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Nina Ruzicka (ru), Manrico Tenner (te)05.08.05

"Der Garten"

Melissa Scott

Inhalt

Die Crew der Voyager leidet an akutem Ascorbinsäuremangel. Deshalb müssen schnellstmöglich neue, vitaminreiche Lebensmittel beschafft werden. Captain Janeway steuert einen Planeten an, der alles Nötige zu bieten hätte, jedoch ist über die Bevölkerung des Planeten, die Kirse, wenig und dies auch nur gerüchteweise bekannt. Die Kirse haben aus ihrem fruchtbaren Planeten einen Garten Eden gemacht. Lebensmittel wollen sie aber nur im Austausch gegen Föderationstechnologie liefern. Captain Janeway hat keine Wahl - sie muss sich schweren Herzens auf diesen Handel einlassen. Ihr Zögern ist damit zu begründen, dass sich die Voyager noch immer im Hoheitsraum der Kazon Ogla befindet und eins der Dinge, mit denen die Voyager den Kazon immer noch überlegen ist, ist der technische Standard, wozu auch die Transportertechnologie gehört. Außerdem verbergen die Kirse offensichtlich etwas vor der Crew und auch die Anwesenheit von Thilo Revek, einem Menschen und Ex-Maquis, der ebenfalls durch den Fürsorger in den Delta-Quadranten geriet, sowie dessen zweifelhafter Ruf tragen zum allgemeinen Misstrauen bei.

Ernte und Transport der Nahrungsmittel sind gerade im Gange, als die Andirrim, die Hauptfeinde der Kirse und Verbündete der Kazon Ogla, auftauchen. Angeblich wollen auch sie mit den Kirse Handel treiben, doch bald schon greifen sie den Planeten an. Um ihre noch auf dem Planeten befindlichen Crewmitglieder zu schützen, muss Janeway schließlich zugunsten der Krise in den Konflikt eingreifen. Für ihre Unterstützung verlangt sie anschließend jedoch Aufklärung, die sie auch erhält und zu einem überraschenden Ende führt.

Kritik

Wieder einmal gerät die Voyager zwischen zwei verfeindete Spezies.
1. Nina Ruzicka

Die Handlung des Romans liegt irgendwo zwischen der ersten und zweiten Staffel, vielleicht auch noch in der ersten. Es sind noch massive Animositäten zwischen den verschiedenen Ex-Maquis-Mitgliedern und der Föderationscrew vorhanden.

Im Großen und Ganzen ist es ein gut geschriebener Roman mit solider Handlung. Der Aufbau ist etwas ungewöhnlich, mit Phantasy-Anklängen versehen. Ein weiter Teil des Buches beschäftigt sich mit der Vegetation des Planeten und der Architektur der Bewohner. Auch die merkwürdigen cyborg-ähnlichen Tierwesen oder die "Handlanger" der Kirse, welche tatsächlich mit Händen beziehungsweise mit Füßen versehene Tische und Stühle sind, erinnern eher an Phantasy denn Science-Fiction (was aber nicht unbedingt ein Nachteil ist, dies kommt in "Star Trek" ja öfters vor). Lediglich die Auflösung des Geheimnisses der Kirse am Schluss scheint mir ein wenig zu sehr an den Haaren herbeigezogen. Erst im letzten Drittel des Romans tauchen schließlich die Andirrim auf und der actionreiche Teil der Handlung beginnt.

Sehr positiv erschien mir die Detailtreue, auf die die Autorin Wert zu legen scheint, jedoch ergibt sich daraus wiederum das Problem, dass Fehler umso stärker hervortreten. So scheint mir die Entwicklung des Vitamin-C-Mangels der Besatzung eher wie eine galoppierende Seuche vor sich zu gehen - binnen weniger Tage ab der Entdeckung des Umstandes siecht die Crew auf einmal dahin und steht knapp vor dem Tod! Das ist unglaubhaft. Einmal passiert der Autorin ein Denkfehler, so besitzt eine ursprünglich flügellose Kirse einige Seiten später auf einmal doch Schwingen. Die auffällige Paranoia der einzelnen Crewmitglieder führe ich mal auf den Zeitpunkt der Handlung zurück, da sie sich ja noch nicht mal gegenseitig vertrauen, umso weniger fremden Spezies.

Abgesehen davon ist der Roman durchaus lesenswert, umso mehr als er im Vergleich zum "Standard-Star-Trek-Roman" eine ganz eigentümliche Stimmung vermittelt!

2. Manrico Tenner

Dass eine blühende, perfekt scheinende Welt, der Garten Eden, ein dunkles Geheimnis verbirgt, wissen wir spätestens seit "Die Reise nach Eden". Diese Prämisse ist eines der gängigsten Klischees aus Science-Fiction, Fantasy, Horror, Thriller und auch Märchen. Wie der gesamte Roman ist die Auflösung hier recht mau, unterdurchschnittlich umgesetzt und wird nur ansatzweise dem Science-Fiction-Genre gerecht.

Was dem Roman fehlt, ist eine Story, die 314 Seiten füllt. Als Kurzgeschichte, also um viele Seiten und unnötige, weil langweilige Elemente kürzer, wäre die Geschichte sicher nicht der Reißer für Action-Fans geworden, jedoch für Fans von auf Handlung bedachter, hintergründiger Science Fiction sicher empfehlenswert. Ständig die Gedankengänge der Voyager-Crew, allen voran Janeways, lesen zu müssen, ohne dass davon irgendwie die Story vorankommt oder dem Leser etwas Neues zum vorher Geschehenen präsentiert wird, erschwert die Konzentration und den Lesefluss ungemein: auf eine Seite Handlung folgen zwei Seiten Dialog über die vorangegangene Handlung und zwei Seiten innerer Monolog über Handlung und Dialog. Das klingt jetzt vielleicht übertrieben, wirkt aber so nach. Ständig wird, wenn auch nur in geringem Maße, Spannung aufgebaut, ohne dass etwas nachfolgt. Die Crew sieht etwas oder hat Fragen an die Kirse, die ungenügend beantwortet werden, was den Leser wahrscheinlich mehr stört als den Landetrupp.

Leider springt auch der Funken zu den Figuren nicht über: Sie sind nicht falsch oder schlecht, aber ungenügend charakterisiert. Einen finalen Missgriff erlaubt sich die Autorin während des Angriffs der Andirrim: Die Bodentruppen werden durch die Phaser von Tuvok und Torres so effektiv niedergestreckt, dass ganze Leichenberge übrig bleiben. Ein breit gefächerter Betäubungsstrahl hätte die Angreifer sicher auch aufgehalten. Derartiges Verhalten eines Besatzungsmitgliedes der Voyager ist an sich schon unglaubwürdig, aber dass sich Tuvok als Vulkanier an diesem Gemetzel beteiligt, führt die ganze Szene ad absurdum.

Letztlich bleiben auch die/der Kirse blass, obwohl die Idee des Einzelwesens, welches sich in verschiedene Persönlichkeiten aufteilen kann, recht gut ist.

Fazit: Viele Seiten mit wenig Handlung treiben nicht nur den Preis, sondern auch die Langeweile höher. Hoffnungsschimmer: Die Voyager ist auf dem Weg nach Hause und kommt sicher nicht wieder an diesem Planeten vorbei.

Bewertung

1. Nina Ruzicka
2. Manrico Tenner

Weitere Infos


Titel "Der Garten"

Originaltitel "The Garden"

Buchreihe Voyager

Autor Melissa Scott

Übersetzer Andreas Brandhorst

Preis Ursprüngl. Ladenpreis:
12,90 DM

Antiquarisch:
ca. 2 bis 8 Euro

Dieser Roman ist nur noch antiquarisch erhältlich.

Umfang 314 Seiten

Verlag Heyne

Bestellnummer 06/5812

ISBN 3-453-13980-1

(ru, te - 05.08.05)


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