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Martin Weinrich (wc)01.12.15

"Sight Unseen"

James Swallo

Inhalt

Admiral Riker und die Crew der Titan sind enttäuscht: Ihre Forschungsmission wurde abgesagt. Die Ressourcen der Sternenflotte reichen derzeit nicht aus, um den Einsatz der Titan außerhalb der Föderationsgrenzen zu rechtfertigen. Riker wird stattdessen das Kommando über einen Grenzsektor übertragen. Anstatt eine Raumstation als seinen Dienstsitz zu wählen, installiert Riker seine Einsatzzentrale auf der Titan. Bereits kurz nach ihrer Ankunft wird die Titan dringend benötigt: Im Grenzbereich hat sich die U.S.S. Whitetree seit langer Zeit nicht mehr gemeldet.

Die Whitetree war dazu abkommandiert, den Dinac, einer Spezies mit der die Föderation seit kurzem zusammenarbeitet, bei der Entwicklung ihres Überlichtantriebs zu helfen. Nun ist das Schiff spurlos verschwunden. An seiner letzten Position findet die Besatzung der Titan nur noch das Raumschiffwrack der Dinac, auf dem sich jedoch keine Lebewesen mehr befinden. Irgendetwas Schreckliches muss mit den beiden Schiffen geschehen.

Bevor die Untersuchung des Wracks losgehen kann, greift eine unbekannte Macht die Titan an. Riker schöpft bald einen Verdacht: Die Solanae, grausame Wesen aus dem Subraum, haben wieder ein Interesse daran, in den Normalraum zu wechseln…

Kritik

An der Föderationsgrenze gerät die Titan in einen Invasionsversuch aus dem Subraum.
Zwei Punkte sorgen dafür, dass "Sight Unseen" ein richtig guter "Star Trek"-Roman ist. Zunächst baut er ein klassisches Invasionszenario auf. Bereits im ersten Kapitel greift der unbekannte Feind an und der Leser erlebt das Verschwinden der U.S.S. Whitetree hautnah mit. Die Angreifer und ihre Motive bleiben lange Zeit unbekannt. Das erzeugt Spannung. Und auch als mit den Solanae und der Subraum-Herkunft vermeintlich alles herausgefunden ist, zermürben die ständigen Angriffe die Titan-Besatzung und den Leser. Im Verlauf der Handlung kommt es so zu mehreren Angriffsversuchen auf die Titan, zu einer Entführung einiger Crewmitglieder und zu verschiedenen gefährlichen Situationen für die Brückencrew.

Zweitens bleibt es nicht bei dem plumpen Thema einer Invasion. Diese wird stattdessen in ein typisches "Star Trek"-Setting eingebunden. Admiral Riker, der selbst bereits sehr negative Erfahrungen mit den Solanae gemacht hat, fordert permanent einen harten Kurs. Captain Vale hingegen sieht sich an die Prinzipien der Sternenflotte gebunden und versucht mit aller Macht, vorschnelle Aktionen zu verhindern. Letztlich gelingt es Swallow in der Tat, Graustufen in die Handlung zu bringen. In erster Linie geschieht das durch eine abtrünnige Fraktion innerhalb der Solanae. Diese wird von der Titan zunächst angegriffen. Nach einem militärischen Patt, in dem man beginnt, miteinander zu kommunizieren, entsteht so etwas wie eine Allianz. Am Ende gelingt es sogar Riker, Vergebung für einen Teil seiner früheren Peiniger auszusprechen. Zu der Realität gehört aber auch, dass sich nicht alle Solanae davon überzeugen lassen, dass die Bewohner des Normalraums nicht nur bloße Tiere sind. Insofern endet die Haupthandlung doch in Gewalt und mit einem qualitativ großen Opfer. Die Verbindung dieser beiden Handlungselemente sorgt für einen kurzweiligen Roman.

"Sight Unseen" ist also spannend und kreiert einen typischen "Star Trek"-Konflikt, der auch Graustuffen zulässt. Kurzum: Er hätte die Zutaten für einen hervorragenden "Star Trek"-Roman. Trotzdem bleibt der Eindruck am Ende der Lektüre aufgrund mehrerer Faktoren lediglich "gut". Zunächst einmal ist einer der Hauptkonflikte zwischen Charakteren in dem Roman äußerst stereotyp. Natürlich muss es zu Kompetenzstreitigkeiten zwischen Admiral Riker und Captain Vale kommen. Diese sind durchgehend vorhersehbar, Riker ist emotional viel zu sehr involviert und letztlich wirkt diese Auseinandersetzung oberflächlich. Angesichts vorheriger, ähnlicher Konflikte in "Star Trek"-Romanen, kann Swallow diesem Thema nichts Neues abgewinnen. Eine ähnlich uninspirierte Darstellung gilt für die Charakterarbeit der "Titan"-Besatzung. Einst sprühte dieses Schiff, mit seiner vielfältigen Besatzung von Charakterhandlungen. Nun sind die Beziehungen auf vereinzelte Szenen reduziert, die meist an der Oberfläche bleiben und in keiner Weise einen Charakter wirklich voran bringen wie das zum Beispiel mit früheren Auseinandersetzungen um Tuvoks Seelenleben der Fall war. Überhaupt gelingt es Swallow nicht, den seriellen Eindruck der "Titan"-Romane zu bewahren. Zugegeben, dies ist schwierig: Die "The Fall"-Romane und der "Next Generation"-Roman "Takedown" haben der Serie einige ihrer Grundlagen geraubt. Dennoch wird in keiner Weise auf das dramatische, aber noch immer unerklärte Schicksal der Andorianer an Bord verwiesen. So verabschiedet sich mit "Sight Unseen" langsam aber sicher, das einstige Forschungs- und charakterbasierte Erfolgsrezept der "Titan"“-Serie.

Dies rächt sich im Finale. Wie bereits erwähnt, sind die Actionsequenzen des Romans zunächst durchaus spannend. Gegen Ende des Buches erscheint vieles jedoch wie eine einseitige Kampforgie, in der man sich mit den einzelnen Protagonisten kaum noch identifiziert. Alles kumuliert in einer eher stereotypen Opferszene. Diese folgt einer gewissen tragischen Ironie: In der selben Situation konnte in der Mitte der Handlung ein Crewmitglied noch gerettet werden, nun muss selbiges Crewmitglied erleben, wie solch eine Krise auch anders ausgehen kann. Abgesehen von diesem cleveren dramaturgischen Trick, wird in diesem Finale jedoch ein bewährter und liebgewonnener Charakter der Serie eher lieblos "aussortiert". Hieraus hätte man viel mehr machen können.

Natürlich gibt es auch kleine, überzeugende Charaktermomente. In erster Linie ist dies in "Sight Unseen" die Handlung um SecondGen White Blue und Torvig, die etwas von dem originalen Entdecker-Geist der "Titan"-Serie zu retten weiß. Es bleibt daher zu hoffen, dass diese Vernachlässigung der Charaktere nur ein Ausrutscher von "Sight Unseen" ist. Mit Rikers Beförderung zum Admiral kommen immerhin zwei interessante, neue Protagonisten, darunter ein neuer erster Offizier, Commander Dalit Sarai, auf die Titan. Sarai ist in der durch "The Fall" aufgebrandeten Auseinandersetzung zwischen Entdeckern und Sicherheits-Hardlinern innerhalb der Sternenflotte dem letzteren Flügel zuzuordnen. Dieses Potential wird in "Sight Unseen" gut ausgereizt. Es besteht mithilfe dieses Konflikts die Möglichkeit, dass die Serie mit dem nächsten Roman und dem aufgefrischten Personal wieder zu ihren Stärken zurückzuführen: Der Erforschung des Alls mit einem starken Fokus auf die Vielfalt an Bord der Titan.

Fazit: "Sight Unseen" präsentiert eine überzeugende und streckenweise spannende Invasionsgeschichte mit dem notwendigen "Star Trek"-Touch. Schwächen im Detail verhindern jedoch, dass der Roman über einen "guten" Eindruck hinaus kommt.

Bewertung

Weitere Infos


Titel "Sight Unseen"

Buchreihe Titan

Autor James Swallo

Preis 5,80

Umfang 390 Seiten

Verlag Simon & Schuster Pocket Books

ISBN 9781476783161

(wc - 01.12.15)


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