Daily Trek Cast & Crew Focus & Background Franchise & Fandom
Star Trek Into Darkness Star Trek XI Enterprise Universum
SF-Zone Raumfahrer.net
GameZone Literatur
Trek BBS Quark's Bar Star Trek Rollenspiel

Seitenoptionen



News & StoriesSerien & FilmeScience & FictionMediaCommunity

Portal Facebook Twitter YouTube Flickr Chat Trek BBS

 
Daily Trek News
SF-Zone News

Martin Weinrich (wc)08.01.16

"Atonement"

Kirsten Beyer

Inhalt

Rekapitulation: In den vorherigen beiden Bänden des Voyager-Relaunch (Protectors, Acts of Contrition) stieß die Voyager-Flotte im Delta-Quadranten auf die Konföderation der Welten. Dieses Staatengebilde erschien zunächst wie ein Spiegelbild zur Föderation im Delta-Quadranten. Bei näheren Untersuchungen stellte sich jedoch heraus, dass es sich eher um ein Gegenbild handelte. Die Wirtschaft ist strikt kapitalistisch organisiert, die Gesellschaft zeichnet sich durch krasse Ungleichheiten und –gerechtigkeiten aus. Obwohl die Konföderation eindeutig nicht als Bündnispartner taugt, muss der Sternenflottenverband mit ihnen zusammenarbeiten. Denn alte Widersacher der Voyager haben sich zu einer Allianz zusammen gefügt und greifen sowohl die Konföderation als auch die Föderationsschiffe an. Nach einer zerstörerischen Schlacht stellt sich heraus, was die Allianz wünscht: Sie möchten Admiral Janeway vor Gericht stellen und nach Möglichkeit exekutieren.

Derweil wurde Seven of Nine aufgrund einer medizinischen Katastrophe, die in Verbindung mit ihren ehemaligen Caeliar Genomen steht, zur Erde zurückgerufen. Tom Paris begleitete sie aufgrund einer familiären Angelegenheit. Die Untersuchungen verliefen äußerst mysteriös und Seven kann bald herausfinden, dass die Vorgehensweise des leitenden Arztes allen Grundlagen der Föderation widerspricht.

"Atonement" ist der Abschlussband dieser Trilogie und setzt nahtlos an diesen Ereignissen an: Janeway hat sich der Allianz gestellt, um weitere Tote zu verhindern, ihr Schicksal ist ungewiss. Und Seven of Nine steht allein dem bürokratischen Apparat sowohl des medizinischen als auch des militärischen Arms der Sternenflotte gegenüber.

Kritik

Admiral Janeway steht vor Gericht: Ihr droht die Todesstrafe. Im Alpha-Quadranten ringt Seven um die Seele der Föderation.
"Atonement" gelingt es, die Trilogie um die Konföderation und die medizinische Krise in der Föderation zu einem überzeugenden Abschluss zu bringen. Die Handlung ist überraschenderweise deutlich vielschichtiger als das Ende des vorherigen Bandes vermuten ließ. Durch die vielen Wendungen erweckt der Roman den Eindruck, recht dicht erzählt zu sein. Außerdem werden die Konflikte in einer "Star Trek"-typischen Manier aufgelöst.

Die größte (und angenehmste) Überraschung ist wohl, wie rasch die Gerichtsverhandlung abgeschlossen wird. Bereits im vorherigen Fall gab es eine (weniger dramatische) Verhandlung um das Sorgerecht von Tom Paris Kindern. Obwohl dieser Abschnitt von Beyer unterhaltsam präsentiert wurde, entbehrte er doch nicht einer gewissen Sinnlosigkeit. Ähnlich verhält es sich mit dem Gerichtsverfahren der Allianz: Warum sollten untereinander verfeindete Völker, die sich plötzlich zusammengeschlossen haben, auf einmal ein Interesse an einem Schauprozess Janeways haben? Man könnte die Admiralin ja auch einfach ohne einen solchen umbringen. Tatsächlich geht es in dem Prozess aber um etwas ganz anderes: Aufbauend auf vorherigen Ereignissen des Relaunches entpuppt sich die Allianz als von den Siareen gesteuert. Diese Wesen, die die Voyager-Besatzung einst aus Versehen befreite, können Lebewesen übernehmen und verfolgen ein klar definiertes Ziel. Geschickt gelingt es Janeway, diese Wesen zu enttarnen, die Allianz entfällt dadurch. Die Siareen werden auf der Voyager gefangen gehalten. Doch es stellt sich bald heraus, dass eines dieser Wesen einen Offizier der Voyager übernommen hat und somit noch frei herum läuft. Das ist ein spannender Ausgangspunkt für die Delta-Quadrant Handlung.

Diese rasche Wendung ist überraschend, macht aber dennoch Sinn. Beyer gelingt es sehr gut, all ihre Drehungen in den Kontext des Voyager-Relaunches einzubetten. Es folgt ein langes Doppelspiel der Siareen, bei dem weder Janeway noch der Leser wirklich wissen, was man von diesen Wesen halten soll. Die Siareen versuchen nämlich auch mithilfe von Verhandlungen zu erreichen, dass man sie zu ihrer Heimatwelt bringt. Es stellt sich heraus, dass dieser Ort für die Transportbänder und die Protektoren in der Region verantwortlich ist und von der Konföderation als heilige Quelle gesehen wird. Dieser Mix aus religiöser und machttaktischer Handlung ist nicht unbedingt schnell, dafür aber spannend und interessant inszeniert.

Auch die verschiedenen Charakterhandlungen sind in diesem Roman sehr gelungen. Seven of Nines Beziehung zu ihrem früheren Partner Axum, der noch immer Schwierigkeiten mit seiner neuen Rolle außerhalb eines Kollektivs hat und gerade erst von dem leitenden Arzt der Sternenflotte gefoltert wurde, ist sehr gut dargestellt. In diesem Teil entpuppt sich die Trilogie zudem als Darstellung der Wiederannäherung von Chakotey und Janeway: Deren Beziehung hatte zeitweise Schwierigkeiten, sich den neuen Machtverhältnissen und vor allem Janeways eigenem Findungsprozess anzupassen. Hier wird die Annäherung am Ende des Buches sehr gut dargestellt. Aber auch die Art, wie Tom sich mit seiner Mutter versöhnt und andere kleinere Charaktermomrgen an Bord der Voyager wissen zu überzeugen.

Zuletzt weisen beide Handlungen eine "Star Trek"-typische Lösung auf. Die letztlich doch zu eroberungswütigen Sinareen werden (von ihrem eigenen Heimtaplaneten) aufgehalten. Dem Sternenflottenverband gelingt es, ein Vertrauensverhältnis mit der Konföderation aufzubauen, in dem die Agrarwissenschaftler der politischen Führung zeigen, dass man Ziele nicht nur mit den Mitteln der aggressiv-kapitalistischen Wirtschaftsführer erreichen kann. Stattdessen zeigen sie, wie auch andere Ziele (wie z.B. eine flächendeckende Nahrungsmittelversorgung) im Fokus der Politik stehen könnten. Das Vertrauen ermöglicht zwar noch keine Bündnisverhandlungen, wohl aber eine kleine Annäherung. Nach der sehr pessimistischen Darstellung im vorherigen Band, ist dies ein überzeugender Annäherungsschritt. Zuletzt stellt sich natürlich auch der folternde Arzt auf der Erde als Einzeltäter heraus, der nach einer Enthüllung durch Seven all seine Ämter verliert (wie auch die Sternenflottenadmiräle, die Seven nicht glauben wollten). Obwohl dies zunächst unmöglich erscheint, präsentiert der Roman somit die friedlichen Lösungen beziehungsweise exemplarischen Handlungen, die für die "Star Trek"-Reihe prägend sind.

Doch auch "Atonement" wartet mit kleinen Schwächen auf. Der erste ärgerliche Punkt ist die Grundlage der medizinischen Krise. Es ist schade, dass Beyer auch in diesem Band diese Handlung nicht mit den Ereignissen z.B. aus "The Fall" in Einklang bringt. Es gibt keine Begründung, warum dieser (relativ große) Skandal dort nicht einmal eine Erwähnung findet. Das ist aber, angesichts der sehr guten Charakterarbeit zu verschmerzen. Hier fällt als zweiter Punkt eher auf, dass die Handlung sehr gut zugespitzt wird und anschließend in einem starken Zufalls- und Ad-hoc-Moment aufgelöst wird ("Seven geht bei der Präsidentin petzen"). Hier hätte man sich auch einen komplexeren Ausgang vorstellen können. Trotzdem verkörpert dieser Abschnitt wie oben bereits erwähnt, fast alle "Star Trek"-Ideale (und letztlich gehören nicht immer überzeugende Auflösungen ja auch dazu). Auch die Haupthandlung leidet ein wenig darunter, dass ihre Auflösung etwas ad-hoc wirkt. Immerhin wurden beide Handlungsstränge über drei Bände aufgebaut, um dann relativ simpel aufgelöst zu werden. Hier hätte man sich komplexere Enden vorstellen können. Angesichts gelungener Charakterisierungen, einer dichten Handlung und dem Abschluss aller laufenden Handlungen in "Star Trek"-typischer Manier kann man diese etwas konstruiert wirkenden Enden jedoch verschmerzen.

Fazit: "Atonement" ist ein überzeugender Abschluss einer Trilogie, die sich für zwei Handlungsstränge viel Zeit und Raum genommen hat und so intensiv mit ihren Charakteren arbeiten kann. Der Roman spart nicht an überraschenden aber plausiblen Wendungen und unterhält damit bis zu den "Star Trek" würdigen Lösungen der Probleme. Das unterhält insgesamt sehr gut.

Bewertung

Weitere Infos


Titel "Atonement"

Buchreihe VOY-Relaunch

Autor Kirsten Beyer

Preis 5,80

Umfang 400 Seiten

Verlag Simon & Schuster Pocket Books

ISBN 9781476790817

(wc - 08.01.16)


Nach oben

Alle Berichte sind das geistige Eigentum der Autorinnen und Autoren. Jede unautorisierte Übernahme ist ein Verstoß gegen das Urheberrecht. Für Anfragen betreffend Artikel- oder Newsübernahme wenden Sie sich bitte an den Redaktionsleiter.

"Star Trek", "Star Trek: The Next Generation", "Star Trek: Deep Space Nine", "Star Trek: Voyager", "Star Trek: Enterprise" und alle verwandten Markennamen sind eingetragene Handelsmarken von Paramount Pictures. Kopierrechtlich geschütztes Material wurde ausschließlich für nichtkommerzielle Zwecke genutzt. Dies gilt auch für alle Materialien, die aus anderen Franchises stammen und im Rahmen der TZN SF-Zone genutzt wurden.

Mitarbeit Kontakt Impressum

© TrekZone Network, 1999-2016