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Thomas Götz (tg)08.02.14

"Das Ende der Dämmerung"

Jerry Oltion

Inhalt

Anders als andere Planeten dreht sich Rimillia nicht um die eigene Achse. Daher sind seine Tag- und Nachtseite fortwährend den Extremen von heiß und kalt ausgesetzt. Nur ein dünner Streifen der Planetenoberfläche ist bewohnbar – bis jetzt.

Die Dumada planen, Rimillia mithilfe von gigantischen Impuls-Motoren von unvorstellbarer Kraft zum Rotieren zu bringen, um die gesamte Welt besiedelungstauglich zu machen. Doch einige befürchten, dass die damit verbundenen enormen Kräfte stattdessen den ganzen Planeten auseinanderreißen könnten.

Damit beauftragt, den Dumada zu helfen, muss Captain Kirk einen entführten Wissenschaftler retten, der für das Rotationsprojekt von entscheidender Bedeutung ist. Doch kann, wenn die gigantischen Motoren einmal aktiviert wurden, selbst Scotty Rimillia – und die U.S.S. Enterprise – noch vor der totalen Zerstörung bewahren?

Kritik

Der Planet Rimillia wird sterben, wenn die Einwohner keine Gegenmaßnahmen ergreifen. Die Enterprise kommt zur Hilfe, doch plötzlich kommt es zu Sabotageakten.
Auch bei den Classic-Romanen führt Cross Cult die Veröffentlichung auf Deutsch fort und zwar dort, wo der Heyne-Verlag seinerzeit gestoppt hatte. Der neueste Streich aus dieser Richtung ist der vorliegende Roman, der erneut von Jerry Oltion stammt, der bereits den grandiosen Band "Der Friedensstifter" abgeliefert hat.

Eines vorweg: Das Niveau des vorherigen TOS-Bandes erreicht dieser Roman nicht, auch wenn Oltion erneut beweist, dass er seine Charaktere im Griff hat. So versucht er, jedem Charakter etwas Entfaltungsraum zu geben und sich nicht nur auf "die großen Drei" zu konzentrieren. Leider muss man sagen, dass dieser Schuss hier etwas nach hinten losgeht. Zwar ist es schön, auch Szenen mit Chekov, Sulu und Uhura zu haben, vor allem aber Ersterer und Letztere dienen kaum zu mehr als Stichwortgebern und hätten genauso gut weggelassen werden können. Auch Sulus Einsatz als Gärtner beziehungsweise Genetiker wirkt teilweise etwas aufgesetzt und erzwungen, denn die Handlung hätte auch ohne ihn funktioniert.

Wobei die Handlung an und für sich neue Wege geht. Ein Planet, der keine Eigenrotation aufweist, soll in Drehung versetzt werden. Soweit so gut, nur wird das Wie im weiteren Verlauf des Buches etwas zu technisch. Immerhin sind 30.000 Impulstriebwerke auf dem Planeten installiert worden - was im Übrigen die Frage aufwirft, wie der Planet diese in Eigenregie hat bauen können, sofern man sie nicht vom lokalen Schrotthändler erstanden hat. Denn man wird nicht müßig zu erwähnen, dass der Planet ressourcentechnisch eigentlich am Ende ist und, da er keine Eigenrotation aufweist, eine Seite immer der Sonne zugewandt – also zum Überleben zu heiß ist – während die andere von der Sonne weggewandt und zum Leben zu kalt ist. Leben ist nur auf einem äquatorialen Streifen möglich und genau dort haben es die Bewohner geschafft, 30.000 Impulstriebwerke hinzustellen, um den Planeten anzutreiben.

Eine etwas haarsträubende Ausgangssituation und man wird an andere Romane aus dieser Zeit erinnert, in der schon mal Planeten durch Wurmlöcher geschupst wurden, um die Handlung schnell zurechtzubiegen. Zugutehalten muss man, das die Gegebenheiten in diesem Fall, sofern man sie als Leser akzeptiert, von Anfang an vorherrschen und es am Ende keine aus dem Hut gezauberte Lösung gibt. Daneben beschreibt Oltion natürlich auch noch die Einwohner Rimillias, was ihm aber nicht ganz so gut gelingt wie im Vorgänger.

So bleiben die Planetenbewohner im Vergleich zu Distrel recht blass, und die leichten Versuche, etwa das Regierungssystem zu beschreiben oder die Konflikte untereinander, hinken dann doch etwas und verlaufen eher in allzu bekannten Bahnen, inklusive einer Darstellung Kirks als toller Hecht, der mal eben die Regierungschefin verführt. Einem tieferen Zweck dient diese Szene nicht und man wird unweigerlich an die Kirk-Darstellung in den Shatner-Romanen erinnert.

Auch die Revolution auf dem Planeten wurde in "Der Friedensstifter" viel besser dargestellt, als es Oltion in diesem Roman tut. Der Leser erkennt oder erahnt zumindest schnell, wer der wahre Saboteur ist und genauso kommt es dann auf dem Planeten bei Scotty auch. Damit nicht genug, werden die internen Konflikte des Planeten quasi auf zehn Seiten kurz vor Ende gelöst, als Kirk eingreift, um die Kämpfe zu beenden.

Das überzeugt dann auch den ehemaligen Saboteur, der prompt wieder mitarbeiten darf, um den Roman doch noch mit einem Happy End abzuschließen. Auf Kirks Frage hin, warum der Kerl plötzlich wieder mithilft, erwidert Scotty auch nur: "Ist eine lange Geschichte" (S. 249). Sicher, eine zehnseitige Geschichte, die leider nicht mehr hilft, dem Buch Tiefe zu verleihen.

Was bleibt, ist ein zwar von der Grundidee her solider Roman, der aber in der Umsetzung etwas hapert und vor allem viel an Tiefgründigkeit vermissen lässt. Es gibt keine "Star Trek"-typischen Szenen, sondern das Ganze ist eher seichte Unterhaltung – Popcornkino, würde man wohl auch dazu sagen.

Fazit: Eine solide Grundidee scheitert an der Umsetzung, denn der Roman lässt leider viel Tiefgründigkeit vermissen und vermag daher nicht wirklich fesselnd und mitreißend bis zum Ende zu sein.

"Das Ende der Dämmerung" ist unter anderem bei Amazon.de als Taschenbuch und als E-Book erhältlich.

Bewertung

Weitere Infos


Titel "Das Ende der Dämmerung"

Originaltitel "Twilight's End"

Buchreihe Classic

Autor Jerry Oltion

Übersetzer Ronald M. Hahn

Preis 12,80 Euro

Umfang 268 Seiten

Verlag Cross Cult

ISBN 978-3-86425-302-7

(tg - 09.02.14)


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