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Manrico Tenner (te)27.09.06

"Spocks Welt"

Diane Duane

Inhalt

Vorliegender Roman gliedert sich in zwei Teile. Die Hauptstory handelt von einer Abstimmung der vulkanischen Bevölkerung, ob Vulkan nach über hundert Jahren Mitgliedschaft aus der Föderation austreten soll. Zwei Hauptargumente sorgen mit verblüffender Logik für Unruhe: Einerseits befürchten die Vulkanier aufgrund der Fremdrassen auf ihrem Planeten ihre Identität zu verlieren, andererseits ist die Rede von einem zu großen Einfluss auf die Föderation und vor allem die Menschen.

Obwohl die Sezessionisten über viel Macht verfügen, hängt dennoch alles von der Wahl der Bevölkerung ab, so dass T'Pau zur öffentlichen Erörterung der Problematik Botschafter Sarek, Spock, sowie Captain Kirk und sogar Dr. McCoy nach Vulkan "bittet". Die Redner sollen vor Ort ihre Meinungen darlegen, die Vulkanier können die Diskussionen im örtlichen Äquivalent einer TV-Debatte verfolgen und sich eine eigene Meinung bilden. Die verschiedenen logischen Darlegungen lassen McCoy völlig unbeeindruckt, so dass er den wahren, nicht sehr vulkanischen Motiven der Isolationisten auf die Schliche kommt...

Die Nebenstory behandelt die Entwicklung Vulkans vom Urschleim (im wahrsten Sinne des Wortes) bis zu der Welt, die wir aus der Classic-Serie und vielen Büchern kennen. In Etappen wird unter anderem erzählt vom Wandel eines klimatisch gemäßigten Planeten zu dem uns bekannten Vulkan, von der Evolution der ersten Telepathen, Suraks Einfluss auf die überaus gewalttätige Zivilisation und letztlich von Sareks Berufung zum Botschafter auf der Erde.

Kritik

Trotz guter Rahmenhandlung mehr ein spannendes Geschichtsbuch: alles über die Vulkanier.
Aufgrund des älteren Datums dieses Buches werden natürlich einige Aussagen zur vulkanischen Geschichte durch die Fernsehserien und auch andere Bücher zwischenzeitlich wieder negiert. So gibt es verschiedene Varianten von Suraks Erleuchtung, und T'Pau taucht in Geschichten auf, die zeitlich nach diesem Roman spielen. Das fällt allerdings nicht weiter ins Gewicht, da es nur wenige Aspekte dieses komplexen Romans darstellen.

Die Autorin zeichnet das Bild einer idyllischen Welt, die durch eine Naturkatastrophe fast unbewohnbar wird. Die wenigen Überlebenden streiten um die letzten Ressourcen, so dass Gewalt und ständiger Kampf tief in der vulkanischen Geschichte verankert sind. In ihrer Besitz- und Machtgier stehen die alten Vulkanier den Ferengi in nichts nach. Leider geraten die ersten zwei Kapitel dieses Handlungsstrangs zu langatmig: Für die Geschichte des Planeten ist es sicher wichtig zu wissen, dass er entstanden ist, jedoch nicht jedes winzige Detail. Den Lesefluss hemmt ungemein, dass auf jedes Kapitel "Echtzeit" ein Kapitel "Geschichte" folgt. Die beiden Handlungen sind nicht unmittelbar miteinander verknüpft, so dass man durchaus erst die Hauptstory lesen und sich danach erst in die Geschichte Vulkans vertiefen kann.

Der aktuelle Handlungsstrang zeigt uns ein ungewöhnliches Bild Vulkans und wartet mit einem Faktor auf, der gerade für dieses Buch sehr ungünstig ist: Unlogik. Abgesehen von geld- und machtgierigen Vulkaniern, die sogar unter hohen Regierungsbeamten zu finden sind, stören vor allem die Argumente, die angeblich für eine Isolation Vulkans sprechen. Und Sareks Dilemma - privat ist er gegen die Sezession, als Botschafter Vulkans offiziell dafür - ist unverständlich, weil wie gesagt die Argumentation äußerst flach und eben nicht logisch ist. Um so passender stochert McCoy knapp an der Grenze der Legalität und weit vom Rande der Logik entfernt aufgrund eines "Gefühls" in vulkanischen Akten herum, verletzt mehrfach den Datenschutz und knackt zu guter letzt mithilfe des Enterprise-Computers einen von Sarek entworfenen Sicherheitscode. Sämtliche von ihm zusammengeführten Indizien weisen schließlich auf eine immense Verschwörung hin und liegen dennoch mehr oder weniger frei zugänglich für jedermann herum.

Überaus pathetisch, wenn auch nicht so überzogen wie vielleicht erwartet, präsentieren die Redner ihre Vorträge zum Thema Sezession. Es wird von beiden Seiten auf die üblich genannten Unterschiede hingewiesen, die einmal unüberbrückbare Differenzen darstellen, ein anderes Mal Suraks UMUK-Prinzip entsprechen - letztlich alles eine Sache der Auslegung. T'Paus Tod hingegen ist zuviel der Dramaturgie, hanebüchen begründet und widerlegt letztlich das Bild des selbstständig und logisch denkenden, unbeeinflussbaren Vulkaniers, da die Hohepriesterin mit nicht sehr subtilen Mitteln ihr gesamtes Volk manipuliert.

Glücklicherweise gelingt es der Autorin meisterhaft Humor und auch ironische Untertöne einzubauen. Gerade bei den Dialogen zwischen Vulkaniern und Außenweltlern/Menschen erfährt man die Spock/McCoy-Beziehung in potenzierter Form.

Ein ebenso verschachteltes Geschichtserlebnis hat die Autorin Diane Duane zusammen mit Co-Autor Peter Morwood über "Die Romulaner" verfasst.

Fazit: Da wir die Zukunft bereits kennen, ist die Frage, wie sich Vulkan bei der Sezessionsabstimmung entscheidet, uninteressant. Abwechselnd mit einigen trockenen Kapiteln vulkanischer Geschichte ist diese Story eher Durchschnitt. Einzig eine große Portion Humor und Ironie hebt sie da wieder hervor.

Bewertung

Weitere Infos


Titel "Spocks Welt"

Originaltitel "Spock's World"

Buchreihe Classic

Autor Diane Duane

Übersetzer Andreas Brandhorst

Preis Ursprüngl. Ladenpreis:
12,90 DM

Antiquarisch:
3 bis 4 Euro

Dieser Roman ist nur noch antiquarisch erhältlich.

Umfang 396 Seiten

Verlag Heyne

Bestellnummer 06/4830

ISBN 3-453-05017-7

(te - 20.07.07)


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