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Jörn Podehl (jp), Thomas Götz (tg)27.09.06

"Rufe den Donner"

Dayton Ward & Kevin Dilmore

Inhalt

Wochen nach den Ereignissen aus "Harbinger" nehmen die Spannungen zwischen dem Tholianischen und dem Klingonischen Reich zu: Schiffe der Großmächte werden von einem ominösen Feind angegriffen, sodass beide Fraktionen eine Verschwörung des anderen vermuten. Oder steckt gar die Föderation dahinter, die mit allen Mitteln einen Konflikt verhindern will und die Zerstörung des Schiffs U.S.S. Bombay untersucht? Überhaupt passt es weder den Tholianern noch den Klingonen, dass die Föderation und Starfleet so viel Interesse an der Taurus-Ausdehnung zeigen. Am allerwenigstens gefällt es scheinbar den Romulanern. Was niemand weiß, ist, dass sie mit einem getarnten Schiff die Aggressoren sind und für die Unruhe im Quadranten sorgen, und bis jemand davon erfährt, wird noch viel Zeit vergehen.

Dagegen kommt Lieutenant Xiong dem Geheimnis der Taurus-Ausdehnung ein gewaltiges Stück näher, als er durch seine Forschungen ein unvorstellbar grausames außerirdisches Wesen aus den Tiefen des Planeten Erilon hervorlockt und in letzter Sekunde zusammen mit einigen anderen Team-Mitglieder von dem Planeten flüchten kann. Viele Offiziere des Forschungsteams und auf dem Begleitschiff U.S.S. Endeavour kommen ums Leben. Allerdings treiben die Forschungsdaten und die mysteriöse Zerstörung des von Klingonen annektierten Planenten Palgrenax Xiong und seine Kollegen zurück nach Erilon, wobei sie ein totes Exemplar des Aliens mit nach Vanguard mitnehmen und das berüchtigte Meta-Genom, das ein Mysterium der Ausdehnung ist, untersuchen können.

Cervantes Quinn und sein in Ungnade gefallener Freund Tim Pennington müssen zeitgleich dem König der Unterwelt, dem Orioner Ganz, einen Gefallen tun, der sie in große Gefahr bringt.

Kritik

1. Jörn Podehl

Hinweis:Diese Buchkritik bezieht sich auf die englische Originalausgabe.

Die Entdeckung einiger Artefakte auf einem Planeten in der Ausdehnung weckt ein brutales Alien...
Dayton Ward und Kevin Dilmore, zwei Autoren der "Neuen Trek-Buch-Generation", hatten mit "Summon the Thunder" eine schwere Bürde zu tragen, denn sie mussten an den Erfolg des ersten Teils, "Harbinger" (David Mack) anknüpfen, wenn sie der neuen Serie nicht den Schwung nehmen wollten. Skeptisch beäugte ich von Anfang an das Buch und hatte nur wenig positive Erinnerungen an die Romane "A Time to Saw" und "A Time to Harvest", die ebenfalls von Ward und Dilmore sind.

Und leider hat mich mein flaues Gefühl im Magen nicht getäuscht. Ward und Dilmore schreiten, was den Schreibstil angeht, ständig auf schmalem Grad zwischen Genie und Wahnsinn; interessante, spannende und charakterisierende Szenen auf der einen Seite stehen den monotonen Ausführungen auf der anderen gegenüber. Schnell stoßen die Passagen zwischen den Dialogen wie ein unterschwelliger nervtötender Takt in einem Musikstück auf. Hier einige Übersetzungen aus dem Buch, um die Problematik klarer zu machen: "Nach dem kleinen Tisch auf der Plattform greifend, …" (S.43), "Sich einredend, er hätte nichts zu verlieren, sagte Quinn…" (S.44), "Die Arme über den Kopf streckend, sagte der Captain…" (S.49). Spätestens ab der zehnten grammatikalischen Phrase dieser Art stört es. Ich muss mich in einem Buch verlieren können und darf nicht nach 20 Seiten einen Blutdruck von 180 zu 96 haben. Beispiele dafür gibt's in diesem Buch zuhauf, aber wenn ich sie auflisten würde, hätte ich ruckzuck eine Ansammlung von "Wiederholungsfehlern".

Dagegen sind manche Szenen und Dialoge sehr mitreißend und spannend; gelegentlich schimmert auch die David Mack'sche Schule durch. Ward und Dilmore verzichten nicht auf spannende Momente, wie die Begegnung des mysteriösen Alien mit den Sternenflotten-Leuten, bei denen das sprichwörtliche Gürtel enger schnallen nichts mehr bringt. Es taucht ein "Alien vs. Starfleet"-Flair auf, den ich auch gerne in der "The Next Generation"-Zeit gelesen hätte.

Allerdings könnte man bei "Summon the Thunder" gut und gern auf 150 Seiten verzichten, die, wenn überhaupt, am Rande wichtig sind. Zum Beispiel die Szenen auf dem romulanischen Kampfschiff Bloodied Talon. Dass ein unsichtbarer Feind sein Unwesen treibt und die Tholianer gegen die Klingonen und die Föderation auszuspielen versucht, ist schön und gut, aber muss ich darüber tatsächlich fünf oder mehr Kapitel lesen und mich mit dem sexuellen Verlangen der Kommandantin befassen? Oder müssen der Tod von Captain Zhao, einer vollkommen uninteressanten Nebenfigur, auf Erilon und die Gefühle des neuen Captains - Zhaos ehemaligem Ersten Offizier - mit ständigen Selbstzweifeln breit getreten werden? Oder das Erscheinen der U.S.S. Lovell, die später zum Planeten zurückkehrt, um das Massaker zu untersuchen? Wen interessiert, ob die Lovell ein Schiff des S.C.E. (Starfleet Coprs of Engineers) ist und wie ein Wrack aussieht?

Kommen wir aber zu den positiven Teilen des Buches. Die Charaktere sind sehr gut getroffen und entwickeln sich von dem in "Harbinger" gelegten Grundstein gut weiter. Gegen Ende wird auch klar, dass Commodore Diego Reyes nicht aus Jux und Dollerei den hohen Rang innehat, sondern auch gänzlich anders kann. Wieder ist Reporter Pennington das Opfer. Jedoch steckt er auch voller Unsicherheit, was man in der Gegenwart seiner (Ex)-Geliebten Captain Rana Desai gut merkt. Es fällt ihm merklich schwer, über die Geheimnisse in der Taurus-Ausdehnung zu schweigen, um seine Freunde nicht vor den Kopf zu stoßen (Stationsarzt Dr. Fischer zum Beispiel). Reyes Stellvertreterin T'Prynn geht es da mit ihrem zweiten Katra im Körper nicht besser, das ständig versucht an die Oberfläche zu kommen.

Ein lustiger Handlungsbogen des Buches ist auf jeden Fall die Reise von Pennington und Quinn im Auftrag des Unterweltkönigs Ganz. Sie sollen Ganz' schrulligen Buchhalter sicher auf die Raumstation bringen und geraten dabei in die Hände eines Gauners, der mit Quinn noch ein Hühnchen zu rupfen hat. Nebenbei hat Quinn von der mysteriösen Vulkanierin T'Prynn einen anderen Auftrag bekommen und ist dadurch mehr oder weniger zu einem Doppelagenten geworden. Gut, auch dieser Handlungsbogen hätte einige Seiten kürzer sein können, strapaziert aber herrlich die Lachmuskeln.

Überhaupt unterscheidet sich "Vanguard" sehr von den anderen "Star Trek"-Serien und geht nicht die Gefahr ein, eine neue Kirk-Serie zu werden oder dem "The Next Generation"-Kult nachzueifern wie "S.C.E." oder "Titan". Stattdessen liegen bei "Harbinger" und "Summon the Thunder" die Schwerpunkte auf Politik, Intrigen und dem Fremdartigen, es ist also ein Konzept, das frischen Wind ins "Star Trek"-Universum pustet.

Fazit: Die Schwächen des Buches sind nervend und zu viele Dinge prasseln auf den Leser ein. Aber trotzdem kann allein schon aufgrund der faszinierenden Story von "Star Trek: Vanguard" das Buch nicht schlechter als der Durchschnitt sein.

2.Thomas Götz

Hinweis:Diese Buchkritik bezieht sich auf die deutsche Ausgabe.

Hier ist er, der zweite Vanguard-Roman auf deutsch. Und die Befürchtung, das viele Köche den Brei verderben, kann man getrost ad acta legen: Der Band zieht wieder alle (schönen) Register, die Star Trek gross gemacht haben.

Zwar gibt es keine der bekannten Charaktere aus den Serien mehr zu sehen, dafür aber jee Menge Anspielungen, die das Herz eines ST-Fans höher schlagen lassen. Schön zu sehen, das sich der Band in die Kontinuität einfügt. Die Charaktere an sich erhalten eigentlich alle ihre netten kleinen Charakterszenen, die nicht übermäßig viele sind, aber so gut verteilt, das dies schon fast nicht auffällt. Hinzu kommt ein gesundes Mass an Action, das ebenso nie aufgesetzt wirkt.

Überhaupt herrscht im vorliegenden Band ein gesunder Mix aus Action- und Charszenen vor, der gepaart mit den politischen Intrigen eine durchaus faszinierende Story zu erzählen vermag. Sicher, es ist alles etwas ruhiger aber im Grunde fällt gar nicht auf, das der Band von jemand anderem geschrieben wurde. Ganz besonders toll sind z.B. auch die Szenen mit T'Prynn und Anna, von denen man eigentlich denkt, man weiss etwa, was passiert, die aber dann doch eine überraschende Wende bringen. Gut, auch die Story um eine neue Technologie und eine übernatürliche Macht ist nicht neu, aber es sind die kleinen Details, die hier den positiven Ausschlag geben (und man kann wohl getrost die Aussage machen, das man im 3.Band noch einiges mehr über die Tholianer erfährt... mal sehen ob sie sich wirklich als Ex-Sträflinge entpuppen...)

Positiv ist auch, das es am Ende des Bandes wieder einen Glossar gibt, der, erfreulicherweise, kein Abklatsch aus Band 1 ist, sondern komplett neue Infos bietet.

Auf der Negativseite gibt es aber auch etwas zu vermelden, dies betrifft aber eher den deutschen Band, denn die vielen Schreibfehler fallen hier doch schon etwas auf, hoffentlich bessert sich das noch.

Fazit: Eine gelungene Fortsetzung, die dem ersten Band in nichts nachsteht.

Bewertung

1. Jörn Podehl
2. Thomas Götz

Weitere Infos


Titel "Rufe den Donner"

Originaltitel "Summon the Thunder"

Buchreihe Vanguard

Autor Dayton Ward & Kevin Dilmore

Übersetzer Claudia Kern

Preis 12,80 Euro

Umfang 435 Seiten

Verlag Cross Cult

ISBN 3-9364-8092-3

(jp, tg - 17.12.10)


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