Daily Trek Cast & Crew Focus & Background Franchise & Fandom
Star Trek Into Darkness Star Trek XI Enterprise Universum
SF-Zone Raumfahrer.net
GameZone Literatur
Trek BBS Quark's Bar Star Trek Rollenspiel

Seitenoptionen



News & StoriesSerien & FilmeScience & FictionMediaCommunity

Portal Facebook Twitter YouTube Flickr Chat Trek BBS

 
Daily Trek News
SF-Zone News

Martin Weinrich (wc), Thomas Götz (tg)02.02.14

"Königreiche des Friedens"

Dayton Ward

Inhalt

Die Föderation breitet sich auf die Präsidentschaftswahlen vor. Die beiden aussichtsreichsten Kandidaten sind der Bajoraner und derzeitige Übergangspräsident Ishan Anjar und die andorianische Zhen Kellessar zh'Tarash. Während Anjars Wahlkampf sich hauptsächlich auf die Sicherheitspolitik und die vermeintliche Bedrohung durch den Typhon-Pakt konzentriert, verspricht zh'Tarash, die Grundwerte der Föderation zu stärken und dadurch die Arbeit ihrer ermordeten Vorgängerin Bacco fortzusetzen.

Admiral Riker wiederum hat Schwierigkeiten mit der Art und Weise, wie Ishan Anjar die Regierungsgeschäfte betreibt. Er regiert mit vielen Direktiven, umgeht häufig die Befehlskette der Sternenflotte und schreckt auch vor verfassungswidrigen Einsätzen nicht zurück. Zusammen mit anderen Offizieren versucht er seine mulmigen Gefühle in Beweise zu verwandeln.

Dass mit Anjar etwas nicht stimmt, scheint ein cardassianischer Kontakt Beverly Crushers zu belegen. In einer geheimen Mission erfährt sie, dass Anjar nicht Anjar ist, sondern der Bajoraner Baras Rodirya, der einst mit den Cardassianern kollaborierte, um die Bajoraner zur Revolution anzustacheln. Doch Beverly erfährt dies auf einem abgelegenen Planeten, Anjars Schergen sind ihr bereits auf der Spur. Captain Picard bleibt nur wenig Zeit, die Puzzlestücke zusammenzusetzen, bevor die Attentäter Anjars seine Frau erreichen.

Kritik

1. Martin Weinrich

Die folgende Rezension bezieht sich auf die amerikanische Originalausgabe.

Die Präsidentschaftswahlen stehen an: Beverly Crushers Untersuchung von Übergangspräsident Anjars Vergangenheit stellt sich als äußerst gefährlich heraus.
"Peaceable Kingdoms" ist ein würdiger Abschluss der spannenden Miniserie "The Fall", der jedoch ein wenig von seinen Vorgängern abfällt. Das liegt daran, dass die Handlung etwas weniger dicht erzählt ist, die Vorgänge etwas weniger großartig wirken und die Unerhörtheit der Geschichte deutlicher zutage tritt. Nichtsdestotrotz ist "Peacable Kingdoms" ein spannender Roman.

Allerdings weist das Buch deutliche Längen auf. Das Problem ist, dass die Auflösung um Ishan Anjar zu früh angedeutet wird. Beverly fliegt zu einem bajoranischen Planeten mit einem umfangreichen Ausgrabungsprogramm. Dort wird sie über die wahre Herkunft Anjars informiert, in der Folge muss sie "lediglich" Beweise für diese These sammeln. Ein Großteil des Buches nimmt diese Suche, in der Beverly von ihrem cardassianischen Freund, zwei Sicherheitskräften der Enterprise und Tom Riker unterstützt wird, ein. Ab der Hälfte des Romans wird die Gruppe dabei zudem von einem Sondereinsatzkommando der Föderation gejagt, das Anjar auf die Gruppe angesetzt hat. Das ist gelegentlich etwas langatmig. Es wäre deutlich spannender gewesen, hätte man Beverly die Auflösung selbst Stück für Stück herausfinden lassen.

In den vorherigen Bänden war die Galaxis der Schauplatz: Von Deep Space Nine bis Andor, vom Klingonischen Reich über die Cardassianische Union und Ferenginar bis zu abgelegenen Gefängniszellen – der Leser kam mit den Romanen an viele Orte des Alpha- und Beta-Quadranten. Nun spielt der Großteil der Handlung in einer Ausgrabungsstätte auf einem abgelegenen Planeten. Das wirkt nach den großen Dimensionen der vorherigen Romane etwas klein. Letztlich ist lediglich ein Padd nötig, um den Beweis zu erbringen, dass Anjar seine wahre Herkunft verschleiert hat.

Zuletzt ist die Enthüllung, dass Anjar eigentlich der Bajoraner Baras Rodirya ist, unnötig. Natürlich macht es die politischen Einstellungen des Übergangspräsidenten verständlicher. Rodirya beobachtete einst, dass ein fähiger cardassianischer Kommandeur die Bajoraner auf besagtem abgelegenem Planeten gut behandelte und eine Rebellion daher unwahrscheinlich war. Daher sorgte er für einige gewaltsame Zwischenfälle und vor allem für eine harte cardassianische Reaktion, die viele Bajoraner das Leben kostete. Die harte Reaktion führte dann zu der von Rodirya gewünschten Rebellion – aber unter einem sehr hohen Preis an bajoranischen Leben. Um das eigene Leben zu retten, nahm der als Kollaborateur bekannte Rodirya die Identität des getöteten Anjar an. Anjar ist damit ein Mann, der alles für sein Ziel tut. Er möchte eine bajoranische Rebellion, dann opfert er einige hundert Bajoraner. Er möchte Präsident der Föderation werden, dann opfert er einige seiner engsten Freunde und Berater. Er möchte die Föderation sichern, dann greift er zu illegalen Maßnahmen. Doch so verständlich Anjar nach dieser Enthüllung auch wirkt, so wenig trägt sie zur Handlung bei.

Denn bereits durch seine vielen illegalen Taten hätte Anjar abgesetzt werden können. Das wird besonders deutlich, als am Ende tatsächlich Anklage gegen den Übergangspräsidenten erhoben wird: Anjar hat bereits gegen so viele Gesetze verstoßen, dass es des Handlungsbogen um seine gefälschte Identität und seine Straftaten gar nicht bedurft hätte. Denn so logisch sich dieser Handlungsstrang auch entfaltet, so konstruiert wirkt er auch. Außerdem wirkt Anjars Übergangspräsidentschaft dadurch noch unerhörter als sie bisher war. Bisher konnte ein nicht gewählter Präsident einfach so am Parlament vorbeiregieren, was allein betrachtet bereits ein Skandal ist. Nun scheint es aber tatsächlich so zu sein, als könnte man in der Föderation nicht nur seine Identität fälschen, sondern damit auch zum Präsidenten aufsteigen. Das sollte zumindest für die Medienvertreter innerhalb der Föderation, die zum großen Teil Anjars Politik der harten Hand im Roman loben, eine bittere Pille sein.

Trotz dieser drei Punkte bleibt "Peaceable Kingdoms" ein sehr guter Roman. Das liegt vor allem an Captain Picard. An ihm wird deutlich, wie falsch die Kritik im vorherigen Band war, Sternenflottenkapitäne verhielten sich wie kleine Götter. Sicher, Picard nimmt sich die Freiheit heraus, sich über die Vorgaben seiner Vorgesetzten hinwegzusetzen. Aber er begründet dies und muss sich später auch vor seinen Vorgesetzten rechtfertigen. Aber zunächst hat er, durch die Treue, die seine Crew ihm hält, die Möglichkeit, seinen Weg durchzusetzen. Bei seinen Untersuchungen wird das negative Bild der vorherigen Romane revidiert. Ja, der Borg-Angriff und die Bildung des Typhon-Pakts haben die Stimmung innerhalb der Sternenflotte militaristischer werden lassen. Doch es gibt noch immer viele, die die friedlichen Ideale der Föderation hochhalten. Auf diese baut Picard in diesem Roman und liegt jedes Mal richtig. Besonders bewegend ist dies am Ende des Romans, in dem Picard einem weiblichen Sternenflottenkapitän gegenübersteht, die bereit ist, auf die viel stärkere Enterprise zu schießen. Ihm gelingt es, immerhin ihren Ersten Offizier davon zu überzeugen, das Feuer nicht zu eröffnen. Dem Bild einer neuen, ausschließlich aus Hardlinern bestehenden Generation werden hier also wieder dem Föderationsgeist anhängende Charaktere gegenübergestellt.

Gleichzeitig ist die Handlung um Captain Picard deutlich spannender als die Suche nach Anjars Herkunft. Denn Anjar plant auch, die Enterprise auszuschalten. Erst versucht er das über abstruse Befehle. Als dies nicht gelingt, versucht er sie sogar mithilfe des Sternenflottengeheimdienstes zu zerstören. Dies ist dem Leser jedoch nicht bewusst, wodurch es in diesem Handlungsstrang immer wieder spannende Wendungen gibt.

Zuletzt schließt "Peaceable Kingdoms" die über vier Bände aufgebaute Handlung gekonnt und ohne große Logikschwächen mit einem Ausblick auf eine neue Forschungsmission der Föderation ab. Nach fünf Bänden interner Querelen innerhalb der Föderation ist dies vielleicht ein kitschiges, aber auch ein logisches, versöhnliches und optimistisches Ende, das den Weg für friedlichere "Star Trek"-Romane bieten könnte.

Fazit: "Peaceable Kingdoms" konzentriert sich auf die Vergangenheit des bajoranischen Übergangspräsidenten Ishan Anjar und erreicht so einen soliden und überzeugenden Abschluss des "The Fall"-Handlungsstrangs. Trotzdem hätte es dieser Enthüllung nicht bedurft, um Anjars Präsidentschaft zu beenden, vielmehr nimmt dieser Handlungsstrang Tempo und Dichte aus der Handlung. Nichtsdestotrotz bleibt der Roman überzeugend und ein sehr guter Abschluss der Miniserie "The Fall".

"The Fall – Peaceable Kingdoms" ist unter anderem bei Amazon.de als Taschenbuch und als E-Book erhältlich.

2. Thomas Götz

Die folgende Rezension bezieht sich auf die deutsche Ausgabe des CrossCult-Verlages.

Mit dem vorliegenden Band erreicht die "The Fall"-Reihe ihr Ende. Waren die ersten beiden Bände noch eher verhalten, so wurde ab dem dritten unter David Mack so richtig Gas gegeben, denn dieser war ganz im Stile von Destiny gehalten. Auch der vierte entwickelte die Story konsequent weiter und lieferte etwas bis dahin noch nie dagewesenes: Unsere bekannten TNG-Recken rufen zur Rebellion gegen die Föderation auf.
Die Präsidentschaftswahlen stehen an: Beverly Crushers Untersuchung von Übergangspräsident Anjars Vergangenheit stellt sich als äußerst gefährlich heraus.

Nun war es also an Dayton Ward, dies alles aufzulösen und zu einem Ende zu bringen und endlich kann man aufgrund der Ausgangslage wirklich von einem "Fall" sprechen. Das Picard und Co. natürlich nicht offen vorgehen können, ist klar und wird auch in diesem Band thematisiert. In diesem Zusammenhang werden ein paar Fanlieblinge, wie etwa Sonya Gomez eingebaut, die selber bereits Zweifel am Präsidenten haben, aber zögern, dies laut auszusprechen. Hier sieht man schön das Dilemma der Picard-Crew, denn sie wollen Sonya nicht einweihen, um sie nicht zu gefährden.

Solche Szenen sind es, die das dünne Eis, auf dem die Charaktere wandeln, sehr gut demonstrieren. Hier bekommt auch jeder Charakter guten Entfaltungsraum und darf in der ein oder anderen Szene glänzen, schade ist hierbei nur, das der Fokus eindeutig auf TNG-Charakteren liegt. Deep Space Nine und Titan sind vergessen und werden allenfalls nur noch am Rande erwähnt, was etwas schade ist in Anbetracht der Tatsache, wie die Reihe gestartet ist. Eine weitere Verzahnung wäre hier sicher nicht schlecht gewesen, auch wenn die Story auch so gut funktioniert und das eher Meckern auf hohem Niveau ist.

Die Handlung selbst entspinnt sich dabei als klassischer Politthriller und neben all den Schlachten der vergangenen Zeit, wurde es auch endlich mal Zeit, diesen Aspekt des Star Trek-Universums zu beleuchten. "Die Gesetze der Föderation" hatten ja vor einigen Jahren bereits den Weg gewiesen, der nun hier seine Aussaat findet. Schön ist auch, das auch die "Bösewichter" Entfaltungsspielraum bekommen, denn kaum ist deren Identität aufgedeckt, gibt es Szenen, die Einblicke in deren Gedankenwelt liefern.

Etwas enttäuschend ist hingegen die letztliche Auflösung, denn statt einen Charakter zu nehmen, der in den letzten Jahren versteckt im Hintergrund eingebracht wurde, ist es am Ende eben doch ein (für den Leser) unbekannter Niemand. Gut, derartig lange Vorausplanungen kann man vielleicht nicht erwarten und auch das ist Meckern auf hohem Niveau, ein derartiger Plottwist hätte aber nochmal ordentlich an der Spannungskurve geschraubt.

Schlecht ist der Roman aber wie gesagt trotzdem nicht und vor allem im Finale kommen auch nochmal Actionfans auf ihre Kosten. Auch wenn einige Nebenfragen offen bleiben, so wird am Ende dann doch noch einmal – auch als Fandienst sozusagen – der Star Trek Pathos hochgehalten und neue Forschungsmissionen „Where no one has gone before“ gestartet. Ein kleiner Wink auf die Nachfolgeserie „Prometheus“ also, die ja ebenfalls dieses Jahr erscheinen wird.

Fazit: Trotz kleinerer Mankos in der B-Note ein durchaus packender Roman, der sich bis zum explosiven Finale schön aufbaut und ein würdiger Abschluss der „The Fall“-Handlung ist.

Bewertung

1. Martin Weinrich
2. Thomas Götz

Weitere Infos


Titel "The Fall 5: Königreiche des Friedens"

Originaltitel "The Fall V - Peaceable Kingdoms"

Buchreihe Post-'Nemesis'

Autor Dayton Ward

Übersetzer Christian Humberg

Preis 12,99 Euro

Umfang 385 Seiten

Verlag CrossCult

ISBN 978-3-86425-782-7

(wc, tg - 04.03.16)


Nach oben

Alle Berichte sind das geistige Eigentum der Autorinnen und Autoren. Jede unautorisierte Übernahme ist ein Verstoß gegen das Urheberrecht. Für Anfragen betreffend Artikel- oder Newsübernahme wenden Sie sich bitte an den Redaktionsleiter.

"Star Trek", "Star Trek: The Next Generation", "Star Trek: Deep Space Nine", "Star Trek: Voyager", "Star Trek: Enterprise" und alle verwandten Markennamen sind eingetragene Handelsmarken von Paramount Pictures. Kopierrechtlich geschütztes Material wurde ausschließlich für nichtkommerzielle Zwecke genutzt. Dies gilt auch für alle Materialien, die aus anderen Franchises stammen und im Rahmen der TZN SF-Zone genutzt wurden.

Mitarbeit Kontakt Impressum

© TrekZone Network, 1999-2017