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Jörn Podehl (jp), Thomas Götz (tg)04.07.14

"Geistreise 2 - Der Feind meines Feindes"

Christie Golden

Inhalt

Die Situation auf dem Planeten Loran II spitzt sich zu, als ein Außenteam der Voyager von fremden Kreaturen angegriffen wird. Commander Ellis (Erster Offizier) und Chakotays Schwester Sekaya scheinen bei dem Angriff ums Leben gekommen zu sein, alle Kolonisten sind verschwunden. Mit letzter Kraft entkommen Chakotay und die restlichen Offiziere und kehren zur Voyager zurück.

Allerdings fällt Dr. Jarem Kaz - gezeichnet durch den internen Kampf mit seinem Trill-Symbionten und den schrecklichen Erinnerungen an die Maquis-Vergangenheit - schnell auf, dass mit dem Captain etwas nicht stimmt. Er benimmt sich anders, verweigert jeden medizinischen Test und befehligt den überraschenden Rückflug zur Erde, anstatt nach den vermissten Kolonisten zu suchen. Zusammen mit Sicherheitschef Harry Kim stellen sie Nachforschungen an und kommen zu der einzig möglichen Erklärung: Chakotay ist nicht er selbst, sondern ein Formwandler. Und er ist auf der Suche nach etwas, das er zum Leben braucht: die DNS von Chakotays Volk.

In der Zwischenzeit ist Admiral Janeway auf diplomatischer Mission, unterstützt von Tom Paris, um das abwanderungswillige Volk der Kerovi zu überreden, in der Föderation zu bleiben. Als sie auf einem geheimen Kanal von Kaz erfährt, dass mit Chakotay etwas nicht stimmt, schickt sie Tom los, um den Formwandler dingfest zu machen…

Kritik

1. Jörn Podehl

Die folgende Rezension bezieht sich auf die englische Originalausgabe

Fortsetzung zu "Old Wounds": Chakotay und seine Schwester werden auf Loran II festgehalten, während ein Formwandler die Voyager kommandiert.
"Enemy of my Enemy" knüpft direkt an "Old Wounds” an und setzt die Geschichte um Loran II fort. Es ist deswegen zwingend erforderlich, den ersten Teil vorher gelesen zu haben, bevor sich der hungrige Leser an "Sky Spirit Teil II" macht.

In meiner Kritik zum ersten Teil habe mich sehr positiv über die Charakterstory geäußert, schließlich war "Old Wounds" keine aufregende Action-Story, sondern ein sich langsam aufbauendes Werk. Allerdings kann man es mit dem Vorangeplätschere auch übertreiben. Hat Christie Golden die Leser in dem "Homecoming"-Bogen mit dynamischen, inhaltreichen Handlungssträngen geradezu erschlagen, scheint sie den Adrenalinpegel wieder herunterdrosseln zu wollen, denn es geschieht im zweiten Teil nicht viel. Es wird weder der interessante Konflikt zwischen den neuen und alten Voyager-Mitgliedern geschürt, noch kann Christie Golden den Leser mit der Sky-Spirit-Geschichte fesseln. Jedenfalls ging es mir so, als ich über Chakotays Volk gelesen habe. Und dass mit der DNS des Indianervolks dem Formwandler geholfen werden kann, ist mehr als weit hergeholt.

Was erwartet man von einer Story, in der ein Formwandler den Captain ersetzt? Konflikte, Konflikte und noch einmal Konflikte. Aber niemand außer Kaz und Kim scheint zu merken, dass Chakotay nicht er selbst ist. Alle anderen hören brav auf das Wort des Captain. Schön und gut, aber in einer tollen Geschichte möchte ich einen Zwei-Fronten-Konflikt haben, in der der Bösewicht die gute Gruppe spaltet und gegeneinander ausspielt. Nichts. Die Roman-Eigenbrödler Kaz und Kim forschen allein nach und entdecken zu schnell, dass Chakotay nicht er selbst ist, so als ob es das normalste der Welt wäre. Sie kontaktieren heimlich Janeway und die Denkfabrik, der Seven of Nine und der Doktor angehören, und bitten um eine Analyse des Dilemmas.

Und was macht Janeway? Sie schickt Tom Paris mit dem Delta Flyer nach Loran II, der dort die Augen aufhalten soll. Erst einmal frage ich mich, warum Janeway ihren ehemaligen Steuermann überhaupt zu einer diplomatischen Mission mitnimmt, die nicht großartig zur Story beiträgt. Dann sitzt Tom auf dem Bankette beinah gelangweilt herum und weiß nicht viel mit sich anzufangen. Mit der Idee der Kerovi hätte man lieber ein Janeway-Abenteuer schreiben und die wichtige Thematik nicht am Rande in die Handlung einstreuen sollen.

Der perverse cardassianische "Arzt" Dr. Crell Moset kommt am Ende auch zur Erleuchtung und erkennt, dass der Formwandler, der ihn am Anfang des ersten Teils aus der Arrestzelle geholt hat, nicht sein Freund ist, sondern ihn nur ausgenutzt hat. Voyager-Doktor Jarem Kaz muss sich auf Loran II mit ihm arrangieren und akzeptiert: Der Feind meines Feindes ist mein Freund. Am Ende rächt sich Gradak Kaz (Jarems Symbiont), dessen Frau vor Jahren bei Mosets Experimenten zu Tode gefoltert worden ist, doch noch an Moset, aber nicht so wie jeder denken würde. Der Handlungsbogen um Dr. Kaz ist mit das beste an dem Buch.

Dem Trend der Story passt sich auch die Qualität der Gaststars an. Als Chakotay mithilfe des "Spirit Walks" aus der Macht des Formwandlers entkommen will, läuft ihm ein alter Bekannter der "The Next Generation"-Zeit über den Weg. In meinen Augen eher ein unglücklicher Versuch, Charaktere der Prä-Nemesis-Era (die "A Time to…"-Reihe) ins Gespräch zu bringen. Man hätte auch auf ihn verzichten oder eine passende Person nutzen können: Q zum Beispiel, aber doch nicht den Lehrling des Reisenden! Aber das ist ja Geschmackssache.

B'Elanna hält sich mit ihrer Tochter auf dem klingonischen Planenten Boreth auf und will mehr über die Legende der Kuvah’Magh erfahren, für die ihre Tochter gehalten wird. Alten Schriften zufolge soll Miral Torres das Klingonische Reich zu einem neuen Imperium führen (TV-Episode "Die Prophezeiung"). Der Handlungsstrang wird nur am Rande abgefrühstückt und ist eigentlich recht langweilig, doch gerade dieser endet mit einem Cliffhanger. Libby Weber, Kims Freundin und Starfleet-Sicherheitsagentin, scheint in dem Formwandler auch gleichzeitig den Maulwurf gefunden zu haben, der in der "Homecoming"-Story für Unruhe sorgt.

Ein Gutes hat "Enemy of my Enemy" am Ende doch noch: Tom Paris wird Chakotays neuer Erster Offizier, mit dem Ausscheiden der Kerovi wird noch einmal schön die derzeitige politische Lage der Föderation gezeigt, und das Verschwinden des Formwandlers eröffnet vielleicht ein paar gute Optionen für die Zukunft.

Fazit: Die angenehme, jedoch interessante Ruhe des ersten Teils wird hier durch eine träge Fortsetzung beendet, in der wirklich nicht viel passiert. Nur die letzten Seiten, auf denen die Geschichte endlich an Schwung gewinnt, und der Handlungsteil um Dr. Kaz retten dem Buch eine Durchschnittswertung. Ein Verlauf wie in einer echten "Voyager"-Episode eben…

2. Thomas Götz

Die folgende Rezension bezieht sich auf die deutsche Ausgabe des CrossCult-Verlages.

Mit "Geistreise 2" wird die im ersten Band begonnene Storyline beendet, auch wenn es natürlich noch nicht das Ende des Voyager-Relaunches ist (aber Goldens letzter Beitrag zum Relaunch). Dabei gibt es zwar ein Wiedersehen mit den bekannten Charakteren der Voyager-Crew, im Vordergrund stehen aber eindeutig Chakotay und seine Schwester, die auch den meisten Raum für ihre Charakterszenen bekommen. Ansonsten sticht eigentlich nur der neue Arzt Jarem Kaz (und noch etwas Kim) im Vordergrund.

Dieser muss sich mit seiner Vergangenheit auseinandersetzen, und wie bereits im ersten Band angedeutet ist es wenig verwunderlich, das Crell Moset auftaucht. Das er bereits auf den ersten Seiten des ersten Bandes starb, war bereits ein Hinweis. In diesem Band bekommt er eine etwas größere Rolle spendiert und darf weitere Facetten seines Fanatismus zeigen. Der andere Bösewicht ist der Formwandler, der die Rolle des Captains einnimmt. Auch hier entflechtet sich ein schönes Katz- und Maus-Spiel an Bord der Voyager, das einmal mehr aufzeigt, wie viel Potential noch immer in den Gründern steckt. Es baut sich hier also eine schöne Spannung auf, die sogar über weite Strecken des Buches gehalten werden kann.

Nebenher versuchen Chakotay und seine Schwester mit Moset zu verhandeln, wodurch sie aber auch viel über sich selbst und ihr Erbe lernen. Auch Kaz muss mit seinem früheren Wirt in Einklang kommen - das die beiden Bösewichte dabei aber genau diejenigen sind, die ihm früher alles antaten, ist dabei ein schöner 'Zufall' - und geneigte Leser werden eh wissen, das Kaz sich bei der Auseinandersetzung mit diesen beiden wieder selbst finden wird. Insofern ist zumindest das Ende keine große Überraschung.

Betrachtet man aber den erwähnten Zufall so fallen noch einige andere Sachen etwas negativ auf. So ist die Handlung um den aus der Föderation austretenden Planeten eigentlich nur störendes Beiwerk. Die Bühne wurde im ersten Band schön bereitet und auch hier gibt es noch die ein oder andere diplomatische Szene, der Handlungsbogen ist aber inzwischen derart dünn und in den Hintergrund gedrängt, das der Ausgang eigentlich niemanden mehr interessiert. Das ist schade, denn, wie das Ende deutlich zeigt, wäre auch hier sehr viel Potential drin gewesen. So dient dieser Handlungsstrang aber nur dazu, krampfhaft Janeway irgendwie in die Situation auf der Voyager einzubauen. Und das sie Tom Paris schickt ist nur ein weiterer Kniff, damit dieser wieder künftig auf der Voyager Dienst tun kann. Das zeigte sich zwar schon im ersten Band, dass es sich nun aber bestätigt, ist sicher nicht als Highlight zu betrachten.

Auch Seven und der Doktor sind nur eingebaut worden, damit sie scheinbar "der Vollständigkeit halber" einen Auftritt haben. Richtig nötig für die Handlung sind ihre wenigen Szenen nicht, auch wenn sie die "Lösung" bringen und quasi aufzeigen, wer der Bösewicht ist. Dass die Crew das anhand der gegebenen Hinweise nicht selber schafft, spricht überdies Bände, auch wenn die Voyager den Dominionkrieg verpasst hat (Seven und der Doc konnten es ja auch herausfinden). Diese Handlungen und Zwischenszenen stören also den bis dato eigentlich positiven Gesamteindruck des Bandes etwas.

Richtig merkwürdig wird es dann allerdings erst zum Schluss. Sicher, es mag Völker geben, die mit ihrem Verstand Materie erschaffen können und man mag noch glauben, das vielleicht auch die Menschen irgendwann dazu in der Lage sind. Das dies aber eher bei den Indianern passieren wird, da die "Geister des Himmels" quasi etwas in ihre DNS geschrieben haben, ist schon harter Tobak. Gut, es wird angedeutet, das das Potential in allen Menschen liegt, dennoch ist die ganze Geistreise und die Möglichkeiten, die sich daraus ergeben, selbst für Star Trek-Verhältnisse etwas hoch gegriffen. Aber man mag hier vielleicht argumentieren wollen, das dies manchen eben so gefällt, anderen nicht.

Immerhin gibt es ein kurzes Wiedersehen mit Wesley, das allerdings, wenn man sich den Gesamtkontext des Bandes ansieht, ebenso überflüssig ist, wie das zwanghafte Einbauen der "Restcrew" der Voyager. Alles in allem bleibt ein zwar guter Band, der allerdings, wenn man die angesprochenen Fehler ausgemerzt hätte, noch besser gewesen wäre. Immerhin macht das Cliffhanger-Ende Lust auf mehr.

Fazit: Ein schöner Roman, der durch Charakterszenen Chakotays gewinnt, der aber ein paar Stolpersteine in Form eigentlich überflüssiger Handlungselemente aufweist. Trotzdem ist der Band aber noch gut zu lesen.

Bewertung

1. Jörn Podehl
2. Thomas Götz

Weitere Infos


Titel "Geistreise 2 - Der Feind meines Feindes"

Originaltitel "Enemy of my Enemy"

Buchreihe VOY-Relaunch

Autor Christie Golden

Übersetzer Andrea Bottlinger

Preis 12,80 Euro

Umfang 283 Seiten

Verlag CrossCult

ISBN 9783864254215

(jp, tg - 04.07.14)


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