies ist gewiss nicht überraschend, hat
doch William Shatner als langjähriger Darsteller des Captain Kirk das Gesicht
der Classic-Crew entscheidend geprägt. Meiner Ansicht nach hat dies aber niemals
zu einer Classic-Kirk-Dominanz in seinen Romanen geführt. Insbesondere Captain
Picard hat in dem Vorläufer dieses Romans, in
"Sternendämmerung", eine
wunderschöne tiefgründige Charakterisierung erfahren.
Leider hat das im vorliegenden Buch abgenommen. Captain Picard, Beverly Crusher,
LaForge, Worf, Will Riker, Deanna Troi. Sie alle kommen vor. Sie alle wirken
real. Der Serienfan erkennt sie wieder. Aber sie wirken gegenüber der starken
Persönlichkeit Kirks oberflächlich und blass.
Daher gibt es von mir als langjährigen "The Next Generation"-Fan und begeisterte
sowie kritische Leserin der vorherigen Shatner-Romane keine volle Punktzahl. Das
können Sie besser, Kirk! Ich hoffe auf den letzten Teil der "Totality"-Trilogie,
auf "Captain's Glory"!
2. Florian Gallandt
Und
es geht weiter mit den Kirk-rettet-den-Tag/Galaxis-Geschichten! "Sternennacht"
ist das zweite Buch der neuen Trilogie Shatners, in dem es um die "Totalität"
geht.
Wir erinnern uns: Im ersten Buch "Sternendämmerung" machte Kirk mit Picard
Urlaub auf Bajor. Das Buch begann mit einem Orbitalsprung, der etwas anders
verläuft als geplant.
Kirk erzählte Picard noch von "Norinda", einem Wesen, das er vor vielen Jahren
begegnet war. Norinda und ihre Crew waren angeblich auf der Flucht vor der
Totalität. Sie rief einen Wettstreit aus, bei dem der Gewinner sie und die
Technik ihres unbekannten und sehr fortschrittlichen Raumschiffes bekommen
würde. Kirk gewann zwar diesen Wettstreit, doch als alle durch diesen Wettstreit
abgelenkt waren, schloss Norinda eine Übereinkunft mit einem unsichtbaren
Dritten, den Romulanern. Am Ende des Buches erfahren wir noch über das traurige
Ende der U.S.S. Monitor, die durch die Totalität vernichtet wurde.
Nun gut. Jetzt aber zurück zum zweiten Teil. Kirk bricht zusammen mit Pille, Scotty, Picard, LaForge, Crusher
und seinem Sohn in einem Q-Schiff (ein Starfleet-Schiff
getarnt als Zivilraumer) in das Romulanische Territorium auf.
Dort angekommen, läuft schon gleich einiges schief: Ein Warbird mit Remaner
geleiten Kirk & Co. nach Remus und nicht nach Romulus, und dies alles, weil die
Remaner glauben, dass Kirks Sohn Joseph ihr neuer "Shinzon" sei.
Nehmen wir uns jetzt einmal die Story vor. Man kann die Geschichte wunderbar lesen.
Sie ist an keiner Stelle irgendwie langweilig oder langatmig. Der einzige
Wermutstropfen bleibt einfach das Ende. Es könnte heißen: "Wie gewonnen, so
zerronnen". Diejenigen, die das Buch lesen, werden verstehen, was ich meine. Ohne
jetzt vorzugreifen, muss ich sagen, dass der letzte Kampf mit dem Verschwinden
eines Charakters, finde ich, irgendwie nicht "richtig" ist. Aber Shatner hält sich
damit alle Türen offen.
Kommen wir jetzt zum strittigsten Thema, und zwar den Charakteren. Kirk ist wie
immer im Mittelpunkt. Was sollte man auch von einem William-Shatner-Roman sonst
erwarten? Das meine ich nicht als Kritikpunkt.
Der Charakter Kirk hat seine Ecken und Kanten. Spock, Pille und Scotty sind als
Mitglieder der Classic-Crew natürlich auch gut getroffen.
Die "The Next Generation"- und "Voyager"-Charaktere wirken, verglichen mit Kirk,
ein wenig farblos. Es ist nun nicht so, dass man sie nicht wiedererkenne würde.
Doch schon in "Sternendämmerung" habe ich mich gefragt, ob Picard so wirklich
dies oder das sagen beziehungsweise tun würde. Gut, ich als Anhänger der "The
Next Generation"-Crew sehe das vielleicht auch etwas zu streng.
Fazit: Kurz und schmerzlos: Es ist ein gutes Kirk-Buch. Wer schon andere
Romane von William Shatner gelesen und nicht gleich wieder weggelegt hat, wird
von diesem Roman auch nicht enttäuscht sein. Man kann ihn gut lesen und Kirk mal
wieder in Aktion erleben!
Bewertung
Weitere Infos
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| Titel |
"Sternennacht" |
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| Originaltitel |
"Captain's Blood" |
|
| Buchreihe |
Shatnerverse |
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| Autor |
William Shatner mit Judith & Garfield Reeves-Stevens |
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| Übersetzer |
Andreas Brandhorst |
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| Preis |
7,95 Euro |
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| Umfang |
344 Seiten |
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| Verlag |
Heyne |
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| Bestellnummer |
06/5708 |
|
| ISBN |
3-453-520003-3 |
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(vm, fg - 13.03.07)