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Martin Weinrich (wc), Christian Freitag (cf)03.06.09

"Destiny: Gewöhnliche Sterbliche"

David Mack

Inhalt

Die Enterprise und die Aventine entdecken im Azure-Nebel über 20 Subraumkanäle. Einer von ihnen muss den Borg als Transporthilfe dienen. Gemeinsam versuchen sie, den Borg den Zugang zu verwehren. Es stellt sich jedoch heraus, dass sie damit möglicherweise die Zerstörung der Galaxis provozieren. Also ordert Captain Picard alle verfügbaren Schiffe in den Nebel, um eine Expedition ins Borg-Territorium durchzuführen. Er erhofft sich, dadurch die Borg so abzulenken, dass sie keine Mittel mehr haben, um die Föderation direkt anzugreifen.

Auf der Erde versucht Präsidentin Bacco daher alles, um möglichst viele Nationen für diese Expeditionsflotte zu gewinnen. Dabei muss sie alle diplomatischen Tricks ausreizen.

Captain Riker und seine Crew der Titan sind derweil bei den Caeliar gefangen, wie damals Captain Hernandez und ihre Crew. Es ist aber noch immer nicht klar, warum Hernandez überhaupt noch lebt. In Rückblenden wird ihre tragische Geschichte bei den Caeliar erzählt. Sie macht deutlich, dass es keine Chance auf eine Flucht gibt.

Die Lage wird noch komplizierter dadurch, dass Troi auf der Planetenoberfläche mit einer Fehlgeburt kämpft, während Riker noch auf der Titan ist. Die Caeliar lassen zwar Menschen nach New Erigol herunter, aber niemanden zurück auf das Schiff. Würde Riker also zu Troi gehen, um ihr bei der Abtreibung beizustehen, würde er sich endgültig zum Gefangenen machen. Troi verweigert aber eine Abtreibung, solange ihr Imzadi nicht anwesend ist ...

Kritik

1. Martin Weinrich

Diese Kritik bezieht sich auf das englische Original.

Teil zwei der "Destiny"-Trilogie: Picard und Dax müssen einen Weg finden, um die Borg-Invasion zu stoppen, während das Leben der Titan-Crew von Ex-Sternenflotten-Captain Erika Hernandez abhängt...
Es ist wirklich überraschend, wie "Destiny" aufgebaut ist. Nach den ersten Berichten über die Buchreihe hatte ich schon befürchtet, es würde Schlachten ohne Ende geben. Fast das Gegenteil ist der Fall. Lediglich zu Beginn und am Schluss des Buches kommt es zu Kämpfen zwischen Raumschiffen. Der Rest der Handlung verläuft weitestgehend friedlich.

Mack nutzt damit nämlich die eigentliche Stärke der Borg aus. Es war zwar meist actionreich, wenn gegen ihre Kuben gekämpft wurde, aber wirklich besonders wurden die Borg immer nur als Bedrohung. Denn von allen "Star Trek"-Spezies sind die Borg nun einmal die furchterregendste. Und das Angstgefühl wird nun einmal weitaus besser übermittelt, wenn es "lediglich" eine Borgbedrohung gibt, als wenn ein Raumschiff gegen einen Kubus kämpft.

Natürlich kracht es am Ende des Buches noch einmal ordentlich, doch das lenkt nicht davon ab, dass auch der zweite Teil der Trilogie wieder viel Wert auf die Charaktere legt. Diesmal steht Captain Hernandez im Mittelpunkt. Ein Großteil des Buches widmet sich ihrer 800-jährigen Gefangenschaft bei den Caeliar. Überraschend einfühlsam wird dabei der Verlust ihrer letzten drei Mitstreiter beschrieben. Der Caeliar auf dem Wrack der Columbia aus dem ersten Teil wird jedoch gar nicht mehr erwähnt.

So schön die Charakterbeschreibungen Hernandez' und ihrer drei Kameraden auch sind, sie lenken doch ein wenig von der eigentlichen Handlung ab. In den Passagen erinnert man sich als Leser nur vage an die Borgbedrohung.

Auch Dax hat ein Problem. Sie weiß nicht, ob sie es wirklich verdient hat, ein Captain der Sternenflotte zu sein. Hier schafft jedoch ein Gespräch mit Worf Abhilfe.

Sehr schön ist auch, wie Präsidentin Bacco eine Anti-Borg-Allianz schmiedet. Ich mochte "Die Gesetze der Föderation" sehr gerne und bin ein Freund von Politikbeschreibungen im "Star Trek"-Universum. Daher habe ich mich sehr über diese Passagen gefreut.

Nicht ganz klar wird, warum Seven eine so radikale Position bei der Beratung zu der Borg-Krise vertritt. Klar, sie ist verbittert darüber, dass Captain Janeway assimiliert wurde, aber dennoch muss ihr doch klar sein, dass für die Föderation eine Evakuierung in eine andere Galaxis keine Option sein kann. Schon logistisch wäre das gar nicht zu bewältigen. Man müsste viele Völker zurücklassen, was gegen jede Föderationsdoktrin verstoßen würde.

Am Ende des Buches gelangen 7.000 Borgkuben in den Föderationsraum. Wie die aufzuhalten sind, ist nicht ersichtlich.

Doch auch Riker kann im letzten Kapitel mit der Titan entfliehen, muss aber Troi zurücklassen. Höchstwahrscheinlich hängt die Lösung des Problems irgendwie mit den Caeliar zusammen. Schließlich sind neben der Caeliar-Bevölkerung auf New Erigol noch ein paar andere Städte der Vernichtung entkommen. Was mit ihnen passiert ist, wurde bisher noch nicht erzählt. Zwar sind die Caeliar extrem pazifistisch, doch ihre Technologie, die unglaublich mächtig ist, und ihre bereits bestehende Verbindung in Form der Gestalt, die dem Kollektiv gleicht, legen diese Vermutung nahe. Die verloren gegangenen Städte sind scheinbar auch von der Gestalt und dem Quorum getrennt. Sie müssten sich also irgendwie ein neues Kollektiv aufgebaut haben. Aber das ist nur eine Vermutung. Vielleicht liegt die Lösung auch an einer ganz anderen Stelle.

Eine vernünftige Lösung ist nun aber von Nöten. Denn wie die Vernichtung der Föderation angesichts von 7.000 Borgkuben noch abgewendet werden soll, ist völlig schleierhaft. Es wird auf jeden Fall spannend im dritten Teil.

Fazit: Auch der zweite Teil hält das Niveau des ersten. Vor allem die Szenen mit Bacco sind sehr gelungen. Sehr schön ist auch, dass Mack sich hier mehr auf Dialoge als auf Schlachten konzentriert. Etwas schade ist, dass der Vergangenheitsebene um Hernandez so viel Platz eingeräumt wurde. Diese Geschichte ist zwar auch gut, stört aber ein wenig, weil man viel mehr wissen möchte, wie es denn nun mit den Borg endlich weitergeht. Dennoch ist "Mere Mortals" ein sehr gutes "Star Trek"-Buch!

2. Christian Freitag

Diese Kritik bezieht sich auf die deutsche Übersetzung des Romans.

Der zweite Teil hat ganz ruhige Untertöne. Er gehört wohl mit diversen Szenen zu den charakterstärksten Romanen, die ich jemals lesen durfte. Seien es die kurzen Szenen zwischen Worf und Dax oder endlich mal der Versuch einer Beziehung für den armen Kumpeltypen LaForge ... auf jeden Topf passt ein Deckel. Oder sei es eine Szene, in der Kadohata verschlüsselt ihrem Mann zu verstehen gibt, er solle sich die Kinder schnappen und Cestus III und den Föderationsraum verlassen und eine Öko-Welt besuchen.

Am stärksten ist das Buch jedoch bei den Beziehungen unter den vier Frauen. Hier gibt es Dialoge, die den Roman sehr bemerkenswert und lebensecht machen. Ich musste zwei Mal lesen, als ich von Fletchers sexuellen Spannungen erfuhr, die endlich mal wieder richtig rangenommen werden wollte, als ihr dann der Captain empfohlen hatte, es mit den Caeliern zu treiben, die die Gestalt ändern könnten oder es sich selbst zu machen, wie der Rest der Überlebenden auch. Oder als sich für Metzger zunächst andeutete, dass dies in homoerotischen Beziehungen untereinander ausufern könnte und diese nicht bereit war, diese "perversen Spielchen" mitzumachen.

Die psychologischen Probleme werden also sehr gut dargestellt und scheinen absolut realitätsnah. Insbesondere handelt jede Frau anders. Hernandez ist mehr der Stockholm-Syndrom-Vertreter und will weiterleben, schließt gar einen Pakt mit den Gefängniswärtern, bis sie nach dem Tod der letzten Frau wieder umswitscht. Es ist ferner gut zu verstehen, dass eine der Frauen psychisch gebrochen ist und trotz ihrer Jugend zeitlebens zum Pflegefall wird. Der körperliche Zerfall und die emotionale Trostlosigkeit drücken die Stimmung und es fällt schwer aus dieser traurigen Spirale zu entkommen. Man muss den Roman einfach weiterlesen, um zu erfahren, was passiert.

Es fällt auch auf, dass sich Mack nunmehr auf das Wesentliche beschränkt. Dass die überlebenden MACOs hier überhaupt nicht mehr vorkommen, lässt nur den Schluss zu, dass Mack etwas ganz Besonderes mit ihnen vor hat und sich das Beste zum Schluss aufgehoben hat.

Die Borg schwelen hier nur im Untergrund. Sie treten kaum in Erscheinung. Wenn sie jedoch auftreten, dann mit großer Wucht. Man hatte sich immer fragen können, weshalb sie mit einem Kubus angegriffen haben und nie in voller Stärke eingefallen sind. Ich hoffe, dass diese Frage noch geklärt wird. Ferner wünsche ich mir eine Antwort auf die Frage, was die Borg dazu gebracht hat, in einen Genozidwahn zu verfallen. Während der erste Band mit der Auslöschung der Völker noch zu wahnwitzig klang, weil sich die Borg ja gerade aus den Assimilierten Nachschub holen und schwere Verluste hinnehmen, konnte man diesen Einwand bei der Masse der Invasion geradezu fallenlassen.

Bedenklich, aber wohl unumgänglich ist das Versagen medizinischer Unterstützung an die Überlebenden der unsäglichen Flotte, die im Kampf gegen die Borg zerstört worden ist. Vollkommen unnötig ist und einen Dämpfer verpasst dem Roman hingegen zum Schluss der Hirogenpart. Ich denke, hier sollten Picard und Dax unnötigerweise nur so lange hingehalten werden, bis die Invasion gerade erst beginnt. Und ehrlich gesagt halte ich es Picard schwer vor, dass er so ein Gemetzel zuließ und zwei Wracks Richtung Erde steuert. Hier hätte er die Transphasentorpedos einsetzen und den Hirogen ein für alle Mal das Licht ausblasen müssen. Stattdessen hat man das bittere Gefühl, dass bis auf einige Personen alle auswechselbar sind und nur so lange was zählen, wie sie zur Rettung beitragen können. Ansonsten wird über diese und jene Leiche getrampelt und eben noch ein Witz in Ehren gehalten. Recht unpassend das Ganze.

Sauberfrau Bacco hingegen dürfte der moralische Zeigefinger abgefallen sein. Wie sich jetzt zeigt, erfordern auch schlimme Situationen schlimme Zugeständnisse. Sei es, dass ein Krieg mit den Tholianern riskiert wird oder diese aufs intergalaktische Abstellgleis geschoben werden. Auf Langzeitsicht ist ein Krieg mit den Tholianern unumgänglich nach diesem diplomatischen Desaster. Auch die Spaltung des romulanischen Reiches und die Anerkennung der Abtrünnigen durch die Klingonen und damit der Föderation macht es nicht einfacher. Wenn sich Bacco über die Ferengi schließlich noch die Breen und die Orioner (!) erkauft, also zwei Spezies, die es mit stellarem Recht nicht so genau nehmen, ist sie keinen Deut besser als Min Zife, der Nadion Impulskanonen auf Tezwa stationierte.

Im Übrigen hindert jetzt die Ruhestellung von William Ross. Man hätte jetzt einen erfahrenen Kriegsveteranen in der Admiralität benötigt, auch wenn sich Jellico extrem gemausert hat. Hier öffnen sich jetzt moralische Abgründe. Wie weit geht eine Spezies, um sich vor der totalen Ausrottung zu sichern? Ist es wirklich haltbar, dass sich Abgeordnete und Spezialisten schockiert über den Einsatz von Thalaronwaffen zeigen, wenn ihre Welten den Bach runtergehen? Stirbt man mit Anstand oder tut man alles, aber auch alles, um die Borg aufzuhalten?

Sicher könnte jede Waffe ins Gegenteil verkehrt werden und die Borg auch diese assimilieren, ebenso wie die bislang noch wirkungsvollen Transphasentorpedos, allerdings womit sollten die Borg ansonsten noch bekämpft werden. Ich wundere mich immer darüber, dass Phaser und Quantentorpedos oder gar Photonentorpedos gegen die Borg eingesetzt werden, weil die Transphasentorpedos nur auf die Enterprise gekommen sind. Genauso gut könnte man mit Steinen werfen.

Fazit: "Gewöhnliche Sterbliche" ist noch besser als der erste Teil. Trotz des Hirogenausrutschers: fünf volle Sterne.

"Destiny - Gewöhnliche Sterbliche" ist unter anderem bei Amazon.de als Taschenbuch und als E-Book erhältlich.

Bewertung

1. Martin Weinrich
2. Christian Freitag

Weitere Infos


Titel "Destiny: Gewöhnliche Sterbliche"

Originaltitel "Destiny: Mere Mortals"

Buchreihe Post-'Nemesis'

Autor David Mack

Übersetzer Stephanie Pannen

Preis 12,80 Euro

Umfang 352 Seiten

Verlag Cross Cult

ISBN 3-9412-4884-7

(wc, cf - 19.07.13)


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