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Martin Weinrich (wc)17.08.15

"Niemals aufgeben!"

Jeff Mariotte

Inhalt

Das Gefängnis im Orbit von Kursican Primus meldet sich nicht mehr, anscheinend kam es zu einer weitreichenden technischen Fehlfunktion. Für den Planeten ist das ein großes Problem, denn quasi alle Häftlinge der Bewohner werden in den Orbit verfrachtet. Außerdem geht das örtliche Regime nicht nur gegen Verbrecher hart vor, auch jedwede oppositionelle Meinung wird unterdrückt – indem die Widersacher in den Orbit abgeschoben werden. Kursican ist allerdings ein Beitrittskandidat für die Föderation. Und so befindet sich just zu dem Zeitpunkt der Katastrophe ein Diplomat der Föderation in dem Gefängnis. Aus diesem Grund eilt die da Vinci-Besatzung in das System, um die Fehlfunktion zu finden und zu reparieren. Captain Gold findet jedoch bald heraus, dass auch sein einstiger Freund Augustus Bradford in dem Gefängnis inhaftiert ist und dass dessen Tochter – seine Patentochter – sowie deren junger Sohn ihn gerade besuchten. Ein weiterer, persönlicher Grund für Gold, die Station so rasch wie möglich unter Kontrolle zu bekommen. Dies ist jedoch ein gefährliches Unterfangen, immerhin laufen nun tausende Häftlinge frei in der Station herum. Außerdem gerät die da Vinci-Crew bald selbst in die politischen Fronten des Systems.

Kritik

Ein Föderationskandidat verliert jeden Kontakt zu einem orbitalen Gefängnis. Captain Gold und seine Crew helfen und stoßen auf einen alten Bekannten des Captains.
"Niemals aufgeben!" baut ein grandioses Setting für eine Ebook-Novelle auf: Auf einem antriebs- und steuerungslosen Gefängnis entlaufen tausende Gefangene, während an Bord gerade eine Besuchergruppe, darunter ein Föderationsdiplomat sowie die Patentochter des Captains, verweilt. Dieses Szenario sorgt nicht nur im Kopf von Captain Gold sofort für Alpträume. Mariotte gelingt es also eine gelungene Umgebung für das Ingenieursteam der da Vinci zu erschaffen.

Dabei bleiben leider die globalen Rahmenbedingungen etwas nebulös. In dem System gibt es neben den einheimischen, sehr autoritär regierten Aliens auch eine menschliche Kolonie. Hier leben Kolonisten, die nicht unter dem Dach der Föderation leben wollten und deswegen in das System ausgewandert sind. Nun leisten sie, unter ihnen der ehemalige Sternenflottencaptain Augustus Bradford, erbitterten Widerstand gegen die Pläne der Zentralregierung der Föderation beizutreten. Dadurch entstehen viele Fragen, die von Mariotte nicht einmal angerissen werden. Warum haben die Menschen zum Beispiel ausgerechnet dieses System in der Nähe des Delta-Quadranten ausgesucht, wenn es schon bewohnt ist? Und selbst wenn man sich für ein bewohntes System entscheidet; warum entflieht man der Knute der Föderation indem man sich in ein noch autoritärer regiertes System begibt? Die knappen Anhaltspunkte à la früher sei ja alles anders gewesen, die Mariotte gibt, sind äußerst unbefriedigend. Außerdem stellt sich rasch die Frage, warum solch ein autoritäres Regime überhaupt als Beitrittskandidat in Erwägung gezogen wird. Natürlich muss jeder Kandidat geprüft werden – dafür ist unter anderem auch der Diplomat auf der Gefängnisstation – die politischen Rahmenbedingungen (und die Abwesenheit strategischer Gründe) dürften aber eigentlich sofort gegen die Aufnahme des Systems sprechen.

Abgesehen von diesen Ausgangsüberlegungen überzeugen beide Handlungsstränge. Die Atmosphäre in dem Gefängnis ist zunächst äußerst düster. Die Häftlinge sind in der Mehrheit und könnten das Außenteam zu jedem Zeitpunkt überwältigen. Letztlich entscheidet sich Mariotte jedoch dazu, die Häftlinge äußerst friedlich darzustellen. Ihnen geht es nicht darum, die Situation für eine Rebellion zu nutzen, stattdessen leiden sie selbst unter den technischen Problemen der Station. Damit wählt der Autor ein äußerst geschicktes Spiel mit den Erwartungen der Leser.

Die politische Handlung, so unlogisch sie auch erscheinen mag, ist ebenfalls gelungen. Das liegt nicht an dem Setting, sondern an der geschickten Verbindung zwischen Captain Gold und Bradford. Sie haben beide dasselbe in der Flotte erlebt. Doch während Gold ein Captain geblieben ist, der Situationen pragmatisch meistert und dabei versucht, sich seine Visionen zu erhalten, hat Bradford dies nicht geschafft. Er konnte mit seinem Gewissen keine Kompromisse eingehen, so wie es manchmal in der Sternenflotte notwendig ist. Dieser extreme Idealismus hat ihn zu einem gewalttätigen Oppositionellen werden lassen. Die überzeugend aufgebaute Verbindung zu Captain Gold nutzt Mariotte, um das Ende der Novelle äußerst dramatisch und bewegend zu gestalten. Das Finale ist gerade deswegen überzeugend, weil es den Leser mit einer Mischung aus Verlusten und Zweckoptimismus in einem emotionalen Graubereich zurücklässt.

Fazit: „Niemals aufgeben!“ erzählt die Geschichte eines Gefängnis und einer politischen Rebellion. Während die Grundlage für die Handlung nicht ganz überzeugen kann, ist die Ausarbeitung beider Handlungsstränge sehr gelungen und vor allem das Finale dieser kurzen Novelle äußerst bewegend.

Bewertung

Weitere Infos


Titel "Niemals aufgeben!"

Originaltitel "No surrender!"

Buchreihe S.C.E.

Autor Jeff Mariotte

Preis 2,99

Umfang 100 Seiten

Verlag Simon & Schuster Pocket Books


(wc - 17.08.15)


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