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Martin Weinrich (wc)13.04.13

"Devil's Bargain"

Tony Daniels

Inhalt

Die Besatzung der Enterprise folgt einem Notruf der Kolonie Vesbius. Ein riesiger Asteroid wird die Kolonie in einem Monat treffen und voraussichtlich das komplette Biosystem des Planeten zerstören. Bei der Ankunft wird Captain Kirk von dem Kanzler der Kolonie, Faber, jedoch überrascht: Die Regierung hat den Notruf nicht abgesandt, man wünscht nicht evakuiert zu werden. Das Beste wäre es, so der Kanzler, die Enterprise verlasse das System sofort wieder.

Da Vesbius sich von der Föderation gelöst hat, sind Kirk rein rechtlich die Hände gebunden. Dennoch entscheidet er sich, auf dem Planeten nachzusehen, warum die menschlichen Kolonisten die Kolonie nicht verlassen wollen und was sie stattdessen vorhaben. Er erfährt, dass die Kolonisten planen, sich in unterirdischen Höhlen vor dem Asteroiden zu schützen. Danach wollen sie wieder an die Oberfläche zurückkehren und versuchen ihren Planeten wieder lebensfreundlich zu machen. Spock findet jedoch schnell heraus, dass die Höhlen dem Einschlag des Asteroiden nicht widerstehen werden.

Kirk beginnt rasch ein Verhältnis mit der Tochter des Kanzlers, Hannah. Von ihr erfährt er den wahren Grund für die Sturheit der Kolonisten. Vesbius bietet eigentlich keine Lebensgrundlage für Menschen. Das musste die erste Siedlergeneration schmerzlich feststellen, als alle auf Vesbius geborenen Kinder an Allergien starben. Um das zu verhindern, begannen die Vesbianer an ihrem Erbgut zu arbeiten. Das ist in der Föderation aufgrund der Erfahrungen der eugenischen Kriege verboten. Nur um diesem Verbot zu entgehen, wurden die Verbindungen mit der Föderation aufgelöst. Die Experimente gingen so weit, dass die Vesbianer nun sicher auf Vesbius leben können. Sobald sie den Planeten aber verlassen, werden sie schwächer und sterben irgendwann. Daher ist eine Evakuierung keine Option.

Das sieht die Terrorgruppe Exos anders. Sie denken ähnlich wie einst Khan während der eugenischen Kriege. Sie halten sich für die besseren Menschen. Den Asteroideneinschlag sehen sie als Probe. Nun würde sich zeigen, welche Vesbianer stark genug sind, um in die Galaxis hinauszugehen und diese zu erobern. Die Schwächeren hätten es dann verdient zu sterben. Diese Gruppe setzt Gewalt ein, um ihrem Ziel, der Evakuierung, näher zu kommen.

Für Kirk wirkt die Situation zunächst aussichtslos. Bis er sich an die Kinder der Horta aus der Episode "Horta rettet ihre Kinder" erinnert. Sie sind in der Lage, sich durch Stein zu beißen. Mit ihrer Hilfe könnte es möglich sein, den Asteroiden in kleine Teile zu zerlegen und damit die Kraft des Aufschlages zu vermindern. Alles hängt davon ab, ob man die Horta-Kinder auf Janus IV davon überzeugen kann, den sehr xenophoben Vesbianern zu helfen. Überraschenderweise stellt sich heraus, dass Spock eine wichtige Rolle im Überzeugungsprozess spielen wird ...

Kritik

Die Kolonie Vesbius wird in einem Monat von einem Asteroiden zerstört. Die Enterprise wurde zu Hilfe gerufen, doch nun weigern sich die Kolonisten, den Planeten zu verlassen. Warum?
Der Roman beginnt sehr solide. Eine Kolonie, die man zuvor noch nicht kannte, steht vor der Ausrottung. Die Bewohner des Planeten verhalten sich merkwürdig. Kirk vermutet sogar zunächst, dass es einen Militärstreich gab, der den Kanzler der Kolonie zu seiner ablehnenden Haltung gegenüber einer Evakuierung drängt. Überraschenderweise ist das Szenario dann doch deutlich vielschichtiger als zuvor angenommen.

Zunächst einmal gelingt es Tony Daniels überraschend gut, die Kolonie und ihre Bewohner zu schildern. Die Vesbianer sind einzigartige Biologen und brauen zudem noch das vermutlich beste in der Föderation bekannte Bier. Sie sind sehr ausgelassen und gegenüber Menschen ausgesprochen gastfreundlich. Ein nennenswerter Teil der Bevölkerung lehnt Nichtmenschen aber kategorisch ab, sodass sich Spock offenem Rassismus ausgesetzt sieht. Dieser Einstieg ist sehr stimmungsvoll, sodass man danach auch mit den Kolonisten um das Schicksal Vesbius mitfiebert.

Daniels setzt zudem zu Beginn auf eine sehr ironische Interessenskonstellation. Die meisten Kolonisten möchten auf Vesbius bleiben. Die Enterprise-Besatzung möchte gerne möglichst rasch mit einer Evakuierung beginnen. Das sehen die Exo-Terroristen - aus anderen Gründen, wie man später erfährt - auch so. So kommt es, dass die xenophobsten Mitglieder der vesbianischen Gesellschaft sich gezwungen sehen, Spock bei seinen Ausführungen über die Vorzüge einer Evakuierung zuzustimmen. Das ist ein putziger Moment in einem ansonsten relativ ernsten Roman.

Das Highlight ist aber der Lösungsvorschlag über die Horta. Denn die Horta-Kinder können natürlich nicht auf Föderationsstandard kommunizieren. Stattdessen bedarf es wieder einer vulkanischen Gedankenverschmelzung. Auch danach erhält Spock regelmäßig Einblicke in die Psyche der Horta. Außerdem wird dem Leser in einigen Abschnitten die Chance geboten, die Geschichte aus den Augen eines Horta zu erleben.

Die Horta-Kinder haben während der Geschichte noch eine mentale Verbindung miteinander und können so kommunizieren. Die wurde auf Janus IV aber hauptsächlich von ihrer Mutter aufrechterhalten. Wenn die Horta älter werden, schwächt sich diese mentale Verbindung ab. Davor fürchten sich die Kinder, denn dann wären sie alleine - wie die Menschen.

Da ihre Mutter im Sterben liegt, wählen sie Spock als neue Mutter. Das ist ihre Bedingung dafür, dass sie den Vesbianern helfen. Bald entbrennt jedoch ein Wettstreit verschiedener Clans um die Gunst Spocks. Spock findet sich somit auf einmal in einer Elternrolle wieder, auf die er nicht vorbereitet ist. Er löst das Problem, indem er die Rolle eines strengen Vaters einnimmt. Letztlich finden die Horta in einem Beitritt zur Föderation die Alternative zu Spock als strengem Vater, der den Kontakt unter ihnen aufrechterhält.

Der Roman erzählt in dieser Nebenhandlung also zwei Entwicklungsgeschichten. Zunächst einmal entwickeln die Horta durch ihren Kontakt mit Spock und dem Weltall Neugierde und Entdeckerdrang. Außerdem werden sie selbstständiger und reifer. Gleichzeitig entwickelt sich Spock in seiner Elternrolle wieder, er vermisst das am Ende des Romans sogar.

Die Haupthandlung entwickelt sich relativ vorhersehbar. Die Exo-Terroristen haben ihre Anhänger auch in den Vesbianern, die die Enterprise bei ihrer Mission, den Asteroiden zu sprengen, begleiten. Insofern gibt es mehrere Sabotageversuche, bei denen die Horta einmal sogar ernsten Gefahren ausgesetzt sind. Die Situation mit den Terroristen eskaliert immer weiter, letztlich kann die Gefahr aber eingedämmt werden.

An dieser Handlung ist am Interessantesten, dass die Terroristen immer wieder Parallelen zwischen sich und Khan ziehen und sich für die rechtmäßigen Herrscher über alle anderen Spezies, inklusive den Menschen, halten. Dieser Herrscheranspruch steht in einem krassen Gegensatz zu ihren doch recht dämlichen Aktionen an Bord der Enterprise. Diese können die Sprengung des Asteroiden nämlich nie gänzlich aufhalten.

Der Plan, den Asteroiden mit Schächten zu versehen und diese zu sprengen, funktioniert beinahe. Ein recht großer, im Vergleich zu dem gesamten Asteroiden aber kleiner Kern bleibt übrig und richtet auf der Kolonie verheerenden Schaden an. Nichtsdestotrotz sieht es danach aus, als hätten die Kolonisten auf Vesbius eine harte, aber immerhin eine Zukunft vor sich.

Kirks Liebesbeziehung endet überraschenderweise nicht besonders tragisch. Ihm ist klar, dass er sich für die Enterprise entschieden hat und dass Hannah auf Vesbius gebraucht wird. So gibt es keine stereotype Abschlusszeremonie, sondern ein Ausklingen, in dem Spock die Horta und Kirk Hannah vermisst, die Mission der Enterprise aber selbstverständlich weitergeht.

Fazit: "Devil's Bargain" ist ein guter Roman, der mit einigen überraschenden Seiten aufwartet. Die Darstellung der Kolonie ist sehr gelungen, die Entwicklung der Horta ebenfalls. Außerdem ist die Orientierung der Terroristengruppe an den Augments sehr interessant. Darüber hinaus gibt es solide Unterhaltung mit einem waghalsigen Plan und gut skizzierten Charakteren. Das ist häufig nicht besonders überraschend oder innovativ, unterhält aber gut.

"Devil's Bargain" ist unter anderem bei Amazon.de als Taschenbuch und als E-Book erhältlich.

Bewertung

Weitere Infos


Titel "Devil's Bargain"

Buchreihe Classic

Autor Tony Daniels

Preis 5,80 Euro

Umfang 320 Seiten

Verlag Simon & Schuster Pocket Books

ISBN 9781476700472

(wc - 14.04.13)


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