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Martin Weinrich (wc), Christian Freitag (cf)17.06.09

"Destiny: Verlorene Seelen"

David Mack

Inhalt

7.000 Kuben sind in den Föderationsraum eingetreten. Die Föderation und ihre Verbündeten haben dem nicht viel entgegenzusetzen. Picard und Dax, die mit der Enterprise und der Aventine noch im Azure Nebel sind, erhalten den Befehl, nicht zur Front zu eilen, bis sie nicht einen Plan haben, die Borg zu besiegen. Alles andere sei Selbstmord.

Auf der Erde versuchen Präsidentin Bacco und ihr Stab alles, um die Borg noch von einer Invasion abzuhalten. Schnell merken sie jedoch, dass dies zwecklos ist, falls nicht noch ein Wunder passiert. Die Klingonen hingegen bringen jedes Schiff auf, um Qo'nos zu verteidigen. Mit fatalen Konsequenzen ...

Kurz darauf erreicht auch Riker mit der Titan den Nebel. Er kommt mit Captain Hernandez von den Caeliar. Hernandez findet schnell heraus, dass es eine Parallele zwischen Borg und Caeliar gibt ...

Kritik

1. Martin Weinrich

Diese Kritik bezieht sich auf die englische Originalausgabe.

Teil drei der "Destiny"-Trilogie: Picard, Riker und Dax versuchen in einem letzten Versuch, die Borg-Armada aufzuhalten. Aber können sie es schaffen, wenn eine ganze Föderationsflotte es nicht kann? Ihre letzte Hoffnung: Captain Hernandez.
Nach "Götter der Nacht" und "Gewöhnliche Sterbliche" geht es mit "Verlorene Seelen" weiter: Im letzten Teil der "Destiny"-Reihe kracht es richtig. Allerdings im positiven Sinne. Der Leser erfährt den Ursprung der Borg, mehrere Welten werden zerstört, und mit allem müssen auch die Charaktere erst einmal fertig werden. So musste Riker zum Beispiel seine Frau Troi zurück bei den Caeliar lassen. Eine Entscheidung, die ihm nicht leicht gefallen ist.

Auch diesmal gibt es Rückblenden. Doch diesmal wird erklärt, wie circa 4500 Jahre vor Christus die Überlebenden der U.S.S. Columbia und die wenigen Überlebenden einer Caeliar-Stadt im Delta-Qaudranten ein Bündnis eingingen, um zu überleben.

So ist dem Leser also noch vor den Akteuren des Buches bewusst, dass der Ursprung der Borg bei den Caeliar liegt. Nun müssen diese zum Eingreifen überredet werden. Dafür sind einige spannende Aktionen notwendig. Interessant ist hier vor allem der Konflikt zwischen den Captains. Denn während Dax und Riker versuchen wollen, die Caeliar in Föderationsterritorium zu locken, befürchtet Picard, dass die Borg die Caeliar assimilieren und dadurch die gesamte Galaxis erobern könnten. Sowieso wird auch Picard noch näher beleuchtet. Sein Urteilsvermögen scheint durch seine vorherige Assimilation durch die Borg - so nützlich seine Verbindung zum Kollektiv manchmal auch gewesen sein mag - mittlerweile doch ein wenig getrübt.

Zum Schluss passiert das, womit man nicht wirklich gerechnet hat: Die Borg werden nicht vernichtet. Sie werden befreit. Wie das vor sich geht, sollte aber noch ein Leseanreiz sein.

In diesem Buch wird nun auch endgültig klar, dass die wichtigste Person der Trilogie eigentlich Hernandez war. Sie haderte die ganze Zeit mit ihren Taten und muss am Ende merken, dass nur diese Taten die Föderation gerettet haben. Sehr schön ist der Moment, in dem sie feststellt, dass eine Entscheidung, die sie getroffen hat, 200 Jahre später die Föderation rettet. Im Laufe des Buches kann sie ihren inneren Konflikt auch überwinden und mit sich ins Reine kommen.

Der Epilog zeigt dann, wie viel Vernichtung während der Trilogie über die Föderation eingebrochen ist. Er zeigt aber auch, wie schwierig es sein wird, alles wieder aufzubauen. Die nächsten "Star Trek"-Bücher aus dieser Zeit werden auf jeden Fall interessant werden.

Fazit: Auch der dritte Teil hat die richtige Mischung aus Schlachten und Charakterszenen. Angenehm ist auch, dass die Rückblenden diesmal nicht ganz so viel Platz einnehmen. So schätzt man sie gleich viel mehr.

Natürlich wirkt die Borg-Lösung im Nachhinein ein wenig konstruiert. Doch das macht nichts. Immerhin war es klar, dass man sich nach einem solchen Angriff der Borg irgendwie entledigen musste. Und da gefällt mir diese friedliche Art sehr gut.

Schön ist, dass es Mack gelungen ist, viele Charakterszenen in die Trilogie einzubauen, die zumindest auf mich sehr authentisch gewirkt haben. Das hat auch einen großen Teil dazu beigetragen, dass die befürchtete Schlachtenaneinanderreihung ausblieb.

Wie es nun weitergeht, wird hoffentlich in den "Titan"-, "Voyager"- und "Next Genration"-Serien/Relaunches auf diesem Niveau weitererzählt. Ein wenig schade ist dabei, dass das DS9-Relaunch ja noch im Jahr 2377 spielt, während die Ereignisse aus "Destiny" im Jahr 2381 angesiedelt sind. Dadurch hängt der ehemals beste Relaunch um einiges hinterher. Vor allem dadurch, dass Dax ja hier mittlerweile Captain ist, ist das ein wenig schade. Aber das ist ein anderes Thema.

Insgesamt ist der dritte Teil noch ein Stück besser als die vorherigen und bietet einen sehr guten Abschluss für eine wirklich sehr gute Trilogie.

2. Christian Freitag

"Sie vermuten eine Verbindung, wo keine ist. Ich bin der Anfang, das Ende, die Eine, die Viele ist. Ich bin die Borg ..." Die rätselhafte Antwort der Borgkönigin an Data warf noch viel mehr Fragen auf, als sie tatsächlich beantwortete. Sicherlich konnte nicht erklärt werden, wie eine Königin das gesamte Universum umspannen konnte. Wie konnte diese ersetzt werden, wer steckt eigentlich dahinter? Mack klärt fast alle Fragen. Diejenige, warum die Borg sich tatsächlich so aggressiv verhalten, wird meiner Einschätzung nach nicht überzeugend geklärt. Bei den Verlusten, die sie auch eingesteckt hatten, wäre eine Assimilierung schon ob der schieren Übermacht sinnlogischer gewesen. Schließlich wäre es für die Borg doch mal wichtig gewesen, herauszufinden wieso sich die Menschen mehrere Male gegen sie erfolgreich zur Wehr setzen konnten.

Schon jetzt braucht man keinen Spoiler, um zu erkennen, dass hier der Grundstein gelegt ist, der den Beginn der Borg zeigen wird. Bereits im ersten und zweiten Roman gab es dafür diverse Ansatzpunkte. Die Borg konnten nur durch die Caelier geschaffen worden sein. Ihre Catome waren der Stimme des Kollektivs nicht unähnlich, sondern pervertierten die sogenannte Gestalt. Wie sich dies mit dem Pazifismus der Caelier vereinbaren ließ, war bereits im ersten Band eindrucksvoll beschrieben worden. Sollte ein Caelier seine körperliche Form verlieren, wird er immer schwächer und es gibt nur eine Art Hintergrundrauschen, einen grundlegenden Hunger, der nie gestillt werden kann. Ebenso suchen ja die Borg nach Perfektion, sind aber nie zufrieden. Hierbei kann auch ein Caelier in die primitive Urform zurückfallen. Daher war die grundsätzliche Bestätigung in diesem Roman lediglich eine Überraschung für die Protagonisten, aber keineswegs für aufmerksame Leser.

Hier sammelten sich nämlich Indizien an, die keinen anderen Schluss zulassen konnten. Das einzig Neue war nur, wer von der Columbia-Crew die ersten Borg werden. Wer von den Caeliern skrupellos genug war, bildete sich auch recht früh heraus. Leider ließen auch die Charakterisierungen gegenüber dem Vorband nach, was allerdings nur bei der Columbia-Besatzung auffiel. Manchmal konnte man hier und da den Versuch einer engeren Verbindung sehen, allerdings war dies nur bei Thayer und Graylock der Fall. Die MACOs blieben allesamt recht farblos und es war auch kaum überraschend, dass hier nach dem Prinzip der "Zehn-kleinen-Negerlein" vorgegangen wurde bis die "bösen" MACOs alle das bekommen haben, was sie verdienten.

Dafür gibt es ganz starke Charaktermomente innerhalb der Crews und auch auf verschiedenen Planeten. Schön waren die Szenen zwischen Picard und Riker, Hernandez, Worf und Choudhury, La Forge und Picard, La Forge und Worf. Sogar Captain Morgan Bateson durfte auftreten, der ja bereits in "Ship of the Line" der Captain der Enterprise sein durfte und auch schon einige Male seit der TNG-Folge "Deja Vu" in den Romanen aufgetaucht ist. Sogar die vulkanische Counselor durfte hier einen kurzen Auftritt absolvieren und Sevens "Überraschung" hat mich sehr gefreut.

Es ist schon komisch, seine - so wie die vieler anderen auch - Ideen endlich mal offiziell auf Papier gebannt zu bekommen. Während die Borg stets mit Gegenangriffen ausgemerzt wurden, hat niemand großartig hinter die Fassade geschaut, waren die Drohnen doch genauso Opfer wie alle anderen. Wie konnte sich Picard anmaßen, alle Borg abmurksen zu wollen, ohne hinter das Kollektiv zu blicken? Er war doch auch deassimiliert worden, wieso es nicht anderen gleichtun? Stattdessen kamen Sprüche bereits in "Der erste Kontakt" zum Vorschein, die seinen zugegebenermaßen verständlichen Hass auf die Borg ziemlich eindeutig machen: "Es könnten Ihnen bereits assimilierte Offiziere der Enterprise über den Weg laufen ... Sie sollten dann trotzdem schießen. Glauben Sie mir, Sie tun Ihnen einen Gefallen ..."

Auch hier führte Picard eine gefährliche Wandlung durch. Die Frage war ja, wie weit geht jemand, um sich und seine Spezies zu retten, um die Kultur, Kunst, ja alles, was eine Spezies ausmacht, nicht ausradieren zu lassen. Wirft er seine Moral, seine Ethik über Bord?

Aus dem zunächst kapitulierenden, selbstzweifelnden Picard wurde langsam aber sicher die Tötungsmaschine zu der er nie werden wollte, wenn er an die Wand gedrängt wurde. Er wollte sogar die Thalaron-Waffe nachbauen lassen und schlug stattdessen andere Vorschläge in den Wind. An sich hätte die kriegsverbrecherische Waffe jedoch keinen Krieg nach sich gezogen, wie hier befürchtet wurde. Den Klingonen wäre sicherlich die Ausradierung der Borg recht gewesen, auch wenn die Waffe bestimmt als nicht ehrenhaft angesehen wurde. Den Romulanern wäre ein solcher Einsatz auch recht gewesen, um ihre Welten zu beschützen, schließlich haben sie die Waffe gegen ihren eigenen Senat eingesetzt. Allerdings verbieten sie ständig nur die Waffen, die ihnen selbst zu Eigen sind, um einen Vorteil zu behalten.

Bemerkenswert war hier, dass auf eine Friendly Fire-Problematik eingegangen wurde. Außerdem fiel auf, dass seltsamerweise sämtliche Energiewaffen eine Assimilierung zuließen, aber stinknormale - wenn auch weiterentwickelte - Projektilwaffen ein Garant für dauerhaften Erfolg darstellten.

Die letztendliche Lösung ist eine gute. Es wäre falsch gewesen, die Borgdrohnen auszurotten, gleichermaßen konnte man jedoch die Individuen auch nicht mehr nach Hause lassen. Sie hätten sich einer psychischen Problematik ungeahnten Ausmaßes gegenübergesehen. Die beste Lösung war daher hier gefunden worden, um das Problem ein für alle Mal zu beenden. Damit wurde neue "Star Trek"-Geschichte geschrieben und es bleibt genug Erzählstoff für Folgeromane. Was wird mit den Überlebenden, wie läuft der Wiederaufbau, der Erforschung des Deltaquadranten steht nichts mehr im Weg, wie reagieren die Tholianer auf den kriegerischen Akt Nan Baccos, wie entwickelt sich Tuvok weiter und so weiter und so fort.

Fazit: Ich weiß nicht, ob vom Autor beabsichtigt oder nicht oder ob das noch anderen so ergangen ist, aber ich fand Folgendes mehr als passend:

In "Dies sind die Abenteuer" brachten zwei TNG-Charaktere, nämlich Riker und Troi, die "Enterprise"-Saga zu ihrem unverdient frühen Ende. Die Folge ist heute noch endlos diskutiert worden und wird auch in der Romanserie komplett umgemodelt. Jetzt kommt "Destiny". Hier gelingt es "Enterprise"-Nebencharakteren nicht nur, den TNG-bekannten Gegner (mit) zu erschaffen, sondern sie retten TNG noch den A... Wenn das nicht mal ausgleichende Gerechtigkeit ist, dann weiß ich auch nicht ...

"Verlorene Seelen" ist unter anderem bei Amazon.de als Taschenbuch und als E-Book erhältlich.

Bewertung

1. Martin Weinrich
2. Christian Freitag

Weitere Infos


Titel "Destiny: Verlorene Seelen"

Originaltitel "Destiny: Lost Souls"

Buchreihe Post-'Nemesis'

Autor David Mack

Übersetzer Stephanie Pannen

Preis 12,80 Euro

Umfang 450 Seiten

Verlag Cross Cult

ISBN 3-9412-4885-5

(wc, cf - 19.07.13)


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