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Jörn Podehl (jp)27.09.06

"Ragnarök"

Nathan Archer

Inhalt

Die Voyager befindet sich auf dem Weg zum Alpha-Quadranten, als die Crew ein fremdes Signal auffängt. Nach der Analyse kommt Janeway zu dem Schluss, dass es sich dabei um ein Lebenszeichen von der Frau des Fürsorgers handeln könnte und nimmt Kurs auf den Ursprung des Signals. Janeway hofft, dass das Wesen die Voyager nach Hause bringen kann.

Allerdings ist die Quelle des Signals in einem Raumbereich, in dem seit Jahrhunderten zwischen den Völkern der P'nir und Hachai eine Schlacht galaktischen Ausmaßes tobt. Beide verfügen über gut gepanzerte und fast unzerstörbare Raumschiffe, während ihre Waffen nicht von Bedeutung sind. So herrscht ein ewiger Status Quo, der für die Voyager ein Problem birgt: Wie soll sie zum Signal durchkommen, ohne in den Wust aus Schiffen fliegen zu müssen?

Jede Kontaktaufnahme wird abgeblockt. Allen ist klar, sollte sich die Voyager in den Kampf einmischen, könnten sie den Status Quo aufheben und die Schlacht für eine Seite entscheiden und ein harter Konflikt mit der Ersten Direktive entsteht. Nichtsdestotrotz will Janeway nicht aufgeben und lässt Chakotay, Kim und zwei weitere Offiziere mit einem Shuttle in das Kriegsgebiet fliegen, um als Vermittler zu dienen. Doch wird das Shuttle von den P'nir abgefangen und die Offiziere eingesperrt und als Geiseln genommen.

Jetzt liegt eine schwere Last auf Janeway. Wie soll sie entscheiden? Soll sie das Shuttle und ihre Kollegen im Stich lassen und weiterfliegen? Oder wirft sie jegliche Vernunft über Bord, fliegt in das Krisengebiet und gelangt zur Frau des Fürsorgers?

Kritik

Die Voyager empfängt scheinbar das Signal der Gefährtin des Führsorgers... und gerät in einen seit langem andauernden Krieg.
Nathan Archer ist ein Name, den man im "Star Trek"-Universum kaum vernommen hat, da war er auch schon wieder weg; neben dem "Deep Space Nine"-Roman "Walhalla" hat er nur noch "Ragnarök" verfasst, und beide im Jahr 1995. Wie es danach mit ihm weitergegangen ist, ist nicht bekannt.

Und das ist vielleicht auch gut so: Bis mehr als über die Hälfte des Buches, das in der ersten "Voyager"-Staffel angesiedelt ist, plätschert die Geschichte ohne Höhepunkte und Aufregung vor sich hin. Allerdings ist sie dadurch zu jener Zeit - und das ist erschreckend - der normale "Voyager"-Romandurchschnitt. Fern waren damals die Umsetzungen kreativer Ideen, die man auch in den Vorgängerbüchern der Serie lesen konnte. Im Vergleich zur TV-Serie, die ich vor kurzem noch einmal gesehen habe und mir dann erst das Potential erst richtig klar wurde, bleiben die Bücher bei Null stehen und wollen einfach nicht besser werden. Das gilt leider auch für "Ragnarök".

Die Stammcharaktere sind zwar gut getroffen, aber spätestens nach 50 Seiten stört die harsche Art, wie Janeway mit Neelix umspringt. Scheinbar hat Neelix zum ersten Mal in seinem Leben etwas richtig erkannt und warnt den Captain vor dem Kriegsgebiet, ohne erhört zu werden. Genau so überzeugend ist da die Schlacht am großen Horizont, die seit Jahrhunderten tobt. Die Idee mit dem Status Quo zwischen den Völkern ist sehr interessant. Man muss sich mal verdeutlichen, dass sie noch weitere Jahrtausende kämpfen könnten, ohne zu gewinnen oder zu verlieren. Leider geht das am Leser fast eindruckslos vorbei. Es ist auch von Anfang an klar, dass im Zentrum der Schlacht nicht die Frau des Fürsorgers sein kann. Stattdessen aber eine speckige Erklärung… Dazu lesen Sie bitte unten weiter.

um Glück gibt es keine große B-Handlung, dafür aber den einen oder anderen bissigen Kommentar des Doktors, die einige der wenigen Höhepunkte darstellen. Unfreiwillig komisch wirkt da auch die Übersetzung des "Crewman" in "Matrose". Gut, damit kann man leben. Aber genau so künstlich wie der Doktor ist der Konflikt um den Captain des P'nir-Schiffes, auf dessen Kreuzer Chakotay und Harry Kim festsitzen. Dumm, dass Young Harry keinen Tricorder mitgenommen hat. Stattdessen schneidet er sich mit einem Phaser durch eine Tür, ohne entdeckt zu werden. Also, entweder waren die P'nir zu dem Zeitpunkt alle mit Schnaps abgefüllt, damit sie ihre Rolle in diesem Buch besser ertragen konnten, oder sie sind noch dümmer als die Pakleds. Beide Argumente würden auf jeden Fall ihr Verhalten gut erklären.

Warum aber Chakotay und der Rest der Außenmissions-Rasselbande die Selbstzerstörung des P'nir-Schiffs überleben, ist mir ein Rätsel. Die Offiziere saßen, während die Welt um sie herum unterging, im Shuttle, was wiederum im Shuttlehangar war. Die Schutzschilde des kleinen Schiffs, die eh so gut wie nichts aushalten, waren aber allem Anschein nach stark genug, um die Selbstzerstörung zu überleben. Bei diesem Gedanken hebt sich bei mir die berühmt-berüchtigte rechte Augenbraue und ich kann nur noch lachen, als das Shuttle zwischen den Schiffstrümmern von der Voyager gefunden wird. Tja, was soll man noch dazu sagen, außer dass die Ingenieure der Schildgitter besser sind als Superman?

Leider werden die P'nir und die Hachai sehr lieblos beschrieben. Dem Leser wird hier und da ein Brocken Erklärung zugeworfen, und nachdem dieser verzehrt wurde, fragt man sich, wie die P'nir zum Leidwesen der Hachai und des Lesers überhaupt so lange überleben konnten.

An dieser Stelle möchte ich den Punkt "Erklärung" von oben noch einmal aufgreifen. Es ist eben von Anfang an klar, dass das nicht die Frau des Fürsorgers ist. Damals wussten die Autoren noch nicht, in welche Richtung sich die Serie entwickeln würde, also durften sie den Drehbuchschreibern nicht ins Handwerk pfuschen, verständlich. Stattdessen kommt Nathan Archer mit einer wirklich tollen Idee, die mich tatsächlich aufhorchen ließ und einen Funken Spannung in das Buch brachte. Im Mittelpunkt des Schlachtplatzes ist ein Schiff der Ersten Föderation (bekannt aus der "Classic"-Episode "Pokerspiele)!

Damit habe ich wirklich nicht gerechnet und war erfreut. Vor etlichen Jahren war das Schiff nämlich mit den P'nir und den Hachai zusammengestoßen. Begierig las ich die zwei Seiten weiter und fühlte mich augenblicklich vor den Kopf gestoßenen: Von dem einst prächtigen Schiff der Ersten Föderation war nur eine alte abgewrackte Hülle übrig, also das Ding, vor dem Kirk mit der Enterprise bluffte (Stichwort Corbomit). Innen drin war es leer - leider. Was hatte das Schiff da zusuchen? Was war mit dem Innenleben? Alles Fragen, auf die man keine befriedigenden Antworten findet. Ich hätte gerne ein paar Szenen auf dem Raumer gelesen, vielleicht noch ein paar Anspielungen auf die "Classic"-Episode und, und, und. Die gelbe Hülle erinnerte mich damit an einen Luftballon, aus dem mittels Nadelstich die Luft herausgelassen wurde und zieht eindeutige Parallelen zu diesem Buch.

Stattdessen gab der leere Ballon scheinbar Auftrieb für die Voyager, denn plötzlich ist Janeway in der Lage, die mächtigen P'nir und Hachai aus dem Weltall zu pusten. Peng, Peng, Peng, einen nach dem anderen. Nachdem dann Janeway ein Kooperationsangebot der Hachai ablehnt, die in ihren Waffen die Chance der P'nir-Ausrottung sehen, holt sie flugs das Shuttle an Bord und flüchtet. Der Leser denkt, es könne gar nicht mehr schlimmer kommen, doch weit gefehlt: Erst einmal bedankt sich dann Janeway lapidar bei Neelix für die Warnung vor dem Kampfgebiet und verteufelt sich, nicht auf ihren Wegführer gehört zu haben. Und dann fängt sie Funksprüche von den P'nir und den Hachai ab, die ihrerseits eine Kooperation gegen eine etwaige Rückkehr der Voyager eingegangen sind. Ach ja, das Signal, das die Voyager zu Beginn empfangen hatte, war nur durch Zufall entstanden. Hmmm, viel Lärm um nichts, wie?

Fazit: Einzig und allein die verhältnismäßig guten Charakterisierungen der Crew und die Idee mit der Ersten Föderation retten das Buch vor dem kompletten Absturz. Wer mehr als für den damaligen Preis von 12,90 DM (heute wohl 7,95 Euro) für dieses vergriffene Buch hinlegt, wird sich ärgern. Der Seltenheitsfaktor, der den Preis in schwindelerregende Höhen treibt, ist nicht immer der Indikator dafür, dass ein Buch gut ist. Wer für die Ansammlung Papier über 10 Euro verlangt, ist dreist. Tatsächlich gibt es sogar Menschen, die dafür 45 Euro haben wollen: eine Unverschämtheit. Finger weg!

Bewertung

Weitere Infos


Titel "Ragnarök"

Originaltitel "Ragnarok"

Buchreihe Voyager

Autor Nathan Archer

Übersetzer Harald Pusch

Preis Ursprüngl. Ladenpreis:
12,90 DM

Antiquarisch:
10 bis 13 Euro

Dieser Roman ist nur noch antiquarisch erhältlich.

Umfang 267 Seiten

Verlag Heyne

Bestellnummer 06/5403

ISBN 3-4530-9471-9

(jp - 13.03.07)


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