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Jörn Podehl (jp)04.05.04

"Frontlinien"

Dave Galanter & Greg Brodeur

Inhalt

Die Gimlon sind eine militärische Rasse und führen einen erbitterten Krieg gegen die Edesianer. Die Voyager ist die einzige Hoffnung für die Edesianer zu überleben: Janeways Schiff wird von ihnen übernommen und jede Flucht für die Besatzung ist ausgeschlossen.

Durch die starke Bewaffnung des gekaperten Schiffes haben die in die Enge getriebenen Edesianer eine reelle Chance, gegen die Gimlon zu bestehen. Wider Willen werden Janeway und ihre Crewmitglieder in einen Krieg gezogen, der sie eigentlich nicht betrifft.

Die Offiziere der Voyager versuchen alles, um sich zu befreien. Schließlich können Janeway und der Großteil der Crew wieder die Kontrolle über das Starfleet-Schiff übernehmen, während die Gimlon den Kolonie-Planeten angreifen, in dessen Orbit sich die Voyager befindet. Mit knapper Not entkommt die Voyager und muss mit ansehen, wie eine Gimlon-Superwaffe, der Marodeur, den Planeten mit Milliarden Lebewesen zerstört. Nun erkennt Janeway, wie grausam die Gimlon sind und bereut, nicht rechtzeitig eingegriffen und den Edesianern geholfen zu haben…

Kritik

Aliens wollen die Voyager für den Krieg gegen die Gimlon requirieren.
Die Story klingt vielversprechend und ich habe mich auf ein Buch gefreut, das Action und eine gute Idee kombiniert, zumal der Roman von der Menge der Seitenanzahl (344 Seiten) dafür ideal wäre. Aber wieder einmal bin ich bei einem "Voyager"-Roman nicht voll auf meine Kosten gekommen.

An einigen Stellen wirkt die Story zu platt und abgedroschen: Die armen Edesianer brauchen Hilfe und kapern "freundlich" die Voyager. Das heißt, Janeway dürfe im Krieg das Kommando über die Voyager behalten, unterstehe aber dem Befehl des edesianischen Commodore. Nach einigen Seiten geht Janeways Selbstbewusstsein und ihr ewiger Drang, kein Leben zu vernichten, einfach nur auf die Nerven. Moralisch ist der Gedanke natürlich gut, aber die Beschreibungen sind zuviel des Guten. Die Gesetze der Technik werden an einigen Stellen ausgehebelt: Janeway hindert die Edesianer daran zu erfahren, dass die Voyager ein Transporter-System besitzt, um es als Vorteil auszunutzen und verändert mal so ganz schnell die Datenbanken und löscht jedes Detail des Beam-Transporters… So einfach geht das.

Gut dagegen haben mir einige Charakterbeschreibungen gefallen. Es ist in Romanen und Storys immer einfach, den Gegner böse zu beschreiben, aber die Edesianer sind ein gutes Volk, und der Eindruck des Nichtmögens auf den Lesenden entsteht nicht. Die Figur des Commodore Lekket wirkt nicht arroganter als nötig.

Chakotay, Paris und ein Teil der Crew werden von der Voyager abtransportiert und auf die Kolonie-Welt gebracht. Die Edesianer sehen keinen Sinn darin, kranke oder verletzte Offiziere auf dem Schiff zu stationieren. Als die Gimlon angreifen, werden sie alle in Sicherheit gebracht. Gut hat mir die Spannung der Situation gefallen und die ständigen Sticheleien zwischen Chakotay und Paris. Allerdings können sich die Gefangenen ständig aus auswegslosen Lagen befreien, auch mit nichtvorhandenen Mitteln. Die Crew eines Gimlon-Kriegsschiffs ist kein Problem für Chakotay und seine Mannen. Lächerlich finde ich die Übernahme des kleinen Kriegsschiffes. Der Gimlon-Kommandant befiehlt, die Selbstzerstörung zu aktivieren. Der Countdown läuft und es ist natürlich klar, dass Chakotay und die anderen überleben. Was macht der Erste Offizier der Voyager? Er schießt im Kommandoraum auf einige Konsolen und stoppt damit die Selbstzerstörung… Was ist das denn bitte für ein Vernichtungssystem?

Ein großes Ärgernis in der Geschichte ist für mich die nervige Metaphernfreiheit des Autorenpaars: In jeder Kampfszene - und davon gibt es in diesem Buch jede Menge - benutzen die Autoren die unpassendsten Beschreibungen.

"Bienen mit tödlichen Stacheln"

Seite 47

"Janeway hatte ihr Schiff wie einen stolzen Hengst zurückgehalten, der trabte, obgleich er schneller als der Wind laufen konnte."

Seite 55

"[die Gimlon-Schiffe]. Sie glichen Sargträgern…"

Seite 45

Was sind das für schreckliche Beschreibungen? Alle Achtung: Diane Carey hat große Konkurrenz bekommen.

Kleinere Fehler findet man natürlich auch, aber das ist nicht so schlimm. Die Edesianer verfügen über eine Technik, die dem der Starfleet-Technik des Jahres 2240 gleicht: einfache Photonentorpedos, kein Transporter, Höchstgeschwindigkeit Warp vier… Natürlich gab es damals schon die Möglichkeit, zu beamen beziehungsweise schneller als mit Warp vier zu reisen. Weiter bin ich mir nicht sicher, ob Starfleet-Schiffe auch im Warptransit Phaser abfeuern können, wie Janeway es in diesem Buch des Öfteren getan hat. Soviel ich weiß, werden die Phaser über den Warpkern gespeist und fallen aus, wenn man überlichtschnell fliegt.

Ziemlich schnell erkennt man als Leser, dass Lieutenant Bolis - die rechte Hand des Commodores - ein Gimlon-Agent ist und Janeway gegen Lekket ausspielt. Bei dem Angriff der Gimlon auf die Kolonie der Edesianer verhilft er Janeway zur Flucht und bringt sie zur Voyager. Da ist aber ein kleiner Widerspruch für mich. Wenn die Voyager im Orbit festsitzt und nicht freikommt, ist es mir unbegreiflich, warum er dann dabei hilft, das Schiff zu befreien. Als Agent unternehme ich doch alles, damit die mächtigste Waffe des Feindes zerstört wird. Und Bolis ist für mich so loyal dargestellt worden, dass er sich selbst geopfert hätte, um den Feind zu schwächen.

Allerdings hat mich das Ende positiv überrascht. Der Marodeur - die ultimative Waffe der Gimlon - ist eindeutig keine Gimlon-Technik und wurde von einem anderen Volk gebaut. Diese Idee finde ich gut. Moralisch argumentiert wird endlich zum Schluss des Buches bei dem letzten Dialog zwischen Janeway und Lekket. Darauf habe ich lange warten müssen, und dieses Gespräch ist nicht so flach wie die anderen.

Fazit: Wer eine actionlastige Story lesen will, die nur moralische Gedankengänge anschneidet, ist mit diesem Buch gut bedient. Leser, die sich von der Geschichte eine Argumentationsschlacht von Pro und Contra des Krieges versprochen haben, werden viel vermissen.

Bewertung

Weitere Infos


Titel "Frontlinien"

Originaltitel "Battle Lines"

Buchreihe Voyager

Autor Dave Galanter & Greg Brodeur

Übersetzer Andreas Brandhorst

Preis 7,95 Euro

Umfang 436 Seiten

Verlag Heyne

Bestellnummer 06/5822

ISBN 3-453-87548-6

(jp - 04.05.04)


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