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Martin Weinrich (wc), Thomas Götz (tg)11.01.18

"Aus der Dunkelheit"

James Swallow

Inhalt

Admiral Riker und die Crew der Titan sind enttäuscht: Ihre Forschungsmission wurde abgesagt. Die Ressourcen der Sternenflotte reichen derzeit nicht aus, um den Einsatz der Titan außerhalb der Föderationsgrenzen zu rechtfertigen. Riker wird stattdessen das Kommando über einen Grenzsektor übertragen. Anstatt eine Raumstation als seinen Dienstsitz zu wählen, installiert Riker seine Einsatzzentrale auf der Titan. Bereits kurz nach ihrer Ankunft wird die Titan dringend benötigt: Im Grenzbereich hat sich die U.S.S. Whitetree seit langer Zeit nicht mehr gemeldet.

Die Whitetree war dazu abkommandiert, den Dinac, einer Spezies mit der die Föderation seit kurzem zusammenarbeitet, bei der Entwicklung ihres Überlichtantriebs zu helfen. Nun ist das Schiff spurlos verschwunden. An seiner letzten Position findet die Besatzung der Titan nur noch das Raumschiffwrack der Dinac, auf dem sich jedoch keine Lebewesen mehr befinden. Irgendetwas Schreckliches muss mit den beiden Schiffen geschehen.

Bevor die Untersuchung des Wracks losgehen kann, greift eine unbekannte Macht die Titan an. Riker schöpft bald einen Verdacht: Die Solanae, grausame Wesen aus dem Subraum, haben wieder ein Interesse daran, in den Normalraum zu wechseln…

Kritik

1.Martin Weinrich

Die folgende Rezension bezieht sich auf das amerikanische Original.

An der Föderationsgrenze gerät die Titan in einen Invasionsversuch aus dem Subraum.
Zwei Punkte sorgen dafür, dass "Sight Unseen" ein richtig guter "Star Trek"-Roman ist. Zunächst baut er ein klassisches Invasionszenario auf. Bereits im ersten Kapitel greift der unbekannte Feind an und der Leser erlebt das Verschwinden der U.S.S. Whitetree hautnah mit. Die Angreifer und ihre Motive bleiben lange Zeit unbekannt. Das erzeugt Spannung. Und auch als mit den Solanae und der Subraum-Herkunft vermeintlich alles herausgefunden ist, zermürben die ständigen Angriffe die Titan-Besatzung und den Leser. Im Verlauf der Handlung kommt es so zu mehreren Angriffsversuchen auf die Titan, zu einer Entführung einiger Crewmitglieder und zu verschiedenen gefährlichen Situationen für die Brückencrew.

Zweitens bleibt es nicht bei dem plumpen Thema einer Invasion. Diese wird stattdessen in ein typisches "Star Trek"-Setting eingebunden. Admiral Riker, der selbst bereits sehr negative Erfahrungen mit den Solanae gemacht hat, fordert permanent einen harten Kurs. Captain Vale hingegen sieht sich an die Prinzipien der Sternenflotte gebunden und versucht mit aller Macht, vorschnelle Aktionen zu verhindern. Letztlich gelingt es Swallow in der Tat, Graustufen in die Handlung zu bringen. In erster Linie geschieht das durch eine abtrünnige Fraktion innerhalb der Solanae. Diese wird von der Titan zunächst angegriffen. Nach einem militärischen Patt, in dem man beginnt, miteinander zu kommunizieren, entsteht so etwas wie eine Allianz. Am Ende gelingt es sogar Riker, Vergebung für einen Teil seiner früheren Peiniger auszusprechen. Zu der Realität gehört aber auch, dass sich nicht alle Solanae davon überzeugen lassen, dass die Bewohner des Normalraums nicht nur bloße Tiere sind. Insofern endet die Haupthandlung doch in Gewalt und mit einem qualitativ großen Opfer. Die Verbindung dieser beiden Handlungselemente sorgt für einen kurzweiligen Roman.

"Sight Unseen" ist also spannend und kreiert einen typischen "Star Trek"-Konflikt, der auch Graustuffen zulässt. Kurzum: Er hätte die Zutaten für einen hervorragenden "Star Trek"-Roman. Trotzdem bleibt der Eindruck am Ende der Lektüre aufgrund mehrerer Faktoren lediglich "gut". Zunächst einmal ist einer der Hauptkonflikte zwischen Charakteren in dem Roman äußerst stereotyp. Natürlich muss es zu Kompetenzstreitigkeiten zwischen Admiral Riker und Captain Vale kommen. Diese sind durchgehend vorhersehbar, Riker ist emotional viel zu sehr involviert und letztlich wirkt diese Auseinandersetzung oberflächlich. Angesichts vorheriger, ähnlicher Konflikte in "Star Trek"-Romanen, kann Swallow diesem Thema nichts Neues abgewinnen. Eine ähnlich uninspirierte Darstellung gilt für die Charakterarbeit der "Titan"-Besatzung. Einst sprühte dieses Schiff, mit seiner vielfältigen Besatzung von Charakterhandlungen. Nun sind die Beziehungen auf vereinzelte Szenen reduziert, die meist an der Oberfläche bleiben und in keiner Weise einen Charakter wirklich voran bringen wie das zum Beispiel mit früheren Auseinandersetzungen um Tuvoks Seelenleben der Fall war. Überhaupt gelingt es Swallow nicht, den seriellen Eindruck der "Titan"-Romane zu bewahren. Zugegeben, dies ist schwierig: Die "The Fall"-Romane und der "Next Generation"-Roman "Takedown" haben der Serie einige ihrer Grundlagen geraubt. Dennoch wird in keiner Weise auf das dramatische, aber noch immer unerklärte Schicksal der Andorianer an Bord verwiesen. So verabschiedet sich mit "Sight Unseen" langsam aber sicher, das einstige Forschungs- und charakterbasierte Erfolgsrezept der "Titan"“-Serie.

Dies rächt sich im Finale. Wie bereits erwähnt, sind die Actionsequenzen des Romans zunächst durchaus spannend. Gegen Ende des Buches erscheint vieles jedoch wie eine einseitige Kampforgie, in der man sich mit den einzelnen Protagonisten kaum noch identifiziert. Alles kumuliert in einer eher stereotypen Opferszene. Diese folgt einer gewissen tragischen Ironie: In der selben Situation konnte in der Mitte der Handlung ein Crewmitglied noch gerettet werden, nun muss selbiges Crewmitglied erleben, wie solch eine Krise auch anders ausgehen kann. Abgesehen von diesem cleveren dramaturgischen Trick, wird in diesem Finale jedoch ein bewährter und liebgewonnener Charakter der Serie eher lieblos "aussortiert". Hieraus hätte man viel mehr machen können.

Natürlich gibt es auch kleine, überzeugende Charaktermomente. In erster Linie ist dies in "Sight Unseen" die Handlung um SecondGen White Blue und Torvig, die etwas von dem originalen Entdecker-Geist der "Titan"-Serie zu retten weiß. Es bleibt daher zu hoffen, dass diese Vernachlässigung der Charaktere nur ein Ausrutscher von "Sight Unseen" ist. Mit Rikers Beförderung zum Admiral kommen immerhin zwei interessante, neue Protagonisten, darunter ein neuer erster Offizier, Commander Dalit Sarai, auf die Titan. Sarai ist in der durch "The Fall" aufgebrandeten Auseinandersetzung zwischen Entdeckern und Sicherheits-Hardlinern innerhalb der Sternenflotte dem letzteren Flügel zuzuordnen. Dieses Potential wird in "Sight Unseen" gut ausgereizt. Es besteht mithilfe dieses Konflikts die Möglichkeit, dass die Serie mit dem nächsten Roman und dem aufgefrischten Personal wieder zu ihren Stärken zurückzuführen: Der Erforschung des Alls mit einem starken Fokus auf die Vielfalt an Bord der Titan.

Fazit: "Sight Unseen" präsentiert eine überzeugende und streckenweise spannende Invasionsgeschichte mit dem notwendigen "Star Trek"-Touch. Schwächen im Detail verhindern jedoch, dass der Roman über einen "guten" Eindruck hinaus kommt.

2.Thomas Götz

Die folgende Rezension bezieht sich auf die deutsche Ausgabe des CrossCult-Verlages.

Auch die Titan-Reihe geht mit diesem Band (endlich?) weiter, allerdings fällt gleich zu Beginn auf, das die Nummerierung der einzelnen Bände nun weggefallen ist. Andere Reihen teilen dies auch - aber ob der Hintergrund auch in dem Buch zu finden ist?

Zu Beginn wird nämlich die ganze Titan umgekrempelt. Riker ist jetzt Admiral und nimmt den Flaggoffiziersposten ein. Das war zu erwarten und wurde in Star Trek schon desöfteren so gemacht. So kann man Riker noch auf dem Schiff behalten und interagieren lassen, obwohl Admirale eigentlich vom Schreibtisch aus fliegen. Zusätzlich dazu wird die Titan von ihrer entfernten Forschungsmission abgezogen. Das übernehmen nun andere, das Schiff selbst wird nun am Rande des UFP-Raums eingesetzt. Wenn wir uns an die Bücher der Titan-Reihe erinnern, so waren einige Gute darunter, viele aber auch eher Mittelmaß. Diese Umstellung (sprich: komplette Neuausrichtung) der Geschichte der Reihe könnte man (ebenso wie die fehlende Nummerierung) als Beweis für ihr Scheitern ansehen.

Weg von den seltsamen Dingen, denen die Titan bisher begegnet ist, hin zu bodenständigeren Geschichten in der guten alten Föderation mit bekannten Völkern. Natürlich bleibt die Titan ein Multikulturelles Schiff, zumindest diesen Aspekt kann man nicht einfach so über den Haufen werfen. Das mit alten Relikten aufgeräumt wird, bestätigt am Schluss aber auch der Wegfall einer alten bekannten Entität aus den vorherigen Titan-Büchern. Andererseits könnte das natürlich auch alles einfach der Handlung geschuldet sein, denn nach "The Fall" soll es zu der friedlichen Sternenflotte und dem Weg der Erforschung zurückgehen. Man muss hier also abwarten, wie sich die Reihe künftig entwickelt.

Aber um den Bogen zurückzuschlagen, alte Bekannte tauchen auch hier auf und eine friedliche Forschung gibt es auch hier nicht, sondern erneut eine Invasion. Dabei treten weitere Bekannte Aliens auf den Plan, die aber seit über 20 Jahren in Vergessenheit gerieten, tauchten sie doch nur in einer TNG-Folge auf: die Solanagen (oder, wie sie hier genannt werden, Solanae). Das Aufgreifen dieser "losen" Enden gab es schon in früheren Roman und auch hier funktioniert es eigentlich recht gut, auch wenn der Plan der Bösewichte nicht vor Originalität strotzt.

Dafür funktioniert aber immerhin die charakterliche Seite. Es kommen neue Crewmitglieder an Bord, allen voran ein erster Offizier, der einen etwas schweren Stand hat, war sie doch eine Anhängerin von Ishan Anjar ("The Fall"-Reihe). Die Integration dieser mit den altbekannten Charakteren klappt sogar recht gut. So muss sich Vale nicht nur mit den Unbillen des neuen Kommandos auseinandersetzen, auch Melora und Xin müssen über ihre vergangene Beziehung reflektieren. Und es zeigt sich, das nicht alle der Fremden Aliens böse sind, sondern einige auch verhandeln wollen. Auch hier zeigt sich wieder das große Herz der Sternenflottenoffiziere - und im Grunde sind diese Szenen, auch wenn sie teilweise bekannt anmuten, ein Kernstück dessen, was Star Trek ausmacht.

Also alles gut? Nun, ein paar kleinere Dämpfer gibt es dann doch. Wie erwähnt hätte die Story an sich vielleicht einen Tick mehr Spannung vertragen können. Davon aber abgesehen wollen einige Charakterentscheidungen nicht so recht passen. Das Riker Probleme hat, zurückzutreten, mag ja noch zumutbar sein, vor allem in Hinblick auf seine entführte Familie. Das er aber bis zum Ende braucht, das zu überwinden, passt wohl eher zu dem jugendlichen Riker von früher. Admiral Riker sollte hier etwas charakterfester sein und auch sein Misstrauen schneller überwinden können - auch wenn dieser Eindruck subjektiv sein mag. Die neue XO verhält sich teilweise ähnlich, die hat aber noch die Entschuldigung, das man ihren Charakter noch nicht kennt und daher noch Luft nach oben ist.

In der Gefangenschaft wurden alle, die sich wehren, von den Solanae getötet, als dann einige der Titan-Leute einen Fluchtversuch wagen, werden diese in ihre Zellen zurückgebracht. Klar, die Hauptcrew kann man halt nicht meucheln, es wirkt aber an dieser Stelle ein wenig inkonsequent. Auch die Wiederholung des "Wer-stirbt-heute"-Spiels hätte man anders lösen können. Zwar ist das Opfer eines Crewmitglieds am Ende mitreißend geschrieben, gegen Beginn des Buches gibt es aber eine ähnliche Situation mit fast den gleichen Crewmitgliedern, nur das sich dort jemand anders opfern will. Dies wirkt wie eine eher sinnlose Wiederholung, auch wenn es vielleicht realistisch sein mag.

Schlecht ist das Buch deswegen nicht, es weckt nur aber auch nicht gerade Lust darauf, sich nochmal mit den Solanagen zu beschäftigen. Wohin die Neuausrichtung der Titan-Reihe führen wird, bleibt indes abzuwarten.

Fazit: Ein Roman, der vor allem durch schöne Charakterszenen punkten kann, auch wenn einige Schnitzer das Gesamtbild etwas trüben. Trotzdem, gut unterhalten werden kann man hier allemal.

Bewertung

1. Martin Weinrich
2. Thomas Götz

Weitere Infos


Titel "Aus der Dunkelheit"

Originaltitel "Sight Unseen"

Buchreihe Titan

Autor James Swallow

Übersetzer Helga Parmiter

Preis 15 Euro

Umfang 425 Seiten

Verlag CrossCult

ISBN 978-3-95981-501-7

(wc, tg - 11.01.18)


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