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Martin Weinrich (wc), Thomas Götz (tg)07.11.12

"Sturm auf den Himmel"

David Mack

Inhalt

Tim Pennington ist im Jahr 2270 noch immer bei Diego Reyes im Exil zu Gast. Nachdem Reyes ihm im vorherigen Roman berichtet hat, wie es dazu kam, dass er auf einen abgelegenen Planeten geschickt wurde, ist nun Pennington an der Reihe. Pennington ist bis zum "bitteren Ende" auf der Station Vanguard geblieben und hat im Nachhinein die Ereignisse recherchiert.

Bis auf Prolog und Epilog erlebt man also die Ereignisse aus dem Jahr 2268, die jedoch nicht aus Penningtons Perspektive geschildert sind. Die Situation ist dramatisch. Vanguard wird von den Shedai als Ziel auserkoren, sie planen einen Angriff. Gleichzeitig befürchten die Tholianer zu Recht, dass die Sternenflotte aus den Artefakten der Shedai Waffen entwickelt. Daher ziehen auch die Tholianer eine große Flotte zusammen, um die Station anzugreifen. Dabei befinden sich noch immer Romulaner und Klingonen in der Taurus-Region. Die beiden Mächte haben ein Abkommen geschlossen, der Föderation droht damit ein weiterer mächtiger Gegner.

Im Klingonischen Reich gibt es jedoch auch Kräfte, die eher an einem Frieden mit der Föderation interessiert sind und den Romulanern nicht trauen. Botschafter Jetanien hält sich weiter auf dem Diplomaten-Planeten Nimbus III auf. Er erfährt von den Intrigen innerhalb des Klingonischen Reiches und greift mit diplomatischen Mitteln ein, um so die föderationsfreundliche Seiten zu stärken.

Die Bewohner der Station ahnen davon zunächst nichts. Primäres Ziel von Admiral Nogura ist es stattdessen, die Sagittarius an der Überwachung durch die Klingonen und Romulaner vorbeizuschleusen, damit diese ungestört neue Shedai-Artefakte erwerben kann.

Kritik

1. Martin Weinrich

Diese Rezension bezieht sich auf die amerikanische Originalausgabe.

Das Ende der "Vanguard"-Serie: In der Taurus-Region wird die Station von den Shedai sowie von einer tholianischen Flotte bedroht. In dieser Situation trifft die Sternenflotten-Führung moralisch äußerst zweifelhafte Entscheidungen.
Der vorherige Roman "What Judgments Come" erweckte den Eindruck, die Autoren hätten keine Ideen mehr. Der komplette Text drehte sich um Diego Reyes, der einen Hinweis auf einen Ort versteckter Shedai-Artefakte durch eine halsbrecherische Mission erwerben musste. Das war zwar spannend zu lesen, brachte die Haupthandlung aber keinen Schritt weiter. "Storming Heaven" ist nun das Finale der gesamten Reihe und David Mack macht deutlich: Es gibt viele Ideen, die man auf 350 Seiten unterbringen kann.

Es ist schade, dass auch dieser Roman als Rückschau geschrieben ist. Denn davon merkt man während des Hauptteils gar nichts. Lediglich Prolog und Epilog machen deutlich, dass es sich um eine Erzählung Penningtons handelt. Das hätte der Roman gar nicht nötig. Für sich allein wäre er bereits eine gute Geschichte mit einem vernünftigen Ende. Die gewählte Erzählform wird nur dafür gebraucht, den Verbleib einiger Personen zu klären. Das sorgt zwar für ein rührseliges und kitschiges Ende, ignoriert jedoch das Schicksal einiger Charaktere. Auf diese Weise hat die Reihe zwar einen stringenteren Abschluss, der allerdings viel von der Handlung vorwegnimmt und zum Schluss in Kitsch versinkt.

Die eigentliche Handlung erzählt auf dem knappen Platz beinahe zu viel (Achtung, Spoiler bis zum Ende dieser Rezension). Die Sagittarius muss aus der Vanguard-Region geschmuggelt werden. Im Klingonischen Reich mehren sich die Intrigen. Die Tholianer bereiten einen großen Angriff auf die Station vor. Die Enterprise kommt zum Besuch vorbei und natürlich planen auch die Shedai einen Angriff. Es ist ein kleines Wunder, dass es David Mack trotz dieser Handlungsfülle gelingt, für jeden Charakter eine gelungene abschließende Szene zu schreiben. Was mit der Rahmenhandlung eher misslingt, erreicht Mack in diesem Teil der Handlung.

Am überraschendsten ist die Entwicklung um die Shedai. Als Leser fürchtet man diese Wesen am meisten, denn die Sternenflotte versteht sie kaum, man weiß nicht einmal, ob sie auf Phaser und ähnliche Waffen überhaupt reagieren. Der Großangriff der Shedai wäre das Ende der Station gewesen. Durch den Einsatz der Sagittarius gelingt es den Forschern auf der Station jedoch, eine Waffe zu finden, mit der alle Shedai gefangen genommen werden können. Der erste Einsatz macht alle existierenden Shedai handlungsunfähig. Im Nachhinein ist das die einzig mögliche Lösung für das Problem. Ein Krieg gegen die Shedai wäre nicht zu gewinnen. Dennoch ist es überraschend, wie schnell dieser Handlungsstrang beendet wird.

Dieser Aktion schließt sich eine ambivalente Geschichte an. Denn die Sternenflotte erforscht die Shedai-Artefakte nicht unter zivilen Gesichtspunkten. Stattdessen werden sofort Waffenexperimente durchgeführt. Binnen kürzester Zeit und unter großem Protest durch die Wissenschaftler gelingt so die Zerstörung eines unbewohnten Planeten. Die Motivation der Sternenflotte ist beinahe verständlich. Durch den Pakt zwischen Klingonen und Romulanern fühlt man sich bereits bedroht. Das Verhältnis zu den Tholianern ist nicht viel besser als zu den anderen beiden Mächten. Dazu kommen die Gorn, die neu entdeckten Cardassianer und eine Handvoll weiterer Spezies, die allesamt der Föderation feindlich gesinnt sind. Mächtige Waffen sind in so einer Situation eine verlockende Angelegenheit. Dennoch ist es selbstverständlich falsch Planeten, auch unbewohnte Planeten, zu zerstören. Durch diesen Handlungsstrang wird deutlich, dass die Föderation im 23. Jahrhundert bei Weitem nicht so hehre Motive hat, wie oft angenommen wird.

Daher ist es gut, dass die Tholianer in diesem Fall moralisch beinahe im Recht sind. Als sie herausfinden, dass die Föderation Waffenexperimente durchführt, starten sie sofort einen unerbittlichen Angriff auf die Station. Das führt (über einige Umwege) zur Zerstörung der Station. Das hätte durch ein Unterlassen der Experimente verhindert werden können. Auch die zivile Nutzung des Meta-Genoms, zum Beispiel für das Wiederherstellen zerstörter Gliedmaßen, hätte die Tholianer wohl nicht provoziert. Allerdings hätten die Tholianer erst einmal verhandeln müssen, um wirklich im Recht zu sein. Aber das entspricht nun einmal nicht dem tholianischen Wesen.

Während die Sternenflotte in einem äußerst schlechten Licht erscheint, erlebt man in dem Roman einen ehrenhaften Gorkon. Er wehrt eine Intrige des Hauses Duras ab, die zu einer Verstetigung des klingonisch-romulanischen Bündnisses geführt hätte. Dabei arbeitet er eng mit Botschafter Jetanien zusammen. Außerdem wird deutlich, dass Gorkon bereits Friedenspläne erarbeitet. Er ist sich darüber im Klaren, dass seine Gesellschaft dafür noch nicht bereit ist. Vermutlich wartet er auch deswegen bis zu der Katastrophe von Praxis mit der Aufnahme von Friedensverhandlungen. Dieser Handlungsstrang ist besonders gut, da er eine gewisse Tragik aufweist. Um das Haus Duras zu besiegen, muss sich Gorkon nämlich auf einen seiner treueren Krieger stützen: Chang. Was aus dieser Loyalität erwächst, lässt sich im Roman bereits erahnen. Denn noch härter als gegen Duras teilt Chang verbal gegen die Föderation aus.

Mit diesem siebten regulären Roman der Reihe endet die Serie. Das wurde bereits im vorherigen Buch deutlich, als Pennington sagte, er blieb bis zum bitteren Ende auf der Station. Die Vernichtung ist daher von vornherein klar. Das nimmt dem Roman etwas Fahrt, sorgt aber auch für düstere Stimmung. Bis zum Schluss erscheint es möglich, dass alle bekannten Protagonisten, die noch auf der Station verweilen, durch die tholianische Flotte vernichtet werden.

Das Ende des Romans erschreckt dann doch ein wenig. Bis zum Schluss vermutet man, die Sternenflotte muss für ihre moralischen Fehler büßen und es kommt - "Star Trek"-mäßig - zu einer friedlichen Koexistenz zwischen Shedai und den übrigen Bewohnern der Galaxis. Das Gegenteil ist der Fall. Einer der Forscher zerstört nicht nur alle Shedai, die ja von der Sternenflotte gefangen gehalten werden, sondern nutzt diese Zerstörung, um mit der Station Vanguard einen Großteil der tholianischen Flotte zu vernichten. Das Ende ist hart und somit mit einem Völkermord verbunden, folgt jedoch der bitteren Logik des Romans

Fazit: "Storming Heaven" ist ein würdiger Abschluss für die zuletzt etwas schwächelnde Reihe. Alle Charaktere erhalten gelungene Abschiedsszenen. Gleichzeitig wird ein eindrucksvolles Bild einer von der wachsenden Zahl ihrer Gegner zutiefst verunsicherten Sternenflotte gezeichnet, die daher rasch ist, Moralvorstellungen über Bord zu werfen. Das und die von vornherein bekannte Vernichtung der Station sorgen für eine düstere Stimmung, der eine etwas zu kitschige Rahmenhandlung entgegengesetzt wird. Alles in allem sorgt das für sehr gute Unterhaltung.

2. Thomas Götz

Diese Rezension bezieht sich auf die deutsche Ausgabe des Cross Cult Verlages.

Dies ist es also, das Finale der "Vanguard"-Reihe. Und eines vorneweg: Es ist endgültig. Jedwede Hoffnung darauf, vielleicht eines Tages einen neunten Band in Händen zu halten, kann man gleich in den Wind schlagen. Und die letzten Worte von Pennington im Vorgängerband, dass er bis zum blutigen Ende dabei war, treffen voll und ganz zu.

David Mack ist ja bekannt dafür, es ordentlich krachen zu lassen, denn aus seiner Feder stammt auch die "Destiny"-Reihe. Und so tut er auch hier, was er am besten kann: richtig schockierend draufhauen. Das ganze Buch strotzt, vor allem im letzten Kapitel, nur so vor Action und Tragik, dass man sich fast selbst wie im Gefecht fühlt. Und wie die Sternenflotte selber kommt auch der Leser dabei nicht mehr zu Atem. Auch charakterlich dürfen nahezu alle in "Vanguard" eingeführten Charaktere im vorliegenden Band noch einmal glänzen. Sei es T'Prynn in Bezug auf Quinn oder gar Nogura und Xiong, selbst wenn es um die Gruft geht - für jeden ist noch mal etwas dabei, was natürlich dazu führt, dass sich dieser Band noch gewichtiger anfühlt, als er vielleicht sein mag.

Auch handlungstechnisch merkt man, dass alles auf das große Finale zusteuert. Zwar gibt es ein paar fragwürdige Momente, etwa die üblichen Possenreißer bei der Sternenflotte, die Forschung an Massenvernichtungswaffen unterstützen, oder die Shedai, die von einigen wenigen noch im Vorgänger nun plötzlich zu einer Armee angewachsen sind. Immerhin muss man aber zugutehalten, dass diese Szenen eher nur marginal ins Gewicht fallen und dem positiven Gesamteindruck keinen Abbruch tun.

Garniert wird das große Finale durch jede Menge politischer Entwicklungen, die teilweise subtil in das Buch eingestreut wurden. So werden die Grundlagen für Duras gelegt, aber auch für Gorkon oder Nimbus III und noch einige andere Sachen. Wirken manche dieser Szenen anfangs noch fragwürdig, so schafft es Mack aber im späteren Verlauf, auch diesen einen Sinn zu geben und quasi auch die Nebencharaktere sinnvoll in die Handlung zu integrieren. Carol Marcus ist hier als Beispiel zu nennen. Oder auch, dass Gorkon und Chang am Vorabend der Vernichtung eher Essen gehen - wobei Gorkon der Einzige ist, der schwere Gedanken hegt - spricht Bände und das Ganze hätte vermutlich ausgereicht, einen weiteren Roman im Stile eines Politthrillers zu verfassen.

Zu guter Letzt wird noch eine Brücke zum ersten Band geschlagen, denn die Enterprise taucht auf und assistiert. Ein Moment, der auch im Buch voller Nostalgie ist und erschreckend gut funktioniert und daher ebenso mitreißend wirkt wie der Rest. Subtil gibt es übrigens auch den ein oder anderen Retcon - also eine Ausbesserung von Fehlern, etwa warum Ceti Alpha V weiterhin Ceti Alpha V heißt, obwohl er zerstört wurde. Gut, das sind nur Kleinigkeiten, die den Fans was sagen dürften, dem normalen Leser eher weniger, aber solche Sachen runden den Gesamteindruck des Romans ab und machen ihn einfach wie aus einem Guss zu lesen, der wunderbar ins "Star Trek"-Universum passt.

Alles in allem ist die ganze Reihe, trotz leichter Schwächen, eine durchaus überragende Reihe geworden, mit der die Ära "Star Trek" in Buchform in Deutschland vor vier Jahren erfolgreich eingeläutet wurde.

Fazit: Ein von Anfang bis Ende mitreißender Roman, der sowohl Charakterszenen als auch gewaltige Action zu bieten hat. Sollte man sich nicht entgehen lassen.

"Sturm auf den Himmel" ist unter anderem bei Amazon.de als Taschenbuch und als E-Book erhältlich.

Bewertung

1. Martin Weinrich
2. Thomas Götz

Weitere Infos


Titel "Sturm auf den Himmel"

Originaltitel "Storming Heaven"

Buchreihe Vanguard

Autor David Mack

Übersetzer Stephanie Pannen

Preis 12,80 Euro

Umfang 409 Seiten

Verlag Cross Cult

ISBN 978-3-8642-5034-7

(wc, tg - 08.11.12)


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