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Peter Schipfmann (ps), Peter Tigmann (pt), Manrico Tenner (te)14.07.06

"Tod eines Neutronensterns"

Eric Kotani

Inhalt

Die Voyager entdeckt ein kleines Raumschiff, welches mit hoher Geschwindigkeit fliegt und dabei seine Systeme überlastet. Der Grund dafür wird schnell offenbar: Es wird von einem anderen, größerem Schiff verfolgt. Janeway versucht zwischen den beiden Parteien zu vermitteln, doch die Verfolger, sie gehören einer Echsen-Spezies namens Qavok an, erweisen sich als sehr halsstarrig. So kommt es zum Kampf. Die Voyager zerstört die Waffen des Gegners und die Qavok müssen sich zurückziehen. Man nimmt die beiden Verfolgten, zwei Angehörige der Lekk, und ihr Raumschiff an Bord. Sie waren mit samt ihrer Regierung von den Echsen festgenommen worden, die ihren Heimatplaneten ihrem Reich angliedern wollen. Ihnen gelang als Einzige mit einem Schiff der Qavok die Flucht.

Einer der beiden Lekk ist ein Astronom, der einen binären Pulsar entdeckt hat. Das System ist instabil. Der leichtere der Sterne wird explodieren und den schwereren aus seiner Position herausschleudern, welcher sich dann einen Weg durch unsere Galaxie bahnen wird. Er stellt somit eine potenzielle Bedrohung für das Leben im Delta Quadranten da. Angeblich wollen die Qavok die Flugbahn des Neutronensterns so beeinflussen, dass er die Heimatwelt der Lekk vernichtet. Die Voyager fliegt zu den beiden Sternen. Dort angekommen findet man schon zwei andere Schiffe in der Umlaufbahn vor: Eines der Qavok und eines der Xorm. Letztere haben in früheren Zeiten mit Qavok Krieg geführt, scheinen jetzt aber nur friedliche Absichten zu verfolgen. Janeway will nicht nur das Ereignis der Sternenexplosion studieren, sondern auch die Gravitationsenergie des Systems anzapfen und speichern. Die Odyssee der Voyager könnte mit dieser zusätzlichen Energie erheblich verkürzt werden. Erstmal machen die Qavok wieder Ärger. Sie kommen mit sechs weiteren Schiffen und verlangen die Herausgabe der beiden Lekk und der von ihnen entwendeten "Yacht" (das kleine Raumschiff). Ansonsten... Es kommt erneut zum Kampf und Janeway vernichtet vier Qavok Kriegsschiffe. Der Rest zieht sich zurück.

Nun findet man heraus, wie sich die Bahn des Pulsares beeinflussen lässt. Mit einer Warpkernexplosion zum rechten Zeitpunkt am rechten Ort kann man die Flugrichtung des Sterns ändern. Mit der Warpenergie der "Yacht" und eines Shuttles, sowie der gespeicherten "Gravitationsenergie" wäre es machbar. Leider haben die Qavoks dieselbe Idee. Mit dreizehn Schiffen, die einen Behälter mit einem Warpkern schützen, rücken sie wieder an. Es kommt zum Kampf. Mit dem Shuttle und der "Yacht" kann man die Weltraumschlacht gewinnen. Alle Schiffe der feindlichen Flotte werden vernichtet. Damit ist aber noch ist nicht alles wieder gut. Die Xorm wollen gleichfalls den Neutronenstern auf eine tödliche Bahn lenken. Er soll die Heimatwelt der Qavok vernichten. Janeway und ihre Mannen können das auch verhindern. Und mit dem Warpkern des letzten übrig gebliebenen Qavok Schiffes bringen sie den Neutronenstern auf eine Flugbahn auf der er kein bewohntes Sonnensystem gefährdet. Bleibt nur eins zu tun: Die beiden Lekks, inzwischen glühende Verehrer von Starfleet, werden zu ihrem Heimatplaneten gebracht. Ende der Geschichte.

Kritik

Die Voyager wird in einen Konflikt zwischen den Lekk und den Qavok hineingezogen. Und ein Neutronenstern bedroht Alpha- und Gamma-Quadrant gleichermaßen.
1. Peter Schipfmann

Nach fast einem Jahr erscheint endlich wieder ein regulärer "Voyager"-Roman mit einer eigenen Geschichte. "Endspiel" war ja nur die Nacherzählung des gleichnamigen Serienfinales. Ich hatte mich auf das Buch gefreut - und wurde sehr enttäuscht. Aber fangen wir mit dem Positiven an. Leider gibt es da nur einen Punkt: Das Phänomen, um das es geht, gibt es wirklich und es wird auch weitgehend naturwissenschaftlich korrekt abgehandelt. Schon 1974 entdeckten zwei Astronomen, Russel Hulse und Joe Taylor, einen Pulsar, der von einem zweiten Neutronenstern umkreist wird. Mit Hilfe von Messungen an diesem binären Pulsar konnte übrigens die Richtigkeit der "Allgemeinen Relativitätstheorie" von Albert Einstein bewiesen werden.

Im Roman diskutiert der Lekk-Wissenschaftler mit Mitgliedern der Voyager-Besatzung über den Neutronenstern und da beginnt schon das Elend. Man kann natürlich mittels eines Dialoges einem Laien, wie dem Leser von "Star Trek" Romanen, schwierige Sachverhalte sinnfällig machen und näher bringen. Eric Kotani kann es nicht. Die Gespräche sind öde und ungelenk, Formulierungen wie folgende erklären nichts und stören nur den Fluss der Handlung.

"Die gravitationelle Kraft ist umgekehrt proportional zur dritten Potenz der Entfernung vom Zentrum der Masse"

Seite 37

"Die Stärke des Gravitationsfeldes ist proportional zur betreffenden Masse, aber auch umgekehrt (...) proportional zum Quadrat der Entfernung."

Seite 36

Noch schlimmer sieht es bei den Figuren aus. Die Voyager ist allen, moralisch und technisch, haushoch überlegen. Die Außerirdischen sind klischeehaft, reine Abziehbilder. Die Guten (die Lekk) sind lieb, haben große grüne Augen, Paris findet sie "wundervoll" und sie werden im Verlauf der Handlung zu glühenden Verehrern von Starfleet. Die Bösen (die Qavok) hingegen sind hässliche Echsen, die sich nicht waschen, ergo bestialisch stinken. Sie sind nur auf Zerstörung aus, verhalten sich einfach nur dumm und primitiv. Mir kommt das Bild, welches hier von den Qavok gezeichnet wird, so wahr vor, wie die Ansichten der Aliens über die Voyager in der Folge "Der Zeitzeuge". Also alles nur Propaganda-Lügen. Vielleicht bricht sich hier auch ein latenter Rasssismus des Autors unbewusst seine Bahn. Das Verhältnis der Voyager-Besatzung zu diesen Aliens gleicht dem europäischer Kolonialherren zu den so genannten unterentwickelten Naturvölkern. Die Gutmütigen, die, wie im Roman die Lekk, bereit sind, sich freiwillig den überlegenen Weißen unterzuordnen, werden gut behandelt. Die Bösen, wie die Qavok, die unbeirrt und eigensinnig ihre eigenen Ziele verfolgen, werden kurzerhand massakriert. Das macht Janeway dann auch beim zweiten Kampf gegen die Qavok. Obwohl sie in der Lage gewesen wäre, gezielt nur die Waffen zu zerstören, werden kurzerhand vier Raumschiffe vernichtet. Janeway als Massenmörderin...

Genauso einfach gestrickt wie die Charaktere ist auch die Geschichte. Alles ist leicht voraussehbar, Spannung will deshalb nie so recht aufkommen. Als sich die Voyager plötzlich 13 Schiffen des Gegners gegenübersieht, schickt man kurzerhand ein Shuttle (in diesem Roman scheint nur es nur eins zu geben) ins All, das dann einfach einige Qavok Schiffe pulverisiert. Langweilig. Dass die dritte Spezies, die Xorm, irgendetwas Heimtückisches planen, wird dem Leser auch sehr schnell klar. Dass sie dann genau dasselbe Beabsichtigen wie die Qavok, zeugt nur von der Ideenarmut des Autors. Manchmal wird es unfreiwillig komisch. Die Voyager hat sich schon heftigst in das Geschehen in diesem Sektor eingemischt. Da macht sich Janeway Sorgen, dass die Beeinflussung der Bahn eines Neutronensterns durch ihr Schiff ein Verstoß gegen die Erste Direktive von Starfleet ist. Lächerlich! Ich könnte mein Geschimpfe lange fortsetzen, das Buch macht es einem auch zu leicht.

Zum Schluss möchte lieber Lob verteilen. Alle anderen "Voyager"-Romane sind besser als dieses Machwerk. Hervorheben möchte ich drei Bücher: "Die Flucht" von Dean Wesley Smith und Kristine Kathrin Rush ist ein hervorragender Science-Fiction-Roman, in "Mosaik" von Jeri Taylor bekommt der Leser neben einer durchschnittlichen "Voyager"-Geschichte die interessante Biographie von Kathrine Janeway serviert und "Seven of Nine" von Christie Golden hat eine fesselnde Story mit einer schönen, der Philosophie von "Star Trek" gerecht werdenden Auflösung. Deshalb mein Rat: Lest diese Bücher und macht einen Bogen um das Machwerk von Eric Kotani.

2. Peter Tigmann

Da ist er also, der erste "Star Trek"-Roman im neuen Jahr 2002. Er hat dann auch gleich das geschafft, was schon lange kein "Star Trek"-Roman mehr geschafft hat: Er konnte in keiner einzigen Hinsicht auch nur ansatzweise überzeugen. Gleich zu Beginn möchte ich schon vor diesem unsäglichem Schund warnen. "Star Trek"-Fans können den Kauf nur bereuen. Hier werden die Prinzipen, für die "Star Trek" und selbst "Voyager" einsteht, mit den Füßen getreten.

Fangen wir mal mit den kleineren Übeln an. Die ersten dreißig Seiten des Romans sind eine langweilige, wissenschaftliche Abhandlung - oder mögen sie Sätze wie "Die gravitationelle Kraft ist umgekehrt proportional zur dritten Potenz der Entfernung vom Zentrum der Masse." am laufenden Band? Wenn ich wieder Physikunterricht haben will, gehe ich in die Schule. Ich denke allerdings nicht, dass Autor Eric Kotani selbst wusste, von was er da sprach, oder wie lässt es sich sonst erklären, dass die Voyager fröhlich und vergnügt nach "oben", "unten" und "zur Seite" fliegt?

Kommen wir nun aber zu dem, was einen richtig erschüttert: Das Leben von anderen Spezies wird hier mit Füßen getreten. Wenn ich mich richtig erinnere, hat Janeway insgesamt 18 (!) Schiffe zerstört und sich danach ausgiebig darüber gefreut. Zugegeben, die Schiffe haben eine große Bedrohung dargestellt, aber die Zerstörung der Waffensysteme hätte es auch getan. Kotani lässt auch in keiner Minute Zweifel daran, wer der Chef im Ring ist: Janeway. Die unglaubliche Arroganz mit der sie - und eigentlich auch die gesamte Crew - während des ganzes Romans auftritt, ist einfach lächerlich. Fast wünscht man sich, dass ein paar Borg-Kuben kommen und den mächtigen Sternenflottenrecken mal gehörig den Marsch blasen. Leider ist dies nicht geschehen. Janeway kämpfte, zerstörte im ganzen Roman schön viele Schiffe, bezeichnete ihre Gegner, weil sie sich zur Wehr setzten, als Idioten. Ab und zu ist sie dann mal barmherzig, diese Momente lassen einem, wegen der schon erwähnten Arroganz, aber die Galle empor steigen.

"Voyager" ist vielleicht nicht jedermanns Sache, aber so etwas haben die Serie und vor allem nicht die Charaktere verdient. Ich persönlich hatte schon nach einer Stunde große Lust den Roman in einen Mülleimer zu werfen. Da man aber für Sonntag ein Review zugesagt hatte, ging es nicht anders. Der letzte Satz des Romans lässt mich folgendes Glauben: Autor Kotani hasst "Voyager" und wollte die Serie mit diesem Roman parodieren. Allerdings verpackt er diese Parodie so ernst, dass sie absolut übel rüberkommt. Vielleicht wollte er auch noch die Fans verärgern, die das Buch bis zum Ende durchgestanden haben. Auf mich hatte der letzte Satz auf jeden Fall folgende Wirkung: "Leser, wenn du dieses Buch liest, bist du selbst Schuld." Falls sich sonst noch jemand dieses "Werk" zumutet, wäre ich sehr erfreut wenn der- oder diejenige mir seine/ihre Meinung dazu sagen würde. Einfach mein Kürzel hier (pt) anklicken.

Fazit: Sollte dieses Buch wirklich ernst gemeint sein, ist es der bisher größte Schund, den ich als "Star Trek"-Roman gelesen habe, und das Papier nicht wert, auf dem er gedruckt wurde. Wenn nicht, hätte Heyne beziehungsweise Pocket Books den Roman als nicht ernst zunehmende Parodie herausgeben sollen. Dann hätte man sich wenigstens nicht alle zwei Seiten über eine neue Zerstörungstat des "Monsters" Janeway aufregen müssen.

3. Manrico Tenner

Der vorliegende Voyager-Roman enthält die Star Trek üblichen Zutaten:

  • ein Konflikt zwischen zwei Parteien, in den die Voyager zufällig hineingezogen wird,
  • die "böse, machtgierige" Rasse: die Quavoks,
  • die "gute, bedrohte" Rasse: die Lekk,
  • eine dritte "gute, jedoch auf tragische Weise etwas Böses" tuende Macht im Hintergrund: die Xorm,
  • eine universelle Bedrohung für eine breite Strasse durch die uns bekannte Galaxie,
  • Neelix, der über keine der Rassen wirklich etwas weiß,
  • Paris, der tagelang ohne Pause die Voyager zwischen den zwei Neutronensternen navigiert,
  • und eine überaus durchsetzungsfähige Janeway.

Letzteres zeigt sich in der Vernichtung mehrer Kriegsschiffe der Quavoks, die Janeway zwar bedauert, aber bei zunehmender Seitenzahl auch mit zunehmender Kaltblütigkeit und letztlich sogar mit einer Massenvernichtungswaffe durchführt.
Interessant sind die Beobachtungen Tylas und Dr. Maalots, die die Crew und die Vorgänge auf der Voyager als Aussenstehende betrachten, wodurch der Leser auch diesen Blickwinkel teilen kann. Und plötzlich sehen die Errungenschaften der Föderation nicht mehr so selbstverständlich aus.
Jedes der agierenden Völker kennt die Borg, aber unlogischerweise keines wurde je assimiliert. Seven begründet dies mit der Unterentwicklung dieser Rassen, doch bei der Erschließung neuer Ressourcen legen die Borg sicher nicht ausschließlich Wert auf die Intelligenz einer Zivilisation.

Die Charakterisierung der neuen Spezies kommt leider nicht über eine oberflächlichen Gut-Böse-Verteilung hinaus. Einzelne Personen, wie die Führungscrew der Voyager und ihre Besucher hingegen sind gut getroffen. Der Versuch, die Quavoks näher zu schildern, gelingt leider nicht. Zu sehr erinnert die Rasse an "Im Zeichen des Drachen". Auch die Xorm, sehr wohl ihrer Rolle als Völkermörder bewusst, sind zu eindimensional beschrieben, als dass den Leser die Tragik um die Ursachen ihrer Handlungsweise berührt.

Hohe Seitenzahlen = hohe Preise sorgten in der Vergangenheit für manch zähflüssige Geschichte. Erstaunlich kurze 240 Seiten könnten nun Indiz sein, dass dies erkannt und abgestellt wurde. Der vorliegende Roman beweist ein für Star Trek Romane ungewöhnliches Maß an Tempo und Spannung. Nun müsste sich nur noch der Preis anpassen.

Fazit: Klischees und ungenügende Darstellungen der Kulturen halten sich die Waage mit einigen wenigen unerwarteten Wendungen in der Geschichte und gelungenen Einzelcharakteren. Die gute Bewertung hat der vorliegendende Roman vor allem dem temporeichen Erzählstil des Autors zu verdanken.

Bewertung

1. Peter Schipfmann
2. Peter Tigmann
3. Manrico Tenner

Weitere Infos


Titel "Tod eines Neutronensterns"

Originaltitel "Death of a Neutron Star"

Buchreihe Voyager

Autor Eric Kotani

Übersetzer Andreas Brandhorst

Preis Ursprüngl. Ladenpreis:
7,95 Euro

Antiquarisch:
ca. 2 bis 3 Euro

Dieser Roman ist nur noch antiquarisch erhältlich.

Umfang 250 Seiten

Verlag Heyne

Bestellnummer 06/5819

ISBN 3-453-19671-6

(ps, pt, te - 19.07.07)


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