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Martin Weinrich (wc), Thomas Götz (tg)01.04.16

"Früher war alles besser"

Greg Cox

Inhalt

Seven of Nine nimmt an einer archäologischen Expedition auf einen Planetoiden im Delta-Quadranten teil. Plötzlich nehmen die Ereignisse eine katastrophale Wendung und Seven wird quer durch Zeit und Raum transportiert. Sie findet sich auf dem Planeten Yusub wieder – Auge in Auge mit einer der größten Legenden der Sternenflotte: James T. Kirk. Kirk weiß besser als die meisten, dass schon ein einziger aus der Zukunft Gestrandeter eine Gefahr für die Zeitlinie darstellen kann. Daher machen er und Seven sich an das gefährliche Vorhaben, sie in ihre eigene Zeit zurückzuschicken. Doch es gibt Leute, die hinter dem Wissen her sind, das Seven besitzt. Und nichts wird sie bei dem Versuch aufhalten, es in Besitz zu bringen – selbst wenn das bedeutet, die Kontrolle über die Enterprise übernehmen zu müssen.

Kritik

1. Martin Weinrich

Die folgende Rezension bezieht sich auf das amerikanische Original.

Zeitreisen sind ein heikles Thema, das in "Star Trek" bereits häufig ausgenutzt wurde. Vor allem in "Voyager" wurde das manchmal geradezu überstrapaziert. Daher ist es sehr überzeugend, dass Cox Seven durchaus pragmatisch an das Thema herangehen lässt. Natürlich rettet sie in der Vergangenheit erst einmal Captain Kirk. Als Nächstes wartet sie jedoch einen Moment. Schließlich wäre es gut möglich, dass die Besatzung der Relativity (oder einer anderen Zeitkontrollbehörde) in ihre Reise eingreift und sie rückgängig macht. Dass dies nicht geschieht, bedeutet entweder, dass ihre Reise von kurzer Dauer oder geringer Bedeutung ist (wofür sich wiederum auch kein Roman lohnen würde) oder dass ein Eingreifen aus anderen Gründen nicht möglich oder nicht erforderlich ist. Während der Leser diesen Moment rasch wieder vergisst, bietet er doch bereits einen wichtigen Ausblick auf den Handlungsverlauf.
Kirk und Seven treffen aufeinander.

Seven stellt rasch fest, dass es nicht leicht ist, in ihre Zeit zurückzukehren. Sie muss mehrere Artefakte finden. Da sie sich trotz ihrer Borg-Komponenten und der Einschränkung, nichts von der Zukunft enthüllen zu können, das Vertrauen Captain Kirks und seiner Crew erarbeiten kann, ist das eigentlich kein großes Problem. Doch befinden sich die Artefakte in der tieferen Vergangenheit. Wann immer Seven (in der Regel mit Kirk) den Ort eines der Objekte erreicht, wird sie weiter in die Vergangenheit transportiert. Dabei erlebt sie Momente längst zerstörter Kulturen, deren Überreste die Enterprise-Besatzung in der originalen Fernsehserie begegnet ist.

Zu den Herausforderungen in der Vergangenheit gesellt sich das Problem, dass die Enterprise einen orionischen Spion an Bord hat. Somit wird Seven ständig von Piraten verfolgt, die es auf ihr Wissen abgesehen haben. Das schont zwar ihr Leben, doch kommt eine den klassischen Episoden in Nichts nachstehende Zahl an Redshirts ums Leben. Außerdem führt die Verfolgung zu einem actionreichen Gefecht in der Neutralen Zone.

Sowohl die Piraten als auch die Ausflüge in die Vergangenheit bieten einiges an Action. Leider bleiben beide Handlungsstränge relativ vorhersehbar. Natürlich gelingt es Seven in der Vergangenheit die Artefakte zu finden. Natürlich sorgt jede Begegnung mit der Enterprise-Besatzung für ein Feuerwerk launischer Sprüche. Und da der Leser weiß, dass es einen Spion auf der Enterprise gibt, werden natürlich kurz danach die Orioner auftauchen. Selbst bei Sevens "genialem" letzten Plan, die Orioner zu besiegen, ist der Leser zu einem großen Teil vorher eingeweiht. Das sorgt dafür, dass der Roman größtenteils actiongeladen und unterhaltsam, aber nur begrenzt spannend ist.

Doch Greg Cox weiß zumindest mit einem fulminanten Ende zu überraschen. Verdächtig früh werden die Orioner in ihre Grenzen verwiesen. Ausgerechnet auf der vermeintlich simpelsten letzten Reise in die Vergangenheit und zu dem letzten Artefakt kommt es zu der größten Herausforderung. Für einen kurzen Moment sieht es so aus, als wäre die bekannte Zeitlinie gänzlich verloren. Und dann muss Seven erkennen, dass sie an einer großen Schnitzeljagd teilgenommen hat. Da sie sie bestanden hat, wird sie vor eine ungemein schwierige Entscheidung gestellt. Selbstverständlich hat diese Entscheidung etwas mit "Zeit" zu tun und da sie Seven die Möglichkeit, ihre Eltern vor der Reise in den Delta-Quadranten zu warnen, noch einmal definitiv vor Augen führt, hat sie ein enormes emotionales Ausmaß. Cox' Art, Seven diese Entscheidung ausführen zu lassen, ist ein sehr gelungener Abschluss dieses Crossover-Romans.

Fazit: Seven trifft auf die originale Enterprise-Besatzung und das harmonisiert überraschend gut. Der Roman ist unterhaltsam und actiongeladen. Auch wenn die Spannung an manchen Stellen fehlt, kann das sehr überzeugende Ende des Romans doch für einen sehr guten Eindruck sorgen.

2. Thomas Götz

Die folgende Rezension bezieht sich auf die deutsche Ausgabe des CrossCult-Verlages.

Crossover sind ja gerade wieder in und ein Crossover der besonderen Art erlebt man mit diesem vorliegenden Roman. Das Titelbild, das vor allem bei den Gesichtern aber etwas unscharf wirkt, verrät es schon: Seven of Nine trifft auf Kirk. Natürlich kann das nur über eine Zeitreise passieren und mit Greg Cox ist bereits ein Autor an Bord, der bereits einige Star Trek-Romane verfasst hat, viele davon schon in den Achtzigern. An dieser Stelle muss auch vor dem Weiterlesen gewarnt werden, denn ohne Spoiler, vor allem zum Ende des Romans, geht es in diesem Fall nicht. Wer sich den Spaß also nicht verderben lassen will, der springt besser gleich zum Fazit.

Wie erwähnt muss man die beiden Helden natürlich erstmal zusammenbringen, wozu sich eigentlich nur eine Zeitreise anbietet. Eine rätselhafte archäologische Mission führt auf der Voyager sogleich zu diesem Zeitsprung und Seven trifft auf Kirk (und später natürlich seine Crew). Dies führt zu einigen sehr schönen Szenen, vor allem Spock und Seven gehören hier zu den kleinen Highlights, sind sie sich doch sehr ähnlich (und Seven wollte Spock eh mal kennenlernen). Auch sonst fügt sich Seven recht schnell ein und es zeigt sich, das Kirk die temporalen Direktiven, trotz seiner Cowboy-Art, durchaus zu schätzen weiß und Sevens Infos diskret behandelt (und selbst bei ihr abblitzt).

Was sich anschließt ist eine Hatz durch verschiedene Zeitperioden und Stationen der Enterprise, sprich: es werden vergangene Episoden nochmal aufgegriffen und erweitert. So trifft man beispielsweise auf Cheron ein und wird in die Vergangenheit geschickt. Dort erlebt man den Untergang der Zivilisation noch einmal live mit, wobei sich Seven und Kirk aus der Geschichte heraushalten. Auch diese Szenen funktionieren recht gut, auch wenn man sie sich manchmal wie Füllwerk anfühlen. Apropos Füllwerk: diesen Eindruck hat man leider auch etwas von den orionischen Piraten.

Diese erfahren durch den obligatorischen Verräter von Seven und wollen sie in ihre Gewalt bringen. Um allzu sexistische Szenen zu vermeiden und die FSK12-Freigabe des Buches zu halten, kommt es dazu aber nie. Spaß beiseite, das die Orioner überhaupt von Seven erfahren, ist in einem Zufall begründet, denn zufällig ist die Enterprise auf diplomatischer Mission und hat zufällig einen Verräter an Bord, der alles brühwarm weitergibt. Damit sind wir aber auch schon bei den negativen Aspekten des Buches.

Viele Stellen wirken einfach konstruiert und an ebenso vielen anderen Stellen werden typische Star Trek-Klischees bedient. Der erwähnte Verräter ist da nur ein Beispiel. Dann werden auf jede Mission Sicherheitsoffiziere mitgenommen - Redshirts. Wie für Redshirts üblich segnen diese alle kurz darauf das Zeitliche. Das mag zwar TOS-typisch sein, in der Häufigkeit, in der es in diesem Buch vorkommt, wirkt das Ganze aber doch etwas störend bzw. zu sehr mit dem Holzhammer auf die Redshirt-Schiene gedrückt. Auch der obligatorische Badass-Vorgesetzte (oder in dem Fall Diplomat) darf nicht fehlen und den Unsympath raushängen lassen, nur um am Ende eines besseren belehrt zu werden.

Kirk selbst verhält sich vergleichsweise passiv und zurückhaltend, was irgendwie nicht zu seinem Cowboygehabe passt. Gut, immerhin werden die Sicherheitsmaßnahmen der Enterprise diesmal als sehr effektiv dargestellt (und teilweise sogar besser als die 24.Jahrhundert-Pendants) und die Angreifer haben, von kleineren Erfolgen abgesehen, kaum eine Chance. Schön ist an dieser Stelle auch, das immerhin alle Leute der Classic-Crew eine schöne Szene spendiert bekommen haben, so darf Uhura etwa auch mal mit Granaten werfen. Vor allem aber bei der List am Schluss wird auch dem Leser schnell klar, das etwas dahinterstecken muss, immerhin wird man kaum die Hauptcharaktere töten. Zudem erscheint der Plan und die vorherige Hatz durchs Schiff auch unnötig kompliziert, wenn man das Shuttle auch einfach hätte fernsteuern können.

Auch die letztliche Auflösung erscheint etwas merkwürdig. Ein einsamer Zeitreisender, der seine Maschine derart mächtig gemacht hat, das man auch durch den Raum reisen kann - und der nicht in der Lage ist, sie zu zerstören und dafür lieber Artefakte im All verteilt? Und der Kirk zum Gedenken ein Riesengroßes Bildnis von ihm erschafft (was für einen Mann allein übrigens eine reife Leistung ist)? Der Kirk deswegen auswählt, weil er unter anderem der letzte war, der Sarpeidon betreten hat - und man sich fragen muss, woher kann er das eigentlich wissen, ging die Welt doch wenige Sekunden später unter und war Mr. Atoz doch der letzte dort?

Auch die moralische Frage am Ende übergeht der Autor hier geschickt. Zwar muss Seven kurz darüber nachdenken, die Maschien zu behalten, aber da sie eh kurz vor dem Zusammenbruch steht, bleibt ihr nur als letzter Akt die Zerstörung. Das dies die Zeitlinie, die sie gerade erlebt hat, auslöscht ist dann wieder ebenso Star Trek-typisch vorhersehbar, auch wenn sich Seven und Kirk weiterhin daran erinnern. Immerhin bringt Cox auch Elemente aus älteren Star Trek-Büchern ein, und damit ist nicht etwa die jüngere Zeit gemeint sondern durchaus die Achtziger und Neunziger Jahre und A.C. Crispins "Sohn der Vergangenheit". Ein kleiner aber netter Fanservice.

Fazit: Alles in allem ist das Buch nicht schlecht, aber auch kein Überflieger. Die Dynamik zwischen Seven und der Classic-Crew ist gut und trifft den richtigen Ton, ein wenig Feinschliff mit weniger Zufällen und etwas weniger "Classizysmen" hätte dem Buch aber auch ganz gut getan. Knapp an 4 Sternen vorbei.

Bewertung

1. Martin Weinrich
2. Thomas Götz

Weitere Infos


Titel "Früher war alles besser"

Originaltitel "No Time Like the Past"

Buchreihe Classic

Autor Greg Cox

Übersetzer René Ulmer

Preis 12,99 Euro

Umfang 400 Seiten

Verlag CrossCult

ISBN 978-3-86425-801-5

(wc, tg - 01.04.16)


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