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Thomas Götz (tg), Martin Weinrich (wc)16.03.12

"Das Feuer und die Rose"

David R. George III

Inhalt

In einem einzigen Augenblick ... werden sich die Leben dreier Männer für immer verändern. In diesem Sekundenbruchteil, der paradoxerweise sowohl durch Errettung als auch durch Verlust bestimmt wird, werden sie die Welt zerstören und sie dann wiederherstellen. Vieles war zuvor geschehen und vieles sollte noch danach kommen, aber nichts davon würde ihre Leben stärker beeinflussen als dieser eine, abgeschiedene Augenblick am Rande der Ewigkeit.

In einem einzigen Augenblick ... sieht der in der Zeit zurückversetzte Spock dabei zu, wie sein engster Freund seinen Rat befolgt und die Liebe seines Lebens bei einem Verkehrsunfall sterben lässt, um die Geschichte der Erde zu bewahren. Als er in die Gegenwart zurückkehrt, sieht sich Spock jedoch mit ähnlichen Krisen konfrontiert und beschließt daraufhin, die Vergangenheit bewusst zu verändern. Durch die heiklen Anforderungen seiner Logik herausgefordert, wird er einen Weg finden müssen, sich seinen widersprüchlichen Entscheidungen zu stellen.

In einem einzigen Augenblick ... den Spock niemals vergessen wird, bewahrte er die Zeitlinie auf Kosten von Jim Kirks Glück. Nun wird der Tod dieses Freundes Spock dazu bewegen, die fundamentalen Entscheidungen, die er für sein eigenes Leben getroffen hat, neu zu bewerten. Nicht bereit, seine Gefühle des Verlusts und des Bedauerns zu akzeptieren, wird er nach dem streben, was sich ihm bisher entzog: die vollkommene Kontrolle über seine Emotionen. Doch während seine Suche nach der perfekten Geometrie der totalen Logik ihn seine Reue beherrschen lässt, wird ihn ein weiterer Verlust dazu zwingen, sich erneut dem Feuer zu stellen, das er nie angenommen hat.

Kritik

1. Thomas Götz

"Feuertaufe: Spock" - Mit den Konsequenzen und Eindrücken aus der Mission ins Jahr 1930 muss in diesem zweiten Band der Saga Spock fertig werden ...
Der Klappentext lässt es ja bereits vermuten - der Roman könnte ein ähnlicher Aufguss wie "Feuertaufe: McCoy" werden. Zum Glück wurden jedoch einige Schwächen des Vorgängerbandes ausgemerzt - allerdings sind auch einige verblieben.

Doch der Reihe nach: Das Buch ist natürlich ganz eindeutig im Kontext des Vorgängers ("McCoy") zu betrachten, kann aber auch für sich alleine stehen und man verpasst nichts, wenn man den Vorgänger nicht kennt. Allerdings sind die vielen Anspielungen und Querverweise ein nettes Zubrot, sollte man Band 1 bereits gelesen haben.

Ansonsten bietet auch dieser Band wenig Action sondern eher eine Charakterstory, die sich dieses Mal - wie könnte es anders sein - um Spock dreht. Dabei liegt die Haupthandlung aber - im Gegensatz zum Vorgänger - diesmal wirklich in der Zeit des Classic-Relaunchs, also nach 2293 und "Star Trek VI".

Hier reflektiert Spock einige der getroffenen Entscheidungen, muss andere revidieren und auch ansonsten eine Art Selbstfindungstrip machen. Die Charakterisierung von Spock ist dabei von Anfang bis zum Ende gelungen, und David R. George gelingt es vorzüglich, die Zerrissenheit von Spock darzustellen - auch im Kontext des vulkanischen Hintergrundes. Gerade diese Szenen punkten und gipfeln in einem Widersehen mit einem alten Freund - eben McCoy - und einer Frau für unser aller Lieblingsvulkanier (also ein ähnliches Schicksal, wie es auch McCoy im Vorgänger ereilte, man darf also auf Band 3 mit Kirk gespannt sein).

Allerdings liegt ein weiteres Hauptaugenmerk erneut auf den Missionen der Classic-Enterprise, oder besser, auf der Folge um den Wächter der Ewigkeit, der in diesem Band erneut eine tragende Rolle spielt. Allerdings bleibt ein fahler Nachgeschmack, denn am Ende fragt man sich: Ja, wieso eigentlich?

Sicher, die Szenen in der Vergangenheit holen diesmal nicht die alternative Zeitlinie von McCoy heraus, sondern zeigen die Szenen aus der Perspektive von Spock. Das ist zwar schön und gut und hilft Spock später bei der Entscheidungsfindung, aber erneut bieten die Passagen in der Vergangenheit im Grunde nur eine fast 1:1-Nacherzählung der betreffenden Folge. Die gab es nicht nur schon im Fernsehen zu sehen, sondern auch in Buchform bereits (James Blish-Adaptionen), warum also muss man sie hier nochmals erleben, zumal es auch nichts großartiges Neues bietet? Hier wären vielleicht ein paar Nebensätze über die Ereignisse an sich - die ja jedem Fan bekannt sein dürften - sinnvoller gewesen, so hätte man sich allerdings auch die Hälfte des Buches erspart.

Das Ganze wirkt natürlich noch schwerwiegender, wenn man kurz vorher "Feuertaufe: McCoy" gelesen hat, denn hier wiederholen sich einfach einige Szenen, die man folglich zweimal liest. Auch das hätte nicht sein müssen. Und auch die einzige Actionsequenz, die George im Vorgänger erfunden hat und die einen Kampf mit Klingonen darstellt und hier aus der Perspektive von Spock erzählt wird, vermag in der Hinsicht das Ruder nicht mehr herumzureißen. Immerhin liefert das Buch einige nette Retcons (z.B. Spocks Lächeln im allerersten Pilotfilm).

Alles in allem muss man aber sagen, dass die Reihe auf einem guten Weg ist. Etwas weniger Nacherzählungen und vielleicht noch eine Prise Action, dann werden die "Feuertaufe"-Bücher richtig gute Werke. Nun bleibt abzuwarten, wie dies im dritten (und letzten) Band umgesetzt wurde ...

Fazit: Eine gute Charakterstory um Spock, wobei allerdings die Szenen, die als pure Nacherzählung der Serie gelten, eher störend wirken.

2. Martin Weinrich

2006 wurde das 40-jährige "Star Trek"-Jubiläum gefeiert. Anders als für das 30-jährige Jubiläum stand aber keine Fernsehserie mehr zur Verfügung, in der etwas Besonderes gemacht werden konnte. Das war ein großes Glück, da es den "Star Trek"-Fans die "Feuertaufe"-Trilogie brachte.

David R. George III. gelang es in "Die Herkunft der Schatten" zwei Realitäten und viele Episoden der Classic-Serie auf einzigartige Weise miteinander zu verknüpfen und zu einer grandiosen McCoy-Charakterstudie zu verdichten (wobei "verdichten" angesichts des Umfangs des Romans nicht ganz das richtige Wort ist). Ähnliches versucht George III. in "Das Feuer und die Rose" mit Spock und es gelingt ihm ein zweites Mal.

Spock hat bekanntermaßen ein menschliches Erbe. Gelegentlich ist es für ihn sehr schwierig, damit umzugehen. "Das Feuer und die Rose" orientiert sich wieder an vielen TOS-Episoden. Dabei wird der Fokus jedoch auf Spock gelegt. Deutlich wird, wie sehr Spock seine Gefühle als Schwäche versteht. Für ihn sind sie ein Hindernis. Selbst die Romanze zu einer Botschafterin kann ihn nicht davon überzeugen, dass sie nützlich sind.

Das erkennt er aber erst, als James T. Kirk stirbt. In diesem Moment entscheidet er sich erneut, über das Kolinahr alle seine Gefühle auszublenden. In der zweiten Hälfte des Romans erlebt der Leser daher, wie sich Spock im Prozess des Kolinahrs an seinen wichtigsten Stationen abarbeitet. Dabei wird seine zerrissene Persönlichkeit auf einzigartige Weise sichtbar.

Wie McCoy verletzt Spock auf seinem Weg viele Wesen, die ihm eigentlich wichtig sind. Einzig bei Captain Kirk hatte er keine andere Wahl, als er ihn dazu zwang, Edith Keeler bei ihrer Reise durch den Wächter der Ewigkeit in den sicheren Tod laufen zu lassen. Vielleicht ist das der Grund, warum er diesen Vorfall besonders in Erinnerung hat. Wegen dieser Entscheidung spürt Spock große Schuld, er hat das Gefühl, Kirk seines Glückes beraubt zu haben.

Dabei sind seine anderen Beziehungen wirklich tragisch. Spock verletzt seine Mutter, McCoy sowie seine Geliebte. Er ist durchaus in der Lage zu erkennen, was er tut. Das zeigt sich aber erst am Schluss. Zuvor ist Spock so sehr damit beschäftigt, sich der ihm verhassten Emotionen zu entsagen, dass er keine Rücksicht auf seine Mitlebewesen nehmen kann. Das mitzuerleben, ist sehr berührend, David R. George III gelingt es, dies einfühlsam zu schildern.

Während des ganzen Romans wird - wie erwähnt - auf viele bekannte Szenen der Serie zurückgegriffen. Diese werden meist knapp, aber spannend und unterhaltsam nacherzählt. Das ist für diese Jubiläumstrilogie ein wichtiger Bestandteil. Erstens ist es eine Hommage an die Classic-Serie, die es zweitens den Fans ermöglicht, zum Jubiläum viele bekannte Handlungen erneut mit einer spezifischen Perspektive zu erleben. Und zuletzt ermöglicht die umfangreiche Beschreibung auch Nicht-"Star-Trek"-Fans in drei Bänden drei eindringliche Charakterisierungen dreier zerrissener Männer zu erleben.

Eine Jubiläumstrilogie darf natürlich nicht zu viel Trübsal verbreiten. Daher muss auch "Das Feuer und Die Rose" am Ende gut ausgehen. Spock erkennt durch den Tod seiner Mutter endlich an, dass Gefühle zu seinem Charakter gehören. Leider geht dieser Wandel etwas zu schnell, seine Versöhnung mit McCoy und seiner Geliebten vollzieht sich zu rasch. Dieses Happy End fällt gegenüber der feinfühligen, tragischen und epischen Erzählung zuvor deutlich ab. Es wirkt hektisch und überstürzt.

Fazit: "Das Feuer und die Rose" ist eine gelungene Charakterisierung Spocks, die dessen Zerrissenheit gut widerspiegelt. Der Umfang der Rückblenden macht diesen Roman nicht nur zu einem Genuss für "Star Trek"-Fans, sondern ermöglicht es auch Laien Spock zu erleben. Die epische Erzählweise fällt am Ende etwas ab, das fällt nach dem hervorragenden Hauptteil glücklicherweise aber kaum auf.

"Das Feuer und die Rose" ist unter anderem bei Amazon.de als Taschenbuch und als E-Book erhältlich.

Bewertung

1. Thomas Götz
2. Martin Weinrich

Weitere Infos


Titel "Feuertaufe: Spock - Das Feuer und die Rose"

Originaltitel "The Fire and the Rose"

Buchreihe Classic

Autor David R. George III

Übersetzer Anika Klüver & Sabine Elbers

Preis 12,80 Euro

Umfang 413 Seiten

Verlag Cross Cult

ISBN 978-3-94264-952-0

(tg, wc - 19.10.12)


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