Daily Trek Cast & Crew Focus & Background Franchise & Fandom
Star Trek Into Darkness Star Trek XI Enterprise Universum
SF-Zone Raumfahrer.net
GameZone Literatur
Trek BBS Quark's Bar Star Trek Rollenspiel

Seitenoptionen



News & StoriesSerien & FilmeScience & FictionMediaCommunity

Portal Facebook Twitter YouTube Flickr Chat Trek BBS

 
Daily Trek News
SF-Zone News

Florian Heinz (fh), Manrico Tenner (te)09.03.03

"Puppen"

David Niall Wilson

Inhalt

Die Voyager-Crew hat Hunger und Durst: Die Lebensmittelvorräte gehen schneller zur Neige als es Captain Janeway lieb ist und sogar das Wasser an Bord wird langsam knapp. Da kommt ein erdähnlicher Planet, auf dem es alles gibt, was man sich als Neelix wünscht, gerade recht. Außer vielleicht der Prä-Warp-Zivilisation, die man zudem wegen des dicken Laubdachs der Bäume und dieser komischen Lebenskraft, die den Planet umhüllt, nicht richtig scannen kann.

Erste Direktive hin oder her, man beamt herunter und wird auch gleich von einem freundlich scheinenden Volk begrüßt. Die Fremden arbeiten ihr gesamtes Leben darauf hin, in die "Eine Stimme" aufzusteigen, in die Lebenskraft, die man schon vorher gescannt hat. Mithilfe eines bestimmten Blütenstaubs, dem Ambiana, kann man diesen Zustand erreichen. Auch Kes spürt diese Stimme, die Emanation, die alles auf dem Planeten umhüllt, und sie ist davon fasziniert.

Eine Bajoranerin reagiert ein wenig sensibler auf den Blütenstaub und erliegt der Wirkung der Drogen relativ schnell. Die Einheimischen finden das natürlich klasse und wollen das Ritual vollenden, ihre Seele der Einen Stimme hinzufügen. Janeway hat natürlich etwas dagegen, aber das kümmert die Fremden wenig: In einer Nacht- und Drogen-Aktion entführen sie die junge Frau, und unter dem Einfluss des Ambiana kann das Außenteam auch gar nichts gegen die Entführung tun - außer eben schlafen.

Gerade zur rechten Zeit entwickelt der Doktor ein Mittel gegen die Drogen und lässt es durch Paris auf den Planeten bringen. Janeway macht sich nach seiner Ankunft mit einer Gruppe auf den Weg, um die Bajoranerin zu finden. Der militante zweite Führer des fremden Volkes will aber mit allen Mitteln das Ritual an der Bajoranerin durchführen: Die Unbewaffneten drängen das Außenteam in einem unfairen Phaserkampf in ihr unterirdisches Höhlensystem. Sozusagen in das Zuhause der Fremden. Also kein Wunder, dass man geschnappt werden würde, wenn nicht das große Erwachen der Lebenskraft-Emanation plötzlich beginnen würde...

Eine Welt voller mysteriöser gefährlicher Pflanzen.
1. Florian Heinz

"Also, die erste Seite hätte mir auch schon gereicht!", hat mir ein Bekannter entgegengelacht, als ich ihm sagte, ich würde über dieses Buch eine Kritik schreiben. Und er hatte recht: Das Buch ist schlecht, richtig mies und nur weiterempfehlenswert, wenn man sich über misslungene Formulierungen, peinliche Charakterisierungen und eine Story, die fast keine Anreize bietet, amüsieren kann.

Die Schlamperei fängt schon da an, als der fremde Planet auf dem Bildschirm der Voyager erscheint: Neelix hat die Crew zu ihm geführt und natürlich ein paar Sagen verschwiegen, die die bevorstehende Mission betreffen könnte. Überhaupt kommt Neelix in diesem Buch gar nicht gut weg: Er ist der dumme, naive Koch, verliebt in seine Kes, für die er alles machen würde. Kes hat eigentlich gar keinen Charakter. Sie ist während der gesamten Geschichte "high". Und so interessant dargestellt, dass man verstehen kann, warum sie niemanden Besseres bekommt als diesen Koch.

Und Kim... Er hat ja seine Frau auf der Erde, der brave, junge, pflichtbewusste Fähnrich. Und er liebt sie auch... Sogar so sehr, dass er in diesem Buch den anderen weiblichen Personen aus dem Weg geht. Da verwundert es auch nicht, dass Janeway, während Kims Quasi-Tod, so gefühllos und unmenschlich reagierte, wie der perfekte Vulkanier. Zu Tuvok nur so viel: Wilson lässt ihn weinen!

Diese Charakterisierungen wären ja eigentlich nicht so schlimm gewesen, wenn die Handlung einigermaßen stimmig wäre. Es hört sich ja, ehrlich gesagt, auch interessant an: Ein uraltes fremdes Volk, das sich eigentlich allein durch religiöse Rituale definiert. Aber auch diesen Ball verspielte er mit einer Bravour, die ihres Gleichen sucht: Die Aliens bleiben blass und uninteressant, die Geheimnis umwobene Lebenskraft-Emanation einfach nur peinlich, und mir war es so was von egal, ob diese No-Name-Bajoranerin nun in den ewigen Schlaf übergegangen wäre oder eben nicht. Was mich dafür aber aufregte, war das unlogische und einfach naive Verhalten der gesamten Voyager-Crew: Sie kamen mir nicht vor, wie eine ausgebildete Mannschaft voller Top-Offiziere, sondern vielmehr wie ein paar Zeitreisende aus dem 19. Jahrhundert.

Ich kann mir das alles eigentlich nur so erklären, dass Wilson niemals in seinem Leben "Star Trek" geschaut, geschweige denn gelesen hat.

2. Manrico Tenner

Dieser Roman ist sehr langatmig geraten, wobei neben der fehlenden Spannung auch die ausführliche Beschreibung der Emotionen der Voyager-Crewmitglieder den Lesefluss hemmt. Janeways Entscheidungen sind nicht immer nachvollziehbar. Der Landetrupp hätte in Quarantäne gebeamt werden können, und den Lesern wäre der Rest der Story erspart worden.

Leider taucht auch wieder ein altes Klischee auf: Jugend hört nicht auf die Alten, beschwört dadurch eine Katastrophe herauf, und die Alten müssen alles wieder ausbügeln, worauf die Jugend ihre Unreife einsieht und ihre Lektion gelernt hat. Das ist ein Konfliktstoff, den es in jeder Serie (damit meine ich nicht nur "Star Trek") schon gegeben hat, so dass auch der Autor dem nichts Neues abgewinnen kann.

Weiterhin wird die Rasse der Urrythaner durch eben diesen Handlungsstrang stark vermenschlicht. Es sei denn, uneinsichtige, voreilige und respektlose Jugendliche gibt es in der gesamten Galaxie? Hier wirken die Konflikte stark konstruiert.

Der Planet mit seinen langen, knochigen Bewohnern, die unter der Erde leben und gelegentlich den Besuchern aus dem All erscheinen, erinnern mich stark an die Serie "Earth 2". Schon dort blieben die Außerirdischen, beziehungsweise Unterirdischen recht farblos. Obwohl genaugenommen, hier wie dort, der Mensch der Außerirdische ist.

Leider sind die Figuren insgesamt nicht besonders gelungen. Am nervigsten erscheinen mal wieder ein um Kes besorgter Neelix und eine entscheidungsunfreudige Janeway.

Fazit: Tuvok scheint dieses Buch bereits gelesen zu haben, anders kann ich mir seine starke emotionale Reaktion am Ende nicht erklären: Er weint. Das möchte man als Leser auch, denn unbefriedigende Charakterzeichnungen, eine langatmige Erzählweise und ein Planet mit einem Geheimnis, welches nicht so recht fesselt, zeichnen diesen Roman als unterdurchschnittlich aus.

Bewertung

1. Florian Heinz
2. Manrico Tenner

Weitere Infos


Titel "Puppen"

Originaltitel "Chrysalis"

Buchreihe Voyager

Autor David Niall Wilson

Übersetzer Andreas Brandhorst

Preis Ursprüngl. Ladenpreis:
6,95 Euro

Antiquarisch:
ca. 2 bis 8 Euro

Dieser Roman ist nur noch antiquarisch erhältlich.

Umfang 265 Seiten

Verlag Heyne

Bestellnummer 06/5813

ISBN 3-453-14873-8

(fh, te - 09.03.03)


Nach oben

Alle Berichte sind das geistige Eigentum der Autorinnen und Autoren. Jede unautorisierte Übernahme ist ein Verstoß gegen das Urheberrecht. Für Anfragen betreffend Artikel- oder Newsübernahme wenden Sie sich bitte an den Redaktionsleiter.

"Star Trek", "Star Trek: The Next Generation", "Star Trek: Deep Space Nine", "Star Trek: Voyager", "Star Trek: Enterprise" und alle verwandten Markennamen sind eingetragene Handelsmarken von Paramount Pictures. Kopierrechtlich geschütztes Material wurde ausschließlich für nichtkommerzielle Zwecke genutzt. Dies gilt auch für alle Materialien, die aus anderen Franchises stammen und im Rahmen der TZN SF-Zone genutzt wurden.

Mitarbeit Kontakt Impressum

© TrekZone Network, 1999-2017