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Martin Weinrich (wc)08.11.14

"Serpents in the Garden"

Jeff Mariotte

Inhalt

Admiral Kirk erkennt ungewöhnliche Klingonenbewegungen um den Planeten Neural. Kirk wird sofort von Schuldgefühlen verfolgt. In der Episode "Der erste Krieg" fand er heraus, dass ein Stamm der primitiven Bewohner von den Klingonen mit Schusswaffen versorgt wurde. Damit sich der unterlegene Stamm, die "Bergleute", besser schützen konnte, brach Kirk die oberste Direktive und verteilte seinerseits Schusswaffen. Anschließend hat er nie wieder überprüft, was aus den Bewohnern des Planeten geworden ist. Da er nun wieder einen Versuch der Klingonen befürchten muss, die Kontrolle über den Planeten zu übernehmen, macht sich Kirk mit seinem Adjutanten und zwei Sicherheitsleuten auf den Weg nach Neural.

Dort muss er feststellen, dass die von ihm einst unterstützte Seite hoffnungslos unterlegen ist. Die "Dorfleute" haben einen weiteren unnatürlichen Technologiesprung geschafft. Sie haben zudem damit begonnen, systematisch Bergleute zu versklaven, um sie in einer Mine arbeiten zu lassen. Kirk ist sich sicher, dass die Klingonen dahinterstecken und damit den Vertrag von Orania brechen. Doch ihm fehlen Beweise...

Kritik

Die Klingonen sind nach Neural zurückgekehrt. Admiral Kirk begibt sich auf eine geheime Mission, um eine verhängnisvolle Entscheidung der Vergangenheit zu korrigieren.
Neural ist ein ausgezeichnetes Thema für einen "Star Trek"-Roman. Es ist eines der besten Beispiele für einen blutigen Stellvertreterkrieg infolge des Vertrages von Organia. Da die Klingonen weder offen Richtung Föderationsraum expandieren noch primitive Völker unterstützen dürfen, haben sie in der Originalserie einen Konflikt innerhalb einer friedlichen Zivilisation angestiftet. Aufgrund der Obersten Direktive sah Kirk keine andere Wahl als die andere Seite mit ähnlichen Waffen auszustatten. So notwendig die Tat auch erschien, so vorhersehbar ist die durch sie ausgelöste Gewaltspirale. Nun kehrt Kirk nach Neural zurück und erlebt, dass sich das einst friedliche Paradis endgültig in eine Dystopie verwandelt hat. Die Dorfleute haben sich in "Sieger" umbenannt, die Bergleute haben sich mit anderen Stämmen zu den sogenannten "Freien" zusammengetan. Gemeinsam haben sie zumindest eine kleine Chance, den regelmäßigen Sklavenjagden der "Sieger" zu entkommen. Die klingonische Hilfe für die "Sieger" ist offensichtlich, Kirk fehlen jedoch konkrete Beweise.

Auf dieser Grundlage ließe sich eine sehr gelungene Geschichte erzählen. Der äußere Einfluss auf primitive Spezies, die scheinbar grausamen Auswirkungen des durch das Abkommen von Organia ausgelösten Kalten Krieges zwischen der Föderation und dem Klingonischen Imperium sowie Kirks Schuldgefühle böten sich als ideale Handlungsstränge an. Leider lässt Mariotte all diese Chancen ungenutzt.

Stattdessen erzählt er eine in einigen Punkten durchaus spannende, oft aber eher behäbige Geschichte. Hier entdecken Kirk und seine Begleiter zunächst das Dorf der "Freien", erkunden anschließend die Umgebung, dann die Stadt der "Sieger", um in einem wilden Finale für Frieden zu sorgen. Das ist immer konventionell, in wenigen Fällen überraschend und wird lediglich mit zur Spannung nichts beitragenden Handlungen um das Dorfleben der „Freien“ ergänzt. Dabei ergeben sich ständig Möglichkeiten, auf die kosmische Politik einzugehen, die Mariotte niemals nutzt.

Außerdem weist sein Roman einige eklatante Schwächen auf. Zunächst erscheint die Entscheidung Kirks und seiner Begleiter, sich sowohl der Kommunikatoren als auch der Phaser zu entledigen, äußerst gewagt. Natürlich müssen sich die Offiziere darum bemühen, dass sie nicht enttarnt werden. Spätestens bei dem Eindringen in die Stadt der "Sieger" hätte man diese Entscheidung revidieren müssen. Kirks Leichtsinnigkeit wird jedoch gleich mehrfach quittiert: Er kehrt allein von der Mission zurück.

Leider resultiert dies kaum in emotionalen Momenten. Mariotte versucht mehrfach den Tod von Sternenflottenangehörigen zu emotionalisieren. Doch genau wie die Liebesbeziehungen innerhalb des "freien" Dorfes gelingt es ihm nicht, dies überzeugend darzustellen. Im Gegenteil, Kirks Adjutant, für dessen Charakterisierung Mariotte sich am meisten Zeit nimmt, stirbt in einem Nebensatz. Zudem wirken Mariottes Charaktere wie Stereotype. Der ewig treue Adjutant, der immer gute Anführer der "Freien", der wilde Sohn – all das kann nicht überzeugen.

Dem gegenüber steht ein relativ überzeugendes Ende. Die Lösung des Konflikts ist simpel aber glaubwürdig. Eine besondere Rolle kommt dabei dem bereits aus der Fernsehserie bekannten Anführer der Freien, Appells, zu. Er ist auch der einzige Charakter, der zwar schlicht beschrieben, aber überzeugend ist. Spannend wird das Ende vor allem durch eine Boden- und eine Raumschlacht, in der Mariotte zeigt, dass er zumindest ordentliche Actionszenen schreiben kann. Trotzdem kann dieses gelungene Thema nicht darüber hinwegtäuschen, dass Mariotte nicht einmal die Chance genutzt hat, Kirks Schuldgefühle überzeugend zu ergründen.

Fazit: "Serpents in the Garden" ist aufgrund dieser elementaren Schwächen in der Konstruktion der Handlung und in der mangelhaften Qualität der Charaktere ein äußerst durchschnittlicher Roman. Mariotte lässt fast alle interessanten Aspekte der Handlung aus, einzig in der Darstellung des Endes sowie des Anführers der "Freien" kann er überzeugen.

Bewertung

Weitere Infos


Titel "Serpents in the Garden"

Buchreihe Classic

Autor Jeff Mariotte

Preis 5,77

Umfang 368 Seiten

Verlag Simon & Schuster Pocket Books

ISBN 9781476749655

(wc - 08.11.14)


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