Nina Ruzicka (ru)
29.05.10
"Der Beschützer"
L.A. Graf
Inhalt
Ich erspare mir eine detaillierte Inhaltsangabe, weil es sich hierbei um die Romanfassung der Pilotfolge zu "Star Trek: Voyager" handelt.
Es gibt hier auch kaum Abweichungen von der TV-Handlung, die Autorin (ja, es ist eine Frau, die unter Pseudonym schreibt) hatte mit Sicherheit das Drehbuch als Vorlage, weil sowohl Ablauf als auch teilweise Dialogsequenzen mit der Serienhandlung übereinstimmen. Es wurden lediglich einige "Gedankengänge" der einzelnen Charaktere näher ausgeschmückt.
Kritik
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 Das neue Starfleet-Schiff Voyager bricht zu seiner unerwarteten Mission auf...
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Und damit kommen wir zum Hauptproblem dieser Romanfassung der TV-Pilotfolge. Bei einem Roman, der einer Fernsehepisode folgt, gilt es nicht, die Handlung, sondern lediglich die Umsetzung zu bewerten, denn die Handlung stammt ja nicht vom jeweiligen Autor beziehungsweise der jeweiligen Autorin.
Als ich etwa ein Drittel des Buches gelesen hatte, mutmaßte ich, dass sich hinter dem Namen "L.A. Graf" vermutlich eine Frau verbirgt, und ein Blick in die englische Wikipedia gab mir beziehungsweise meiner Klischeerwartungshaltung recht, wenn ich das mal so salopp formulieren darf. Fängt die Autorin zunächst noch sehr gut an, geht sie schon ab dem zweiten Kapitel dazu über, ständig aus der (sehr emotionalen) Perspektive einer handelnden Figur zu erzählen, vornehmlich aus der von Tom Paris oder Kathryn Janeway. Und ich meine damit nicht, dass sie uns ein paar Einblicke in die Gedanken der Personen gibt, nein, sie schwafelt in einer endlosen Litanei Befindlichkeiten herunter. Tom ist hier ein unglaublich gekränktes Sensibelchen, das sich schrecklich für seine Vergangenheit und seine Fehler schämt, Janeway entpuppt sich als erzkonservativ, sie würde Gefangene vermutlich am liebsten nach der guten alten Methode mit Eisenkugel ums Bein geschnallt bei Wasser und Brot einkerkern. Sie sieht es als Frechheit an, dass die Strafgefangenen des 24. Jahrhunderts in einem angenehmen Ambiente eingesperrt sind.
Es gibt noch einige kleinere Unstimmigkeiten mit der Serienhandlung, die ich Graf aber nicht vorwerfe, da sie vermutlich nur eine Urfassung des Drehbuchs zur Verfügung hatte und nicht wusste, wie die jeweiligen Schauspieler aussehen. So beschreibt sie Torres als dunkelhäutig mit schwarzen Haaren, und der Doktor geht nicht durch die Krankenstation, er materialisiert sich von einem Fleck zum anderen. Diese "Fehler" werte ich nicht als solche, ich finde sie eher aufschlussreich. Nein, was ich der Autorin vorwerfe, sind diese unnötig langen Einblicke in die permanent um sich selbst kreisende Gedanken- und Gefühlswelt, zu Gunsten derer sie andere Elemente, die ausbaufähiger gewesen wären, vernachlässigt. So protestiert Chakotay kaum, als er mit einem Mal erfährt, dass Tuvok ein Spitzel und Paris ein Informant für die Föderation sind. Janeway teilt ihm beide Sachverhalte nonchalant mit und nachdem Chakotay ein bisschen zornig mit den Augen gerollt hat, unterwirft er sich kommentarlos Janeways Führung.
Die Geschichte ist zweifellos spannend, aber diese galt es ja nicht zu bewerten. Umsetzung mangelhaft, ich kann nur dazu raten, sich die Lektüre zu sparen und stattdessen die Pilotfolge noch mal anzusehen.
Bewertung
Weitere Infos
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| Titel |
"Der Beschützer" |
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| Originaltitel |
"Caretaker" |
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| Buchreihe |
Voyager |
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| Autor |
L.A. Graf |
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| Übersetzer |
Andreas Brandhorst |
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| Preis |
Ursprüngl. Ladenpreis:
14,90 DM

Antiquarisch: 1 bis 3 Euro
 Dieser Roman ist nur noch antiquarisch erhältlich.
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| Umfang |
232 Seiten |
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| Verlag |
Heyne |
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| Bestellnummer |
06/5401 |
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| ISBN |
3-4530-9431-X |
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(ru - 17.12.10)