Daily Trek Cast & Crew Focus & Background Franchise & Fandom
Star Trek Into Darkness Star Trek XI Enterprise Universum
SF-Zone Raumfahrer.net
GameZone Literatur
Trek BBS Quark's Bar Star Trek Rollenspiel

Seitenoptionen



News & StoriesSerien & FilmeScience & FictionMediaCommunity

Portal Facebook Twitter YouTube Flickr Chat Trek BBS

 
Daily Trek News
SF-Zone News

Martin Weinrich (wc)16.01.16

"Child of Two Worlds"

Greg Cox

Inhalt

Auf der Enterprise unter Captain Pike ist kurz nach den Ereignissen Talos IV Rigelianisches Fieber ausgebrochen. Die Krankheit ist äußerst hartnäckig und kann tödlich verlaufen. Doch der leitende Arzt der Enterprise benötigt für ein experimentelles Heilmittel Ryetalyn und das ist ein sehr seltenes Erz. In der Gegend, in der die Enterprise gerade ihre Forschungsmission durchführt, gibt es dieses Erz nur auf Cypria III. Diese Welt liegt in der Nähe der klingonischen neutralen Zone und die Bewohner achten dementsprechend sehr darauf, neutral zwischen den beiden Blöcken zu stehen.

Kaum hat die Enterprise den Planeten erreicht, trifft ein Notruf ein. Es bleibt gerade noch genügend Zeit, ein Außenteam für Verhandlungen auf Cypria III abzusetzen. Es stellt sich heraus, dass ein cyprianischer Frachter gegen ein klingonisches Kriegsschiff kämpft. Der Enterprise gelingt es in letzter Sekunde, die Passagiere zu retten. Es handelt sich um zwei Schwestern. Elzura wurde einst in jungen Jahren bei einem klingonischen Überfall entführt und wuchs in einer klingonischen Familie unter dem Namen Merata auf. Ihre Schwester Soleste verwendete all ihre Energie darauf, sie wiederzufinden. Nun, nach zehn Jahren ist es ihr geglückt, beide befinden sich in Sicherheit auf der Enterprise.

Allerdings hat Merata überhaupt nicht vor, nach Cypria III zurückzukehren. Außerdem verlangt der Captain des klingonischen Bird of Preys, der auch Meratas Ziehvater ist, ihre Auslieferung. Gleichzeitig weigern sich die Bewohner von Cypria ihr Ryetalyn zu teilen so lange Elzura nicht in "ihre Heimat" zurückgebracht wird. Die Situation ist für Captain Pike, der wie der Großteil seiner Besatzung bereits an dem rigelianischen Fieber leidet, sehr delikat. Er bittet Spock, der ebenfalls in zwei Kulturen verwurzelt ist, mit Merata eine Lösung für das Dilemma zu finden.

Kritik

Spock steht am Anfang seiner Laufbahn und begegnet einer Cyprianerin, die in ihrer Kindheit von Klingonen entführt und groß gezogen wurde: Sie ist wie er ein Kind zweier Welten geworden.
"Child of Two Worlds" ist ein unterhaltsamer und kurzweiliger Roman. Das liegt in erster Linie an der guten Charakterisierung Spocks aber auch an der prägnanten Darstellung der Handlung und der Zuspitzung verschiedener unglücklicher Umstände zu dem in der obigen Zusammenfassung dargelegten Dilemma für Captain Pike.

Ein Roman, der sich mit Spocks Seelenleben beschäftigt, ist schwierig zu schreiben. Cox weicht diesm Problem ein wenig aus, indem er Spock eher eine Nebenrolle zugesteht. Die Geschichte beginnt mit einer knappen Szene aus Spocks Jugend, die seine innere Zerrissenheit anhand eines Nahrungsmittels darstellt. Im weiteren Verlauf der Handlung übernimmt Spock eher eine Hintergrundrolle: Während die Enterprise-Besatzung sich nicht nur mit der Krankheit, sondern auch schießwütigen Klingonen und aufgebrachten Cyprianern herumschlagen muss, besteht Spocks Rolle hauptsächlich darin, sich mit Merata zu unterhalten. Cox zieht dabei immer wieder subtile Parallelen zwischen den beiden, ohne diese dem Leser zu direkt ins Gesicht zu schreiben. Das ist überzeugend und das subtile Band, das sich dadurch zwischen Spock und Merata spinnt, kann dadurch sehr gut gedeihen.

Wirklich kurzweilig wird die Erzählung aber vor allem durch Coxs Schreibstil und seine Charakterisierung der Enterprise Besatzung. Die schlägt sich auf dem Schiff und auf dem Planeten mit verschiedenen Problemen herum. Cox kann dies sehr sympathisch darstellen und lässt den Leser in vielen, mit hohem Tempo inszenierten Szenen im wahrsten Sinne des Wortes "mitfiebern".

Cox entscheidet sich zudem dazu, Captain Pike nicht zweifeln zu lassen. Er könnte sich das lebensnotwendige Ryetalyn einfach mithilfe der Transporter nehmen. Er könnte Merata auch schlicht ausliefern. Dieser Gedanke kommt dem Sternenflottencaptain nicht einmal. Auf der einen Seite wirkt dies unrealistisch. Andererseits verdeutlicht dies geradezu in Reinform die Ideale, die die Originalserie transportieren wollte: Die Föderationsgesellschaft ist so weit gekommen, dass sie unethische Maßnahmen nicht einmal in Erwägung zieht, sondern auch angesichts drei anrückender Bird of Preys noch auf eine einvernehmliche Lösung setzt. Das mag unrealistisch sein, transportiert aber auch die Vision einer "besseren" Zukunft. Praktischerweise erhöht diese Selbstverpflichtung auf eine friedliche Lösung natürlich die Komplexität des Problems und damit den Druck auf die Handlung – was der Spannung nur zugute kommt.

Allerdings führt dies auch zu einem der zwei negativen Punkte des Romans. Das Dilemma ist so gut ausgearbeitet, dass am Ende nur noch eine sehr einfache Lösung zurückbleibt. Hier hätte Cox die Handlung auch auf eine komplexere Lösung, die vielleicht mehr mit Spocks Seelenwelt zu tun hat, zuspitzen können. Dadurch hätte der Titel "Kind zweier Welten" nicht nur etwas zum Problem, sondern auch zur Lösung der Handlung beitragen können.

Die zweite Schwäche ist, dass niemals erklärt wird, warum ein stolzer klingonischer Captain, der gerade eine wehrlose Kolonie zerstört hat und die dortige Bevölkerung massakriert hat ausgerechnet ein überlebendes Kind dieses Angriffs adoptieren sollte. Das wirkt äußerst seltsam, zumal Klingonen nicht gerade dafür bekannt sind, anderen Völkern per se Respekt entgegen zu bringen. Hier wäre eine kleine Erklärung sehr hilfreich gewesen.

Greg Cox versucht also gar nicht erst, tief in Spocks (oder Meratas) Seelenwelt vorzudringen. Stattdessen schildert der Roman ein pfiffiges, schnelles und spannendes Abenteuer, das auch gut die Grundlage für eine einzelne TV-Folge hätte bilden können. Cox kommt damit dem Ideal der "Seekers"-Reihe, gelungene abgeschlossene Geschichten zu präsentieren, deutlich näher als die vergangenen Bände dieser Reihe.

Fazit: "Child of Two Worlds" ist ein überzeugender, schneller und kurzweiliger Roman. Die Erzählung geht nicht überall in die Tiefe, betrachtet Spocks und Meratas Psyche eher oberflächlich und baut gerade deswegen ein hohes Tempo auf. Der Roman fühlt sich dadurch wie eine sehr gute Fernsehepisode an.

Bewertung

Weitere Infos


Titel "Child of Two Worlds"

Buchreihe Classic

Autor Greg Cox

Preis 7,88

Umfang 368 Seiten

Verlag Simon & Schuster Pocket Books

ISBN 9781476783253

(wc - 16.01.16)


Nach oben

Alle Berichte sind das geistige Eigentum der Autorinnen und Autoren. Jede unautorisierte Übernahme ist ein Verstoß gegen das Urheberrecht. Für Anfragen betreffend Artikel- oder Newsübernahme wenden Sie sich bitte an den Redaktionsleiter.

"Star Trek", "Star Trek: The Next Generation", "Star Trek: Deep Space Nine", "Star Trek: Voyager", "Star Trek: Enterprise" und alle verwandten Markennamen sind eingetragene Handelsmarken von Paramount Pictures. Kopierrechtlich geschütztes Material wurde ausschließlich für nichtkommerzielle Zwecke genutzt. Dies gilt auch für alle Materialien, die aus anderen Franchises stammen und im Rahmen der TZN SF-Zone genutzt wurden.

Mitarbeit Kontakt Impressum

© TrekZone Network, 1999-2016