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Jörn Podehl (jp), Peter Tigmann (pt), Julian Wangler (jw), Thomas Götz (tg)16.12.06

"Heimkehr"

Christie Golden

Inhalt

Nach sieben harten Jahren im Delta-Quadranten gelangen Janeway und ihre Crew zurück. Zu Hause sind sie endlich wieder mit ihren Familien vereint, und die Crew beginnt sich zu trennen.

Admiral Janeway verbringt viel Zeit mit ihrem ehemaligen Geliebten Mark, der eine neue Familie gegründet hat. Chakotay geht zu seinem Volk zurück und trauert um seine alten Maquis-Freunde, die bei einem Angriff durch die Cardassianer auf Tevliks Mond getötet worden sind. Er hadert mit sich selbst, zu Starfleet zurückzukehren. Darüber hinaus kriselt die Beziehung mit Seven. Die ehemalige Borg versucht Abstand zu bekommen und besucht ihre Tante Irene - die einzig lebende Verwandte. Dort wird sie von einer fanatischen Menschenmenge schaulustig begrüßt.

B'Elanna empfängt von einem klingonischen Commander eine Kom-Nachricht, in der es um ihre Mutter geht: Miral hat im Kloster von Boreth nach dem Verschwinden ihrer Tochter eine Vision von B'Elanna erlebt und hat Kahless ehren wollen, indem sie die Zeremonie "Challenge of Spirit" durchführt. Dabei zieht man für ein Jahr ohne Werkzeuge und Waffen in die Wildnis und muss mit jeder Gefahr allein fertig werden. Miral ist aber nie mehr zurückgekehrt, hat jedoch ihrer Tochter eine Nachricht hinterlassen. B'Elanna folgt ihr, wovon Familie Paris nicht begeistert ist.

Der Starfleet-Geheimdienst hat den Verdacht, dass ein "Maulwurf" - ein Agent des Orion-Syndikats - die fortschrittliche Technik der Voyager stehlen und verkaufen will. Dummerweise beginnt eine Rebellion der Hologramme, wodurch der Doktor unschuldig als Hauptverdächtiger gilt, weil er seinen zweiten Roman verfasst, in dem er über den Kampf der Hologramme gegen die Menschen schreibt.

Zur gleichen Zeit bricht auf der Erde eine Borg-Seuche aus, die sich wie ein Schnupfen verbreitet und in Zukunft die Menschen assimilieren wird. Verzweifelt wird nach der Ursache der Seuche gesucht, und der Verdacht fällt auf die Crew der Voyager ...

Kritik

Die ersten drei Rezensionen beziehen sich auf die amerikanische Originalausgabe von Pocket Books.

1. Jörn Podehl

Die Voyager ist zurück im Alpha-Quadranten und erlebt schon ihr blaues Wunder: Die Borg sind wieder aktiv.
"Homecoming" hat überraschend viele Handlungen.

Die erste Handlung umfasst die Wiederkehr der Crew. Was machen die einzelnen Charaktere jetzt?

Mir gefällt das Verhalten des Doktors sehr gut: Er ist enttäuscht, dass sich niemand für seine Abenteuer als Arzt oder Voyager-Crewman interessiert, sondern nur für Seven of Nine. (Bei der Ankunft kann man einen Banner mit der Aufschrift: "Bye-bye Borg, hello Seven of Nine!" erkennen). Man muss ihn sich auch als Babysitter vorstellen! Köstlicher Einfall.

Allerdings bin ich etwas davon überrascht, wie wenig Achtung den "Homecomern" geschenkt wird. Keine Reporter, keine Neugierigen ... Sogar Starfleet hat sich nicht sehr für die Missionen der Voyager interessiert, sondern für die im Laufe der Zeit angesammelten Daten der Borg. Zu Recht regt sich Janeway darüber auf und ist enttäuscht, dass sie zum Admiral befördert worden ist und nicht mehr die Voyager kommandiert.

Ich fühle mit Janeway, halte es aber für etwas ungewohnt, dass Starfleet in ein dunkles Blickfeld gerückt wird. Wieso interessiert es niemanden, was die Voyager erlebt hat?

Der Figur von Harry Kim wird auch keine weitere Entwicklung geschenkt - abgesehen davon, dass er jetzt Lieutenant ist. Er soll missbraucht werden, um einer Agentin (seine Freundin) die Möglichkeit zu geben, den "Maulwurf" zu finden. Er hat wohl kein Glück mit Frauen. Leider scheint man Harry niemals die Chance geben zu wollen, erwachsen zu werden und stellt ihn ständig als kleinen dummen, naiven und schüchternen Jungen dar.

Aber das Buch lebt auch von positiven Gefühlen: Gefallen hat mir besonders das neue Verhältnis in der Familie Paris: Vater und Sohn liegen abends gemeinsam unter einem Baum und bestaunen die Sterne (wie in alten Zeiten) und B'Elanna wird liebevoll in der Familie aufgenommen. Eine tolle Szene! Es knüpft genau an die letzten Sequenzen von "Endspiel" an.

Die zweite Handlung beinhaltet Verdächtigungen, Intrigen und eine Borg-Seuche.

Da ist erst einmal der Holo-Aufstand, bei dem einige Menschen sterben. Die Story der rebellierenden Hologramme kennen wir und es ist zu hoffen, dass sie im zweiten Buch nicht noch sehr viel weiter aufgespannt wird, ansonsten kommt man sich vor wie in der Folge "Fleisch und Blut" und der Doktor ist der erste Verdächtige. Das ist meiner Meinung nach der einzige Hänger in der Story.

Im Gegensatz dazu finde ich die neue als Fieber vertuschte Borg-Seuche viel interessanter. Gut zu erkennen ist die Angst der Menschen, als herauskommt, dass die Borg hinter der Epidemie stecken: Darunter muss vor allem Icheb leiden, der als Starfleet-Kadett von anderen Studenten verprügelt wird.

Die dritte Handlung ist etwas ungewöhnlich und bietet Rückblicke auf ein junges Mädchen. Sie wird von ihrem Vater geschlagen, scheint diese Behandlung schon gewohnt zu sein. Die Erinnerungen bleiben, bis der Vater bei Wolf 359 stirbt und weder Mutter noch Tochter sind traurig darüber. Ich bin gespannt, wie diese Storyline weitergeht, denn noch habe ich keine Vermutung, wer das Mädchen ist. Wie passt dies in Christie Goldens Konzept? Abwarten ...

Mit dem Bekanntwerden der Borg-Seuche endet das Buch aber leider und wir werden erst im zweiten Teil erfahren, wie man die Gefahr abwehren kann, ob B'Elanna ihre Mutter trifft und wie sich Admiral Janeway mit Starfleet arrangieren wird.

Fazit: Ein Buch mit vielen Intrigen und Verwicklungen, aber durchaus übersichtlich verpackt. Emotionen sind sehr schön geschildert, wirken realistisch und nicht übertrieben. Die Geschichte ist an vielen Stellen originell (wie gesagt: Die grimmige Art des Doktors ist immer wieder etwas Feines). Allerdings muss aufgepasst werden, dass man die Geduld der Fans nicht wieder mit einem weiteren Hologramm-Krieg nervt. Ansonsten ein klasse Buch!

Dem Schreibstil von Christie Golden kann man gut folgen und ich hatte keine Schwierigkeiten mit dem Englischlesen.

2. Peter Tigmann

Wie schon bei "Deep Space Nine" hat Pocket Books sich auch bei "Star Trek: Voyager" für eine Relaunch-Serie entschieden. Relaunch deshalb, weil die Bücher nach den Ereignissen in der Serie spielen und somit die Serien quasi neu starten. Das Konzept ist bei "Deep Space Nine" sehr gut aufgegangen. Die Relaunch-Serie ist mehr als erfolgreich. Ob dies auch mit "Voyager" funktioniert, wird sich zeigen.

Eine solche Serie neu zu beginnen, ist nicht ganz einfach. Die Charaktere müssen gut erfasst werden und man muss gleich von Beginn an eine eigene Dynamik entwickeln, um nicht nur eine Kopie zu produzieren. Bei "Voyager" wurde diese Aufgabe Christie Golden übertragen, die schon durch viele sehr gelungene Romane zu der TV-Serie aufgefallen ist. Auch mit "Homecoming" kann die Autorin mehr als überzeugen.

"Homecoming" beginnt da, wo "Endspiel" aufhört und setzt so die Ereignisse des Serienfinales direkt fort. Janeway und ihre Crew haben es endlich zurück zur Erde geschafft. Was man an "Endspiel" oft kritisiert hat, war das zu abrupte Ende. Liest man "Homecoming", muss man sagen, dass man relativ froh sein kann, dass die Serie so zu Ende gegangen ist, da sie dem Roman ein paar sehr gute Möglichkeiten erlaubt, was Storyaufbau und Charakterentwicklung angeht.

Die Charaktere sind in dem Roman mehr als gut getroffen. Golden lässt sich sehr viel Zeit damit, die Heimkehr der einzelnen Hauptcharaktere zu erzählen. Ungefähr die erste Hälfte des Buches beschäftigt sich damit, wie Janeway & Co. wieder auf ihre Lieben treffen. Dies ist aber keinesfalls negativ zu sehen. Vielmehr ist es genau das, was man sich erhofft hat, wenn man die Charaktere über sieben Jahre lang hin liebgewonnen hat.

Viel aufregend Neues gibt es bei den Charakterisierungen allerdings zunächst nicht. Paris, Kim und Janeway werden befördert. Janeway werden ihre Regelbiegungen schnell verziehen und akzeptiert. Privat schließt sie eine enge Freundschaft zur Familie ihres Ex-Verlobten Mark. Chakotay ergründet seine spirituelle Seite. Paris ist Papa und darüber sehr glücklich. Kim trifft auf seine Eltern und seine alte Freundin Libby, die in dem Roman eine gewichtige Rolle spielt. Seven geht zur ihrer Tante und ist sehr gerne dort. Der Holodoc schreibt an einem neuen Roman und langweilt sich. B'Elanna Torres erhält aber schon gleich zu Beginn eine eigene Storyline im Roman, als sie auf die Suche nach ihrer Mutter geht und erfährt, dass diese in den Wäldern von Boreth auf sie wartet.

Der Roman beschäftigt sich zunächst wie schon erwähnt mit der Heimkehr der Crew. Was die Crew der Voyager – und auch den Leser – verwundert, ist, wie unspektakulär die Voyager empfangen wird. Dies versucht Golden durch den gerade zu Ende gegangenen Krieg mit dem Dominion zu erklären. Dies ist zwar durchaus vorstellbar, trotzdem wäre doch zumindest mehr als ein trockener Empfang für die Heimkehrer drin gewesen, oder? Akzeptiert man dies, ist aber auch dieser Teil des Romans mehr als nur lesenswert und weiß vor allem durch die guten Charakterdarstellungen zu überzeugen.

Der Roman spaltet sich danach schnell in mehrere Geschichten auf, was mal mehr und mal weniger gut funktioniert. Die Hauptgeschichte um das um sich greifenden Borgvirus ist mehr als spannend und interessant. Hier erfahren wir auch schnell, dass Kims Freundin Libby jetzt für den Sternenflottengeheimdienst arbeitet. Das mag zwar etwas seltsam erscheinen, wird in dem Roman aber recht gut erklärt. Vorher geht es vor allem um die Heimkehr der Crew. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass man selbst nicht weiß, ob die Crew vielleicht unwissentlich etwas mit dem Virus zu tun hat. Die Charaktere, die hierbei neu eingeführt werden (Montgomery, Covenigten), wirken zunächst etwas klischeehaft. Im zweiten Teil der Geschichte (die im nächsten Roman "The Farther Shore" erzählt wird) stellt sich aber sehr schnell heraus, dass sie so ziemlich das genaue Gegenteil sind. Golden gelingt es auch in dieser Phase immer wieder, allen Charakteren etwas zu tun zu geben, was bei dem beschränkten Buchplatz sicher nicht immer einfach ist.

Eigene Geschichten bekommen der Holodoc und B'Elanna Torres. Beide können leider nicht ganz überzeugen und sind eher lästige Füller zwischen der spannenden A-Story. Die Geschichte um den Holodoc und die durch ihn ausgelöste Revolution der Hologramme wirkt etwas an den Haaren herbei gezogen. Weder in diesem noch im Nachfolgeroman wird ein wirklich klares Statement abgegeben, in dem die Autorin durchblicken lässt, wie sie wirklich zu dem Thema "Hologramme als Sklaven für die Menschheit" steht. Wenigstens wird diese Geschichte später mit der A-Story verbunden und bleibt so nicht ganz so belanglos.

B'Elanna Torres sucht in den Wäldern von Boreth ihre Mutter. Auch diese Geschichte ist nur ein Füller. Sie mag zwar für den Charakter von B'Elanna relativ wichtig sein, ist in diesem Buch aber doch eher ein Bremsklotz der zu viel von der Hauptgeschichte ablenkt. Außerdem weiß man schon sehr schnell, wie das Ganze enden wird. Hier wurde wirklich tief aus dem Klischeetopf geschöpft, dazu aber mehr im Review von "The Farther Shore".

Fazit: Gelungene, wenn auch erwartete Charakterisierungen, gemischt mit einer tollen Hauptstory, die große Lust auf den Fortsetzungsroman macht. Leider etwas schwache B- und C-Storys. Actionfans werden mit dem ersten Teil des Romans noch nicht auf ihre Kosten kommen. Wer sich aber mehr für die Crew und deren Gefühle nach der Heimkehr interessiert, ist hier genau richtig.

3. Julian Wangler

Die Voyager ist zurück im Alpha-Quadranten - und erlebt ihr blaues Wunder. So könnte man Tenor und Genese von "Homecoming" beschreiben. Obwohl sich Autorin Golden bemüht, Anknüpfungspunkte für die Personen zu schaffen, sie sozusagen in den Lebensraum Föderation zu überführen, bleibt alles in allem doch zu wenig Platz auf den gerade einmal 260 Seiten, bevor der Rattenschwanz des zurückliegenden "Endspiel"-Abenteuers die alte Bande wieder zusammentrommelt.

"Homecoming" ist also im Grunde genommen noch ein ganzes Stück Status quo - was an und für sich nicht schlimm ist, nur bleibt der Roman dem erwartungsgeladenen Leser die Antwort schuldig, wie sich denn die Figuren wirklich einleben. Zu schnell wird da wieder nach den Borg (die mittlerweile zu den Schießbudenfiguren des "Star Trek"-Universums geworden sind) gegriffen.

Das, was wir im ersten Teil über die Charaktere erfahren, ist nicht sonderlich interessant. Gut, es gibt ein paar Beförderungen, von denen mindestens eine nach dem Rezipieren von "Star Trek: Nemesis" zu erwarten stand. Abgesehen vom gut eingefädelten Plot um B'Elannas Mutter, der Appetit auf mehr macht, sind die Erlebnisse der Protagonisten in der Heimat höchst vorhersehbar. Immerhin wurde Marcs Trennung von Janeway bereits in der Serie genügend thematisiert - samt der Auswirkungen auf sie. Auch dass Chakotay die Ruinen seines früheren Lebens besichtigt, ist nicht mehr als eine mittelmäßige Ausführung des in der Serie Gesagten.

Für Seven und den Doktor bleibt auf der Charakterebene zu wenig Entfaltungsspielraum, wohingegen Libby Webber - Harrys Freundin und eigentlich eine absolute Randfigur - eindeutig zu viel Platz eingeräumt wird, auch wenn sie jetzt für den Geheimdienst arbeiten mag. Harry selbst wird übrigens keine Gelegenheit geschenkt, sich endlich einmal weiterzuentwickeln, und das verspielt Potential. Das, was der Doktor später um den Holoaufstand erleben wird, erinnert doch zu stark an die Episode "Fleisch und Blut" ("Flesh and Blood"). Zu allem Ärger erfährt der Leser nie, wie sich Golden zu dem hitzigen Thema "Hologramme als Sklaven der Menschen" positioniert; diese B-Story verkommt zum einwandfreien Lückenbüßer und wirkt an den Haaren herbeigezogen.

Die Borgseuche ist ein nicht ungeschickter Griff in die Trickkiste, um das Abenteuer um die kybernetischen Zombies noch ein wenig auszudehnen. Mich persönlich reißt es aber nicht vom Stuhl, da der Gebrauch der Borg mittlerweile einfach nur inflationär ist. Es bleibt abzuwarten, wie der zweite Teil "The Farther Shore" die Geschichte weiter spinnen wird.

Fazit: Das Fremdeln in der Heimat ist ein hoffnungsvoll stimmender Anfang. Trotzdem: "Homecomcing" ist ein Roman, der nichts riskiert - und sich in Durchschnittlich- und Vorhersehbarkeiten ergießt. Obwohl das Ganze sich nach "Voyager" anfühlt, eine kurzweilige Intrigengeschichte zu bieten hat und auch einige Brücken für die Crew in den Alpha-Quadranten baut, zögert es eine eng personenbezogene Entwicklung doch hinaus, weil Holoaufstand und Borgseuche dazwischenfunken.

Das ist insofern eine Enttäuschung, als ich erwartet hatte, dass gerade jetzt, wo das alte Abenteuer zu Ende ist, tiefe Charakterstudien vonnöten sind, um der Voyager ihre neue Flugroute vorzugeben. Vielleicht etwas völlig Neues. Diese Hoffnung hat "Homecoming" leider zerstreut. Stattdessen wird nebst der Actionstory aus dem Klischeetopf geschöpft, und ich fürchte, auch der zweite Band "The Farther Shore" wird lediglich ein Anhängselabenteuer der alten Schule abschließen. Gegenüber dem gelungenen Auftakt für die achte DS9-Staffel kommt der "Voyager"-Relaunch daher wie ein U-Boot anstatt eines schnittigen Warp-9,75-Raumschiffes: träge und ein bisschen langweilig. Das große Staunen bleibt aus.

So unspektakulär kann Zuhause sein. War es das, wofür Janeway und Co. jahrelang ihr Leben riskiert haben?

4. Thomas Götz

Die folgende Rezension bezieht sich auf die deutsche Ausgabe des Cross CultVerlages.

Zehn Jahre hat es gedauert, bis der "Voyager"-Relaunch es auf Deutsch geschafft hat, denn das Original erschien bereits 2003, geschrieben von Routinier Christie Golden, die sich in letzter Zeit zum Beispiel durch "WarCraft"-Romane auszeichnet. Der Roman setzt dabei genau da an, wo die Serie aufgehört hat: die Voyager kommt zurück und die Crew muss sich fragen, was sie nun eigentlich machen. Dabei stellt sich sogleich ein großer Pluspunkt des Romans dar: Denn es geht zunächst erst mal ruhiger an. Immerhin gilt es einige Fragen zu klären, etwa ob die Maquis ins Gefängnis müssen oder was denn mit den ganzen technologischen Neuerungen durch Future Janeway geschieht.

Hier bietet Golden zum Glück zufriedenstellende Antworten. Die Charaktere bekommen genug Raum, um sich zu entfalten: Tom Paris versöhnt sich mit seinem Vater, B'Elanna sucht ihre Mutter, Chakotay seine Familie, ebenso wie Seven und so weiter. Dass also erst mal nichts passiert, ist grundsätzlich gut und auch die damit einhergehende Charakterentwicklung ist der Serie treu und schön zu lesen. Auch ein paar bei den Fans unbeliebte Sachen werden in der Hinsicht korrigiert: die in der letzten Folge plötzlich aufgetauchte Beziehung zwischen Seven und Chakotay verschwindet genauso sang- und klanglos wieder, Harry bekommt endlich seine Beförderung (gut, Janeway auch) - und selbst Neelix wird nicht vermisst. So greift ein Zahnrad ins das andere und die Geschichte dreht sich stimmig weiter. Sogar Nebenfiguren, die im Laufe der sieben Jahre "Voyager" nur mal erwähnt wurden oder nur kurz zu sehen waren, erhalten einen populären Auftritt. Als kleinen Fanbonus dürfen dann auch noch Charaktere der Enterprise und Picard auftreten.

Und gerade als es langweilig zu werden droht, also etwa nach 150 Seiten, dreht sich die Handlung erneut und es wird spannend. Da gibt es den Aufstand der Hologramme, der quasi auch schon zu erwarten war, dicht gefolgt von einem Borg-Virus, hinter das die Leser schneller steigen als die Protagonisten des Romans. So oder so ist auch das im Großen und Ganzen noch stimmig, wenn auch ein paar Detailfragen das Ganze etwas abschwächen. So ist es schwer vorstellbar, dass die Sternenflotte, selbst unter diesen Bedingungen, zu folterähnlichen Methoden greift, um an Informationen zu kommen. Dass die utopische Welt von Gene Roddenberry spätestens seit "Deep Space Nine" einige Kratzer bekommen hat, ist hingegen realistisch - und daher ist das Misstrauen, das Seven und Co. entgegengebracht wird, durchaus verständlich.

Etwas schade ist, dass der Roman so kurz ist und mit 250 Seiten fast zusammen mit seinem Nachfolger in ein Buch gepresst hätte werden können. Natürlich wird die Handlung nicht mal ansatzweise aufgelöst, nichtsdestotrotz vermag auch der Cliffhanger zu überzeugen und Lust auf mehr zu machen.

Zu guter Letzt sei auch noch das schöne deutsche Cover erwähnt, das wieder von Martin Frei stammt.

Fazit: Ein anfangs etwas ruhiger Roman, der sich die benötigte Zeit nimmt, die "Voyager"-Charaktere weiterzuentwickeln, bevor er die Handlung anpackt. Zwar gibt es vereinzelte Stolpersteine, im Großen und Ganzen ist das Buch aber lesenswert und ein würdiger Nachfolger der "Voyager"-TV-Serie, ohne ins Lächerliche abzudriften.

"Heimkehr" ist unter anderem bei Amazon.de als Taschenbuch und als E-Book erhältlich.

Bewertung

1. Jörn Podehl
2. Peter Tigmann
3. Julian Wangler
4. Thomas Götz

Weitere Infos


Titel "Heimkehr"

Originaltitel "Homecoming"

Buchreihe VOY-Relaunch

Autor Christie Golden

Übersetzer Andrea Bottlinger

Preis 12,80 Euro

Umfang 252 Seiten

Verlag Cross Cult

ISBN 978-3-86425-2-877

(jp, pt, jw, tg - 17.12.13)


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