Peter Schipfmann (ps)
01.11.01
"Das schwarze Ufer"
Greg Cox
Inhalt
Die Voyager fliegt durch einen besonders öden Teil des Delta-Quadranten. Die erzwungene Untätigkeit schlägt der Besatzung auf Gemüt. Chakotay schlägt Janeway zur Besserung der Lage einen Landurlaub
für die Mannschaft vor. Wie der Zufall es so will erhält die Voyager sogleich eine Sendung vom Planeten Ryolanow. Die Ryol laden jeden, der es möchte, auf ihren sehr schönen und exotischen Planeten ein. Beim ersten Kontakt erweist sich der Planet auch als sehr schön und die Gastgeber sind äußerst zuvorkommend. Aber schon bei der ersten Begegnung gibt es eine erste Unstimmigkeit. Ein Ryol namens Naxor hat einen aggressiven Charakter und streitet sich aufs heftigste mit Tom Paris und Neelix. Schon bald zeigen sich weitere Risse in der heilen Welt auf Ryolanow. Es gibt eine einheimische humanoide
Spezies namens "Neffaler", die von den Ryol schlecht behandelt wird. Zusätzlich gibt es bei allen Besatzungsmitgliedern eine leichte Verschlechterung des Gesundheitszustandes. Niemand erholt sich wirklich während seines Landurlaubes. Als Kes im Meer am
"schwarzen Ufer" badet, hat sie ein fürchterliches emphatisches, halluzinatorisches Erlebnis. Die Umgebung verdunkelt sich für sie. Sie hört verzweifelte Schreie und Hilferufe. Und als Chakotay in einer indianischen Meditation seinen seinen
"Seelenfreund" anruft, wird er mit einer schrecklichen Kreatur konfrontiert. B'Elanna führt unterdessen einen Scan durch und findet heraus,
dass ein kleiner Teil des Planeten, eben das Meer am schwarzen Ufer, von den Ryol abgeschirmt wird. Zusammen mit Kes und Neelix
lässt sie sich nachts auf Ryolanow beamen, um das Geheimnis zu lüften. Sie finden bei Ebbe im Watt eine Höhle, in welcher sich ein riesiges abgestürztes Raumschiff befindet. An Bord der Voyager ist inzwischen eine Delegation der Ryol eingetroffen. Sie versuchen das Schiff zu übernehmen. Da sie über starke telepathische Kräfte verfügen mit denen sie sowohl Menschen töten, als auch ihnen ihren Willen aufzwingen können, scheint das Raumschiff verloren.
Kritik
 |
 Ein paradiesischer Planet ist in Wirklichkeit keine schöne friedliche Welt, sondern... |
Alle Paradiese sind letztendlich immer verloren oder falsch. Letzteres trifft dann auch auf den hier vorgeführten Planeten Ryolanow zu. Die Enthüllung des Geheimnisses des Planeten ist aber nicht sehr originell: Innerhalb der Handlung kommt es immer wieder mal zu einem Ereignis oder einer Vision, die das Bild von einem paradiesischem Planeten in Frage stellt. Interessant aufgebaut ist der Roman nicht. Spannung kommt nur dadurch auf,
dass sich der Leser fragt was es nun mit diesem Planeten und seinen Bewohnern auf sich hat. Es ist wie bei einem schlechten Krimi, den man trotzdem zu Ende liest, nur um zu erfahren wer der Täter ist. Die Auflösung hier ist ziemlich banal und enttäuschend. Als der Holodoc sagt,
dass die Besatzungsmitglieder unter einer leichten Anämie leiden, dachte ich schon:
"Oh, die Ryol sind doch nicht etwa Vampire?" Sie erweisen sich tatsächlich als Vampire, nur saugen sie nicht Blut, wie ihre irdischen Vorbilder, sondern sie entziehen ihren Opfern die Lebensenergie. Zusätzlich sind sie noch Gestaltwandler. Ihre humanoide Gestalt ist nicht ihre wahre, sie dient nur der Täuschung ihrer Opfer.
In Wirklichkeit sind sie drei Meter große, Pelz bedeckte Wesen mit einem wolfsähnlichem Äußerem (Werwölfe also). Sie ziehen, wie die bösen, bösen Aliens aus
"Independence Day", von Planet zu Planet, um die Bevölkerung auszusaugen. Für meinen Geschmack sind das zu viele ausgelutschte Klischees. Einige Wendungen der Handlung im Finale sind zudem unwahrscheinlich, reine Effekthascherei, das Ende des Anführers ist schon lächerlich. Gut und witzig ist nur die Szene, in der der gute Holodoc zwei Ryol auf der Krankenstation matt setzt. Wenn ich einen
guten "Star Trek"-Roman lese, denke ich manchmal: "Schade, dass der Plot nicht für eine Fernsehfolge oder einen Kinofilm verwendet wurde."
Hier bin ich ganz froh darüber, dass so etwas nicht passiert ist und nicht passieren wird.
Bewertung
Weitere Infos
|
| Titel |
"Das schwarze Ufer" |
|
| Originaltitel |
"The Black Shore" |
|
| Buchreihe |
Voyager |
|
| Autor |
Greg Cox |
|
| Übersetzer |
Andreas Brandhorst |
|
| Preis |
Ursprüngl. Ladenpreis:
14,90 DM

Antiquarisch: ca. 2 bis 8 Euro
 Dieser Roman ist nur noch antiquarisch erhältlich.
|
|
| Umfang |
329 Seiten |
|
| Verlag |
Heyne |
|
| Bestellnummer |
06/5814 |
|
| ISBN |
3-453-14893-2 |
|
|
(ps - 01.11.01)